Alle Artikel zum Schlagwort Accessoires

Siebenkant

Mit leuchtenden Augen bringt Claudia Opletal den regenbogenbunten Donnerkeil zum Rotieren und erzählt dabei voller Begeisterung von der wenige Kilometer entfernten Holzkreiselmanufaktur: Beim Rundgang durch das Siebenkant gegenüber vom Welser Bahnhof sprudeln die Geschichten nur so aus dem Mund von Claudia, die sich vor zwei Jahren den Wunsch nach einem Geschäft erfüllt hat, „in dem man ohne Bedenken einkaufen kann“. Was damals als Laden für ökologisch und fair produzierte Damen- und Herrenmode begonnen hat, bietet heute zudem nachhaltiges Kinderspielzeug, regionale und biologische Lebensmittel sowie Schmuck und Accessoires von Kunstwerkstätten und Sozialinitiativen aus der näheren Umgebung. Geleitet wird sie bei der Auswahl der Artikel von der Wertschätzung für Mensch, Natur und das Produkt selbst. „Konsumieren ist eine Form von Politik“, ist Claudia überzeugt. „Mit jedem Einkauf entscheide ich, wen ich mit meinem Geld unterstütze.“

Lucia’s Naturladen

Kaum tritt man durch die offene Glastür, empfängt einen der aromatische Duft von jungen Kräuterkistln und das herzhafte Lachen von Lucia Lössl, die einer Kundin vom saftigen Gemüse der nahen Felder vorschwärmt. „Wenn du gut essen willst, musst du wissen, was grad bei uns reif ist“, meint die Namensgeberin von Lucias Naturladen im Ennser Vorort Lorch. Regelmäßig fährt sie zu den umliegenden Höfen und holt knackiges Gemüse, frisch geerntetes Obst oder selbstgemachte Nudeln. „Meine Überzeugung ist, dass besser einer für alle fährt, bevor jeder einzeln umanandkurvt“, erklärt Lössl. Vor sechs Jahren hat sie ihren Kindheitstraum vom eigenen „Kaufmannsladen“ erfüllt, „wo es gute und schöne Dinge gibt“. Dazu zählen für Lössl nicht nur regionale Bio-Lebensmittel, sondern auch fair gehandelte ModeSchafmilchseifen aus Sierning, Klangschalen und eine Unzahl von kreativen Geschenksideen. „Besonders beliebt sind unsere Geschenkskörbe mit Schmankerln aus der Umgebung“, sagt Lössl. „Da wissen die Beschenkten genau, wo’s herkommt.“

Schuhwerkstätte Hain

Federkielbestickte Hochzeitsschuhe und hochschaftige Bilgeri-Stiefel aus der k.u.k.-Monarchie stehen auf alten Schuhputzkastln, „aber die verkaufen wir nicht“, betont Dorit Hain lachend. Stattdessen fertigt ihr Mann Siegfried in der Kellerwerkstätte maßgeschneiderte Lederschuhe an, die mit der richtigen Pflege eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie das historische Schuhwerk haben. Bei einem Urlaub in Italien ist der gelernte Werkzeugmacher der Liebe zur Schusterei verfallen und hat sich das traditionelle Handwerk selbst beigebracht. Sein jahrzehntelang angeeignetes Fachwissen und seine Leidenschaft steckt er auch in die Reparatur von Schuhen aller Art. Absätze, Innenfutter, Fersenleder – „viele Leute wissen gar nicht, was man alles wieder richten kann“, sagt Hain. Statt Plastik kommt natürlich gegerbtes Leder oder hochwertiger Gummi zum Einsatz: „Das ist besser für die Umwelt. Außerdem erzählen viele Kunden, dass sie länger mit den aufgewerteten Schuhen gehen können.“ Dabei hilft auch die umfangreiche Auswahl an Schuhzubehör im Geschäft, das sich in den Regalen harmonisch zu fair gehandelten Geschenksartikeln und Modeaccessoires gesellt. „Wir halten es mit dem alten Indianersprichwort“, meint Dorit Hain: „Man soll bei all seinen Handlungen an die nächsten sieben Generationen denken.“

