Das Online-Magazin für Nachhaltigkeit in Linz und Rundumadum

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Bio, regional und saisonal – diese Lebensmittelgeschäfte in Linz und Rundumadum haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, handwerkliches Können, Gesundheit, soziale Verantwortung und Genuss.

Genussplatzl Wasserwald - Frisches Gemüse (c) Stern&Kringel

Genussplatzl Wasserwald

Zwischen Hollerstrauch und Lattenzaun tun sich immer wieder kleine Gucklöcher auf, durch die Neugierige in den verwunschenen Garten lugen: Das Genussplatzl Wasserwald beim gleichnamigen Naherholungsgebiet ist ein Hort der Artenvielfalt, wo Sulmtaler Hühner neben selbstgezimmerten Hochbeeten im Sand scharren. Mehr als 100 Tomatensorten und ebenso viele Chilis wachsen in den Permakulturbeeten, hinzu kommen violette Kartoffeln, aromatische Rauken und heilsame Kräuter. Jeden Freitag verkaufen die beiden Arche-Noah-Aktivisten Sonja Tobin und Gerhard Wiener ihre frische Ernte sowie seltene Jungpflanzen – „was es eben grad im Garten gibt“, sagt Sonja Tobin. Hinzu kommen die Schätze von befreundeten Bio-Betrieben wie Einkornmehl, Apfel-Hollunder-Saft und preisgekrönter Speck vom Turopolje-Schwein. „Wir haben hier nur Sachen, die uns selbst schmecken, damit wir nichts wegschmeißen müssen, wenn mal was übrig bleibt“, lacht Sonja Tobin.

Zimmer Kuchl Kabinett (c) Stern&Kringel

Zimmer Kuchl Kabinett

Ein geschichtsträchtiges Haus mit Produkten, die eine Geschichte erzählen: So charakterisiert Geschäftsführerin Petra Winkler das Zimmer Kuchl Kabinett, den neuen Feinkostladen in einem 700 Jahre alten Bürgerhaus am Linzer Hauptplatz. Gemeinsam mit ihrem Mann Peter ist sie vor der Eröffnung am 1. April 2014 kreuz und quer durch Österreich getingelt, um kleinbäuerliche Betriebe aufzuspüren und ihre regionalen Schmankerl kennenzulernen. Vor allem junge Leute „haben den Überfluss satt“ und setzen auf Leidenschaft statt auf Massenware, freut sich Petra Winkler über das Ergebnis ihrer Erkundungstour. Diese Vielfalt gibt es nun in ihrem Laden zu entdecken und gustieren: Von Natursalz und Bio-Gewürzen über Honig-Grappa und Mühlviertler Whisky bis hin zu Löwenzahn-Chutney und Mohnsenf reicht das Sortiment, bei dem alle zwei Wochen ein neuer Themenschwerpunkt für erfrischende Abwechslung sorgt.

Bio-Gärtnerei Friedenshort - Gewächshaus (c) Stern&Kringel

Bio-Gärtnerei Friedenshort

Gleich hinter dem Gemüseregal öffnet sich die Tür zum Gewächshaus, wo erste Salatpflanzen und saftige Kräuter sprießen: Kürzer kann der Weg zwischen Produktion und Handel nicht sein als in der Bio-Gärtnerei Friedenshort. Die „ordentliche Qualität“ der Jungpflanzen „von A wie Aubergine bis Z wie Zuckermais“ ist Leiterin Edith Schürhagl besonders wichtig: „Wir geben ihnen Zeit zum Wachsen und Wurzeln, dann halten sie auch mehr aus.“ Vor gut einem Jahrzehnt hat der Betrieb des Diakoniewerks Gallneukirchen auf biologischen Anbau umgesattelt, nur die Schnitt- und Topfblumen werden weiterhin konventionell gezüchtet. Gemeinsam mit Fachkräften säen, pflegen und ernten 14 Menschen mit Behinderung in den Glashäusern und auf dem angrenzenden Feld Porree, Paprika oder Tomaten. Aus dem Laden für das hauseigene Gemüse und die Bio-Jungpflanzerl ist mittlerweile ein kleiner Supermarkt mit biologischem Vollsortiment geworden. Dabei entwickelt sich die Auswahl laufend weiter: Auf Kundenwunsch bereichern inzwischen zum Beispiel Bio-Babykleidung oder eine beachtliche vegane Produktpalette das Angebot der Gärtnerei.

