Das Online-Magazin für Nachhaltigkeit in Linz und Rundumadum

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Heimische und internationale Küche – diese Restaurants in Linz und Rundumadum haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns Nachhaltigkeit, frische Zubereitung, handwerkliches Können, Qualität der Zutaten und soziale Verantwortung.

Rex (c) Stern&Kringel

Rex

Wie in Mamas Speis drängen sich die Rexglasln in der gläsernen Vitrine, nur dass sie hier statt Marillenmarmelade und Senfgurkerln fertige Gerichte wie Chili con Carne, Mohnschupfnudeln und Perl-Graupen-Suppe enthalten: In der Egger-Passage neben der Linzer Arkade versteckt, bietet das Rex – wie der Name schon vermuten lässt – warme und kalte Speisen im Pfandglas zum Mitnehmen oder zum gleich Genießen. „Eine wiederverwendbare Verpackung erspart viel Müll“, erläutert Lukas Brandstätter die Idee für sein Lokal. Außerdem wollte er eine Alternative zum Wurstsemmerl in der Mittagspause anbieten: Vier unterschiedliche Hauptspeisen finden sich auf der täglich wechselnden Speisekarte, eine mit Fleisch oder Fisch, die andere vegetarisch, die dritte eine Süßspeise und die letzte eine Suppe mit Gebäck von der Linzer Bäckerei Brandl. Aus österreichischen, teils biologischen Zutaten zubereitet, stehen vor allem heimische Klassiker auf dem Menü, sagt Brandstätter. „Und auch ein paar internationale Einsprengsel, damit es nie fad wird.“

Gasthof Rahofer (c) Stern&Kringel

Gasthof Rahofer

Vollgepumpt mit warmen Sonnenstrahlen präsentieren sich schon die ersten Früchte am Feigenstrauch direkt neben den Tischen im Innenhof. „Aus denen machen wir bald Marmelade“, freut sich Rudolf Rahofer. Seit mehr als 500 Jahren verbindet der historische Vierkanthof im Ortskern von Kronstorf gehobene Gast- mit traditioneller Landwirtschaft – ein Erfolgsrezept, das Haubenkoch Rahofer seit über 35 Jahren fortführt. Ob Kartoffeln für den Grammelknödelteig, Dinkel für das selbstgebackene Brot oder Früchte für Säfte und Marmeladen, sie alle stammen vom eigenen Hof. Die restlichen Zutaten kommen „zu etwa drei Viertel“ aus der unmittelbaren Umgebung, der Fisch etwa aus Schiedlberg, das Kalb aus dem Kremstal und der frische Spargel von einem Bauern aus dem Ort. Daraus kocht Rahofer klassische oberösterreichische Gerichte „ohne Firlefanz“, die im noblen Restaurant-Salon, in der urigen Gaststube oder im lauschigen Gastgarten serviert werden. Harmonisch passt sich die handgeschriebene Speisekarte dem wechselnden Angebot der Jahreszeiten an und bringt damit stets die Leckerbissen der Saison auf den Tisch, betont Rahofer: „Alles andere ist für mich uninteressant.“

Jo's Restaurant (c) Stern&Kringel

Jo’s Restaurant

Uralt ist das Haus, erzählt Jochen Neustifter, und als Poststation seit dem Spätmittelalter ein Treffpunkt, wo sich die Wege aus Nah und Fern kreuzen: Vor bald 15 Jahren hat der weitgereiste Koch das ehemalige Gasthaus zur Post in Vorchdorf übernommen und in einen „ein bissl anderen Dorfwirt“ verwandelt. „Durch meine Arbeit bei einem internationalen Caterer bin ich viel im Mittelmeerraum und im Orient herumgekommen und hab von dort meine Liebe zu mediterranen Kräutern, Kreuzkümmel und Sternanis mitgenommen“, erklärt Neustifter die Einflüsse seiner „weltoffenen Küche“. Fest in der Heimat verwurzelt ist er allerdings bei der Auswahl der Zutaten: Frisches Obst und Gemüse bekommt er von einem Bio-Bauern aus dem Ort, das Fleisch kommt aus dem nahen Almtal, und die fernöstlichen Gewürze in Fairtrade-Qualität kauft er beim Weltladen ums Eck. „Ich bin von hier, da liegt es auf der Hand, dass ich auch alles da kaufe“, schmunzelt Neustifter.

