Sonstiges

Kreative Geschenke, heilsame Naturkosmetik und alles, was zu Eurem Wohlbefinden beiträgt – diese Geschäfte in Linz und Rundumadum haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, handwerkliches Können, Gesundheit, soziale Verantwortung und Genuss.

Raritätenflohmarkt

Der samstägliche Schlenderer über den Flohmarkt am Linzer Hauptplatz ist wie eine Reise in die eigene Familiengeschichte: Genau das gleiche Häferl hat der Opa gehabt, denkt man, bevor man am Nebentisch die Matchbox-Autos des Cousins, die peinlichen Vinyl-Platten der großen Schwester oder den bergkristallenen Aschenbecher der Großtante entdeckt. Anstatt die Altwaren aus Abstellkammerl, Kellerabteil oder Dachboden auf der Deponie zu entsorgen, bekommen sie beim wöchentlichen Second-Hand-Markt eine Chance auf ein neues Zuhause. Wie am Basar von Marrakesch wird um jeden Preis beinhart gefeilscht, bis am Ende die Nostalgikerinnen und Schnäppchenjäger zufrieden ein neues Stück Krimskrams, Kunst und Krempel in den eigenen Familienfundus aufnehmen.

Kraftstoff

Zwischen pfiffigen Jerseys, wasserabweisenden Taschenstoffen und weichen Cords schnurren leise die Nähmaschinen: Das Kraftstoff nahe des Welser Bahnhofs ist Bio-Textilgeschäft und kreative Nähwerkstatt in einem. Verschiedenste Schnittmuster inspirieren zu schicken Unikaten, und in Kursen (auch speziell für Männer!) vermittelt Inhaberin Gerlinde Huber das nötige Handwerkszeug für Poncho, Kapuzensweater oder Loopschal. Die gestapelten Stoffballen direkt neben den Schneidertischen sind alle in Bio-Qualität und großteils auch GOTS-zertifiziert. Die strenge Auswahl der Materialien ist für die frühere Sozialarbeiterin „eine Haltungsfrage“: Jeder könne mit seinen Konsumentscheidungen etwas Positives für die Umwelt und die eigenen Gesundheit bewirken. Besonders bei Kleinkindern mit ihrer empfindlichen Haut achten immer mehr Eltern auf schadstofffreie Kleidungsstücke, verrät Gerlinde Huber, die selbst Mutter eines kleinen Sohnes ist.

Bio-Gärtnerei Friedenshort

Gleich hinter dem Gemüseregal öffnet sich die Tür zum Gewächshaus, wo erste Salatpflanzen und saftige Kräuter sprießen: Kürzer kann der Weg zwischen Produktion und Handel nicht sein als in der Bio-Gärtnerei Friedenshort. Die „ordentliche Qualität“ der Jungpflanzen „von A wie Aubergine bis Z wie Zuckermais“ ist Leiterin Edith Schürhagl besonders wichtig: „Wir geben ihnen Zeit zum Wachsen und Wurzeln, dann halten sie auch mehr aus.“ Vor gut einem Jahrzehnt hat der Betrieb des Diakoniewerks Gallneukirchen auf biologischen Anbau umgesattelt, nur die Schnitt- und Topfblumen werden weiterhin konventionell gezüchtet. Gemeinsam mit Fachkräften säen, pflegen und ernten 14 Menschen mit Behinderung in den Glashäusern und auf dem angrenzenden Feld Porree, Paprika oder Tomaten. Aus dem Laden für das hauseigene Gemüse und die Bio-Jungpflanzerl ist mittlerweile ein kleiner Supermarkt mit biologischem Vollsortiment geworden. Dabei entwickelt sich die Auswahl laufend weiter: Auf Kundenwunsch bereichern inzwischen zum Beispiel Bio-Babykleidung oder eine beachtliche vegane Produktpalette das Angebot der Gärtnerei.

