Restaurants

Heimische und internationale Küche – diese Restaurants in Linz und Rundumadum haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns Nachhaltigkeit, frische Zubereitung, handwerkliches Können, Qualität der Zutaten und soziale Verantwortung.

Paul’s

Inspiriert haben ihn all die „Orte, wo’s gemütlich ist“. Und weil Paul Gürtler in seinen Leben schon ziemlich viel in der Weltgeschichte herumgekurvt ist, herrscht auf der Speisekarte ein „wildes Durcheinander“ von heimischen Klassikern, internationalen Spezialitäten und „tollen Verrücktheiten“. Spaß beim Essen ist für den Küchenchef die oberste Maxime, und so hören die Gerichte auf witzige Kauderwelsch-Namen wie „Chili con Krake“, „Tscheinataun“ und „Der Gerät“. Die regionale Herkunft der Lebensmittel liegt Gürtler besonders bei seinen Steaks am Herzen: Die Gäste können zum Beispiel Cuts vom Mostviertler Wagye-Rind und Porterhouse-Steak aus der Mühlviertler Fleischmanufaktur Riepl bestellen oder zum selber Grillen in der Greißlerei des Paul’s kaufen. Dort warten darüber hinaus kuriose Würzsaucen, eigene Teemischungen, handgerösteter Kaffee und natürlich das Paul’s Bier, ein bernsteinfarbenes, malziges Vollbier aus der Braucommune Freistadt.

Culinariat

Das Lokalverbot haben sich die drei üblen Gesellen redlich verdient: Wegen Verbrechen gegen den guten Geschmack sind E-Nummern, Massentierhaltung und vorgekochte Produkte im Culinariat nicht willkommen, steht schon groß beim Eingang des Restaurants am Marktplatz von Hellmonsödt. Stattdessen setzt Thomas Hofer in seiner Küche auf frische Gemüseraritäten, Mühlviertler Weideochsen oder heimische Süßwasserfische von regionalen Betrieben. „Je näher am Lokal, umso besser“, erklärt der junge Haubenkoch, der in den Nobellokalen Steirereck und Taubenkobel sein Handwerk perfektioniert hat. Diese Schule spürt man in der rustikalen, holzvertäfelten Gaststube, wo Hofer gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Eva-Maria Pürmayer traditionelle Wirtshauskultur mit der kreativen Kunst des Fine Dining kombiniert. „Gerade bei den Klassikern setzen die Gäste hohe Maßstäbe“, beschreibt er seinen Anspruch an eine moderne österreichische Küche. „Da muss das Schnitzel einfach perfekt sein.“

Casa Vecchia

Das Geheimnis, flüstert Dietmar „Edi“ Rabeder mit dem mehligen Nudelwalker in der Hand, ist die Zeit: Zwei Tage muss der fertige Pizzateig rasten, „so wird er luftiger und bekömmlicher“. Als gelernter Koch und Bäcker kennt er die Feinheiten von handgemachter Pizza und Pasta, zugleich achtet er in seinem Restaurant Casa Vecchia „kompromisslos“ auf nachhaltige Zutaten: „Was geht, beziehen wir aus der Umgebung, der Rest ist Bio“, beschreibt Rabeder die Lebensmittel. Die sind mitunter gar nicht so einfach zu bekommen. „Nach dem italienischen Bio-Prosciutto haben wir ganz schön lang suchen müssen“, erzählt Ehefrau Roswitha, die sich in dem stilvoll eingerichteten Lokal am Ottensheimer Marktplatz um die Gäste kümmert. Die knapp 25 Sitzplätze sind besonders am Abend heiß begehrt, aber ans Expandieren denken die beiden nicht. „Wir wollen das mit Herz und Seele machen“, sagt Edi Rabeder. „Das geht einfacher, wenn wir ein kleiner Geheimtipp bleiben.“