Genuss-Steira - Kürbiskernöl zum Verkosten (c) Stern&Kringel

Genuss-Steira

Dunkelgrün sind alle drei, aber wo das eine Kürbiskernöl nussig schmeckt, ist das andere mild, das dritte röstig. „Mit dem Öl ist es wie mit dem Wein“, erklärt der „Genuss-Steira“ Manfred Reisinger bei der Verkostung: „Der Boden, das Klima und die sorgfältige Verarbeitung entlocken derselben Kürbissorte unterschiedliche Aromen.“ Deshalb achtet der gebürtige Steirer in seinem Geschäft am Welser Stadtplatz so genau auf die Herkunft der Ware: Für die Schmankerl reist er regelmäßig in seine Heimat, um die Herstellerinnen und Hersteller persönlich kennenzulernen und ihre Produkte zu probieren. Bei den Edelbränden von Tinnauer, den kreativen Senf-Variationen von Fischerauer, den Chutneys und Essigen von Weinstock oder dem Bio-Wein von Hagen schmeckt man noch richtig die Liebe und die Leidenschaft, ist Reisinger überzeugt. „Mir geht es nicht um große Namen“, erklärt der Steirer, „sondern um die Qualität, um handwerkliches Können und darum, dass die Betriebe so naturnah wie möglich arbeiten.“

Chay (c) Stern&Kringel

Chay

Am Ende des tunnelartigen Durchgangs verstummt der Rummel des Hauptplatzes, und der intensive Duft von Grüntee mischt sich mit fernöstlichen Sphärenklängen: Das Teehaus Chay ist eine verborgene Ruheoase im Herzen von Linz, wo der Genuss von Tee in all seinen Varianten stilvoll zelebriert wird. Neben hausgemachtem Kuchen und Bio-Trinkschokolade finden sich 150 Teesorten auf der Karte, von indischem Gewürz-Chai über japanischen Matcha und marokkanischen Minztee bis zu südamerikanischem Mate-Aufguss und erfrischendem Eistee im Sommer. Viele stammen aus biologischem Anbau und fairem Handel, wie Inhaberin Christine Weisskirchner bereitwillig erklärt: Nachhaltigkeit und soziales Engagement sind Teil der Unternehmensphilosophie in ihrem Salon, der optisch von sattem Rot und tiefem Schwarz dominiert ist – farblich perfekt abgestimmt auf die rothaarige und schwarz gekleidete Besitzerin. Bei einer Tasse Ceylon-Tee und einem getauschten Buch aus dem Bookcrossing-Regal verlangsamt sich die Zeit – ein herrliches Gefühl, das man mit den Tees aus dem angrenzenden Teeladen auch zu Hause genießen kann.

Gramaphon - Gramastettner Krapferl (c) Stern&Kringel

Gramaphon

Gramastettner Krapferl begrüßen die Gäste schon an der Ortseinfahrt, und auch in der Dessertvitrine des Restaurants Gramaphon darf das mit Staubzucker bestreute oder halb in Schokolade getunkte Wahrzeichen der Gemeinde nicht fehlen. Nicht nur bei der Wahl der Mehlspeisen erweist Gastronom Johannes Roither der heimischen Küche seinen Respekt: Mühlviertler Saltimbocca, Mostrisotto mit Blunzenradeln und Kartoffel-Gemüselasagne zeugen vom experimentierfreudigen Umgang mit österreichischen und mediterranen Rezepten. Auch bei den Lebensmitteln achtet Roither auf regionale Herkunft: Zu seinen Lieferanten gehören etwa die Speckwerkstatt Haudum aus Helfenberg, die Kaffeerösterei Suchan aus Freistadt sowie Most- und Käsebauern aus der unmittelbaren Umgebung. Das Lokal selbst ist lichtdurchflutet, zugleich sorgen Ziegelmauern, Holztische und dunkelrote Filz- und Ledersessel für eine erdige Note. Entspannt beobachtet man nach dem Essen bei einer Tasse Sonnentor-Tee und einem süßen Mürbteigkrapferl das gemächliche Treiben auf dem Marktplatz vor dem Fenster.

Klosterladen - Apostelfrizzante vom Weingut Holzschuh (c) Stern&Kringel

Klosterladen

In regelmäßgen Abständen huscht ein Mönch oder eine Nonne in dunkelbrauner Kutte durchs Geschäft – kein Wunder, ist doch der Klosterladen in der geräumigen Pforte des Karmelitenklosters auf der Linzer Landstraße untergebracht. Wie an diesem Ort nicht anders zu erwarten, füllen religiöse Bücher und DVDs, Papstbilder, Rosenkränze und Engelsfiguren etwa die Hälfte der Regale. Der übrige Platz aber ist für regionale, meist biologische Lebensmittel aus „klosternaher Produktion“ reserviert, erklärt Mitinhaber Franz Lehner: Die handgeschöpfte Wachauer Marillen-Schokolade zum Beispiel wird in der Kremser Konditorei Hagmann mit Schnaps aus einem nahe gelegenen Stift hergestellt. Ähnliche Geschichten kann Lehner vom Bio-Bier aus der bayerischen Karmeliten-Brauerei und dem hochprozentigen Karmeliten-Geist, vom Bio-Apostelfrizzante und der Schutzengel-Schokolade von Sonnentor erzählen: Sie alle haben einen Bezug zum Klosterleben, werden aus hochwertigen Zutaten hergestellt und verheißen himmlischen Genuss.

