Das Online-Magazin für Nachhaltigkeit in Linz und Rundumadum

Kategorie: Cafés

Süße Mehlspeisen und Häferlkaffee – diese Cafés in Linz und Rundumadum haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns Nachhaltigkeit, frische Zubereitung, handwerkliches Können, Qualität der Zutaten und soziale Verantwortung.

Chay (c) Stern&Kringel

Chay

Am Ende des tunnelartigen Durchgangs verstummt der Rummel des Hauptplatzes, und der intensive Duft von Grüntee mischt sich mit fernöstlichen Sphärenklängen: Das Teehaus Chay ist eine verborgene Ruheoase im Herzen von Linz, wo der Genuss von Tee in all seinen Varianten stilvoll zelebriert wird. Neben hausgemachtem Kuchen und Bio-Trinkschokolade finden sich 150 Teesorten auf der Karte, von indischem Gewürz-Chai über japanischen Matcha und marokkanischen Minztee bis zu südamerikanischem Mate-Aufguss und erfrischendem Eistee im Sommer. Viele stammen aus biologischem Anbau und fairem Handel, wie Inhaberin Christine Weisskirchner bereitwillig erklärt: Nachhaltigkeit und soziales Engagement sind Teil der Unternehmensphilosophie in ihrem Salon, der optisch von sattem Rot und tiefem Schwarz dominiert ist – farblich perfekt abgestimmt auf die rothaarige und schwarz gekleidete Besitzerin. Bei einer Tasse Ceylon-Tee und einem getauschten Buch aus dem Bookcrossing-Regal verlangsamt sich die Zeit – ein herrliches Gefühl, das man mit den Tees aus dem angrenzenden Teeladen auch zu Hause genießen kann.

Gramaphon - Gramastettner Krapferl (c) Stern&Kringel

Gramaphon

Gramastettner Krapferl begrüßen die Gäste schon an der Ortseinfahrt, und auch in der Dessertvitrine des Restaurants Gramaphon darf das mit Staubzucker bestreute oder halb in Schokolade getunkte Wahrzeichen der Gemeinde nicht fehlen. Nicht nur bei der Wahl der Mehlspeisen erweist Gastronom Johannes Roither der heimischen Küche seinen Respekt: Mühlviertler Saltimbocca, Mostrisotto mit Blunzenradeln und Kartoffel-Gemüselasagne zeugen vom experimentierfreudigen Umgang mit österreichischen und mediterranen Rezepten. Auch bei den Lebensmitteln achtet Roither auf regionale Herkunft: Zu seinen Lieferanten gehören etwa die Speckwerkstatt Haudum aus Helfenberg, die Kaffeerösterei Suchan aus Freistadt sowie Most- und Käsebauern aus der unmittelbaren Umgebung. Das Lokal selbst ist lichtdurchflutet, zugleich sorgen Ziegelmauern, Holztische und dunkelrote Filz- und Ledersessel für eine erdige Note. Entspannt beobachtet man nach dem Essen bei einer Tasse Sonnentor-Tee und einem süßen Mürbteigkrapferl das gemächliche Treiben auf dem Marktplatz vor dem Fenster.

Cinematograph (c) Stern&Kringel

Cinematograph

Mit schwarzer Fliege, Nickelbrille und gepflegtem Schnurrbart begrüßt Herr Georg höflich sein Publikum, als wäre er gerade einem seiner Filme entsprungen. „Heute sehen Sie einen meiner absoluten Lieblingsstreifen“, schwärmt der leidenschaftliche Cineast, bevor der geschichtsträchtige Projektor losrattert. Das Cinematograph ist eine magische Zeitmaschine in die goldene Ära des Kinos: Historische Spielfilme und Dokumentationen in Schwarzweiß stehen am Programm des Liebhaberkinos. In dem 400 Jahre alten Gebäude an der Donaulände finden 35 Personen auf schmalen, rot gepolsterten Sesseln Platz. Neben der Leinwand steht ein rabenschwarzes Piano zur musikalischen Begleitung von Stummfilmen bereit, daneben ein Schild mit der Bitte, nicht auf den Boden zu spucken. Vor und nach den Vorstellungen serviert Frau Traude im angrenzenden Café kaiserliche Rumford-Suppe mit Graupen oder Altwiener Kaffeespezialitäten in Gmundner Keramikhäferln. Jeden Sonntag gibt es zwischen Kachelofen, Spieluhr und vergilbten Fotos ein ausgiebiges Kinofrühstück: Gestärkt mit Melange und Marmeladensemmerl, startet man mit wahren Filmklassikern gemütlich in den Tag.

Niu (c) Stern&Kringel

Niu

Der Überraschungseffekt ist Stammgast im Niu: Auf der täglich wechselnden Speisekarte finden sich zum Beispiel flaumige Spinatknödel mit Zitronengras oder zarter Schweinsbraten Korea. Oliver Horn, der Küchenchef der abenteuerlichen Mischung aus Restaurant, Café und Bar, liebt eben unkonventionelle Experimente und verwandelt traditionelle Rezepte in leichte, gesunde Gerichte mit exotischen, meist asiatischen Elementen. Als Heimat für diese kulinarische Weltoffenheit kann es eigentlich nur eine Adresse geben – den Wissensturm, wo täglich Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ein- und ausgehen, um voneinander zu lernen und Neues zu entdecken. Mit einem Buch aus der Stadtbibliothek und einer heißen Tasse Ingwergetränk kann man in den gemütlichen Ledersesseln entspannt jedem Wetter trotzen.

Café Strom - (c) Stern&Kringel

Café Strom

Dem Kellner geht das „Griaßeich“ so problemlos über die Lippen, als würde er die Gäste schon seit dem Kindergarten kennen: Das ansatzlose Duzen gehört zum Selbstverständnis des Café Strom als Treffpunkt der alternativen Szene in Linz. Im sonnigen Gastgarten zwischen Nibelungenbrücke, Ars Electronica Center und Stadtpfarrkirche Urfahr versammeln sich Skater, IT-Nerds und Künstler der Stadtwerkstatt. Das 2012 renovierte Interieur überrascht mit üppig aus Regenrinnen wucherndem Grün, und auf der Speisekarte finden sich preiswerte regionale Schmankerl (zum Beispiel Fruchtsäfte von Mühlviertler Produzenten Mairinger) und grandiose Schwarzbrottoasts.

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