Sport

Wandern und Klettern, Schwimmen und Laufen – diese Sportaktivitäten in Linz und Rundumadum haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns Naturverbundenheit, Nachhaltigkeit und Gesundheit.

Masters of Escape

Die kryptischen Kritzeleien an der Zellenwand können einen ganz schön in die Irre leiten, während man mit Geschick, detektivischem Spürsinn und vor allem viel Hirnschmalz versucht, aus dem berüchtigten Gefängnis Clara County zu flüchten. „Der Reiz liegt darin, dass man nicht weiß, wonach man genau sucht“, lacht Rainer Rapp, der gemeinsam mit seiner Frau und zwei Freunden im Sommer 2015 den Rätselspaß Masters of Escape ins Leben gerufen hat. Dabei wird eine Gruppe in einen Raum gesperrt, der als Höhle oder Knast gestaltet ist, und muss sich innerhalb einer Stunde daraus befreien. Über Kameras verfolgt Rapp den Fortschritt des Teams und gibt auf Wunsch hilfreiche Hinweise, wenn es nicht mehr weiterkommt. „Wir sind im Vergleich zu anderen Anbietern eher schwierig, damit keiner schon nach 20 Minuten draußen ist“, sagt Rapp verschmitzt. Alle paar Monate werden die Rätselräume gänzlich umgestaltet, um auch wiederkehrenden Gästen ordentliche Kopfnüsse aufzugeben, erklärt er: „Wir haben alle vier Technik studiert, daher können wir immer wieder neue Tricks einbauen!“

Minigolf Freinberg

Die Erinnerung an das angeknackste Nasenbein vom letzten Besuch geistert mir noch durch den Hinterkopf, während ich den Ball auf den weißen Abschlagpunkt der Bahn 1 lege. Diesmal, so der Vorsatz, werde ich einen gehörigen Respektsabstand zu den anderen Spielerinnen und Spielern einhalten. Abgesehen von der – zugegebenermaßen geringen – Verletzungsgefahr ist Minigolf der perfekte Sommersport, ist er doch ähnlich anstrengend und schweißtreibend wie eine gute Partie Schach. Kein Wunder also, dass nicht nur in den Touristenburgen rund um den Globus, sondern auch am Linzer Freinberg mehr oder weniger konzentriert und koordiniert auf den Gummiball eingedroschen wird. Die 18-teilige Hindernisbahn bietet dabei nicht nur eine gehörige Portion Nostalgie, sondern wirkt auch wie eine Zen-mäßige Übung in Impulskontrolle, wenn der Ball auch beim sechsten Versuch wieder haarscharf am Loch vorbeischrammt. Hat man die widerspenstige Kugel schließlich im 18er-Loch versenkt, kann man mit einem Ottensheimer Thorbräu auf den Sieg anstoßen oder mit einem Eis der geschundenen Seele Trost spenden.

Granitweg

Felsenfest ist die Überzeugung eines jeden waschechten Mühlviertlers, dass die Welt keine granittechnischen Überraschungen mehr zu bieten hat. Zumindest, bis man die Erlebniswelt Granit in Plöcking sieht: Block um Block reihen sich 50 verschiedene Granitsorten und mehr als 100 andere Gesteine aus aller Welt aneinander, die das Herz einer jeden Geographie-Professorin höher schlagen lassen. Aber selbst für steinkundlich Unbedarfte ist der Mühlviertler Ort ein lohnendes Ausflugsziel, beginnt hier doch eine steinreiche Rundwanderung durch das einstige Mühlviertler Steinmetz-Dorado. Von der Erlebniswelt folgt der Weg der Trasse der ehemaligen Feldbahn, die dem Transport der Felsblöcke diente, zum mittelalterlichen Schloss Neuhaus und von dort über den schmalen Jagasteig hinab zum Ort Untermühl, wo die Große Mühl in die Donau mündet. Von hier geht man auf zunächst gemütlichen, aber stets steiler werdenden Wegen zum Speicherkraftwerk Partenstein und weiter hinauf in den Ort Kleinzell. Vorbei an aufgelassenen und aktiven Steinbrüchen mit ihren schwindelerregenden Felswänden gelangt man schließlich wieder zurück zur Erlebniswelt, wo man zum Abschluss bei einem Picknick auf gemeißelten Steintafeln tafelt.

