Sonstiges

Kreative Geschenke, heilsame Naturkosmetik und alles, was zu Eurem Wohlbefinden beiträgt – diese Geschäfte in Linz und Rundumadum haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, handwerkliches Können, Gesundheit, soziale Verantwortung und Genuss.

Natur Werner

Die Nachbarinnen und Nachbarn haben ihm regelmäßig den Vogel gedeutet, erinnert sich Werner Öhlinger lächelnd. „Ich war immer schon ein Ökofreak“, erklärt er, warum er schon in den 1980er Jahren ein ökologisches Haus mit natürlichen Materialien und einer der ersten Photovoltaikanlagen des Landes gebaut hat. Seit dieser Zeit kennt er auch die Kärntner Naturfarben Auro, die der Anstoß für die Gründung seines eigenen Geschäfts waren. „In Linz hat’s die nirgends gegeben, also bin ich nach Kärnten gedüst und hab mit denen fix ausgemacht, dass ich das verkaufe“, schildert der gelernte Tischler und Einzelhandelskaufmann den Startschuss für seinen Laden im April 2009. Weil ihm die Holz- und Wandfarben allein aber zu wenig waren, hat er noch handgefertigte Naturmatratzen aus dem Mühlviertel, Filztaschen vom Sozialprojekt Alom in Haslach, Schafpelzpatscherl aus Salzburg und Bio-Unterwäsche für Kinder und Erwachsene dazugenommen. „Mir ist wichtig, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt“, sagt Öhlinger. „Und dass alles, was uns direkt umgibt, frei von Giftstoffen ist.“

Kinderkram

Die kulleräugigen Kätzchen auf dem gagerlgelben Leiberl sehen so aus, als wären sie dem farbenfrohen Traum eines Kindes entsprungen, das eine ganze Nacht in der Zuckerlfabrik verbracht hat. „Wir freuen uns immer, wenn wir solche Retro-Sachen entdecken“, lacht Lilly Koslowsky, Verkäuferin im Kinderkram am Linzer Volksgarten. Besonders die ökofairen Kindermodelabels aus Skandinavien baden in den grellbunten Farben der frühen Siebziger, und auch viele Spielsachen wirken wie den Kindheitstagen der Elterngeneration entsprungen. Einfach und farbenfroh sollen Kleidung und Spielzeug sein, darüberhinaus umweltfreundlich, in Europa hergestellt und plastikfrei, erklärt Besitzerin Eva Höller. Egal ob wollige Häkelpuppen, Fläschchen aus Edelstahl und giraffenförmige Beißhilfen aus Naturkautschuk, „jedes Stück haben wir mit viel Sorgfalt ausgesucht und mit unseren Kindern getestet“. Ein eigener Tisch ist für die Produkte von Linzer Designerinnen reserviert, die in Handarbeit Bären auf Leiberl häkeln oder tierische Schnullerketten basteln. „Diese individuellen Nischenprodukte sind beliebte Geschenke“, erzählt Koslowsky. „Besonders wenn man selber nicht gern näht.“

Lucia’s Naturladen

Kaum tritt man durch die offene Glastür, empfängt einen der aromatische Duft von jungen Kräuterkistln und das herzhafte Lachen von Lucia Lössl, die einer Kundin vom saftigen Gemüse der nahen Felder vorschwärmt. „Wenn du gut essen willst, musst du wissen, was grad bei uns reif ist“, meint die Namensgeberin von Lucias Naturladen im Ennser Vorort Lorch. Regelmäßig fährt sie zu den umliegenden Höfen und holt knackiges Gemüse, frisch geerntetes Obst oder selbstgemachte Nudeln. „Meine Überzeugung ist, dass besser einer für alle fährt, bevor jeder einzeln umanandkurvt“, erklärt Lössl. Vor sechs Jahren hat sie ihren Kindheitstraum vom eigenen „Kaufmannsladen“ erfüllt, „wo es gute und schöne Dinge gibt“. Dazu zählen für Lössl nicht nur regionale Bio-Lebensmittel, sondern auch fair gehandelte ModeSchafmilchseifen aus Sierning, Klangschalen und eine Unzahl von kreativen Geschenksideen. „Besonders beliebt sind unsere Geschenkskörbe mit Schmankerln aus der Umgebung“, sagt Lössl. „Da wissen die Beschenkten genau, wo’s herkommt.“

