Sport

Wandern und Klettern, Schwimmen und Laufen – diese Sportaktivitäten in Linz und Rundumadum haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns Naturverbundenheit, Nachhaltigkeit und Gesundheit.

Traunauen bei St. Martin

Links gluckst ein schmales Rinnsal, rechts klopft ein Specht, und ringsum ringen balzende Singvögel mit lautstarkem Gezwitscher um Aufmerksamkeit: Mit ihrem verwirrenden Bachlabyrinth und dem halbverwilderten Eschen- und Erlenwald sind die Traunauen im Süden von Linz ein beliebtes Ausflugsziel für Freiluftsportlerinnen und Naturgenießer. Nicht nur der Mensch fühlt sich hier wohl: Wenige Gehminuten von der Bus- und Bahnhaltestelle Traun – St. Martin entfernt, beherbergt ein 19 Hektar großes Naturschutzgebiet einzigartige Orchideen, Eisvögel, Molche und Laubfrösche. In den Tümpeln und Feuchtwiesen rund um den unregulierten Alten Bach haben sie einen unberührten Zufluchtsort gefunden. Nach der Erkundung der artenreichen Flora und Fauna kann man auf erdigen Trampelpfaden entweder flussaufwärts bis Marchtrenk oder flussabwärts an Ebelsberg und der Solarcity vorbei bis zum Naturschutzgebiet Traun-Donau-Auen weiterwandern.

Franz-Josefs-Warte

Die 127 Holzstufen sind von den Jahren und zahllosen Füßen sichtlich gezeichnet, und doch machen sie den großen Unterschied: Mit einer Höhe von knapp 20 Metern liegt die Aussichtsplattform der Franz-Josefs-Warte bequem über den Baumkronen und ermöglicht somit einen kaiserlichen Rundblick auf die Donau, den Pöstlingberg, das Eferdinger Becken und die Stadt. Der denkmalgeschützte Backsteinturm auf dem Freinberg ist nur einen gemütlichen Spaziergang (oder einen zackigen Berglauf) vom Linzer Hauptplatz entfernt: Durch die Hofgasse und die Schlossanlage führt der Weg vorbei an der Martinskirche, der ältesten erhaltenen Kirche der Stadt mit römischen Grabsteinen und mittelalterlichen Fresken. Weiter die Römerstraße bergauf zweigt der Pfad beim Jägermayerhof rechts in den Wald ab. Nach knapp 200 Metern erreicht man die historische Warte, deren Pforte das ganze Jahr über für Menschen mit Weitblick geöffnet ist.

Hummelhofbad

Draußen schwanken die Birken und Fichten im eisigen Wind, während man drinnen in der 90 Grad heißen Waldsauna schwitzt: Der Hummelhofwald hat schon immer zur idyllischen Atmosphäre des ehemaligen Waldbads am Bindermichl beigetragen. Seit der Umgestaltung in eine Wellnessoase sind die Bäume dank großer Glasfronten auch im Winter stets im Blickfeld. Das wohlig-warme Saunadorf vertreibt die frostige Kälte aus den Knochen, während Sportliche im 25 Meter langen Becken ihre Längen ziehen. Danach kann man in der gemütlichen, holzvertäfelten Kaminecke, im Solebecken mit Unterwassermusik oder bei einer Massage des Instituts Wohlgemuth nach allen Regeln der Kunst weiter entspannen. Das Angebot ist zwar nicht so üppig wie in den Thermen des Umlands, dafür ist das Hummelhofbad einfach und schnell mit dem Bus zu erreichen. So kann jeder Arbeitstag mit der vergünstigten Abendkarte entspannt ausklingen.