Weindlhof

Ungehindert schweift der Blick über die Dächer von Mauthausen bis hin zu den blau leuchtenden Alpengipfeln: Nicht nur wegen der herrlichen Aussicht ist der Weindlhof ein beliebtes Ausflugsziel am Donauradweg. Mit Kachelofen, Hinterglasmalereien und Kreuzstichpolstern strahlt das Gasthaus den heimeligen Charme einer Bauernstube aus, wo Wirtin Birgit Siebenhofer im traditionellen Blaudruckdirndl zwischen Frühlingsschaumsuppe und Zanderfilet ihrem Sohn bei der Hausübung hilft. Die raffiniert-rustikale Küche lädt zu einer kulinarischen Entdeckungsreise durch die heimische Geschmacksvielfalt: Mühlviertler Beef, Mostviertler Schafkäse, Forellen aus dem nahen Gusental – zu allen Herstellerinnen und Herstellern pflegt Wirt Christian Siebenhofer einen direkten Draht. „Sicher ist das mehr Aufwand, aber die handverlesene Qualität schmeckt man“, ist der Gastronom überzeugt.

Izakaya

Ein roter Lampion leuchtet den Weg zum Lokal, dessen Name übersetzt so viel wie Beisl bedeutet. Doch ein Blick auf die Speisekarte genügt, um zu zeigen, dass das Izakaya weit mehr zu bieten hat: Das älteste japanische Restaurant in Oberösterreich bringt seit knapp 30 Jahren ausgewählte Spezialitäten aus dem Land der aufgehenden Sonne nach Linz. Mit seinem gedeckten Licht, dem dunklen Holz und japanischen Nippes strahlt das Lokal eine angenehme Authentizität ohne fernöstlichen Kitsch aus. Das Sushi wird fachgerecht mit handwarmem Reis und frischem Fisch zubereitet, der zum Teil sogar aus heimischen Süßwasserteichen stammt: Bio-Forelle, -Waller und -Lachsforelle für das Austria Sushi kommen von der Fischzucht Maier in Schiedlberg, erzählt Inhaberin Sabine Shirakura. Im Sommer genießen die Gäste die japanischen Köstlichkeiten im ruhigen Gastgarten, wo sich der Bambus sanft im Wind wiegt und Wirtshund Dino verspielt um ein paar Streicheleinheiten heischt.

Linzer Naschmarkt

Überdimensionale Fotos vom Wiener Naschmarkt schmücken die Wände, und in den Vitrinen locken Mühlviertler Speck, exotische Chutneys aus dem Hausruckviertel, feine Bio-Gewürze und edle Weine. Dennoch ist der Linzer Naschmarkt der beiden Gastro-Größen Maria Stefani und Gerhard Zölss nur in zweiter Linie ein Feinkostladen. Das Lokal am OK-Platz präsentiert sich vielmehr als schicke Weinbar mit gehobener Hausmannskost, wobei das Angebot je nach Tageszeit variiert: Morgens gibt’s „kesselhasse“ Würstel, zu Mittag ein veganes Menü und eines mit Fleisch, und abends raffinierte Imbisse wie zum Beispiel Ochsenbackerlgulasch mit Erdäpfel-Rahmstampf oder Rote Rüben-Carpaccio mit Räuchertofu. Den größten Teil der Karte nimmt allerdings die üppige Auswahl an österreichischen Weinen ein, die gemeinsam mit den Zigarren des Hauses und der Musik von Elvis bis Jimi Hendrix einen stilvollen Abend in gemütlicher Atmosphäre versprechen.

Osteria La Norma

Ein Bild der Fußballmannschaft Calcio Catania empfängt die Gäste gleich beim Eingang, weiter hinten im Lokal zieren Urlaubsfotos vom Ätna und alte Ansichten sizilianischer Städte die Wände: Italiens größte Insel ist in der Osteria La Norma allein schon optisch allgegenwärtig. Nach sieben Jahren als Sprachlehrer und Kellner hat der Sizilianer Fabio Gallina im November 2013 seinen Traum verwirklicht: Am Fuße des Pöstlingbergs serviert er auf zwei Etagen Köstlichkeiten seiner Heimat, zum Beispiel die namensgebende Pasta alla Norma mit gebackenen Melanzani oder die herrlich bissfesten Penne mit hausgemachtem Pesto siciliano aus getrockneten Tomaten, Basilikum und Ricotta. Als Dolce della Casa bezaubert das Schichtdessert Mattonella, welches nach einem Rezept der “Mamma” aus Marsala-Wein, Keksen, Ricotta und Mandeln zubereitet wird. Die Zutaten genauso wie die Weine der Kellerei Cantine Pepi bezieht Fabio zum Großteil direkt aus Sizilien, von wo auch seine unerschütterliche Gelassenheit und Lebensfreude stammen. Jeden zweiten Donnerstag kredenzt er beim nachmittäglichen Italienisch-Sprachcafé perfekten Espresso, garniert mit lustigen Anekdoten von seiner Mittelmeerinsel.