Mueslibrikett (c) www.mueslibrikett.at

Mueslibrikett

Knusprig krachen die gerösteten Nüsse zwischen den Zähnen, und süßsaure Beeren kitzeln die Geschmacksknospen: Das knackige Energiepaket “Hanf & Cranberries” ist eines von sieben Mueslibriketts aus der Backstube von Lucia Sittenthaler. Während handelsübliche Müsliriegel als massengefertigte Zuckerbomben wenig zur gesunden Ernährung beitragen, setzt die Welserin ganz auf Natürlichkeit und liebevolle Handarbeit: Haferflocken, Honig, getrocknete Früchte und Nüsse bezieht sie von regionalen Bio-Höfen, befreundeten Imkereien und aus dem Garten ihres Großvaters. Diese ausgewählten Zutaten verarbeitet sie zu kreativen Kraftriegeln, die sie in kompostierbares Backpapier wickelt und mit handgeschriebenen Etiketten versieht. Die Mueslibriketts kann man pur oder auch mit Milch als Instant-Müsli vernaschen. Erhältlich sind sie im Online-Shop und bei Vertriebspartnern in Linz, Wels oder Wien.

Biohof Achleitner (c) Stern&Kringel

Biohof Achleitner

Eine äußerst raffinierte Taktik, die der Biohof Achleitner da verfolgt: Direkt hinter der Obstabteilung mit frischen Äpfeln, Lauch und Melanzani verströmt eine offene Schauküche ihren betörenden Duft. Genieß ich die Köstlichkeiten gleich hier im Kulinarium des Bio-Supermarkts oder koch ich sie daheim nach, grübelt der Kopf. Am besten beides, jubelt der Bauch: Jeden Tag lockt ein anderes Mittagsgericht sowie ein vegetarisches, oft sogar veganes Buffet mit Ratatouille, Süßkartoffeleintopf, Kürbisrisotto und anderen Spezialitäten der heimischen, mediterranen und fernöstlichen Küche. Wer rechtzeitig aus den Federn kommt, kann bis 11 Uhr bei einem orientalen, Fitness- oder Proseccofrühstück verträumt in die Sonne blinzeln, die zwischen den vielen Grünpflanzen durchblitzt. Naschkatzen erwartet ein süßes Kuchenbuffet, dessen Vielfalt erklärt, warum der Biohof die bezaubernde Adresse „Unterm Regenbogen 1“ hat.

Nets.werk (c) Stern&Kringel

Nets.werk

Mühlviertler Kräuter von Aufreiter, Fruchtsäfte vom Köglerhof und Bio-Eiernudeln vom Sulzerstetterhof locken in den Holzregalen: Das Nets.werk neben der Leonfeldner Straße ist so etwas wie ein Hofladen für 27 regionale Bio-Landgüter. Einmal pro Woche bringen Bäuerinnen und Bauern aus Eidenberg, Eferding oder Alberndorf die gesammelten Online-Bestellungen ins Linzer Geschäft, wo man jeden Freitag seine individuell zusammengestellte Kiste mit frischer Milch, Brot oder Gemüse abholen kann. Das spart Kilometer, weil nicht jeder oder jede für einen Sack Kartoffeln ins Mühlviertel brettern muss. Außerdem bleibt am Ende des Verkaufstages keine abgelaufene Frischware übrig, die man – wie in Supermärkten sonst üblich – in die Mülltonne treten müsste. Die Idee für ihr Geschäft hat Inhaberin Renate Liedl von Gerhard Zwingler, der vor acht Jahren den ersten Nets.werk-Laden in Steyr eröffnet hat. Mittlerweile gibt es zahlreiche Regionalstellen, zum Beispiel in Wels, Enns und Haag. Die Läden bieten einen direkten Draht zu regionalen, biologischen, sozial gerechten und tierfreundlichen Betrieben, sodass Kundinnen und Kunden ohne Zwischenhändler ihre Lebensmittel beziehen können.

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