Ladenzone

Schicke Mode, gschmackige Lebensmittel, kreative Geschenke und alles, was zu Eurem Wohlbefinden beiträgt: Diese Geschäfte haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, handwerkliches Können, Gesundheit, soziale Verantwortung und Genuss.

Bio-Tofu vom Ackerlhof

In der hellen Kühlvitrine ruhen die milchig weißen Blöcke, die Gregor Mittermayr schlicht „Mühlviertler Bohnenkas“ nennt, denn „die Herstellung von Tofu funktioniert nicht anders als bei normalem Käse“. Vor zwei Jahren hat der Jungbauer für eine vegane Freundin versuchsweise damit begonnen, aus dem hofeigenen Soja des elterlichen Biobetriebes die eiweißreiche Fleischalternative zu gewinnen: Zuerst werden die Bohnen gekocht, püriert und ausgepresst, und die so gewonnene Sojamilch schließlich mit dem natürlichen Meersalzextrakt Nigari verkäst. „Das hat von Anfang an super hingehaut“, erinnert sich Mittermayr. Einmal pro Woche stellt er nun seinen regionalen Bio-Tofu frisch her und verkauft ihn an ausgewählte Lokale sowie im winzigen Hofladen, wo zudem selbstgebackenes Brot, Bio-Eier und Apfelsaft zum selber Zapfen locken. „Meine Eltern freuen sich, dass sich der Betrieb weiterentwickelt“, erzählt Mittermayr. „Und mittlerweile hat die Mama den Tofu in ihre bodenständige Küche integriert und kocht damit köstliche Knödel, Aufläufe und Aufstriche.“

Spielzeugstube

Das helle Klingeln der Türglocke markiert fast auf die Sekunde genau den Moment, in dem die Augen der Eintretenden zu leuchten beginnen: Vom Boden bis unter die Decke füllen Brettspiele, Puppen und Schaukelpferde mit ihren fröhlichen Farben die überbordenden Regale der Spielzeugstube. „Schön bunt muss es sein, weil die Kinder das lieben“, meint Anita Eiblhuber, die vor zwei Jahren das Traditionsgeschäft in der Urfahraner Hauptstraße übernommen hat. Zusätzlich zu herkömmlichem Plastikspielzeug bietet sie eine breite Auswahl an Produkten aus naturbelassenen Materialien, die von „bewährten Unternehmen“ in Europa hergestellt werden: Wärmende Teddybären aus Biobaumwolle stehen neben fair produzierten Stoffsternen, natürlich gefärbte Babygreiflinge gesellen sich zu Holztierfiguren, die von Menschen mit Behinderung gefertigt werden, und nebenan lassen klassische Kugelbahnen und Holzeisenbahnen das Herz vor Nostalgie höher schlagen. „Die Konkurrenz durch Supermärkte und Internet ist hart“, gesteht Eiblhuber. „Aber mein Vorteil ist die Beratung, welches Spielzeug in welchem Alter grad voll im Trend ist!“

Naturfaser Fölser Jeans

„Wir Mühlviertler sind halt einfallsreiche Tüftler“, schmunzelt Stefan Fölser in seiner Bauernstube und breitet auf dem massiven Holztisch acht verschiedene Stofffleckerl in Marineblau, Anthrazit und Hellgrau aus. Vor 15 Jahren hat der gelernte Landwirt die Idee für seine regional produzierten Bio-Jeans geboren, die zu je 50 Prozent aus Mühlviertler Bio-Leinen und griechischer Baumwolle bestehen. Vom Anbau des Faserflachses über die Garnspinnerei bis zur Weberei im Nachbarort kontrolliert der 70-Jährige jeden Schritt in der Produktionskette, bevor drei Schneiderinnen aus der unmittelbaren Umgebung die Hosen in Heimarbeit nähen. Damit jedes Stück auch garantiert sitzt, schickt man bei der Bestellung die Lieblingsjeans als Vorbild mit. „Die meisten erledigen das per Post, aber manche besuchen uns hier in Helfenberg, um direkt vor Ort den Stoff, den Verschluss oder die Nahtfarbe individuell auszusuchen“, schildert Fölser. Nach etwa drei Monaten Wartezeit ist die maßgeschneiderte Hose dann fertig und kommt als Packerl zur eigenen Haustür.