Schuhwerkstätte Hain

Federkielbestickte Hochzeitsschuhe und hochschaftige Bilgeri-Stiefel aus der k.u.k.-Monarchie stehen auf alten Schuhputzkastln, „aber die verkaufen wir nicht“, betont Dorit Hain lachend. Stattdessen fertigt ihr Mann Siegfried in der Kellerwerkstätte maßgeschneiderte Lederschuhe an, die mit der richtigen Pflege eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie das historische Schuhwerk haben. Bei einem Urlaub in Italien ist der gelernte Werkzeugmacher der Liebe zur Schusterei verfallen und hat sich das traditionelle Handwerk selbst beigebracht. Sein jahrzehntelang angeeignetes Fachwissen und seine Leidenschaft steckt er auch in die Reparatur von Schuhen aller Art. Absätze, Innenfutter, Fersenleder – „viele Leute wissen gar nicht, was man alles wieder richten kann“, sagt Hain. Statt Plastik kommt natürlich gegerbtes Leder oder hochwertiger Gummi zum Einsatz: „Das ist besser für die Umwelt. Außerdem erzählen viele Kunden, dass sie länger mit den aufgewerteten Schuhen gehen können.“ Dabei hilft auch die umfangreiche Auswahl an Schuhzubehör im Geschäft, das sich in den Regalen harmonisch zu fair gehandelten Geschenksartikeln und Modeaccessoires gesellt. „Wir halten es mit dem alten Indianersprichwort“, meint Dorit Hain: „Man soll bei all seinen Handlungen an die nächsten sieben Generationen denken.“

Geko

Regenwaldbunte Gekos kraxeln über die Gewölbedecke, „genau wie damals in Indonesien“, lacht Claudia Johnson. Aus Liebe zum Fernen Osten, seinem Sprachenmix und seinen Menschen reist sie immer wieder nach Südostasien und hat dort in den vergangenen Jahrzehnten ein dichtes Netzwerk von kleinen Betrieben aufgebaut, die ihr Geschäft in der Nähe des Linzer Hauptplatzes mit schrägen, eleganten oder verträumten Geschenksartikeln, Schmuck- und Kleidungsstücken beliefern. „Das Hauptkriterium ist, dass sie sozial und fair wirtschaften“, erklärt Johnson die Auswahl in ihrem Laden. Viele Stücke hat sie selbst entworfen und direkt an der Rohstoffquelle fertigen lassen, „damit den Leuten vor Ort mehr Geld bleibt und sie ihre Werkstätten entwickeln können“: Die farbenfrohen Kleider und Bambus-Blusen zum Beispiel näht eine kleine Schneiderei in Indonesien, und der symbolreiche Schmuck mit leuchtenden Halbedelsteinen entsteht in einer Manufaktur in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. „Fairer Handel ist für alle gut“, beschreibt Johnson ihr Credo. „Für mich, für meine Lieferanten und für meine Kunden.“

Landgärtnerei Ehmeier

Zusammengerollt schlummert die rotgetigerte Katze auf dem Vogelkäfig, in dem drei blitzblaue Wellensittiche ein fröhliches Ständchen pfeifen: Selbst wenn draußen der letzte kalte Winterhauch um die vier Glashäuser weht, fühlen sich Tiere und Pflanzen in der warmen „Kinderstube“ der Landgärtnerei Ehmeier sichtlich wohl. „Mehr als 35 verschiedene Bio-Chilis und 45 Bio-Kräuter wachsen hier“, deutet Karin Kempl auf die dicht gedrängten Töpfe, die dank der Kraft der Sonne und der Abwärme einer nahen Biogasanlage schon zu Beginn der Gartensaison üppiges Grün hervorbringen. Vor drei Jahren hat sie den Familienbetrieb mit ihrem Mann Peter übernommen und sich in Zusammenarbeit mit dem Verein Arche Noah auf Gemüse- und Kräuterraritäten „abseits der Standardsorten“ spezialisiert: Das winterfeste Olivenkraut zum Beispiel duftet herrlich nach der mediterranen Steinfrucht, nussige Asia-Pflücksalate wachsen immer wieder nach, und ein tägliches Blättchen der Jiaogulan-Pflanze verspricht ein langes Leben. Besonders stolz ist Kempl auf die breite Vielfalt an Bio-Chilis, die sie als junge Setzlinge verkauft oder mit Marillen, Zwetschken oder Sellerie zu pikanten Saucen und würzigen Chutneys verarbeitet. „Wir haben alles von gemütlich bis extra-hot, aber die Kunden wollen immer nur die schärfsten Chilis“, lacht Kempl.