B7 Fahrradzentrum

„Ein bissl voll ist es derzeit“, entschuldigt sich Projektleiter Hannes Herber beim Rundgang durch die Werkstatt: „Wir reparieren hier alles vom Waffenrad bis zum Hightech-Bike“, und da sorge der freundliche Frühlingsstart für reichlich Aufträge. Ketten schmieren, Reifen wechseln, Bremsen kontrollieren – ein Service im B7 Fahrradzentrum macht den Drahtesel fit für den Einsatz. Versteckt hinter der Kapuzinerkirche gelegen, bietet das Projekt 14 zeitlich befristete Arbeitsplätze, um die Beschäftigten beim (Wieder-)Einstieg in die Erwerbstätigkeit zu unterstützen. Unter der Anleitung von Fachkräften lernen sie den Umgang mit Kunden und Kolleginnen genauso wie die Tricks, um gespendete und gebrauchte Räder zu recyceln und wieder auf fahrtauglich zu trimmen. Ab 60 Euro sind die Second-Hand-Vehikel im Geschäft erhältlich. Wer’s lieber brandneu mag, findet hier zudem schicke Retro-Stadträder, sportliche Trekking-Bikes, kompakte Falträder und E-Bikes sowie das nötige Zubehör für eine schwungvolle Radlsaison.

Atelier Vielfelt

Die Schaufensterpuppe stolziert mit spiralengemustertem Kleid aus recycelter 70er-Jahre-Bettwäsche durch den Raum, daneben leuchten handgefilzte Kinderpatscherl, streichelweicher Textilschmuck und originelle Kopfbedeckungen in allen Farben des Regenbogens: Es ist schier unmöglich, die geballte Kreativität der sechs oberöstereichischen Kunsthandwerkerinnen zu beschreiben, die miteinander das Atelier Vielfelt wenige Schritte vom Linzer Hauptplatz betreiben. Die Leidenschaft für traditionelle Textilhandarbeit zieht sich wie ein roter Faden durchs Sortiment: Gemeinsam präsentieren sie selbst genähte, gestrickte, gefilzte und gewebte Kleidungsstücke und Accessoires, kombiniert mit den kuscheligen Schätzen der Wollwerkstatt und den frischen Ideen von jungen Gastausstellerinnen. Zudem unterstützt die Boutique regelmäßig internationale Spendenaktionen, heuer zum Beispiel das Projekt Guldusi für afghanische Stickerinnen.

Haut und Seele

Verträumte Engel und spärlich bekleidete Elfen schweben durch die Luft, die nach Gräsern, Blumen und Kräutern duftet: Während in herkömmlichen Parfümerien Aldehyde, Phenole und andere synthetische Stoffe Nase und Augen reizen, führt der Laden Haut und Seele auschließlich Kosmetikprodukte aus natürlichen Rohstoffen, die so rein sind, dass man sie sogar essen könnte. Vor fünf Jahren hat Manuela Weber ihr Geschäft in der Herrenstraße eröffnet, um tierversuchsfreie Cremes, Parfüms und Schminksachen anzubieten. Heute stammen die Bestandteile vieler Produkte darüber hinaus aus biologischem und nachhaltigem Anbau sowie aus fairem Handel. Zusätzlich zur Naturkosmetik verwöhnt Weber ihre Kundinnen und Kunden mit sanften Gesichts- und Körperbehandlungen, damit Haut und Seele gleichermaßen frische Energien tanken.

Buchplus

Nur 200 Meter trennen das Buchplus vom hektischen Lärm der Goethekreuzung, und doch herrscht in der kleinen Buchhandlung angenehme Ruhe: Entspannt schlürfen die Kundinnen und Kunden in der gemütlichen Leseecke eine Tasse Kaffee und blättern verträumt in einem der zahlreichen Bücher. Neben einer beachtlichen Kinderabteilung mit Ferienromanen, Bastelanleitungen und Holzspielsachen gibt es auch die neuesten Romane und eine überraschend große Auswahl an psychologischer Literatur – ein kleiner Hinweis auf die Besonderheit dieses Geschäfts: Etwa 20 Menschen mit psychischen Erkrankungen werden in dem pro mente-Buchkompetenzzentrum von Fachkräften bei ihrem Wiedereinstieg ins Berufsleben unterstützt und begleitet. Zu ihren Aufgaben gehört nicht nur der Verkauf, sondern auch die Arbeit in der hauseigenen Buchbinderei: Hier werden die Blätter noch wie früher von Hand in Leinen oder Leder gebunden und mit Fäden zusammengeheftet – genau das Richtige für akademische Abschlussarbeiten oder um ein liebgewonnenes, aber zerfleddertes Taschenbuch vor dem Altpapier-Container zu retten.

