Freizeit

Sport und Kultur, Ausflüge und Wellness – diese Freizeittipps in Linz und Rundumadum haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns Naturverbundenheit, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss, soziale Verantwortung und kulturelles Engagement.

Kletterhalle Linz

Damit das Tohuwabohu im Hirn endlich mal zur Ruhe kommt, muss man sich nicht unbedingt im Lotussitz auf die Yogamatte werfen: Klettern ist für Susanne Ohlenschläger pure Meditation, „weil du voll konzentriert sein musst und nur an den nächsten Griff denkst“. Als kleiner Bonus wird zudem „von den Zehen bis zu den Fingerspitzen jeder Muskel beansprucht“, fügt die Übungsleiterin und Geschäftsführerin der Naturfreunde-Kletterhalle in Linz-Auwiesen lachend hinzu. In Schnupperstunden und Grundkursen lernt man die nötige Technik, ehe man sich allein oder zu zweit an die mehr als 500 unterschiedlich schwierigen Routen wagt. Obwohl am Wochenende manchmal bis zu 300 Leute durch die größte Kletterhalle Österreichs kraxeln, genießen sie immer noch volle Bewegungsfreiheit, scherzt Ohlenschläger: „Bei uns muss man nicht ständig ängstlich nach oben schauen, ob drüber grad wer runterfliegt.“

Bergkräutergenossenschaft

Minzige Frische kitzelt die Nase, zwei Schritte weiter duftet es nach süßen Hollerblüten, dann wieder nach kräftigem Kümmel: „Bei uns riecht’s in jeder Ecke anders“, scherzt Karl Dirnberger beim Rundgang zwischen den vollgeschlichteten Hochregalen. Bekleidet mit weißem Mantel und Schutzhaube, führt er durch den Betrieb, wo pro Jahr 180 Tonnen Kräuter von 38 Mühlviertler Biobauernhöfen zu Tee und Gewürzmischungen verarbeitet werden. Entstanden ist die Bergkräutergenossenschaft vor bald 30 Jahren beim sonntäglichen Stammtisch, erzählt der Geschäftsführer gleich zu Beginn der Besichtigung. Im Lauf der Jahre wurde für jede Höhenlage das passende Kraut gefunden: Während Zitronenmelisse die wärmeren Täler bevorzugt, entwickelt Pfefferminze auf 900 Höhenmetern ein besonders intensives Aroma.Wie die ätherischen Öle der Pflanzen erhalten bleiben und was das mit dem Butterkessel aus der ehemaligen Molkerei Freistadt zu tun hat, erfährt man beim Rundgang durch die Hallen. Danach geht es bei Schönwetter weiter auf eines der Kräuterfelder, und zu guter Letzt locken im Werksverkauf die wohlduftenden Schätze aus dem Mühlviertel.

Barfußweg

Was unsere Füße im Alltag so alles erdulden müssen, grenzt schon fast an Folter: Enge Schuhe, hohe Absätze und harter Asphalt malträtieren die Latscher – höchste Zeit, sie mit einer natürlichen Massage zu verwöhnen! Zwischen Wiese, Wald und Hopfenfeld ist der Barfußweg in Sankt Ulrich mit seinen mehr als 20 Stationen wahrer Balsam für Körper und Seele: Weicher Torf, spitzer Neuhauser Granitbruch, hölzerne Balancierbalken und ein Marsch durch ein erfrischendes Bachbett stimulieren die Fußreflexzonen. Zwischendurch genießt man auf Riesenschaukeln und in Hängematten den Ausblick auf die Mühlviertler Hügellandschaft, wo Hummeln geschäftig um den blühenden Klee brummen und Schmetterlinge verträumt zu den Wolken emporsegeln. Am Ende des etwa einstündigen Spaziergangs heißt das Gasthaus Lang die Bloßfüßigen mit herzhaften Gerichte und einem riesigen Spielplatz willkommen.

