Sonstiges

Kreative Geschenke, heilsame Naturkosmetik und alles, was zu Eurem Wohlbefinden beiträgt – diese Geschäfte in Linz und Rundumadum haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, handwerkliches Können, Gesundheit, soziale Verantwortung und Genuss.

Natürlich Baby

Im Sekundentakt möchte man „Mei liab!“ quietschen, wenn man die regenbogenbunten Leiberl mit Baggern, Zwergen und Marienkäfern durchstöbert: Farbenfroh, bequem und lustig ist die Kindermode im Natürlich Baby, und zudem Bio-, Fairtrade– und/oder GOTS-zertifiziert. „Mir war ziemlich ungut beim Gedanken, welche Schadstoffe in gewöhnlichen Babytextilien sind“, erinnert sich Monika Stadler an ihre Beweggründe, das Geschäft bei der Goethekreuzung zu eröffnen. Für ihr eigenes Kind hat sie sich „so richtig reingestrebert“ in das Thema und weiß nun ganz genau, welche Stoffe für zarte Babyhaut besonders gut verträglich sind und wie man mit Stoffwindeln Abfall vermeidet. Darüber hinaus findet man im Laden Schnuller aus Naturkautschuk, naturbelassene Holzspielsachen, Biobaumwoll-Tragetücher oder einen schadstofffreien Kinderwagen aus dem Mühlviertel – kurzum „Sachen, die gut fürs Baby und für die Umwelt sind und dabei das Leben der Eltern erleichtern“.

Sonis Extrazimmer

Von den Bildern an der Wand über die Sessel unter den Hintern der Gäste bis zu Bio-Fahrradleiberln und fair produziertem Schmuck: „Alles, was du hier siehst, kannst du auch kaufen“, erklärt Flo Ettl gleich zur Begrüßung das Konzept von Sonis Extrazimmer. Von ihm stammt der Vorschlag, das leer stehende „Extrazimmer“ im Welser Medien Kultur Haus als Café zu nutzen. Christian „Soni“ Sonnleitner hat aus dieser Idee eine kreative Kombination aus Designladen und nachhaltiger Bar gebastelt. Alle Imbisse und Getränke, die in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre serviert werden, stammen von handverlesenen Betrieben aus der Region: Brot und Aufstriche für die klassische, vegetarische oder vegane Brettljause bereitet der Welser Szenekoch Christoph Hofinger zu, der Kaffee ist eine eigene Mischung der Freistädter Rösterei Suchan, der Bio-Most kommt vom preisgekrönten Steiner-Hof im Mühlviertel, und Naschkatzen knabbern die Mueslibrikett-Riegel der Welserin Lucia Sittenthaler. „Uns geht es ums Vertrauen“, beschreibt Ettl das zentrale Auswahlkriterium der Speisen und Getränke. „Wichtig ist uns, dass der Erzeuger wertschätzend mit seinen Lebensmitteln umgeht.“

Pure and Green

„Das schmeckt so grauslich“, hat sich Sohn Moritz über den Geschmack des Wassers aus der Plastikflasche beschwert: Mit der schwierigen Suche nach einer „ordentlichen Trinkflasche“ hat für Tina Pramhas ein Abenteuer begonnen, das vor zwei Jahren mit der Gründung des Online-Versands Pure and Green seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Bei ihrer jahrelangen Recherche hat sie nachhaltige, schicke und vor allem schadstofffreie Alltagsgegenstände von unterschiedlichsten Herstellern entdeckt und das breit gestreute Angebot nun auf ihrer Plattform gebündelt: Vorratsdosen aus Edelstahl, Babyschnuller aus Naturkautschuk, kompostierbare Salatschüsseln oder Kinderrucksäcke aus Bio-Baumwolle lagern im Keller ihres Einfamilienhauses am Stadtrand von Linz. Dort können die Kundinnen und Kunden ihre Bestellungen auch direkt abholen und sparen so die Versandkosten und unnötiges Verpackungsmaterial.