Bigoli (c) Stern&Kringel

Bigoli

Leise simmert der Gemüsefond im offenen Topf vor sich hin, während Gerhard Hinterleitner den Teig aus frischen Bio-Zutaten durch die Pastamaschine presst. „Die Eiernudeln Bigoli sind typisch für die Gegend rund um Treviso“, schwärmt der Koch, der bei einer Reise nach Norditalien die dortige Küche kennen und lieben gelernt hat. Von der Krautsuppe Jota über das Bohnengericht Pasta e Fagioli bis zu Gnocchi in Steinpilzsauce reicht die „ein bissl deftigere Hausmannskost“, mit der Hinterleitner gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Ursula Scherp seit dem Sommer 2007 südliches Flair auf den Linzer OK-Platz zaubert. Damit die Gerichte so authentisch wie möglich schmecken, reist er mehrmals pro Jahr zu befreundeten Betrieben im Veneto, in Istrien und im Friaul. Dort deckt er sich mit handwerklich erzeugten Lebensmitteln wie Prosciutto, Käse und Olivenöl ein oder pflückt wild wachsenden Salbei. Aus diesen Zutaten bereitet er jeden Abend köstliche Antipasti und venezianische Brötchen namens „Cicchetti“, die hervorragend zu einem Gläschen Wein passen, meint Hinterleitner: „Bei uns gibt es keine großen Etiketten und klingende Namen, sondern genau die Weine, wie du sie auch in einer Osteria in Treviso finden würdest.“

Frontfood (c) Stern&Kringel

Frontfood

Ein Brotweckerl, frisches Gemüse, hausgemachte Saucen – sieht aus wie ein gewöhnlicher Burger, nur das gegrillte Laibchen in der Mitte wirkt bei genauer Betrachtung eine Spur heller. „Das ist kein Faschiertes, sondern Sojagranulat“, erklärt Bernhard Falkner, der in seinem frisch eröffneten Frontfood „zu hundert Prozent vegane Küche“ anbietet. Dass die rein pflanzlichen Gerichte ausgerechnet in Form von amerikanischem Fastfood daherkommen, ist für den Burger-Liebhaber nur logisch: „Vegane Lokale kommen oft mit einem alternativen Touch oder erhobenem Zeigefinger daher. Ich wollte was bieten, was die Leute kennen und annehmen.“ Tatsächlich wirken Schnitzlinger (ein Semmerl mit paniertem Laibchen), Chiiesy (mit pflanzlichem Käse) und Pirateburger (mit Fishifilet) so vertraut, dass auch viele Nicht-Veganer herzhaft zubeißen. Auch bei Öko-Strom und kompostierbarer Verpackung legt Falkner großen Wert auf Nachhaltigkeit. Zudem sind alle Zutaten „soweit als möglich“ Bio, regional und fair gehandelt, betont er nicht ohne Stolz. „Das ist schon eine ziemlich einzigartige Geschichte.“

Schlossrestaurant Hagenberg (c) Stern&Kringel

Schlossrestaurant Hagenberg

Ein Hauch der adeligen Vergangenheit schwebt über den Tischen im ziegelgewölbten Speisesaal. „Dabei ist dieser Gebäudeteil gar nicht so alt, nur 400 bis 450 Jahre“, erzählt Hannes Katzenschläger beiläufig, so als wollte er sagen: Was ist das schon im Vergleich zur mehr als tausendjährigen Geschichte des gesamten Schloss Hagenberg? Vor bald zehn Jahren hat er gemeinsam mit seiner Schwester Sibylle das Restaurant in dem historischen Gemäuer übernommen und ganz auf traditionelle österreichische Küche aus regionalen Biozutaten umprogrammiert. „Die Leute wollen wissen, wo ihr Essen herkommt. Und der Bauer hat eine Freude, wenn er ordentliches Geld für eine ordentliche Arbeit bekommt“, erklärt Katzenschläger, warum er Ziegenkäse, Rindfleisch oder Erdäpfel direkt bei den umliegenden Biohöfen kauft. Je nachdem, „was gerade bei uns wächst“, passt sich die Speisekarte des biozertifizierten Lokals der aktuellen Jahreszeit an: Die saisonalen Spezialitätenwochen von Wild über Spargel bis Lamm begleiten die Gäste durchs Jahr, denn „jedes Monat hat seine spannenden Mitbringsel“.