Quand

Auf kuschelig gepolsterten Holzpaletten sitzend schlürft Adelheid Neumeier-Binder mit einer Kundin gemütlich eine Tasse Kaffee. „Die Leute kommen gerne zum Quatschen, das Einkaufen geht da ganz einfach nebenbei“, lacht die Inhaberin der Boutique Quand, in der sie seit Sommer 2014 ihre Leidenschaft für nachhaltige Mode mit ihren langjährigen Erfahrungen im Sozialbereich verknüpft. Nicht nur bei der selbst gestalteten Einrichtung prägen recycelte Autoreifen, Holzbretter und Hanfseile das Erscheinungsbild, auch bei den Kleidern und Accessoires bekommen alte Feuerwehrschläuche, Kaffeesäcke oder Fahrradpneus eine zweite Chance. „Ich nähe T-Shirts zu Loopschals, Hosen zu Röcken, Ärmel zu Hauben“, schildert Neumeier-Binder ihren „Quandkreislauf“. Den größten Teil ihres Sortiments bildet aber alltagstaugliche Ökomode für Damen und Herren: „Das wichtigste Kriterium sind die GOTS-, FairWear– und IVN-Gütesiegel, und gefallen muss es mir natürlich auch.“ Das ist heutzutage zum Glück kein Problem mehr, findet Neumeier-Binder: „Öko ist schon lange keine Jutesackmode mehr, sondern so richtig im Trend.“

Kurtl Kartonmöbel

Die Partygäste stehen sich die Füße in den Bauch, weil zu wenig Sessel da sind – gut, dass in der Abstellkammer noch ein paar platzsparend gefaltete Hocker auf ihren Einsatz warten: Die Kurtl Kartonmöbel sind in Nullkommanix zusammengesteckt, erstaunlich stabil und mit ihrem funktionalen Design ein echter Hingucker. Entworfen werden die vielseitig einsetzbaren Regale, Sitzgelegenheiten und Couchtische in der Ottensheimer Kreativwerkstatt Papplab: Gemeinsam mit ihrem Team entwickeln Wodo Gratt und Christoph Außerwöger stets neue Ideen, die das Sortiment im frisch eröffneten Online-Shop nach und nach bereichern. Großen Wert legen die beiden auf die Nachhaltigkeit ihrer Möbel, die in Oberösterreich aus Recyclingmaterial hergestellt werden und selbst zu 100 Prozent recyclebar sind. Die einzelnen Stücke lassen sich mit Malstiften oder Geschenkspapier beliebig individualisieren und sind durch watscheneinfache Stecksysteme frei kombinierbar. So passen sie sich nach jedem Umzug der neuen Wohnung perfekt an.

Atelier Vielfelt

Die Schaufensterpuppe stolziert mit spiralengemustertem Kleid aus recycelter 70er-Jahre-Bettwäsche durch den Raum, daneben leuchten handgefilzte Kinderpatscherl, streichelweicher Textilschmuck und originelle Kopfbedeckungen in allen Farben des Regenbogens: Es ist schier unmöglich, die geballte Kreativität der sechs oberöstereichischen Kunsthandwerkerinnen zu beschreiben, die miteinander das Atelier Vielfelt wenige Schritte vom Linzer Hauptplatz betreiben. Die Leidenschaft für traditionelle Textilhandarbeit zieht sich wie ein roter Faden durchs Sortiment: Gemeinsam präsentieren sie selbst genähte, gestrickte, gefilzte und gewebte Kleidungsstücke und Accessoires, kombiniert mit den kuscheligen Schätzen der Wollwerkstatt und den frischen Ideen von jungen Gastausstellerinnen. Zudem unterstützt die Boutique regelmäßig internationale Spendenaktionen, heuer zum Beispiel das Projekt Guldusi für afghanische Stickerinnen.