Vogelgesang-Klamm

Vielleicht singen hier irgendwo die Vögel, allein man hört sie nicht bei dem gewaltigen Getöse, mit dem der Trattenbach über die Felsen donnert. Ihren Namen hat die längste Schlucht Oberösterreichs ohnedies nicht dem zwitschernden Federvieh zu verdanken, sondern dem Gemeindearzt Moritz Vogelgesang, der die wildromantische Klamm vor mehr als hundert Jahren für die Sommerfrischegäste erschlossen hat. Über eineinhalb Kilometer Länge, 240 Höhenmeter und 500 zum Teil in den Felsen gemeiselte Stufen folgt der kinderfreundliche Holzsteg dem rauschenden Flusslauf. Mit welcher Wucht sich der Bach im Lauf der Jahrtausende in den Dolomitstein gefräst hat, erahnt man beim Anblick der tosenden Wasserfälle, die vom Beginn der Schlucht bis zu ihrem Ausgang zum staunenden Verweilen einladen. Oben angelangt stärken sich die Wandersleute in der Bosruckhütte mit einer deftigen Jause, bevor sie auf demselben Weg zurück ins Tal marschieren. Wer hingegen noch mehr Bewegungsdrang verspürt, wandert auf sanft ansteigenden und gut beschilderten Wegen weiter zum Rohrauerhaus und von dort über die Hofalm wieder hinunter nach Spital am Pyhrn.

Köglerhof

Am Ast eines Apfelbaums hängt die Schaukel mit dem vermutlich besten Ausblick auf das Eferdinger Becken: Umgeben von blühenden Streuobstwiesen ist der Köglerhof in Gramastetten ein beliebte Anlaufstelle für hungrige Wandersleute, die nach einer Tour auf den 690 Meter hohen Koglerauer Spitz bei einer zünftigen Jause auf der sonnenverwöhnten Terrasse frische Kräfte tanken. Brot, Speck und Topfenaufstriche stammen allesamt aus dem Mühlviertel, der Großteil sogar aus der hauseigenen Bio-Landwirtschaft, wo neugierige Fleckviehrinder, seltene Brillenschafe und schreckhafte Wildhühner unter freiem Himmel grasen. Aus Milch, Eiern und Fleisch produziert die Familie Bauernfeind „Lebensmittel, wie man sie von früher kennt“. Dazu gibt es preisgekrönten Most und naturtrüben Apfelsaft aus dem Obstgarten sowie eine breite Auswahl an Mühlviertler Bio-Bieren. Jeden Freitagnachmittag öffnet der Hofladen seine Pforten, wo man sich mit den naturbelassenen Köstlichkeiten als Wegzehrung für die nächste Wanderung eindecken kann.

Motorikpark

Auf einem Bein hüpfend weichen die Springinkerl dem pendelnden Sandsack aus – das alles auf einer Federplatte, die durch das ständige Auf und Ab wie verrückt wackelt: Der Sportwissenschafter Roland Werthner hat sich für den ersten Motorikpark Oberösterreichs einige ganz schön knackige Aufgaben ausgedacht, die Kinder und Erwachsene, Unsportliche und Durchtrainierte vor eine echte Herausforderung stellen. 21 Stationen umfasst der Freiluft-Erlebnisparcours neben den Feldkirchner Badeseen, von der kraftvollen Steinstoßarena über den rasanten Steilkurvenslalom bis zum beliebten Vulkansurfen, bei dem man dank der Fliehkraft wie Neil Armstrong über den Mond hopst. Quietschvergnügt laufen Groß und Klein von einem Gerät zum nächsten und vergessen vor lauter Freude an der Bewegung, dass jedes Modul Kraft, Ausdauer und Koordination trainiert. Kommt man schließlich verschwitzt und atemlos am Ende des Fitnessanlage an, sorgt ein Sprung in die Badeseen für herrliche Erfrischung.

