Essen&Trinken

Diese Lokale haben wir für Euch getestet. Wichtig sind für uns Nachhaltigkeit, frische Zubereitung, handwerkliches Können, Qualität der Zutaten und soziale Verantwortung.

Paul’s

Inspiriert haben ihn all die „Orte, wo’s gemütlich ist“. Und weil Paul Gürtler in seinen Leben schon ziemlich viel in der Weltgeschichte herumgekurvt ist, herrscht auf der Speisekarte ein „wildes Durcheinander“ von heimischen Klassikern, internationalen Spezialitäten und „tollen Verrücktheiten“. Spaß beim Essen ist für den Küchenchef die oberste Maxime, und so hören die Gerichte auf witzige Kauderwelsch-Namen wie „Chili con Krake“, „Tscheinataun“ und „Der Gerät“. Die regionale Herkunft der Lebensmittel liegt Gürtler besonders bei seinen Steaks am Herzen: Die Gäste können zum Beispiel Cuts vom Mostviertler Wagye-Rind und Porterhouse-Steak aus der Mühlviertler Fleischmanufaktur Riepl bestellen oder zum selber Grillen in der Greißlerei des Paul’s kaufen. Dort warten darüber hinaus kuriose Würzsaucen, eigene Teemischungen, handgerösteter Kaffee und natürlich das Paul’s Bier, ein bernsteinfarbenes, malziges Vollbier aus der Braucommune Freistadt.

Maurerwirt

Im Herrgottswinkel klammert sich ein heiliger Trinker an seine bauchige Weinflasche, daneben hängen blumengeschmückte Kuhglocken und bäuerliche Hinterglasmalereien: Der Maurerwirt ist ein „richtiges Dorfgasthaus mit allem, was man sich erwartet“, schildert Günter Maurer. Und weil für den zwirbelbärtigen Chef nicht nur das „g’sunde Miteinander am Stammtisch“ dazu gehört, sondern auch eine bodenständige, regional verwurzelte Hausmannskost, verwendet er ganz gezielt saisonale (Bio-)Lebensmittel aus der unmittelbaren Umgebung. „Die Industrie rennt mit ihren Fertigprodukten in die falsche Richtung. Ich kaufe lieber frische Zutaten beim Fleischhacker meines Vertrauens und den Apfelsaft beim Nachbarn„, erklärt Maurer sein Ziel, die Herkunft der einzelnen Speisen und Getränke für die Gäste nachvollziehbar zu machen. Eigenkreationen wie der Haselgrabenknödel mit Kalbfleisch- und Kürbisfülle oder die Erdäpfeltascherl mit Steinpilzen gesellen sich auf der Karte zu den herzhaften Klassikern der heimischen Küche. Dazu passt ein Glas Bio-Maurerbier, das der Wirt eigens in der Privatbrauerei Hofstetten brauen lässt.

Salonschiff Fräulein Florentine

Ein Krebs gehört ins Wasser, und so ist es nur logisch, dass das Café zum Rothen Krebs nun an die Donau übersiedelt ist: Im Juni 2014 hat die Crew des Linzer Szenelokals das ehemalige li+do-Schiff beim Urfahraner Jahrmarktgelände geentert und die Kombüse ordentlich umgekrempelt. Aus großteils regionalen Bio-Zutaten kocht der Smutje kleine Imbisse, vegetarische und vegane Mittagsgerichte. Bio-fairer Kaffee aus der Rösterei des Linzer Weltladens weckt die Lebensgeister, und Naschkatzen dürfen sich auf hausgemachte Mehlspeisen als Dessert freuen. Dazu bietet sich tagsüber sowohl auf als auch unter Deck eine Postkartenaussicht deluxe auf Lentos, Altstadt und Schlossberg, bevor das Schiff am Abend zur leise schwankenden Bühne für Lesungen, Konzerte und Feste wird.

