Das Online-Magazin für Nachhaltigkeit in Linz und Rundumadum

Autor: Stern&Kringel Seite 4 von 15

Friedlieb und Töchter (c) Stern&Kringel

Friedlieb und Töchter

Wie eine wildes Tier faucht die silberglänzende Espressomaschine und verspricht eine geballte Dosis von jenem heiß begehrten Stoff, dem das schicke Café Friedlieb und Töchter seine Benamsung verdankt: Vor bald 200 Jahren hat Friedlieb Ferdinand Runge die belebende Wirkung des Koffeins entdeckt, und als seine „ideologischen Töchter“ zelebrieren Elke Schmedler und Kristina Bleil mitten in der Linzer Altstadt die urbane Kaffeehauskultur, „die wir von Wien, Amsterdam oder London gekannt und in Linz bisher vermisst haben“. Damit sind sie offenbar nicht allein, denn seit der Eröffnung im Dezember knotzen die Gäste mit einer Tasse ökofairen Kaffees in den gemütlichen Polstermöbeln, die die beiden eigenhändig designt und zusammengezimmert haben. Nicht nur bei der stylishen Einrichtung im historischen Bäckerhaus haben die zwei Inhaberinnen selbst Hand angelegt: Auch in der Küche machen sie „alles zu 100 Prozent selber“ und backen aus überwiegend regionalen Biozutaten saftige Orangen-Marzipan-Torten, verführerischen Apfelstrudel und vegane Guglkugln.

Thorbräu (c) Stern&Kringel

Thorbräu

Chromblitzend strahlen die auf Hochglanz polierten Edelstahlkessel durch die Glaswand, „nur wenn Brautag ist, sieht man fast nichts, weil die Scheibe anrennt“, scherzt Claudia Laska. Zweimal die Woche stellt ihr Bruder Ingo in der gläsernen Schaubrauerei des Thorbräu aus oberösterreichischem Hopfen und Malz helles, halbdunkles, Bio- oder Weizenbier her. Zudem überrascht er die Gäste regelmäßig mit kreativen Spezialitäten wie Chili-Bier, dunklem Bock oder India Pale Ale, die dem nordischen Braugott Thor alle Ehre machen würden. Der Namenspatron der Bar steht übrigens auch für die vier Werte, die den Braumeister bei seiner Arbeit leiten, nämlich Tradition, Handwerk, Originalität und Reinheit. „Hier steht das Bier im Mittelpunkt“, erklärt Claudia Laska, die das Getränkeangebot des Nichtraucherlokals um hochprozentigen Hopfengeist, Bierlikör und -brand bereichert. Und weil viele Gäste beim feuchtfröhlichen Umtrunk der Heißhunger packt, dürfen sie sich auf kleine Imbisse von der Brezn über Flammkuchen bis zum „berühmten Gulasch der Mama“ freuen.

Rox Musicbar (c) Stern&Kringel

Karaokenacht im Rox

Wo der Himmel voller E-Gitarren hängt und Britney, die Beatles und der Baywatch-Titelsong schon seit Stunden die Stimmung anheizen, da hat Katharina Ghaly leichtes Spiel: Kaum erklärt sie die improvisierte Showbühne für eröffnet, greifen auch schon die ersten Freiwilligen nach dem Mikrofon. Jeden Dienstag verwandelt sich das Rox zu später Stunde in eine Karaokebar mit mehr als 10.000 Liedern, erklärt Betriebsleiterin Ghaly, die an diesem Abend in die Doppelrolle als DJane und Moderatorin schlüpft. „Da singen Stammkunden mit jahrelanger Karaoke-Erfahrung genauso wie Leute, die das einfach mal ausprobieren und Spaß haben wollen.“ Unter allen, die sich auf die Bühne trauen, wird ein Gutschein verlost, den man zum Beispiel gegen Steaks und Burger vom Lavasteingrill einlösen kann. Die sind seit dem Sommer neu auf der schallplattenförmigen Speisekarte des Rox, erklärt Geschäftsführer Jürgen Koitz, und versprechen dank österreichischer Zutaten und hausgemachter Saucen ein „würziges Erlebnis“.