Sanfte Pflege

In der Kürze liegt die Würze – vor allem beim Transportweg: Die goldenen Honigbärchen, schwarzen Lavendellämmer und schokoladigen Bio-Badebomben in den Holzregalen des Naturkosmetikgeschäfts Sanfte Pflege haben eine derart kurze Anreise hinter sich, dass sie wie frisch aus der Seifenmanufaktur duften. „Wir kaufen soweit wie möglich bei kleinen Produzenten aus der Region“, erklärt Inhaber Robert Buchegger, „und bei Firmen, die vom Drumherum her zu uns passen“. Dazu zählt für ihn neben dem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und dem Verzicht auf Tierversuche vor allem die Verwendung von natürlichen, teils essbaren Rohstoffen. „Die gibt’s schon seit hunderten Jahren, da weiß man, dass sie gut verträglich sind.“ Besonders Menschen mit empfindlicher Haut, Allergien oder Neurodermitis bietet er individuelle Beratung, welche Hautcremen, Duschgels oder Duftwässerchen am besten passen. „Dass sich die Kunden wohl fühlen, hat hier einen extrem hohen Stellenwert“, lächelt Buchegger. „Deshalb gibt’s uns ja auch schon seit 26 Jahren.“

Greenfeel

Die „Einstiegsdroge“ war die Biobanane, dann folgten Naturkosmetik und Öko-Waschmittel, und irgendwann war auch das Thema Mode „eine Gewissensgeschichte, aus der ich nicht mehr rauskomm“: Ihre drei Kinder waren die Motivation für Gabriele Mitterlehner, sich intensiv mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. „Bio allein ist dabei zu wenig“, erklärt sie, warum man in ihrem ökofairen Modegeschäft Greenfeel nur GOTS-zertifiziertes Gewand findet: Vom umweltgerechten Anbau über die faire Verarbeitung bis zum nachhaltigen Vertrieb garantiert dieses Gütesiegel „eine Kette, wo jedes Glied passt“. Und schick sind die Teile noch dazu: In einem ruhigen Innenhof zwischen Arkade und Herrenstraße gelegen, bietet die Boutique bunte Babystrampler und bürotaugliche Businesshemden, affige Kletterhosen und märchenhafte Kleider, warme Unterwäsche und noch wärmere Winterjacken. Fehlt eine Größe oder ein Modell aus der Kollektion der „vertrauenswürdigen Labels“, bestellt Mitterlehner die Stücke kostenlos ins Geschäft, wo man sie unverbindlich anprobieren kann. Zudem achtet sie auf leistbare Preise, denn „oft fehlt’s genau den Leuten, die das nötige Bewusstsein haben, an den finanziellen Möglichkeiten“.

Ölmühle Raab

Ratternd gleitet das hölzerne Schiebetor zur Seite, um das tiefe Brummen der Maschinen und den nussigen Duft frisch gepresster Sonnenblumenkerne ins Freie zu entlassen. „Der Jahreszeit entsprechend ist unser Lager derzeit ziemlich voll“, deutet Thomas Raab auf die meterhoch gestapelten Säcke. „Aber eigentlich pressen wir das ganze Jahr über, damit die sensiblen Öle immer frisch zu den Kunden kommen.“ Seit 2005 betreibt die Familie ihre eigene Mühle, anfangs um Biotreibstoff für den Biohof Achleitner herzustellen, bis sich hochwertige Biospeiseöle als rentabler herausgestellt haben. „Die kleinstrukturierte Landwirtschaft in Österreich muss mehr aus jedem Hektar herausholen“, erklärt Raab, warum er sich auf Ölsaaten wie Hanf oder Färberdistel spezialisiert hat. Was er an Rohstoffen nicht selber ernten kann, bezieht er soweit als möglich aus der Region. Verkosten kann man die zehn kaltgepressten Ölsorten unter anderem im Hofladen, wo zudem fruchtige Marmeladen, windgetrocknete Nudeln oder Hausruckviertler Bio-Cider von befreundeten Betrieben locken.