Culinariat

Das Lokalverbot haben sich die drei üblen Gesellen redlich verdient: Wegen Verbrechen gegen den guten Geschmack sind E-Nummern, Massentierhaltung und vorgekochte Produkte im Culinariat nicht willkommen, steht schon groß beim Eingang des Restaurants am Marktplatz von Hellmonsödt. Stattdessen setzt Thomas Hofer in seiner Küche auf frische Gemüseraritäten, Mühlviertler Weideochsen oder heimische Süßwasserfische von regionalen Betrieben. „Je näher am Lokal, umso besser“, erklärt der junge Haubenkoch, der in den Nobellokalen Steirereck und Taubenkobel sein Handwerk perfektioniert hat. Diese Schule spürt man in der rustikalen, holzvertäfelten Gaststube, wo Hofer gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Eva-Maria Pürmayer traditionelle Wirtshauskultur mit der kreativen Kunst des Fine Dining kombiniert. „Gerade bei den Klassikern setzen die Gäste hohe Maßstäbe“, beschreibt er seinen Anspruch an eine moderne österreichische Küche. „Da muss das Schnitzel einfach perfekt sein.“

Sonis Extrazimmer

Von den Bildern an der Wand über die Sessel unter den Hintern der Gäste bis zu Bio-Fahrradleiberln und fair produziertem Schmuck: „Alles, was du hier siehst, kannst du auch kaufen“, erklärt Flo Ettl gleich zur Begrüßung das Konzept von Sonis Extrazimmer. Von ihm stammt der Vorschlag, das leer stehende „Extrazimmer“ im Welser Medien Kultur Haus als Café zu nutzen. Christian „Soni“ Sonnleitner hat aus dieser Idee eine kreative Kombination aus Designladen und nachhaltiger Bar gebastelt. Alle Imbisse und Getränke, die in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre serviert werden, stammen von handverlesenen Betrieben aus der Region: Brot und Aufstriche für die klassische, vegetarische oder vegane Brettljause bereitet der Welser Szenekoch Christoph Hofinger zu, der Kaffee ist eine eigene Mischung der Freistädter Rösterei Suchan, der Bio-Most kommt vom preisgekrönten Steiner-Hof im Mühlviertel, und Naschkatzen knabbern die Mueslibrikett-Riegel der Welserin Lucia Sittenthaler. „Uns geht es ums Vertrauen“, beschreibt Ettl das zentrale Auswahlkriterium der Speisen und Getränke. „Wichtig ist uns, dass der Erzeuger wertschätzend mit seinen Lebensmitteln umgeht.“

Biergartl

Gemächlich ziehen Wolken, Fahrräder und Schiffe vorbei, dahinter werfen sich Nibelungenbrücke und Schlossberg fotogen in Pose: Einquartiert in einem uralten Fischerhaus, ist das Biergartl in Alturfahr ein beliebter Treffpunkt, um nach der Arbeit mit der Kollegenschaft unter den Hollerstauden auszuspannen. Obwohl nur wenige Schritte vom Stadtzentrum entfernt, liest sich die Speisekarte wie ein Rundreise durchs Umland: Aus Eferdinger Gemüse, Mühlviertler Fleisch und Innviertler Käse entstehen herzhafte Grillplatten, vegetarische Jausenteller und hausgemachte Mehlspeisen. Auch bei Most und Bier achtet Geschäftsführer Ludwig Wedam auf regionale Herkunft und Bio-Qualität. Wer sich partout nicht zwischen Bio-Zwickl, Weizen- oder Trappistenbier entscheiden kann, dem bietet der ausgebildete Biersommelier gerne eine spontane Verkostung an. „Bei unseren 25 Biersorten muss man allerdings wohl zwei- oder dreimal kommen, um alle durchzuprobieren“, meint er lachend.

Köglerhof

Am Ast eines Apfelbaums hängt die Schaukel mit dem vermutlich besten Ausblick auf das Eferdinger Becken: Umgeben von blühenden Streuobstwiesen ist der Köglerhof in Gramastetten ein beliebte Anlaufstelle für hungrige Wandersleute, die nach einer Tour auf den 690 Meter hohen Koglerauer Spitz bei einer zünftigen Jause auf der sonnenverwöhnten Terrasse frische Kräfte tanken. Brot, Speck und Topfenaufstriche stammen allesamt aus dem Mühlviertel, der Großteil sogar aus der hauseigenen Bio-Landwirtschaft, wo neugierige Fleckviehrinder, seltene Brillenschafe und schreckhafte Wildhühner unter freiem Himmel grasen. Aus Milch, Eiern und Fleisch produziert die Familie Bauernfeind „Lebensmittel, wie man sie von früher kennt“. Dazu gibt es preisgekrönten Most und naturtrüben Apfelsaft aus dem Obstgarten sowie eine breite Auswahl an Mühlviertler Bio-Bieren. Jeden Freitagnachmittag öffnet der Hofladen seine Pforten, wo man sich mit den naturbelassenen Köstlichkeiten als Wegzehrung für die nächste Wanderung eindecken kann.

