Das Online-Magazin für Nachhaltigkeit in Linz und Rundumadum

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Natur Werner

Die Nachbarinnen und Nachbarn haben ihm regelmäßig den Vogel gedeutet, erinnert sich Werner Öhlinger lächelnd. „Ich war immer schon ein Ökofreak“, erklärt er, warum er schon in den 1980er Jahren ein ökologisches Haus mit natürlichen Materialien und einer der ersten Photovoltaikanlagen des Landes gebaut hat. Seit dieser Zeit kennt er auch die Kärntner Naturfarben Auro, die der Anstoß für die Gründung seines eigenen Geschäfts waren. „In Linz hat’s die nirgends gegeben, also bin ich nach Kärnten gedüst und hab mit denen fix ausgemacht, dass ich das verkaufe“, schildert der gelernte Tischler und Einzelhandelskaufmann den Startschuss für seinen Laden im April 2009. Weil ihm die Holz- und Wandfarben allein aber zu wenig waren, hat er noch handgefertigte Naturmatratzen aus dem Mühlviertel, Filztaschen vom Sozialprojekt Alom in Haslach, Schafpelzpatscherl aus Salzburg und Bio-Unterwäsche für Kinder und Erwachsene dazugenommen. „Mir ist wichtig, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt“, sagt Öhlinger. „Und dass alles, was uns direkt umgibt, frei von Giftstoffen ist.“

Geko (c) Stern&Kringel

Geko

Regenwaldbunte Gekos kraxeln über die Gewölbedecke, „genau wie damals in Indonesien“, lacht Claudia Johnson. Aus Liebe zum Fernen Osten, seinem Sprachenmix und seinen Menschen reist sie immer wieder nach Südostasien und hat dort in den vergangenen Jahrzehnten ein dichtes Netzwerk von kleinen Betrieben aufgebaut, die ihr Geschäft in der Nähe des Linzer Hauptplatzes mit schrägen, eleganten oder verträumten Geschenksartikeln, Schmuck- und Kleidungsstücken beliefern. „Das Hauptkriterium ist, dass sie sozial und fair wirtschaften“, erklärt Johnson die Auswahl in ihrem Laden. Viele Stücke hat sie selbst entworfen und direkt an der Rohstoffquelle fertigen lassen, „damit den Leuten vor Ort mehr Geld bleibt und sie ihre Werkstätten entwickeln können“: Die farbenfrohen Kleider und Bambus-Blusen zum Beispiel näht eine kleine Schneiderei in Indonesien, und der symbolreiche Schmuck mit leuchtenden Halbedelsteinen entsteht in einer Manufaktur in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. „Fairer Handel ist für alle gut“, beschreibt Johnson ihr Credo. „Für mich, für meine Lieferanten und für meine Kunden.“

Friedlieb und Töchter (c) Stern&Kringel

Friedlieb und Töchter

Wie eine wildes Tier faucht die silberglänzende Espressomaschine und verspricht eine geballte Dosis von jenem heiß begehrten Stoff, dem das schicke Café Friedlieb und Töchter seine Benamsung verdankt: Vor bald 200 Jahren hat Friedlieb Ferdinand Runge die belebende Wirkung des Koffeins entdeckt, und als seine „ideologischen Töchter“ zelebrieren Elke Schmedler und Kristina Bleil mitten in der Linzer Altstadt die urbane Kaffeehauskultur, „die wir von Wien, Amsterdam oder London gekannt und in Linz bisher vermisst haben“. Damit sind sie offenbar nicht allein, denn seit der Eröffnung im Dezember knotzen die Gäste mit einer Tasse ökofairen Kaffees in den gemütlichen Polstermöbeln, die die beiden eigenhändig designt und zusammengezimmert haben. Nicht nur bei der stylishen Einrichtung im historischen Bäckerhaus haben die zwei Inhaberinnen selbst Hand angelegt: Auch in der Küche machen sie „alles zu 100 Prozent selber“ und backen aus überwiegend regionalen Biozutaten saftige Orangen-Marzipan-Torten, verführerischen Apfelstrudel und vegane Guglkugln.

Rox Musicbar (c) Stern&Kringel

Karaokenacht im Rox

Wo der Himmel voller E-Gitarren hängt und Britney, die Beatles und der Baywatch-Titelsong schon seit Stunden die Stimmung anheizen, da hat Katharina Ghaly leichtes Spiel: Kaum erklärt sie die improvisierte Showbühne für eröffnet, greifen auch schon die ersten Freiwilligen nach dem Mikrofon. Jeden Dienstag verwandelt sich das Rox zu später Stunde in eine Karaokebar mit mehr als 10.000 Liedern, erklärt Betriebsleiterin Ghaly, die an diesem Abend in die Doppelrolle als DJane und Moderatorin schlüpft. „Da singen Stammkunden mit jahrelanger Karaoke-Erfahrung genauso wie Leute, die das einfach mal ausprobieren und Spaß haben wollen.“ Unter allen, die sich auf die Bühne trauen, wird ein Gutschein verlost, den man zum Beispiel gegen Steaks und Burger vom Lavasteingrill einlösen kann. Die sind seit dem Sommer neu auf der schallplattenförmigen Speisekarte des Rox, erklärt Geschäftsführer Jürgen Koitz, und versprechen dank österreichischer Zutaten und hausgemachter Saucen ein „würziges Erlebnis“.

