Filme

Spannende Dokus und gute Spielfilme – diese Filme haben wir uns für Euch angesehen. Wichtig sind für uns die Themen Linz und Rundumadum, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss, soziale Verantwortung und kulturelles Engagement.

Der Bauer und sein Prinz

Gemeinhin sind die britischen Royals als niemals versiegender Quell für die Klatsch-, Tratsch- und Quatschpresse bekannt. Dass sich einer von ihnen ernsthaft Gedanken um die Gesundheit unseres Planeten macht, ist da eine positive Überraschung: Wenn Prinz Charles mit dicken Arbeitshandschuhen eine wilde Dornenhecke zurechtstutzt und dabei über die „harmonische Zusammenarbeit mit der Natur“ philosophiert, kommt der ansonsten eher linkisch wirkende Thronfolger richtig sympathisch und glaubwürdig rüber. Seit 30 Jahren lässt er seine 760 Hektar große Duchy Home Farm biologisch bewirtschaften, weil er „gesunden Boden schaffen und Leben in die Erde reinbringen“ will. Um die praktische Umsetzung kümmert sich dann David Milton: Der Landwirt und „latente Öko“ sieht den Betrieb als Gegenmodell zur „westlichen Art der Nahrungsmittelherstellung“, bei dem es nur um Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf die Umwelt geht. Der Film „Der Bauer und sein Prinz“ des deutschen Regisseurs Bertram Verhaag erzählt von der fruchtbaren Zusammenarbeit eines Visionärs und eines Praktikers, die gemeinsam zeigen, dass eine andere Art der Landwirtschaft möglich ist.

Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück

Das Glück ist bekanntlich ein Vogerl, und manche werden bei der Suche nach diesem flüchtigen Piepmatz zum rastlosen Jäger: Als Rucksacktourist reist der britische Komiker Simon Pegg in der Verfilmung des Bestsellers von François Lelord um den halben Globus, um die Quelle der Zufriedenheit zu finden. Von der Vergnügungsmeile in Shanghai führt sein Weg über ein tibetisches Kloster und ein afrikanisches Familienfest zu seiner amerikanischen Jugendliebe, bis er letztendlich gneißt, worum’s im Leben wirklich geht. Die Antwort ist zwar nicht unbedingt innovativ, aber so charmant erzählt, dass das bezaubernde Märchen noch einige Tage später spontanes Lächeln hervorruft und so ein Quäntchen zum eigenen Glück beiträgt.

Die Ökonomie des Glücks

Das idyllische Dorfleben im Himalaya versus schwarzweiße Zeitrafferaufnahmen der hektischen Großstadt: Allein schon die Einstiegsbilder des Films „Die Ökonomie des Glücks“ machen deutlich, worin Regisseurin Helena Norberg-Hodge die Grundlage für ein erfülltes Leben sieht, nämlich in einem stabilen sozialen Netzwerk und regionalen Wirtschaftskreisläufen. Die Globalisierung steigt im direkten Vergleich dazu ziemlich schlecht aus: Umweltzerstörung, steigende Arbeitslosigkeit und die Zunahme psychischer Erkrankungen gehen auf ihre Karte. Stattdessen plädiert die mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnete Autorin in ihrem filmischen Essay für eine Lokalisierung unseres Handels und Handelns: Regional produzierte Lebensmittel sind nicht nur die notwendige Antwort auf den globalen Transportwahnsinn, sondern stärken auch die Gemeinschaft vor Ort und fördern somit das Glück eines jeden Einzelnen.

Voices of Transition

Kuba hat den kalten Entzug schon hinter sich: Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er stand der kommunistische Inselstaat plötzlich ohne Erdöl und damit ohne Treibstoff, Kunstdünger und Pestizide da – ein Schicksal, das die Landwirtschaft weltweit treffen wird, wenn die fossilen Energieträger in den nächsten Jahrzehnten zur Neige gehen. Wie der Karibikstaat die Krise überwunden hat und dabei zum Vorreiter für regionale Bio-Landwirtschaft geworden ist, schildert der deutsch-französische Regisseur Nils Aguilar in seiner Low-Budget-Doku „Voices of Transition“. Dass eine derartige Unabhängigkeit von der Petrochemie nicht nur in der Karibik, sondern auch in unseren Breitengraden möglich ist, zeigen die Porträts von Stadtgärten, Permakulturen und Agroforstwirtschaft in Frankreich und England. Der Film macht Mut für eine Zukunft ohne Erdöl und zugleich unbändige Lust, sich aktiv am nachhaltigen Wandel zu beteiligen.

Fat, Sick & Nearly Dead

Radikal ist ein Hilfsausdruck für die Fastenkur von Joe Cross: Während andere mit 40 eine Midlife-Krise mit flotten Autos und ebensolchen Frauen durchmachen, ernährt sich der Australier 60 Tage lang ausschließlich von frisch gepressten Obst- und Gemüsesäften. Der Regisseur und Hauptdarsteller der streckenweise charmant unprofessionellen Doku „Fat, Sick & Nearly Dead“ hat auch die nötige Motivation: Er ist chronisch krank, vollgepumpt mit Tabletten und 140 Kilo schwer. Statt auf den Medikamentencocktail setzt er auf Entgiftung und die Selbstheilungskräfte seines Körpers: Mit dem Entsafter im Kofferraum reist er zwei Monate lang durch die USA, das Heimatland seines heiß geliebten Junk Food. Auf dem Road Trip plaudert er ohne Missionierungseifer mit Expertinnen und Passanten über Gesundheit und Ernährung, bis er den ebenfalls stark übergewichtigen und steinkranken Phil Staples trifft. Die Verwandlung des Lkw-Fahrers macht die Magie des Filmes aus und erklärt, warum das Saftfastenprogramm „Reboot with Joe“ mittlerweile ein weltweiter Erfolg ist.