Naturfaser Fölser Jeans (c) Stern&Kringel

Naturfaser Fölser Jeans

„Wir Mühlviertler sind halt einfallsreiche Tüftler“, schmunzelt Stefan Fölser in seiner Bauernstube und breitet auf dem massiven Holztisch acht verschiedene Stofffleckerl in Marineblau, Anthrazit und Hellgrau aus. Vor 15 Jahren hat der gelernte Landwirt die Idee für seine regional produzierten Bio-Jeans geboren, die zu je 50 Prozent aus Mühlviertler Bio-Leinen und griechischer Baumwolle bestehen. Vom Anbau des Faserflachses über die Garnspinnerei bis zur Weberei im Nachbarort kontrolliert der 70-Jährige jeden Schritt in der Produktionskette, bevor drei Schneiderinnen aus der unmittelbaren Umgebung die Hosen in Heimarbeit nähen. Damit jedes Stück auch garantiert sitzt, schickt man bei der Bestellung die Lieblingsjeans als Vorbild mit. „Die meisten erledigen das per Post, aber manche besuchen uns hier in Helfenberg, um direkt vor Ort den Stoff, den Verschluss oder die Nahtfarbe individuell auszusuchen“, schildert Fölser. Nach etwa drei Monaten Wartezeit ist die maßgeschneiderte Hose dann fertig und kommt als Packerl zur eigenen Haustür.

Winter-Smoothies (c) Mankau Verlag

Winter-Smoothies

Der Duft von Zimt, Anis und Muskat liegt in der Luft, aber damit endet auch schon die Ähnlichkeit mit zuckerlastigen Weihnachtskeksen: Die winterlichen Smoothies von Barbara Rias-Bucher sind mit ihrer Megaportion Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen eine gesunde Zwischenmahlzeit in der kalten Jahreszeit. Für ihre Rezepte greift die Autorin tief in die Trickkiste: Wärmende Zutaten wie Ingwer, Chili oder Gewürznelken bringen den müden Kreislauf in Schwung, knackige Nüsse und Dörrzwetschken verleihen den Drinks den nötigen Biss, und kleine Stückchen Lebkuchen, Schokolade oder Mandelmakronen machen den üblichen Mix aus Äpfel, Birnen und Bananen zu einem festlichen Dessert. Experimentierfreudige wagen sich an schlürfbare Imbisse mit Linsen, Frischkäse oder Feta, die dem Körper nicht nur die bei trockener Heizluft dringend benötigte Flüssigkeit zuführen, sondern mit ihrem basischen pH-Wert einen gesunden Ausgleich zur jährlichen Festtagsschlemmerei schaffen.

Frontfood (c) Stern&Kringel

Frontfood

Ein Brotweckerl, frisches Gemüse, hausgemachte Saucen – sieht aus wie ein gewöhnlicher Burger, nur das gegrillte Laibchen in der Mitte wirkt bei genauer Betrachtung eine Spur heller. „Das ist kein Faschiertes, sondern Sojagranulat“, erklärt Bernhard Falkner, der in seinem frisch eröffneten Frontfood „zu hundert Prozent vegane Küche“ anbietet. Dass die rein pflanzlichen Gerichte ausgerechnet in Form von amerikanischem Fastfood daherkommen, ist für den Burger-Liebhaber nur logisch: „Vegane Lokale kommen oft mit einem alternativen Touch oder erhobenem Zeigefinger daher. Ich wollte was bieten, was die Leute kennen und annehmen.“ Tatsächlich wirken Schnitzlinger (ein Semmerl mit paniertem Laibchen), Chiiesy (mit pflanzlichem Käse) und Pirateburger (mit Fishifilet) so vertraut, dass auch viele Nicht-Veganer herzhaft zubeißen. Auch bei Öko-Strom und kompostierbarer Verpackung legt Falkner großen Wert auf Nachhaltigkeit. Zudem sind alle Zutaten „soweit als möglich“ Bio, regional und fair gehandelt, betont er nicht ohne Stolz. „Das ist schon eine ziemlich einzigartige Geschichte.“

Sanfte Pflege (c) Stern&Kringel

Sanfte Pflege

In der Kürze liegt die Würze – vor allem beim Transportweg: Die goldenen Honigbärchen, schwarzen Lavendellämmer und schokoladigen Bio-Badebomben in den Holzregalen des Naturkosmetikgeschäfts Sanfte Pflege haben eine derart kurze Anreise hinter sich, dass sie wie frisch aus der Seifenmanufaktur duften. „Wir kaufen soweit wie möglich bei kleinen Produzenten aus der Region“, erklärt Inhaber Robert Buchegger, „und bei Firmen, die vom Drumherum her zu uns passen“. Dazu zählt für ihn neben dem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und dem Verzicht auf Tierversuche vor allem die Verwendung von natürlichen, teils essbaren Rohstoffen. „Die gibt’s schon seit hunderten Jahren, da weiß man, dass sie gut verträglich sind.“ Besonders Menschen mit empfindlicher Haut, Allergien oder Neurodermitis bietet er individuelle Beratung, welche Hautcremen, Duschgels oder Duftwässerchen am besten passen. „Dass sich die Kunden wohl fühlen, hat hier einen extrem hohen Stellenwert“, lächelt Buchegger. „Deshalb gibt’s uns ja auch schon seit 26 Jahren.“