Gramaphon

Gramastettner Krapferl begrüßen die Gäste schon an der Ortseinfahrt, und auch in der Dessertvitrine des Restaurants Gramaphon darf das mit Staubzucker bestreute oder halb in Schokolade getunkte Wahrzeichen der Gemeinde nicht fehlen. Nicht nur bei der Wahl der Mehlspeisen erweist Gastronom Johannes Roither der heimischen Küche seinen Respekt: Mühlviertler Saltimbocca, Mostrisotto mit Blunzenradeln und Kartoffel-Gemüselasagne zeugen vom experimentierfreudigen Umgang mit österreichischen und mediterranen Rezepten. Auch bei den Lebensmitteln achtet Roither auf regionale Herkunft: Zu seinen Lieferanten gehören etwa die Speckwerkstatt Haudum aus Helfenberg, die Kaffeerösterei Suchan aus Freistadt sowie Most- und Käsebauern aus der unmittelbaren Umgebung. Das Lokal selbst ist lichtdurchflutet, zugleich sorgen Ziegelmauern, Holztische und dunkelrote Filz- und Ledersessel für eine erdige Note. Entspannt beobachtet man nach dem Essen bei einer Tasse Sonnentor-Tee und einem süßen Mürbteigkrapferl das gemächliche Treiben auf dem Marktplatz vor dem Fenster.

Die offene Kantine

Noch bevor der Hintern die Sitzbank berührt, steht schon der Kellner am Tisch, um hochmotiviert die Bestellung aufzunehmen. Auf seinem schwarzen Polohemd prangt das Logo des Vereins zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung (FAB): In der offenen Kantine im Neuen Rathaus bekommen Langzeitarbeitslose eine Chance für den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Unterstützt von Projektleiter Georg Reyer und einem ausgebildeten Koch, sammeln sie sechs Monate lang Erfahrung in Küche und Service. Sozial sind bei diesem Projekt auch die Preise: Zwischen 6 und 7 Euro kosten die zwei Mittagsgerichte, die täglich aus meist regionalen Zutaten frisch zubereitet werden. Traditionelle Rezepte der heimischen und mediterranen Küche dominieren die Wochenkarte – „eben alles, was mir selber schmeckt“, erklärt Georg Reyer lachend. Trotz ihres Namens ist die offene Kantine das genaue Gegenteil von seelenloser Massenabfertigung: In dem hellen, freundlichen Bistro bleibt man nach dem Essen gern noch auf ein Stück hausgemachten Kuchen und einen Espresso sitzen.

Biohof Achleitner

Eine äußerst raffinierte Taktik, die der Biohof Achleitner da verfolgt: Direkt hinter der Obstabteilung mit frischen Äpfeln, Lauch und Melanzani verströmt eine offene Schauküche ihren betörenden Duft. Genieß ich die Köstlichkeiten gleich hier im Kulinarium des Bio-Supermarkts oder koch ich sie daheim nach, grübelt der Kopf. Am besten beides, jubelt der Bauch: Jeden Tag lockt ein anderes Mittagsgericht sowie ein vegetarisches, oft sogar veganes Buffet mit Ratatouille, Süßkartoffeleintopf, Kürbisrisotto und anderen Spezialitäten der heimischen, mediterranen und fernöstlichen Küche. Wer rechtzeitig aus den Federn kommt, kann bis 11 Uhr bei einem orientalen, Fitness- oder Proseccofrühstück verträumt in die Sonne blinzeln, die zwischen den vielen Grünpflanzen durchblitzt. Naschkatzen erwartet ein süßes Kuchenbuffet, dessen Vielfalt erklärt, warum der Biohof die bezaubernde Adresse „Unterm Regenbogen 1“ hat.