Mediathek

Bücher, Filme und Apps – diese Medien haben wir für Euch ausprobiert. Wichtig sind für uns die Themen Linz und Rundumadum, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss, soziale Verantwortung und kulturelles Engagement.

Besser essen

Billig soll es sein, schnell zubereitet und möglichst keine Arbeit machen: Die globale Lebensmittelindustrie fördert mit Tiefkühlpizza, Packerlsuppe und Co. ganz gezielt unsere Bequemlichkeit, löscht aber mit ihrem ungesunden Einheitsbrei jegliche Geschmacksvielfalt aus. Deswegen ist „selber Kochen der erste Schritt zum besser Essen“, sagt Rudi Anschober: Der oberösterreichische Umweltlandesrat wirbt in seiner Mischung aus Kochbuch, Ratgeber und politischem Plädoyer für eine Wende in unseren Ernährungsgewohnheiten, damit wir wieder „spüren, was uns guttut“. Mehr als 100 einfache, oft vegetarische Rezepte machen Lust, mit regionalen Bioprodukten der jeweiligen Jahreszeit zu experimentieren und ihren Reichtum an Aromen zu erkunden. Zudem verraten Profis wie Köchin Sarah Wiener, Biobauer Günter Achleitner oder Journalistin Barbara von Melle, was „Besser Essen“ in ihrem Alltag bedeutet und welche Erwartungen sie diesbezüglich an die Politik haben. Tipps für einen achtsamen Konsum, den Anbau und die Lagerung von Lebensmitteln runden das praktische Handbuch ab und zeigen, wie jeder und jede „mit Genuss die Welt verändern“ kann.

Die Ökonomie des Glücks

Das idyllische Dorfleben im Himalaya versus schwarzweiße Zeitrafferaufnahmen der hektischen Großstadt: Allein schon die Einstiegsbilder des Films „Die Ökonomie des Glücks“ machen deutlich, worin Regisseurin Helena Norberg-Hodge die Grundlage für ein erfülltes Leben sieht, nämlich in einem stabilen sozialen Netzwerk und regionalen Wirtschaftskreisläufen. Die Globalisierung steigt im direkten Vergleich dazu ziemlich schlecht aus: Umweltzerstörung, steigende Arbeitslosigkeit und die Zunahme psychischer Erkrankungen gehen auf ihre Karte. Stattdessen plädiert die mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnete Autorin in ihrem filmischen Essay für eine Lokalisierung unseres Handels und Handelns: Regional produzierte Lebensmittel sind nicht nur die notwendige Antwort auf den globalen Transportwahnsinn, sondern stärken auch die Gemeinschaft vor Ort und fördern somit das Glück eines jeden Einzelnen.

Von der Schale bis zum Kern

Püriertes Karottengrün wird zu einem würzigen Pesto, aus dem Apfelputz entsteht süßer Sirup, und in die Maisblätter werden kleine Reispäckchen gewickelt: Bernadette Wörndl hat in ihrem vegetarischen Kochbuch mehr als 100 Ideen gesammelt, wie vermeintlich unbrauchbare Obst- und Gemüsereste auf fantasievolle Weise den Gaumen umschmeicheln. Alphabetisch nach der Hauptzutat sortiert, erzählt die Salzburgerin ihre persönliche Geschichte zu jedem Lebensmittel. Geprägt von ihrer Kindheit am Bauernhof und den Erfahrungen im eigenen Garten, ist für sie jedes Stück Obst und Gemüse etwas Besonderes, das sie so umfassend wie möglich verwertet. Zwar gelingt das auch mit den Vorschlägen des Kochbuchs nicht vollständig, aber die Rezepte helfen beim Vermeiden von Lebensmittelabfällen, inspirieren zu geschmacklichen Experimenten und öffnen die Augen für den kulinarischen Wert von Putz und Stingel.

PeakFinder Alps

Keinen süßeren Duft kennt das Wandererherz als die klare Luft, die das soeben erreichte Gipfelkreuz umweht. Die fulminante Fernsicht auf die in allen Blautönen leuchtenden Berge verdrängt für kurze Zeit jeglichen Gedanken, bis sich eine nagende Frage im Oberstübchen festsetzt: Wie heißen denn gefälligst all die Gipfel ringsum? Wer jetzt keine Karte oder einen ortskundigen Bergfex zur Hand hat, dem helfen zahlreiche Handy-Apps bei der Benamsung der Anhöhen. Im Praxistest hat uns vor allem eine Anwendung überzeugt: Der PeakFinder arbeitet im gesamten Alpenraum dank GPS und Nasa-Höhenmodell punktgenau und erlaubt mit seinem schicken 360-Grad-Panorama in Schwarz-Weiß eine intuitive Orientierung. Zudem braucht die App im Gegensatz zur Konkurrenz keine Internetverbindung, um die Alpengipfel zu erkennen – ein klarer Pluspunkt in der unberührten Bergwelt fernab störender Sendemasten.

Sagenreiseführer Oberösterreich

Der Teufel war früher ein ganz schön umtriebiger Geselle: In Rohrbach tanzt er mit blutjungen Mädchen, in Braunau packt er gottlose Knechte beim Krawattl und am Abersee baut er eine Kirche, nur um vom heiligen Wolfgang um seinen Lohn geprellt zu werden. Oberösterreich ist reich an fesselnden Sagen, die reale Orte mit fantastischen Figuren wie Drachen, Nixen und dem Schwarzen Mönch verknüpfen. Autor Erich Weidinger und Fotograf Michael Maritsch haben sich auf Spurensuche begeben und in allen vier Vierteln mythisch-mystische Schauplätze aufgespürt. Entstanden ist daraus ein Reiseführer, der Geschichte und Geschichten auf kurzweilige Art miteinander verbindet. Die 43 Ausflüge, Rundgänge und Wandertouren führen zu historischen Ruinen, geheimnisvollen Felsformationen und bezaubernden Naturjuwelen, wo sich mit dem Buch in der Hand die Pforten zur heimischen Sagenwelt öffnen.