Filmszene Ottensheim (c) Stern&Kringel

Filmszene Ottensheim

Gemütlich fläzen die Gäste bei Cocktails, Cappuccino und kühlem Bier in den breiten Lederfauteuils – wäre da nicht die große Leinwand am Kopf des Saals, könnte die Filmszene Ottensheim glatt als überdimensioniertes Wohnzimmer durchgehen. „Wie daheim vorm Fernseher“, beschreibt Beate Haller-Fischerlehner die entspannte Atmosphäre in ihrem Haus, wo jeder Film zum cineastischen Gemeinschaftserlebnis wird. Vor der Vorstellung und in der Pause serviert die Chefin persönlich Getränke und kleine Imbisse wie Pizza, Sandwich oder Schokoeisbecher direkt zu den Sitzplätzen. „Das Gebäude war von Anfang an so konzipiert, dass das Kino zu Tisch kommt“, erzählt die Eigentümerin, die den Betrieb in vierter Generation führt. Alte Filmrollen und originale Kinoplakate an der Wand erinnern an die lange Familientradition, doch auf der Leinwand setzt sie auf modernste Technik, die von Dolby 3D bis HFR alle Stückln spielt. „Der neue Projektor ist auch viel leichter zu bedienen, der alte ist heute nur noch bei Nostalgievorführungen im Einsatz“, lacht Haller-Fischerlehner.

Schlossrestaurant Hagenberg (c) Stern&Kringel

Schlossrestaurant Hagenberg

Ein Hauch der adeligen Vergangenheit schwebt über den Tischen im ziegelgewölbten Speisesaal. „Dabei ist dieser Gebäudeteil gar nicht so alt, nur 400 bis 450 Jahre“, erzählt Hannes Katzenschläger beiläufig, so als wollte er sagen: Was ist das schon im Vergleich zur mehr als tausendjährigen Geschichte des gesamten Schloss Hagenberg? Vor bald zehn Jahren hat er gemeinsam mit seiner Schwester Sibylle das Restaurant in dem historischen Gemäuer übernommen und ganz auf traditionelle österreichische Küche aus regionalen Biozutaten umprogrammiert. „Die Leute wollen wissen, wo ihr Essen herkommt. Und der Bauer hat eine Freude, wenn er ordentliches Geld für eine ordentliche Arbeit bekommt“, erklärt Katzenschläger, warum er Ziegenkäse, Rindfleisch oder Erdäpfel direkt bei den umliegenden Biohöfen kauft. Je nachdem, „was gerade bei uns wächst“, passt sich die Speisekarte des biozertifizierten Lokals der aktuellen Jahreszeit an: Die saisonalen Spezialitätenwochen von Wild über Spargel bis Lamm begleiten die Gäste durchs Jahr, denn „jedes Monat hat seine spannenden Mitbringsel“.

Ölmühle Raab (c) Stern&Kringel

Ölmühle Raab

Ratternd gleitet das hölzerne Schiebetor zur Seite, um das tiefe Brummen der Maschinen und den nussigen Duft frisch gepresster Sonnenblumenkerne ins Freie zu entlassen. „Der Jahreszeit entsprechend ist unser Lager derzeit ziemlich voll“, deutet Thomas Raab auf die meterhoch gestapelten Säcke. „Aber eigentlich pressen wir das ganze Jahr über, damit die sensiblen Öle immer frisch zu den Kunden kommen.“ Seit 2005 betreibt die Familie ihre eigene Mühle, anfangs um Biotreibstoff für den Biohof Achleitner herzustellen, bis sich hochwertige Biospeiseöle als rentabler herausgestellt haben. „Die kleinstrukturierte Landwirtschaft in Österreich muss mehr aus jedem Hektar herausholen“, erklärt Raab, warum er sich auf Ölsaaten wie Hanf oder Färberdistel spezialisiert hat. Was er an Rohstoffen nicht selber ernten kann, bezieht er soweit als möglich aus der Region. Verkosten kann man die zehn kaltgepressten Ölsorten unter anderem im Hofladen, wo zudem fruchtige Marmeladen, windgetrocknete Nudeln oder Hausruckviertler Bio-Cider von befreundeten Betrieben locken.

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