Freizeit

Sport und Kultur, Ausflüge und Wellness – diese Freizeittipps in Linz und Rundumadum haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns Naturverbundenheit, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss, soziale Verantwortung und kulturelles Engagement.

Pubquiz im Chelsea

„Which country is the largest in the world with a four letter name?“ Kaum ist die Frage des Moderators Kieran Bates verklungen, stecken die Teams geheimnistuerisch ihre Köpfe zusammen und diskutieren aufgeregt. Iraq? Iran? Oder doch vielleicht der Chad? Nach Jahren der Demütigung durch besserwisserische Smartphones erlebt die Allgemeinbildung beim Pubquiz im Chelsea ein glanzvolles Comeback – kein Wunder also, dass das zwischen Taubenmarkt und Hauptplatz gelegene Irish Pub jedes Mal gesteckt voll ist. Bis zu sechs Personen pro Team können in zehn Runden ihr Wissen in Bereichen wie Sport, Geschichte, Musik oder Wissenschaft unter Beweis stellen – und das auf Englisch. Als besonders knifflig erweist sich die Fotorunde, bei der es Prominente auf alten Schwarzweißbildern zu erkennen gilt. Die drei gescheitesten Teams und die Letztplatzierten dürfen sich über prall gefüllte Goodiebags freuen. Für alle anderen gibt es den Genuss typisch irischer Biere (Guinness, Kilkenny, …) und das gute Gefühl, dass das eigene Hirn doch noch mit den schlauen Handys mithalten kann.

Physikarium

Mit sanftem Druck gleiten die erfahrenen Hände über Schultern, Nacken und Schläfen – genau jene Muskelpartien also, die durch Stress und schlechte Körperhaltung am Schreibtisch hart wie Beton sind. Die Stressless-Massage im Physikarium Bad Schallerbach vereint langsame Dehnungen mit Elementen aus der indischen Kopfmassage und dem hawaiianischen Lomilomi. Dabei lösen sich sowohl die körperlichen Verspannungen als auch jegliches Gefühl für Zeit in Luft auf: Wenn die Masseurin nach einer halben Stunde “Wir sind fertig” verkündet, fragt man ungläubig “Jetzt schon?” und will gar nicht mehr von der Liege aufstehen. Dabei ist die angrenzende Therme mit ihrer Saunalandschaft das beste Mittel, um die herbstliche Kälte aus den Knochen zu vertreiben. Für ihr neues, nachhaltiges Energiekonzept – einer Kombination aus Thermalwärme, Erdgas und Solarenergie – ist die Therme Bad Schallerbach 2013 mit dem Energy Globe ausgezeichnet worden.

Pferdeeisenbahn

Etwas verloren wirkt der knapp zehn Meter lange Schienenstrang, der plötzlich im Waldboden auftaucht: Von St. Magdalena nach Budweis führte einst die Pferdeeisenbahn auf verschlungenen Pfaden durchs Mühlviertel, bis die Trasse durch den effizienteren Dampfantrieb unrentabel wurde. Erhalten geblieben ist vor allem der erste Streckenabschnitt im Norden von Linz – eine Art Mini-Semmeringbahn mit zahlreichen Viadukten über kleinen Bächen und freigesprengten Schneisen im Gneis. Eine Tafel bei der Magdalena-Kirche erinnert an diese technische Leistung und ist gleichzeitig Ausgangspunkt für die beliebte Laufstrecke oder einen familienfreundlichen Spaziergang. Über die Pferdebahnpromenade gelangt man schnell in den wildromantischen Mischwald mit Hainbuchen, Eschen und Eichen. Hier beginnt der 1. Linzer Vogellehrpfad, weil in dem natürlichen Waldstück viele Vogelarten von Buntspecht bis Kleiber heimisch sind. Nach 2,5 Kilometern auf ebenen Wald- und Wiesenwegen erreicht man den Elmberg, von dem aus man entweder zur Universität hinabsteigen oder ein Stück weiter nördlich über den Schatzweg zurück nach St. Magdalena spazieren kann.