Weltladen und Fairytale Fashion

Im Stadtzentrum von Eferding ist wohl der einzige Weltladen mit einem eigenen Modelabel: Sonnenfrau, Lichttanz und Schmetterlingsauge heißen die zauberhaften Kleider, Röcke und Shirts von Fairytale Fashion. So fantasievoll wie ihre Namen sind auch die verspielten Stickereien, die sie zieren. Alle Stücke werden in Nepal unter fairen und umweltschonenden Bedingungen aus Bio-Baumwolle von Hand gefertigt. Die Designs stammen von der Oberösterreicherin Ingrid Gumpelmaier-Grandl, die gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Mann vor zehn Jahren den Weltladen ins Leben gerufen hat. Fairtrade-Kaffee und die Fairytale-Kleider, Räucherstäbchen und steirischer Wein, handgeschnitzte Holzelefanten und Cider aus dem Nachbarort Schleißheim füllen den Laden bis in den letzten Winkel. Die Unterteilung in Erste, Zweite und Dritte Welt spielt dabei keine Rolle, erklärt Inhaber Heinz Grandl scherzend: „Wir sind eben ein Eine-Welt-Laden!“

Klosterladen

In regelmäßgen Abständen huscht ein Mönch oder eine Nonne in dunkelbrauner Kutte durchs Geschäft – kein Wunder, ist doch der Klosterladen in der geräumigen Pforte des Karmelitenklosters auf der Linzer Landstraße untergebracht. Wie an diesem Ort nicht anders zu erwarten, füllen religiöse Bücher und DVDs, Papstbilder, Rosenkränze und Engelsfiguren etwa die Hälfte der Regale. Der übrige Platz aber ist für regionale, meist biologische Lebensmittel aus „klosternaher Produktion“ reserviert, erklärt Mitinhaber Franz Lehner: Die handgeschöpfte Wachauer Marillen-Schokolade zum Beispiel wird in der Kremser Konditorei Hagmann mit Schnaps aus einem nahe gelegenen Stift hergestellt. Ähnliche Geschichten kann Lehner vom Bio-Bier aus der bayerischen Karmeliten-Brauerei und dem hochprozentigen Karmeliten-Geist, vom Bio-Apostelfrizzante und der Schutzengel-Schokolade von Sonnentor erzählen: Sie alle haben einen Bezug zum Klosterleben, werden aus hochwertigen Zutaten hergestellt und verheißen himmlischen Genuss.

Imkerhof

Im bernsteinfarbenen Licht schweben die Verkäuferinnen emsig zwischen Waben und Wachsfiguren herum, während goldener Honig seinen betörenden Duft verströmt. So ähnlich muss es wohl auch in einem Bienenstock zugehen. Doch im Imkerhof muss man sich nicht vor Stechattacken fürchten, während man die üppige Auswahl an naturbelassenen und verfeinerten Honigen studiert: “Klatschtante”, “Besserwisser” oder “Naturbursche” heißen zum Beispiel die witzig verpackten und mit Mohn, Nüssen oder Hanf veredelten Bio-Cremehonige der Bienothek aus Luftenberg. Gleich daneben findet man schonende Naturkosmetik, die aus dem Futtersaft der Bienenkönigin und dem natürlichen Antibiotikum Propolis zubereitet wird. Das Gros der Regale ist aber für handgeknetete, gezogene oder gedrehte Kerzen in allen Farben, Formen und Größen reserviert. Wen angesichts dieses Reichtums die Muse küsst, bekommt im Imkerhof alle Materialien, um selber kreative Kerzen herzustellen und zu verzieren.