Haut und Seele

Verträumte Engel und spärlich bekleidete Elfen schweben durch die Luft, die nach Gräsern, Blumen und Kräutern duftet: Während in herkömmlichen Parfümerien Aldehyde, Phenole und andere synthetische Stoffe Nase und Augen reizen, führt der Laden Haut und Seele auschließlich Kosmetikprodukte aus natürlichen Rohstoffen, die so rein sind, dass man sie sogar essen könnte. Vor fünf Jahren hat Manuela Weber ihr Geschäft in der Herrenstraße eröffnet, um tierversuchsfreie Cremes, Parfüms und Schminksachen anzubieten. Heute stammen die Bestandteile vieler Produkte darüber hinaus aus biologischem und nachhaltigem Anbau sowie aus fairem Handel. Zusätzlich zur Naturkosmetik verwöhnt Weber ihre Kundinnen und Kunden mit sanften Gesichts- und Körperbehandlungen, damit Haut und Seele gleichermaßen frische Energien tanken.

Weltladen und Fairytale Fashion

Im Stadtzentrum von Eferding ist wohl der einzige Weltladen mit einem eigenen Modelabel: Sonnenfrau, Lichttanz und Schmetterlingsauge heißen die zauberhaften Kleider, Röcke und Shirts von Fairytale Fashion. So fantasievoll wie ihre Namen sind auch die verspielten Stickereien, die sie zieren. Alle Stücke werden in Nepal unter fairen und umweltschonenden Bedingungen aus Bio-Baumwolle von Hand gefertigt. Die Designs stammen von der Oberösterreicherin Ingrid Gumpelmaier-Grandl, die gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Mann vor zehn Jahren den Weltladen ins Leben gerufen hat. Fairtrade-Kaffee und die Fairytale-Kleider, Räucherstäbchen und steirischer Wein, handgeschnitzte Holzelefanten und Cider aus dem Nachbarort Schleißheim füllen den Laden bis in den letzten Winkel. Die Unterteilung in Erste, Zweite und Dritte Welt spielt dabei keine Rolle, erklärt Inhaber Heinz Grandl scherzend: „Wir sind eben ein Eine-Welt-Laden!“

Moschi

Elvis schmachtet vom Plattenspieler neben der schweren Registrierkasse, während ein Puppenkopf mit Melone, gepunkteter Fliege und gestrengem Blick die Eingangstür fixiert: Das Moschi in der Rainerstraße ist eine zauberhafte Zeitkapsel, voll mit einzigartiger Second-Hand-Mode und Vintage-Accessoires der 50er bis 80er Jahre: Der schicke Smoking für die Dinnerparty hängt neben lässigen Lederjacken und Hippieblusen, Cowboystiefel gesellen sich zu knalligen Perücken und verrückten Sonnenbrillen. Günstig sind die kreativen Einzelstücke obendrein. “Die meisten Kundinnen und Kunden kommen vom Theater und der Kunst-Uni”, sagt Inhaberin Helga Köhl. „Die einen suchen Requisiten für die Bühne, die anderen Verkleidungen für Retro- oder Faschings-Partys.“ Wer Zeit und Lust zum Stöbern mitbringt, kann hier viele schräge Klamotten entdecken und anprobieren – so wird schon der Einkauf zum fröhlichen Kostümfest.

Salon Buntspecht

Drei herzige Eulen sitzen hinter dem Verkaufstresen und bestaunen mit ihren gehäkelten Riesenaugen das farbenfrohe Sortiment im Salon Buntspecht: Die geballte Kreativität von 27 Designerinnen und Designern füllt die knarzigen Holzregale, die Belinda Jahn aus dem alten Geschäft ihres Großvaters in die Herrenstraße übersiedelt hat. Mit ihrem kleinen Laden holt sie die Idee von DaWanda zurück in die reale Welt: Wie im Onlineshop präsentieren Menschen ihre in liebevoller Handarbeit gestrickten, getöpferten, genähten oder gebastelten Werke, doch im Gegensatz zum digitalen Pendant kann man im Salon Buntspecht die Amulette aus verbogenen Gabeln, die knalligen Duftkerzen im Weckglas und die Handtaschen aus Mühlviertler Leinen auch anfassen, beschnuppern und ausprobieren. Unweigerlich kriegt man bei dieser Vielfalt an Ideen Lust aufs selber Basteln: Zum Glück geben die Herstellerinnen und Hersteller ihr handwerkliches Können in Workshops direkt vor Ort bereitwillig weiter.