Inges Bio-Café

Den Spitznamen Bio-Lois hat er sich redlich verdient: Alois Stingeder war bereits ein Vorreiter der Bio-Branche, als Nachhaltigkeit nur ein Thema für „ein paar Spinnerte“ war. Nach einem kleinen Geschäft in Leonding hat er im Jahr 2000 in der Urfahraner Hauptstraße seine charmante Mischung aus Kaffeehaus und Greißlerei eröffnet und nach seiner verstorbenen Frau benannt. „Inge hat sich immer ein Künstlercafé mit Lesungen, Debatten und einer Galerie gewünscht“, erzählt der 65-Jährige und deutet auf die zeitgenössischen Bilder an der Wand. Die Gäste freilich kommen vor allem wegen dem herzhaften Frühstück, den frisch gepressten Fruchtsäften oder den Mittagsgerichten, alle aus regionalen, biologischen und biodynamischen Lebensmitteln frisch zubereitet. Die Zutaten zum selber Kochen bekommen sie im angrenzenden Geschäft: „Von Erdäpfeln bis Champagner ist hier alles Bio“, beschreibt Stingeder das Vollsortiment auf engstem Raum. „Gute Ware und ein gscheiter Service“ sind ihm dabei besonders wichtig: Mit seinen acht Mitarbeiterinnen betreibt er „ein klassisches Bedienungsgeschäft, wo wir für die Kunden jede Scheibe Käse oder Wurst einzeln aufschneiden“.

Casa Vecchia

Das Geheimnis, flüstert Dietmar „Edi“ Rabeder mit dem mehligen Nudelwalker in der Hand, ist die Zeit: Zwei Tage muss der fertige Pizzateig rasten, „so wird er luftiger und bekömmlicher“. Als gelernter Koch und Bäcker kennt er die Feinheiten von handgemachter Pizza und Pasta, zugleich achtet er in seinem Restaurant Casa Vecchia „kompromisslos“ auf nachhaltige Zutaten: „Was geht, beziehen wir aus der Umgebung, der Rest ist Bio“, beschreibt Rabeder die Lebensmittel. Die sind mitunter gar nicht so einfach zu bekommen. „Nach dem italienischen Bio-Prosciutto haben wir ganz schön lang suchen müssen“, erzählt Ehefrau Roswitha, die sich in dem stilvoll eingerichteten Lokal am Ottensheimer Marktplatz um die Gäste kümmert. Die knapp 25 Sitzplätze sind besonders am Abend heiß begehrt, aber ans Expandieren denken die beiden nicht. „Wir wollen das mit Herz und Seele machen“, sagt Edi Rabeder. „Das geht einfacher, wenn wir ein kleiner Geheimtipp bleiben.“

Schlagerwirt

Munter gluckert das Wasser über Granitbrocken, durch Felsspalten und in die Badewanne des Teufels: Das Pesenbachtal ist zu allen Jahreszeiten ein lohnendes Ausflugsziel für Wandersleute. Nur einen Steinwurf vom wildromantischen Naturschutzgebiet entfernt, lockt der Schlagerwirt die Müden und Hungrigen mit einer herzhaften Brettljause im sonnigen Gastgarten. Ein Abenteuerspielplatz, der Ausblick auf die Obstbäume und ein Glas des hauseigenen Hollerkracherls verkürzen die Wartezeit auf die naturbelassenen Köstlichkeiten, die zum Großteil aus eigener Erzeugung stammen: Auf dem Jahrhunderte alten Bauernhof stellt die Familie Berger nach traditionellem Rezept Käse und Butter, Most und Schnaps, Gselchtes und süße Mehlspeisen her, die man auch im Hofladen kaufen kann. Bei den restlichen Produkten auf der Speisekarte achten die Wirtsleute Bernhard und Elisabeth auf regionale und nachhaltige Herkunft, damit die herrliche Naturkulisse „unseren Gästen und der Nachwelt erhalten bleibt“.