Hermanns Art of Shoes

Eine stolze Sammlung alter Schuhcreme-Blechdosen schmückt die Theke, auf der ein Paar Waldviertler mit durchgelatschter Sohle steht. „Die hat ein Kunden vor 15 Jahren gekauft, und jetzt lässt er sie herrichten, damit er sie noch mal 15 Jahre tragen kann“, erklärt Hermann Stuchlik. Anstatt Schuhe wie Wegwerfartikel zu behandeln, die nach einem Jahr aus der Mode und in die Tonne kommen, setzt Stuchlik in seinem Geschäft beim Welser Kaiser-Josef-Platz auf „gscheite heimische Produkte, wo sich eine Reparatur auszahlt“. Das gilt nicht nur für die Fußbekleidung: Auf Kundenwunsch hat er im Laufe der Jahre naturnahe Möbel, herzige Handpuppen und artistischen Jonglierbedarf in sein kunterbuntes Sortiment aufgenommen. „Die Kinder stehen derzeit total auf die Diabolos“, schmunzelt Stuchlik. Er selbst buddelt in seiner Freizeit lieber nach römischen Überresten oder verarbeitet die Früchte seines Gartens zu köstlichen Marmeladen, Fruchtessigen und Likören, mit denen er seine Kundschaft verwöhnt.

Kreativladen

Offener Bio-Kräutertee, einzelne Eier und lose Getreidekörner, die vor den Augen der Kundschaft geschrotet werden: Der Kreativladen im EuroCenter Linz-Oed bietet ein buntes Gegenprogramm zum klassischen Supermarkt. Anstatt abgepackte Ware zu erstehen, kann man hier Tupperdosen, Einmachgläser und Einkaufskörbe mit (Bio-)Lebensmitteln anfüllen lassen oder an der Bar einen frisch gepressten Fruchtsaft schlürfen. Zugleich steht eine breite Palette an Geschenkartikeln zur Auswahl, von duftenden Schafmilchseifen über handgefertigte Filztaschen bis zu Topfblumen der Zweigstelle Schwaigau von pro mente. Die Hauptaufgabe des Geschäfts, erklärt Trainingsleiter Gerald Langreiter, ist aber eine andere: „Seit 1985 begleiten wir hier bis zu sechs Menschen nach psychischen Krisen auf dem Weg zurück zum freien Arbeitsmarkt.“ Davon profitieren auch die Kundinnen und Kunden, findet Langreiter, denn das zusätzliche Personal ermöglicht eine ganz individuelle Beratung.

Hirsch trifft Blume

Der Strauß in zarten Rosatönen sieht nicht nur zum Anbeißen aus: „Die ungespritzten Bio-Edelrosen aus Freistadt kann man tatsächlich essen“, lacht Andrea Hirsch. Seit bald fünf Jahren ist ihr Geschäft Hirsch trifft Blume ein heißer Geheimtipp für blütenprächtige Dekorationen. Besonders bei Trauungen nimmt sie sich Zeit, um mit viel Liebe zum Detail auf individuelle Wünsche einzugehen: So gestaltet sie für eine Meereshochzeit einen Brautstrauß aus Muscheln und Wasserblumen oder für eine Feier im Stil der 20er Jahre ein Bouquet aus traditionellen Wicken, Freesien und Frauenmantel. Die Blumen, Moospolster und Wurzelstöcke für ihre Kreationen bekommt sie großteils von kleinen Gärtnereien und Bauernhöfen aus der Umgebung, und auch bei den charmanten Mitbringseln wie Kugelfröschen, Weinflaschen oder Grünkohl-Pesto achtet sie auf regionale Herkunft. Zudem bastelt die Floristin herzige Grußkarten aus handgeschöpftem Papier, die eine blühende Überraschung bergen: Vergräbt man die Billets in der Erde, sprießen blumige Liebesboten aus den im Karton versteckten Samen.

Records & More

Die Nadel setzt auf, ein leises Knistern erfüllt den Raum und weckt Erinnerungen aus fernen Kindheitstagen, als man im Wohnzimmer der Großeltern gebannt den Märchenplatten gelauscht hat: Im frisch eröffneten Records & More in der Linzer Altstadt zelebrieren Markus Meyr und Willi Buchmayr den Retro-Charme der Vinylplatte und ihre Liebe zur Musik. Knapp 20.000 Alben und Singles stehen auf zwei Etagen zur Auswahl, von Madonna bis B. B. King, von Elvis bis zu den Rolling Stones – „einfach alles außer Volksmusik“, erklärt Willi Buchmayr. Die beiden leidenschaftlichen Plattensammler kennen sich seit Kindheitstagen und haben einen Teil ihrer riesigen Kollektionen ins Geschäft eingebracht. Der Rest sind wiederveröffentlichte Klassiker und vor allem Second-Hand-Exemplare. „Wir kaufen Einzelstücke und ganze Sammlungen an“, beschreibt Buchmayr die wichtigste Bezugsquelle des Ladens. So können Musikbegeisterte beim Schmökern in den Plattenkisten stets aufs Neue alte Raritäten entdecken.