Black Wings in der Eisarena

Irgendetwas Mysteriöses passiert da in der Eisarena: Wenn Frauen und Männer, die sonst mit Sport nix am Hut haben, von der mitreißenden Stimmung bei Eishockey-Spielen schwärmen, dann lässt sich das nicht mehr mit dem Verstand, sondern nur mit einem Selbstversuch nachvollziehen. Problemlos findet sich ein erfahrener Begleiter, der die wichtigsten Eckdaten erklärt: Wo kriegt man Karten (an der Abendkasse oder online), wie lange dauert eine Partie (etwa zwei Stunden), wo sind die lautesten Fans (in der nordöstlichen Ecke, aber da kommt man schnell selber drauf). Bereits vor Spielbeginn wechseln Trommeln, Sprechchöre und Schlachtgesänge in rasendem Tempo. Wenn die ganze Eisarena wie aus einer Kehle die Namen der Black-Wings-Spieler brüllt, erahnt man langsam den mächtigen Zauber der euphorischen Masse. Das Spiel selbst überrascht durch die unglaubliche Dynamik zwischen Angriff und Gegenangriff und durch den aggressiven Körpereinsatz der Kontrahenten. Unweigerlich zuckt man zurück, wenn wieder ein Spieler oder ein scharf geschossener Puck gegen die Plexiglaswand donnert. Als Zuschauer und Zuschauerin ist man hautnah am Spiel dran, was zusammen mit der feurig-fröhlichen Feierlaune der Fans den Besuch in der Eisarena zu einem echten Erlebnis macht.

Giselawarte

Mit seiner Höhe von 155 Meter ragt der rotweiß gestreifte Mast immer wieder zwischen Bäumen und Hügelkuppen hervor: Ausflügler, Mountainbikerinnen und Wandersleute orientieren sich beim Aufstieg am Sender Lichtenberg, doch ihr Ziel ist die Giselawarte gleich nebenan. Vom 82 Stufen hohen Turm schweift der Blick Richtung Norden übers gesamte Mühlviertel. In die entgegengesetzte Richtung erstrahlen bei klarer Sicht die Alpengipfel vom Ötscher über den Großen Priel bis zum Traunstein in sattem Blau. Nur Linz ist durch eine Gruppe stolzer Fichten verdeckt. Aus allen Himmelsrichtungen führen die Wege zur 1857 eröffneten Warte, die ihren Namen einer Tochter von Kaiser Franz Joseph und Erzherzogin Elisabeth verdankt. Von Linz aus gelangt man entweder über den Bachlberg (Wanderweg Nummer 109), den Gründberg (140) oder die Dießenleiten (144) in jeweils etwa zweieinhalb Stunden zur „Gis“. Wer die Aussicht ohne die Anstrengung sucht, parkt sein Auto beim Gasthaus zur Gis: Von dort erreicht man die historische Warte in knapp zehn Minuten und kann anschließend im Wirtshaus Schmankerl von heimischen Produzenten genießen.

Pferdeeisenbahn

Etwas verloren wirkt der knapp zehn Meter lange Schienenstrang, der plötzlich im Waldboden auftaucht: Von St. Magdalena nach Budweis führte einst die Pferdeeisenbahn auf verschlungenen Pfaden durchs Mühlviertel, bis die Trasse durch den effizienteren Dampfantrieb unrentabel wurde. Erhalten geblieben ist vor allem der erste Streckenabschnitt im Norden von Linz – eine Art Mini-Semmeringbahn mit zahlreichen Viadukten über kleinen Bächen und freigesprengten Schneisen im Gneis. Eine Tafel bei der Magdalena-Kirche erinnert an diese technische Leistung und ist gleichzeitig Ausgangspunkt für die beliebte Laufstrecke oder einen familienfreundlichen Spaziergang. Über die Pferdebahnpromenade gelangt man schnell in den wildromantischen Mischwald mit Hainbuchen, Eschen und Eichen. Hier beginnt der 1. Linzer Vogellehrpfad, weil in dem natürlichen Waldstück viele Vogelarten von Buntspecht bis Kleiber heimisch sind. Nach 2,5 Kilometern auf ebenen Wald- und Wiesenwegen erreicht man den Elmberg, von dem aus man entweder zur Universität hinabsteigen oder ein Stück weiter nördlich über den Schatzweg zurück nach St. Magdalena spazieren kann.