Burgerei

Herzhaft bohrt die glubschäugige Graffti-Kuh in der Nase, dahinter thront ein mächtiger Vierkanter auf grünen Hügeln. „Das ist der Silberbauernhof in Gutau, auf dessen Weiden die Bio-Angusrinder für unsere Fleischlaberl ihren freien Auslauf genießen“, erklärt Andreas Katzensteiner, der gemeinsam mit Peter Schaller am Linzer Südbahnhofmarkt soeben die zweite Filiale der Burgerei eröffnet hat. Beflügelt vom Ideal der Regionalität, verwandelt das Gastronomenduo traditionelle Lebensmittel aus Mühl- und Hausruckviertel in feines Fastfood, das in der Marktkoje stilvoll auf Porzellantellern und mit knusprigen Erdäpfelscheitln (Potato Wedges) serviert wird. Wer will, kann den deftigen Petersburger (mit Speck und Spiegelei), den mediterranen Hagenburger (mit Mozzarella und Pesto) oder den vegetarischen Notburger (mit Spinatlaibchen und Bio-Feta) auch mit nach Hause nehmen. Zusätzlich zur schnellen Küche lockt die Bio-Vitrine mit zartem Bauchspeck, feinen Filetsteaks und Beuschel im Rexglas von Angusrindern und fleckigen Turocschweinen – „unser Beitrag zum vielseitigen Marktleben rundum“, lacht Katzensteiner.

Schmuck Kastner

Ein junges Paar ist extra aus Südtirol angereist, „ganz nachhaltig mit dem Zug“, erinnert sich Christine Kastner-Ursprunger: „Wenn die Leute heiraten, dann ist es ihnen extrem wichtig, dass sie was Spezielles bekommen.“ Als eines der wenigen Schmuckgeschäfte in Österreich bietet ihr Laden hochwertige Eheringe aus nachhaltigen Quellen: Gold und Silber werden unter kontrolliert fairen Arbeitsbedingungen ohne Einsatz hochgiftiger Chemikalien gewonnen, die Kimberley-zertifizierten Diamanten wiederum stammen aus konfliktfreien Gebieten. Auch für die noblen Schmuckstücke, die sie eigenhändig in ihrer Welser Werkstätte gestaltet, verwendet die Goldschmiedin Amethyst, Turmalin und Aquamarin aus fairen Quellen sowie recycelte Edelmetalle: Dafür schmilzt sie Omas alte Halskette oder das aus der Mode gekommene Armband ein und schenkt ihnen als Ohrringen oder Anhängern ein zweites Leben. So werden „die Ressourcen, die im Umlauf sind, möglichst umweltschonend weitergenutzt“.

Lightwear

Zum „Schwammerl“ ist sie geworden, als sie im Salzkammergut nach öko-fairer Mode für ihre fünfköpfige Familie gesucht hat. „Dann mach ma’s eben selber“, hat Katrin Hörmandinger ganz pragmatisch beschlossen und 2011 gemeinsam mit ihrem Mann Michael das Lightwear in Vöcklabruck eröffnet. „Uns ist einfach wichtig, dass es den Leuten, die das produzieren, auch wirklich gut geht“, erklärt sie die Entscheidung, warum es in ihrer Boutique ausschließlich fair gehandelte, GOTS– und Bio-zertifizierte Damen-, Herren- und Kinderkleidung von großteils österreichischen Labels gibt. Weil aber ein gutes Gewissen in der Mode nicht alles ist, schauen die Stücke dabei auch noch superlässig aus, sind „für verschiedene Anlässe und Geldbörsl“ geeignet und zudem hochwertig verarbeitet: Mit den süßen Babyklamotten zum Beispiel „bringt man locker zehn Kinder durchs Säuglingsalter“, lacht Hörmandinger.

Volkshilfe ReVital Shop Linz

Ein falsches Samurai-Schwert und zwei echte Steiff-Teddybären aus dem Jahr 1905 sind Bereichsleiter Martin Zwicker besonders in Erinnerung geblieben, aber eigentlich „gibt’s hier jeden Tag was Neues zu entdecken“: Wer kuriose Kleidungsstücke, außergewöhnliche Retro-Möbel oder schickes 50er-Jahre-Geschirr sucht, dem bietet der Volkshilfe ReVital Shop am Spallerhof ein buntes Sammelsurium an günstiger Second-Hand-Ware. Abfallvermeidung lautet dabei das Zauberwort, stammen die Artikel doch zum Großteil aus Altstoffsammelzentren und 500 Altkleidercontainern in ganz Oberösterreich. Wer sperrige Möbel oder alte Elektrogeräte direkt an die Volkshilfe spenden will, ruft einfach im Shop an: Der Betrieb beschäftigt knapp 50 Langzeitarbeitslose, die brauchbare Ware kostenlos abholen, streng auf Sauberkeit, Sicherheit und Funktionstüchtigkeit prüfen und gegebenenfalls reparieren. Auch deshalb herrscht an frischem Nachschub für den 600 Quadratmeter großen Laden keinerlei Mangel, meint Zwicker: „Wenn ich doppelt so viel Fläche hätte, könnte ich die auch locker bespielen.“