Kurtl Kartonmöbel

Die Partygäste stehen sich die Füße in den Bauch, weil zu wenig Sessel da sind – gut, dass in der Abstellkammer noch ein paar platzsparend gefaltete Hocker auf ihren Einsatz warten: Die Kurtl Kartonmöbel sind in Nullkommanix zusammengesteckt, erstaunlich stabil und mit ihrem funktionalen Design ein echter Hingucker. Entworfen werden die vielseitig einsetzbaren Regale, Sitzgelegenheiten und Couchtische in der Ottensheimer Kreativwerkstatt Papplab: Gemeinsam mit ihrem Team entwickeln Wodo Gratt und Christoph Außerwöger stets neue Ideen, die das Sortiment im frisch eröffneten Online-Shop nach und nach bereichern. Großen Wert legen die beiden auf die Nachhaltigkeit ihrer Möbel, die in Oberösterreich aus Recyclingmaterial hergestellt werden und selbst zu 100 Prozent recyclebar sind. Die einzelnen Stücke lassen sich mit Malstiften oder Geschenkspapier beliebig individualisieren und sind durch watscheneinfache Stecksysteme frei kombinierbar. So passen sie sich nach jedem Umzug der neuen Wohnung perfekt an.

Sisi-Top

Jeder hat eine zweite Chance verdient: die Kreditkarte als Gitarrenplektron, der Bierkorken als Kühlschrankmagnet, das Leiberl als geflochtener Gürtel. Kreatives Recycling und ausgefallene, handgefertigte Souvenirs bestimmen das Sortiment im Sisi-Top schräg gegenüber des Lentos‚. In ihrer winzigen Werkstatt bedruckt Kathrina Becker Postkarten und Buttons, veredelt Bio-Baumwollleiberl mit Stickereien und schneidert Altkleider zu Polstern oder Röcken um. Wegen eines Jobs ist die Aachnerin in Linz gelandet und „mag jetzt nimmer weg“ aus ihrer „Stahlstadt“. Diese Liebe zur neuen Heimat spiegelt sich auch im Namen des Ladens, der an Kaiserin Elisabeth erinnert – „auch so eine Deutsche, die sich rübermachte“, scherzt Kathrina. Immer wieder blitzt das Konterfei der Monarchin zwischen den zusammengewürfelten Möbeln und den Retro-Vinylplatten hervor, die dem Geschäft das gemütliche Flair eines wuseligen WG-Wohnzimmers verleihen.

Zimmer Kuchl Kabinett

Ein geschichtsträchtiges Haus mit Produkten, die eine Geschichte erzählen: So charakterisiert Geschäftsführerin Petra Winkler das Zimmer Kuchl Kabinett, den neuen Feinkostladen in einem 700 Jahre alten Bürgerhaus am Linzer Hauptplatz. Gemeinsam mit ihrem Mann Peter ist sie vor der Eröffnung am 1. April 2014 kreuz und quer durch Österreich getingelt, um kleinbäuerliche Betriebe aufzuspüren und ihre regionalen Schmankerl kennenzulernen. Vor allem junge Leute „haben den Überfluss satt“ und setzen auf Leidenschaft statt auf Massenware, freut sich Petra Winkler über das Ergebnis ihrer Erkundungstour. Diese Vielfalt gibt es nun in ihrem Laden zu entdecken und gustieren: Von Natursalz und Bio-Gewürzen über Honig-Grappa und Mühlviertler Whisky bis hin zu Löwenzahn-Chutney und Mohnsenf reicht das Sortiment, bei dem alle zwei Wochen ein neuer Themenschwerpunkt für erfrischende Abwechslung sorgt.