Schlagerwirt

Munter gluckert das Wasser über Granitbrocken, durch Felsspalten und in die Badewanne des Teufels: Das Pesenbachtal ist zu allen Jahreszeiten ein lohnendes Ausflugsziel für Wandersleute. Nur einen Steinwurf vom wildromantischen Naturschutzgebiet entfernt, lockt der Schlagerwirt die Müden und Hungrigen mit einer herzhaften Brettljause im sonnigen Gastgarten. Ein Abenteuerspielplatz, der Ausblick auf die Obstbäume und ein Glas des hauseigenen Hollerkracherls verkürzen die Wartezeit auf die naturbelassenen Köstlichkeiten, die zum Großteil aus eigener Erzeugung stammen: Auf dem Jahrhunderte alten Bauernhof stellt die Familie Berger nach traditionellem Rezept Käse und Butter, Most und Schnaps, Gselchtes und süße Mehlspeisen her, die man auch im Hofladen kaufen kann. Bei den restlichen Produkten auf der Speisekarte achten die Wirtsleute Bernhard und Elisabeth auf regionale und nachhaltige Herkunft, damit die herrliche Naturkulisse „unseren Gästen und der Nachwelt erhalten bleibt“.

Taschenlampenführung im Neuen Dom

Gespenstisch irrlichtern die Taschenlampen durch den gewaltigen Innenraum, der ansonsten nur von vereinzelten Kerzen und dem diffusen Leuchten der Straßenlaternen erhellt wird: Bei Nacht ist der Neue Dom ein geheimnisvoller Ort, den man bei einer abendlichen, knapp einstündigen Führung im Schein der LED-Lampen erkunden kann. Die Erläuterungen über die Baugeschichte und die architektonischen Besonderheiten verblassen angesichts der mystischen Atmosphäre in der größten Kirche Österreichs. Von der unterirdischen Krypta mit dem Superman-Krippenengel führt der Weg an Steinfratzen vorbei und über schmale Wendeltreppen hinauf bis zum Dachstuhl, wo sich zum Abschluss des Rundgangs ein atemberaubender Ausblick von der Außengalerie bietet: Luftige 30 Meter über dem Domplatz liegt den Nachtaktiven die ganze Innenstadt mit ihren hell leuchtenden Straßenzügen und Schaufenstern zu Füßen.

Swingolf

Leicht in die Knie gehen, den Ball nicht aus den Augen lassen, schwungvoll durchziehen, und im besten Fall segelt die knallorange Kugel in Richtung der roten Fahne. Der Abschlag funktioniert beim Swingolf genau wie bei regulärem Golf, nur dass der Schläger drei Kanten hat, der Ball etwas größer und der Einstieg wesentlich einfacher ist: Nach ein paar Probeschlägen am Übungsplatz können Kinder wie Erwachsene auf der Anlage in Linz-Urfahr gleich loslegen – ganz ohne Platzreife, Clubmitgliedschaft und Handicap. Auf dem Weg vom ersten zum 18. Loch spazieren die Spielerinnen und Spieler fünf Kilometer über bunte Blumenwiesen und weiden sich an der herrlichen Aussicht auf Pöstlingberg und Sankt-Magdalena-Kirche. Nach der Partie können sie auf Slacklines durch den Obstgarten balancieren oder im ehemaligen Heustadl mit einem Glas österreichischen Weins auf den Sieg anstoßen.

Raritätenflohmarkt

Der samstägliche Schlenderer über den Flohmarkt am Linzer Hauptplatz ist wie eine Reise in die eigene Familiengeschichte: Genau das gleiche Häferl hat der Opa gehabt, denkt man, bevor man am Nebentisch die Matchbox-Autos des Cousins, die peinlichen Vinyl-Platten der großen Schwester oder den bergkristallenen Aschenbecher der Großtante entdeckt. Anstatt die Altwaren aus Abstellkammerl, Kellerabteil oder Dachboden auf der Deponie zu entsorgen, bekommen sie beim wöchentlichen Second-Hand-Markt eine Chance auf ein neues Zuhause. Wie am Basar von Marrakesch wird um jeden Preis beinhart gefeilscht, bis am Ende die Nostalgikerinnen und Schnäppchenjäger zufrieden ein neues Stück Krimskrams, Kunst und Krempel in den eigenen Familienfundus aufnehmen.