Aussichtsterrasse auf dem Wissensturm

„Då muass i jetzt den Direktor frågn“, erwidert die hilfsbereite Dame am Informationsschalter verduzt auf die Frage, ob und wie man die Aussichtsplattform auf dem Wissensturm betreten könne. Zwei kurze Telefonate später steht ein überraschter, aber auskunftsfreudiger Mitarbeiter der Hausverwaltung bereit, um den Weg zur Terrasse in der obersten Etage des 16-stöckigen Gebäudes zu weisen – vorbei an Warnschildern und durch zwei Brandschutztüren, die er mit seiner Chipkarte öffnet. Von solchen bürokratischen Hürden darf man sich nicht abschrecken lassen, um in den Genuss eines wahrlich erhabenen Panoramas zu kommen: Scharf pfeift der Wind um die Ohren, während der Blick Richtung Süden über das industrielle Linz mit Postturm, Bahnhof, Power Tower und der Voest im Hintergrund schweift. Beruhigender fürs Auge ist die Aussicht gen Norden, wo sich das historische Stadtzentrum mit seinen Kirchtürmen und dem Schloss erstreckt, umrahmt vom satten Grün von Bauernberg, Freinberg und Pöstlingberg. Die einzige Absicherung in knapp 60 Meter Höhe ist eine brusthohe Brüstung, daher ist ein Besuch nur in Begleitung von Angestellten möglich. Nach etwa zehn Minuten drängt der Hauswart wieder zum Abstieg: Er genieße zwar auch den Ausblick, aber nun müsse er den Papierstau in einem Kopierer beseitigen.

Limonistollen

Gleich in der Nähe der überdimensionalen Jolly-Stifte bei der Kapuzinerstraße liegt der verborgene Eingang zum Limonistollen. Zwangsarbeiter haben in der NS-Zeit ein kilometerlanges Tunnelsystem in den Sandstein unter dem Bauernberg gegraben, das der Bevölkerung und dem Gauleiter während der Luftangriffe als Bunker gedient hat. Heute darf man die labyrinthische Anlage nur mehr bei Führungen betreten. Allerdings ist fraglich, wie lange noch: Stadt Linz und Republik Österreich streiten darüber, wer die kostspielige Erhaltung tragen muss. So modert und rostet das bisschen verbliebene Einrichtung vor sich hin, und kleine Stalaktiten und Pilze wachsen mancherorts von der gewölbten Ziegeldecke. Trotz warmer Kleidung verursacht der Stollen ein leises Frösteln, das nicht nur an der kühlen Luft, sondern auch an dem nachlässigen Umgang mit einem Stück Stadtgeschichte liegt.

Obstbaumgarten auf dem Freinberg

Kronprinz Rudolf, Kaiser Wilhelm und Herzogin Elsa geben sich hier ein adeliges Stelldichein: Alte, vom Aussterben bedrohte Apfel-, Birnen- und Kirschsorten haben im Obstbaumgarten auf dem Freinberg ein neues Zuhause gefunden. Die Anlage ist nicht nur wegen der herrlichen Aussicht über das Donautal und das Eferdinger Becken einen Besuch wert: Hier und in den vier weiteren Linzer Obstbaumgärten darf man kostenlos die Früchte der seltenen Obstbäume ernten. Beim Stern&Kringel-Lokalaugenschein waren zwar nur mehr vereinzelte Äpfel auf den 15 Jahre alten Bäumchen zu sehen, dafür gibt es Haselnuss, Sanddorn und Kornelkirsche in Hülle und Fülle.

Nachtwächter zu Lintze

„Kropferte Liesl“ war der uncharmante Beiname der Habsburgerin Maria Elisabeth, die aufgrund ihrer Leibesfülle ihre Gemächer in der Linzer Altstadt nur noch per Lift erreichen konnte. Mit solchen Anekdoten, einem langen, schwarzen Mantel, Hellebarde und Laterne ausgestattet, führt Wolfgang Liegl alias der Nachtwächter zu Lintze durch die Vergangenheit der Stadt. „Gott zum Gruße!“, schmettert er zu Beginn in die Runde, und schon sprudeln Geschichte und Gschichtln aus ihm heraus: vom Galgen am Hauptplatz, vom Froschtor am Pfarrplatz (das seinen Namen den Fröschen verdankt, die allmorgendlich beim Öffnen der Stadttore von der Donau in die Stadt hüpften), von hinterlistigen Schlitzohren und betrunkenen Bürgern. Zum Abschluss gibt’s ein Nachtwächtermahl mit Bier und Beuschel oder einer vegetarischen Alternative.

Zaubertal Hamam

Wirkliches Reisen ist weniger eine Frage der Distanz als der Veränderung: Manchmal reicht schon das Überschreiten einer Schwelle, um in eine andere Kultur einzutauchen. Hinter der massiven Holztür des Zaubertal Hamam zum Beispiel liegt die Magie Marokkos verborgen: Aus Begeisterung für die orientalische Kultur und Architektur haben Gaby und Franz Mach das alte, kleine Gebäude mit viel Liebe zum Detail in ein zauberhaftes Dampfbad umgestaltet. In kleinstem Rahmen verwöhnen sie ihre Gäste mit Seifenschaum, Peeling und ätherischen Massageölen. Die abschließende Tasse Minztee zwischen bunten Fliesen mit geometrischen Ornamenten und berberischem Kunsthandwerk sorgt für Entspannung von Kopf bis Zehenspitze, und glückselig entfliegen die Gedanken zu einer Fantasiereise ins ferne Marrakesch.