Burgerei (c) Stern&Kringel

Burgerei

Herzhaft bohrt die glubschäugige Graffti-Kuh in der Nase, dahinter thront ein mächtiger Vierkanter auf grünen Hügeln. „Das ist der Silberbauernhof in Gutau, auf dessen Weiden die Bio-Angusrinder für unsere Fleischlaberl ihren freien Auslauf genießen“, erklärt Andreas Katzensteiner, der gemeinsam mit Peter Schaller am Linzer Südbahnhofmarkt soeben die zweite Filiale der Burgerei eröffnet hat. Beflügelt vom Ideal der Regionalität, verwandelt das Gastronomenduo traditionelle Lebensmittel aus Mühl- und Hausruckviertel in feines Fastfood, das in der Marktkoje stilvoll auf Porzellantellern und mit knusprigen Erdäpfelscheitln (Potato Wedges) serviert wird. Wer will, kann den deftigen Petersburger (mit Speck und Spiegelei), den mediterranen Hagenburger (mit Mozzarella und Pesto) oder den vegetarischen Notburger (mit Spinatlaibchen und Bio-Feta) auch mit nach Hause nehmen. Zusätzlich zur schnellen Küche lockt die Bio-Vitrine mit zartem Bauchspeck, feinen Filetsteaks und Beuschel im Rexglas von Angusrindern und fleckigen Turocschweinen – „unser Beitrag zum vielseitigen Marktleben rundum“, lacht Katzensteiner.

Paul's (c) Stern&Kringel

Paul’s

Inspiriert haben ihn all die „Orte, wo’s gemütlich ist“. Und weil Paul Gürtler in seinen Leben schon ziemlich viel in der Weltgeschichte herumgekurvt ist, herrscht auf der Speisekarte ein „wildes Durcheinander“ von heimischen Klassikern, internationalen Spezialitäten und „tollen Verrücktheiten“. Spaß beim Essen ist für den Küchenchef die oberste Maxime, und so hören die Gerichte auf witzige Kauderwelsch-Namen wie „Chili con Krake“, „Tscheinataun“ und „Der Gerät“. Die regionale Herkunft der Lebensmittel liegt Gürtler besonders bei seinen Steaks am Herzen: Die Gäste können zum Beispiel Cuts vom Mostviertler Wagye-Rind und Porterhouse-Steak aus der Mühlviertler Fleischmanufaktur Riepl bestellen oder zum selber Grillen in der Greißlerei des Paul’s kaufen. Dort warten darüber hinaus kuriose Würzsaucen, eigene Teemischungen, handgerösteter Kaffee und natürlich das Paul’s Bier, ein bernsteinfarbenes, malziges Vollbier aus der Braucommune Freistadt.

Pizzamanufaktur Casa Vecchia - Handgefertigte Pizza mit italienischem Bio-Prosciutto (c) Stern&Kringel

Casa Vecchia

Das Geheimnis, flüstert Dietmar „Edi“ Rabeder mit dem mehligen Nudelwalker in der Hand, ist die Zeit: Zwei Tage muss der fertige Pizzateig rasten, „so wird er luftiger und bekömmlicher“. Als gelernter Koch und Bäcker kennt er die Feinheiten von handgemachter Pizza und Pasta, zugleich achtet er in seinem Restaurant Casa Vecchia „kompromisslos“ auf nachhaltige Zutaten: „Was geht, beziehen wir aus der Umgebung, der Rest ist Bio“, beschreibt Rabeder die Lebensmittel. Die sind mitunter gar nicht so einfach zu bekommen. „Nach dem italienischen Bio-Prosciutto haben wir ganz schön lang suchen müssen“, erzählt Ehefrau Roswitha, die sich in dem stilvoll eingerichteten Lokal am Ottensheimer Marktplatz um die Gäste kümmert. Die knapp 25 Sitzplätze sind besonders am Abend heiß begehrt, aber ans Expandieren denken die beiden nicht. „Wir wollen das mit Herz und Seele machen“, sagt Edi Rabeder. „Das geht einfacher, wenn wir ein kleiner Geheimtipp bleiben.“

Gaststube im Weindlhof (c) Stern&Kringel

Weindlhof

Ungehindert schweift der Blick über die Dächer von Mauthausen bis hin zu den blau leuchtenden Alpengipfeln: Nicht nur wegen der herrlichen Aussicht ist der Weindlhof ein beliebtes Ausflugsziel am Donauradweg. Mit Kachelofen, Hinterglasmalereien und Kreuzstichpolstern strahlt das Gasthaus den heimeligen Charme einer Bauernstube aus, wo Wirtin Birgit Siebenhofer im traditionellen Blaudruckdirndl zwischen Frühlingsschaumsuppe und Zanderfilet ihrem Sohn bei der Hausübung hilft. Die raffiniert-rustikale Küche lädt zu einer kulinarischen Entdeckungsreise durch die heimische Geschmacksvielfalt: Mühlviertler Beef, Mostviertler Schafkäse, Forellen aus dem nahen Gusental – zu allen Herstellerinnen und Herstellern pflegt Wirt Christian Siebenhofer einen direkten Draht. „Sicher ist das mehr Aufwand, aber die handverlesene Qualität schmeckt man“, ist der Gastronom überzeugt.

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