Voices of Transition

Kuba hat den kalten Entzug schon hinter sich: Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er stand der kommunistische Inselstaat plötzlich ohne Erdöl und damit ohne Treibstoff, Kunstdünger und Pestizide da – ein Schicksal, das die Landwirtschaft weltweit treffen wird, wenn die fossilen Energieträger in den nächsten Jahrzehnten zur Neige gehen. Wie der Karibikstaat die Krise überwunden hat und dabei zum Vorreiter für regionale Bio-Landwirtschaft geworden ist, schildert der deutsch-französische Regisseur Nils Aguilar in seiner Low-Budget-Doku „Voices of Transition“. Dass eine derartige Unabhängigkeit von der Petrochemie nicht nur in der Karibik, sondern auch in unseren Breitengraden möglich ist, zeigen die Porträts von Stadtgärten, Permakulturen und Agroforstwirtschaft in Frankreich und England. Der Film macht Mut für eine Zukunft ohne Erdöl und zugleich unbändige Lust, sich aktiv am nachhaltigen Wandel zu beteiligen.

Zu gut für die Tonne

Die Eier laufen in zwei Tagen ab, und die Karotten sehen auch schon ziemlich verschrumpelt aus: Anstatt solche Überbleibsel dem gierigen Mistkübel in den Rachen zu schmeißen, verrät das Handy, wie man daraus leckere Speisen zaubert. Je nach Kühlschrankinhalt sucht die kostenlose App „Zu gut für die Tonne“ ein passendes Rezept aus der Datenbank, in der Küchenstars wie Sarah Wiener, Johann Lafer oder Tim Mälzer ihre Lieblingsgerichte der Resteküche präsentieren. Zugleich schreibt die Handy-Anwendung fehlende Zutaten auf den virtuellen Einkaufszettel und gibt Tipps zur Lagerung, damit Vorräte möglichst lange frisch bleiben. Vereinzelte Germanismen wie Aubergine, Brötchen oder Armer Ritter offenbaren die Herkunft der App: Herausgegeben wird sie vom deutschen Ministerium für Ernährung, weil dort – genauso wie in Österreich – derzeit ein Achtel aller Einkäufe im Müll landet. Das praktische Werkzeug schafft Bewusstsein und hilft dabei, jedes Nahrungsmittel voll auszukosten.

Slow Foot Wanderungen Oberösterreich

Wer nur von einem Gipfel zum nächsten hetzt, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden: Der Slow-Foot-Wanderführer macht den Umweg zum Ziel und lenkt den Blick auf die Schönheit am Wegesrand. Die 38 Touren führen in gemütlichem Schritttempo durch Flusstäler, auf sanfte Hügel oder durch die Städte Oberösterreichs. Kurz und knackig beschreibt Autor Stephen Sokoloff die Besonderheiten der Landschaft, sodass man unterwegs immer wieder innehält, um zum Beispiel fossile Kuhtritt-Muscheln am Gosausee, blühende Streuobstwiesen im Eferdinger Becken oder die einzigartige Flora im Tannermoor zu bestaunen. Die detailreichen Wegbeschreibungen und die Tipps für urige Gasthäuser mit regionalen Schmankerln machen das Buch zu einem praktischen Begleiter für eine entschleunigte Wanderung.

Fat, Sick & Nearly Dead

Radikal ist ein Hilfsausdruck für die Fastenkur von Joe Cross: Während andere mit 40 eine Midlife-Krise mit flotten Autos und ebensolchen Frauen durchmachen, ernährt sich der Australier 60 Tage lang ausschließlich von frisch gepressten Obst- und Gemüsesäften. Der Regisseur und Hauptdarsteller der streckenweise charmant unprofessionellen Doku „Fat, Sick & Nearly Dead“ hat auch die nötige Motivation: Er ist chronisch krank, vollgepumpt mit Tabletten und 140 Kilo schwer. Statt auf den Medikamentencocktail setzt er auf Entgiftung und die Selbstheilungskräfte seines Körpers: Mit dem Entsafter im Kofferraum reist er zwei Monate lang durch die USA, das Heimatland seines heiß geliebten Junk Food. Auf dem Road Trip plaudert er ohne Missionierungseifer mit Expertinnen und Passanten über Gesundheit und Ernährung, bis er den ebenfalls stark übergewichtigen und steinkranken Phil Staples trifft. Die Verwandlung des Lkw-Fahrers macht die Magie des Filmes aus und erklärt, warum das Saftfastenprogramm „Reboot with Joe“ mittlerweile ein weltweiter Erfolg ist.

Nachhaltig genießen

Erdbeeren im Winter, Schokolade zu Schleuderpreisen, Tiefkühlpizza: Für einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil kann man auf so manche Bequemlichkeit verzichten – aber auf Genuss? Niemals! Das Buch „Nachhaltig genießen“ ist ein praktischer Ratgeber, wie man mit bewusstem Konsum der Gesellschaft, der Umwelt und der eigenen Gesundheit etwas Gutes tut. Im leicht verständlichen Theorieteil skizziert Ernährungsexperte Karl von Koerber die Hintergründe für eine gesunde, faire und ökologische Lebensweise. Anschließend tritt Chefkoch Hubert Hohler im Rezeptteil den Beweis an, dass Nachhaltigkeit und Genuss kein Widerspruch sind: Aus regionalen und saisonalen Produkten kreiert er über 100 wohlschmeckende Gerichte, die weder exotische Zutaten noch jahrelange Küchenexpertise verlangen.