CrossFit

Komm kuscheln, raunt der Boden nach zig Liegestützen verführerisch, während irgendein Sadist die Schwerkraft auf die dreifache Stärke raufschraubt: Das Hochintensitätstraining am Ende des einstündigen Workouts macht seinem Namen alle Ehre, und mehr als einmal schrammt man haarscharf am Aufgeben vorbei. „Aber in der Gruppe geht dann doch immer noch ein Aitzerl mehr“, schnauft Lena, die im CrossFit 4020 regelmäßig „ans Limit geht“. Anfang 2014 hat Patrick Cumberworth „die Box“ gegründet und den Sporttrend aus den USA in den graffitiverzierten Keller nahe des Linzer Infracenters geholt. Im Gegensatz zum klassischen Gerätetraining im Fitnessstudio geht es bei CrossFit nicht ums Aufpumpen isolierter Muskelpartien, sondern um natürliche Bewegungsabläufe und Ganzkörperübungen, die auch im Alltag etwas bringen: „Die Kniebeuge beansprucht dieselben Muskeln wie das Aufstehen vom Sessel“, schildert Trainer Stefan Kirchsteiger das Prinzip. Kein Workout gleicht dabei dem anderen, kommen doch auch ungewöhnliche Trainingsgeräte wie Traktorreifen oder Holzkisten zum Einsatz. Dadurch können sich die Muskeln gar nicht an eine bestimmte Übung gewöhnen und sind stets aufs Neue gefordert, erklärt Kirchsteiger: „Wir sind abwechslungsreich mal tausend!“

Kletterhalle Linz

Damit das Tohuwabohu im Hirn endlich mal zur Ruhe kommt, muss man sich nicht unbedingt im Lotussitz auf die Yogamatte werfen: Klettern ist für Susanne Ohlenschläger pure Meditation, „weil du voll konzentriert sein musst und nur an den nächsten Griff denkst“. Als kleiner Bonus wird zudem „von den Zehen bis zu den Fingerspitzen jeder Muskel beansprucht“, fügt die Übungsleiterin und Geschäftsführerin der Naturfreunde-Kletterhalle in Linz-Auwiesen lachend hinzu. In Schnupperstunden und Grundkursen lernt man die nötige Technik, ehe man sich allein oder zu zweit an die mehr als 500 unterschiedlich schwierigen Routen wagt. Obwohl am Wochenende manchmal bis zu 300 Leute durch die größte Kletterhalle Österreichs kraxeln, genießen sie immer noch volle Bewegungsfreiheit, scherzt Ohlenschläger: „Bei uns muss man nicht ständig ängstlich nach oben schauen, ob drüber grad wer runterfliegt.“

Barfußweg

Was unsere Füße im Alltag so alles erdulden müssen, grenzt schon fast an Folter: Enge Schuhe, hohe Absätze und harter Asphalt malträtieren die Latscher – höchste Zeit, sie mit einer natürlichen Massage zu verwöhnen! Zwischen Wiese, Wald und Hopfenfeld ist der Barfußweg in Sankt Ulrich mit seinen mehr als 20 Stationen wahrer Balsam für Körper und Seele: Weicher Torf, spitzer Neuhauser Granitbruch, hölzerne Balancierbalken und ein Marsch durch ein erfrischendes Bachbett stimulieren die Fußreflexzonen. Zwischendurch genießt man auf Riesenschaukeln und in Hängematten den Ausblick auf die Mühlviertler Hügellandschaft, wo Hummeln geschäftig um den blühenden Klee brummen und Schmetterlinge verträumt zu den Wolken emporsegeln. Am Ende des etwa einstündigen Spaziergangs heißt das Gasthaus Lang die Bloßfüßigen mit herzhaften Gerichte und einem riesigen Spielplatz willkommen.