Spielzeugstube

Das helle Klingeln der Türglocke markiert fast auf die Sekunde genau den Moment, in dem die Augen der Eintretenden zu leuchten beginnen: Vom Boden bis unter die Decke füllen Brettspiele, Puppen und Schaukelpferde mit ihren fröhlichen Farben die überbordenden Regale der Spielzeugstube. „Schön bunt muss es sein, weil die Kinder das lieben“, meint Anita Eiblhuber, die vor zwei Jahren das Traditionsgeschäft in der Urfahraner Hauptstraße übernommen hat. Zusätzlich zu herkömmlichem Plastikspielzeug bietet sie eine breite Auswahl an Produkten aus naturbelassenen Materialien, die von „bewährten Unternehmen“ in Europa hergestellt werden: Wärmende Teddybären aus Biobaumwolle stehen neben fair produzierten Stoffsternen, natürlich gefärbte Babygreiflinge gesellen sich zu Holztierfiguren, die von Menschen mit Behinderung gefertigt werden, und nebenan lassen klassische Kugelbahnen und Holzeisenbahnen das Herz vor Nostalgie höher schlagen. „Die Konkurrenz durch Supermärkte und Internet ist hart“, gesteht Eiblhuber. „Aber mein Vorteil ist die Beratung, welches Spielzeug in welchem Alter grad voll im Trend ist!“

Veganpower

Kämpferisch reckt der bissige Ex-Boxweltmeister auf der Autogrammkarte seine Fäuste in die Luft. „Da denkt sich auch der härteste Typ: Wenn sich der Mike Tyson vegan ernährt, dann kann das gar nicht so schlimm sein“, lacht Daniel Zellan. Er selbst hat als Kampfsportler jahrelang Putenfleisch, Topfen und tierisches Eiweiß verschlungen, bis er nach einem Allergieschock „körperlich völlig kaputt“ im Spital gelandet ist. Unverträglichkeit gegen Fleisch und Milcheiweiß lautete die Diagnose, die der Startschuss für seine Umstellung auf rein pflanzliche Ernährung war. Und weil für ihn dazu auch Proteinpulver für den Muskelaufbau gehört, eröffnete er zunächst den Online-Shop und im September das Geschäftslokal Veganpower, wo er neben Nahrungsergänzungsmitteln auch Tipps für ein Leben ohne tierische Produkte anbietet: „Ob Ausdauer oder Pumpen, ich sag den Leuten, welche Sportnahrung, Superfoods und Energieriegel am besten passen.“ Die mehr als 600 veganen Produkte sind frei von Farbstoffen, Chemie und Aspartam, teils biozertifiziert und durch ihren basischen pH-Wert verträglicher für die Nieren, erklärt Zellan: „Von denen kannst du bedenkenlos so viel essen, wie du willst und wie dir schmeckt.“

Sanfte Pflege

In der Kürze liegt die Würze – vor allem beim Transportweg: Die goldenen Honigbärchen, schwarzen Lavendellämmer und schokoladigen Bio-Badebomben in den Holzregalen des Naturkosmetikgeschäfts Sanfte Pflege haben eine derart kurze Anreise hinter sich, dass sie wie frisch aus der Seifenmanufaktur duften. „Wir kaufen soweit wie möglich bei kleinen Produzenten aus der Region“, erklärt Inhaber Robert Buchegger, „und bei Firmen, die vom Drumherum her zu uns passen“. Dazu zählt für ihn neben dem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und dem Verzicht auf Tierversuche vor allem die Verwendung von natürlichen, teils essbaren Rohstoffen. „Die gibt’s schon seit hunderten Jahren, da weiß man, dass sie gut verträglich sind.“ Besonders Menschen mit empfindlicher Haut, Allergien oder Neurodermitis bietet er individuelle Beratung, welche Hautcremen, Duschgels oder Duftwässerchen am besten passen. „Dass sich die Kunden wohl fühlen, hat hier einen extrem hohen Stellenwert“, lächelt Buchegger. „Deshalb gibt’s uns ja auch schon seit 26 Jahren.“

Schmuck Kastner

Ein junges Paar ist extra aus Südtirol angereist, „ganz nachhaltig mit dem Zug“, erinnert sich Christine Kastner-Ursprunger: „Wenn die Leute heiraten, dann ist es ihnen extrem wichtig, dass sie was Spezielles bekommen.“ Als eines der wenigen Schmuckgeschäfte in Österreich bietet ihr Laden hochwertige Eheringe aus nachhaltigen Quellen: Gold und Silber werden unter kontrolliert fairen Arbeitsbedingungen ohne Einsatz hochgiftiger Chemikalien gewonnen, die Kimberley-zertifizierten Diamanten wiederum stammen aus konfliktfreien Gebieten. Auch für die noblen Schmuckstücke, die sie eigenhändig in ihrer Welser Werkstätte gestaltet, verwendet die Goldschmiedin Amethyst, Turmalin und Aquamarin aus fairen Quellen sowie recycelte Edelmetalle: Dafür schmilzt sie Omas alte Halskette oder das aus der Mode gekommene Armband ein und schenkt ihnen als Ohrringen oder Anhängern ein zweites Leben. So werden „die Ressourcen, die im Umlauf sind, möglichst umweltschonend weitergenutzt“.