Vogelgesang-Klamm

Vielleicht singen hier irgendwo die Vögel, allein man hört sie nicht bei dem gewaltigen Getöse, mit dem der Trattenbach über die Felsen donnert. Ihren Namen hat die längste Schlucht Oberösterreichs ohnedies nicht dem zwitschernden Federvieh zu verdanken, sondern dem Gemeindearzt Moritz Vogelgesang, der die wildromantische Klamm vor mehr als hundert Jahren für die Sommerfrischegäste erschlossen hat. Über eineinhalb Kilometer Länge, 240 Höhenmeter und 500 zum Teil in den Felsen gemeiselte Stufen folgt der kinderfreundliche Holzsteg dem rauschenden Flusslauf. Mit welcher Wucht sich der Bach im Lauf der Jahrtausende in den Dolomitstein gefräst hat, erahnt man beim Anblick der tosenden Wasserfälle, die vom Beginn der Schlucht bis zu ihrem Ausgang zum staunenden Verweilen einladen. Oben angelangt stärken sich die Wandersleute in der Bosruckhütte mit einer deftigen Jause, bevor sie auf demselben Weg zurück ins Tal marschieren. Wer hingegen noch mehr Bewegungsdrang verspürt, wandert auf sanft ansteigenden und gut beschilderten Wegen weiter zum Rohrauerhaus und von dort über die Hofalm wieder hinunter nach Spital am Pyhrn.

Motorikpark

Auf einem Bein hüpfend weichen die Springinkerl dem pendelnden Sandsack aus – das alles auf einer Federplatte, die durch das ständige Auf und Ab wie verrückt wackelt: Der Sportwissenschafter Roland Werthner hat sich für den ersten Motorikpark Oberösterreichs einige ganz schön knackige Aufgaben ausgedacht, die Kinder und Erwachsene, Unsportliche und Durchtrainierte vor eine echte Herausforderung stellen. 21 Stationen umfasst der Freiluft-Erlebnisparcours neben den Feldkirchner Badeseen, von der kraftvollen Steinstoßarena über den rasanten Steilkurvenslalom bis zum beliebten Vulkansurfen, bei dem man dank der Fliehkraft wie Neil Armstrong über den Mond hopst. Quietschvergnügt laufen Groß und Klein von einem Gerät zum nächsten und vergessen vor lauter Freude an der Bewegung, dass jedes Modul Kraft, Ausdauer und Koordination trainiert. Kommt man schließlich verschwitzt und atemlos am Ende des Fitnessanlage an, sorgt ein Sprung in die Badeseen für herrliche Erfrischung.

Schlagerwirt

Munter gluckert das Wasser über Granitbrocken, durch Felsspalten und in die Badewanne des Teufels: Das Pesenbachtal ist zu allen Jahreszeiten ein lohnendes Ausflugsziel für Wandersleute. Nur einen Steinwurf vom wildromantischen Naturschutzgebiet entfernt, lockt der Schlagerwirt die Müden und Hungrigen mit einer herzhaften Brettljause im sonnigen Gastgarten. Ein Abenteuerspielplatz, der Ausblick auf die Obstbäume und ein Glas des hauseigenen Hollerkracherls verkürzen die Wartezeit auf die naturbelassenen Köstlichkeiten, die zum Großteil aus eigener Erzeugung stammen: Auf dem Jahrhunderte alten Bauernhof stellt die Familie Berger nach traditionellem Rezept Käse und Butter, Most und Schnaps, Gselchtes und süße Mehlspeisen her, die man auch im Hofladen kaufen kann. Bei den restlichen Produkten auf der Speisekarte achten die Wirtsleute Bernhard und Elisabeth auf regionale und nachhaltige Herkunft, damit die herrliche Naturkulisse „unseren Gästen und der Nachwelt erhalten bleibt“.

Swingolf

Leicht in die Knie gehen, den Ball nicht aus den Augen lassen, schwungvoll durchziehen, und im besten Fall segelt die knallorange Kugel in Richtung der roten Fahne. Der Abschlag funktioniert beim Swingolf genau wie bei regulärem Golf, nur dass der Schläger drei Kanten hat, der Ball etwas größer und der Einstieg wesentlich einfacher ist: Nach ein paar Probeschlägen am Übungsplatz können Kinder wie Erwachsene auf der Anlage in Linz-Urfahr gleich loslegen – ganz ohne Platzreife, Clubmitgliedschaft und Handicap. Auf dem Weg vom ersten zum 18. Loch spazieren die Spielerinnen und Spieler fünf Kilometer über bunte Blumenwiesen und weiden sich an der herrlichen Aussicht auf Pöstlingberg und Sankt-Magdalena-Kirche. Nach der Partie können sie auf Slacklines durch den Obstgarten balancieren oder im ehemaligen Heustadl mit einem Glas österreichischen Weins auf den Sieg anstoßen.