Frontfood (c) Stern&Kringel

Frontfood

Ein Brotweckerl, frisches Gemüse, hausgemachte Saucen – sieht aus wie ein gewöhnlicher Burger, nur das gegrillte Laibchen in der Mitte wirkt bei genauer Betrachtung eine Spur heller. „Das ist kein Faschiertes, sondern Sojagranulat“, erklärt Bernhard Falkner, der in seinem frisch eröffneten Frontfood „zu hundert Prozent vegane Küche“ anbietet. Dass die rein pflanzlichen Gerichte ausgerechnet in Form von amerikanischem Fastfood daherkommen, ist für den Burger-Liebhaber nur logisch: „Vegane Lokale kommen oft mit einem alternativen Touch oder erhobenem Zeigefinger daher. Ich wollte was bieten, was die Leute kennen und annehmen.“ Tatsächlich wirken Schnitzlinger (ein Semmerl mit paniertem Laibchen), Chiiesy (mit pflanzlichem Käse) und Pirateburger (mit Fishifilet) so vertraut, dass auch viele Nicht-Veganer herzhaft zubeißen. Auch bei Öko-Strom und kompostierbarer Verpackung legt Falkner großen Wert auf Nachhaltigkeit. Zudem sind alle Zutaten „soweit als möglich“ Bio, regional und fair gehandelt, betont er nicht ohne Stolz. „Das ist schon eine ziemlich einzigartige Geschichte.“

Sanfte Pflege (c) Stern&Kringel

Sanfte Pflege

In der Kürze liegt die Würze – vor allem beim Transportweg: Die goldenen Honigbärchen, schwarzen Lavendellämmer und schokoladigen Bio-Badebomben in den Holzregalen des Naturkosmetikgeschäfts Sanfte Pflege haben eine derart kurze Anreise hinter sich, dass sie wie frisch aus der Seifenmanufaktur duften. „Wir kaufen soweit wie möglich bei kleinen Produzenten aus der Region“, erklärt Inhaber Robert Buchegger, „und bei Firmen, die vom Drumherum her zu uns passen“. Dazu zählt für ihn neben dem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und dem Verzicht auf Tierversuche vor allem die Verwendung von natürlichen, teils essbaren Rohstoffen. „Die gibt’s schon seit hunderten Jahren, da weiß man, dass sie gut verträglich sind.“ Besonders Menschen mit empfindlicher Haut, Allergien oder Neurodermitis bietet er individuelle Beratung, welche Hautcremen, Duschgels oder Duftwässerchen am besten passen. „Dass sich die Kunden wohl fühlen, hat hier einen extrem hohen Stellenwert“, lächelt Buchegger. „Deshalb gibt’s uns ja auch schon seit 26 Jahren.“

Records & More - Retro-Gefühle (c) Stern&Kringel

Records & More

Die Nadel setzt auf, ein leises Knistern erfüllt den Raum und weckt Erinnerungen aus fernen Kindheitstagen, als man im Wohnzimmer der Großeltern gebannt den Märchenplatten gelauscht hat: Im frisch eröffneten Records & More in der Linzer Altstadt zelebrieren Markus Meyr und Willi Buchmayr den Retro-Charme der Vinylplatte und ihre Liebe zur Musik. Knapp 20.000 Alben und Singles stehen auf zwei Etagen zur Auswahl, von Madonna bis B. B. King, von Elvis bis zu den Rolling Stones – „einfach alles außer Volksmusik“, erklärt Willi Buchmayr. Die beiden leidenschaftlichen Plattensammler kennen sich seit Kindheitstagen und haben einen Teil ihrer riesigen Kollektionen ins Geschäft eingebracht. Der Rest sind wiederveröffentlichte Klassiker und vor allem Second-Hand-Exemplare. „Wir kaufen Einzelstücke und ganze Sammlungen an“, beschreibt Buchmayr die wichtigste Bezugsquelle des Ladens. So können Musikbegeisterte beim Schmökern in den Plattenkisten stets aufs Neue alte Raritäten entdecken.

Zimmer Kuchl Kabinett (c) Stern&Kringel

Zimmer Kuchl Kabinett

Ein geschichtsträchtiges Haus mit Produkten, die eine Geschichte erzählen: So charakterisiert Geschäftsführerin Petra Winkler das Zimmer Kuchl Kabinett, den neuen Feinkostladen in einem 700 Jahre alten Bürgerhaus am Linzer Hauptplatz. Gemeinsam mit ihrem Mann Peter ist sie vor der Eröffnung am 1. April 2014 kreuz und quer durch Österreich getingelt, um kleinbäuerliche Betriebe aufzuspüren und ihre regionalen Schmankerl kennenzulernen. Vor allem junge Leute „haben den Überfluss satt“ und setzen auf Leidenschaft statt auf Massenware, freut sich Petra Winkler über das Ergebnis ihrer Erkundungstour. Diese Vielfalt gibt es nun in ihrem Laden zu entdecken und gustieren: Von Natursalz und Bio-Gewürzen über Honig-Grappa und Mühlviertler Whisky bis hin zu Löwenzahn-Chutney und Mohnsenf reicht das Sortiment, bei dem alle zwei Wochen ein neuer Themenschwerpunkt für erfrischende Abwechslung sorgt.

Raritätenflohmarkt am Linzer Hauptplatz - Autoflotte (c) Stern&Kringel

Raritätenflohmarkt

Der samstägliche Schlenderer über den Flohmarkt am Linzer Hauptplatz ist wie eine Reise in die eigene Familiengeschichte: Genau das gleiche Häferl hat der Opa gehabt, denkt man, bevor man am Nebentisch die Matchbox-Autos des Cousins, die peinlichen Vinyl-Platten der großen Schwester oder den bergkristallenen Aschenbecher der Großtante entdeckt. Anstatt die Altwaren aus Abstellkammerl, Kellerabteil oder Dachboden auf der Deponie zu entsorgen, bekommen sie beim wöchentlichen Second-Hand-Markt eine Chance auf ein neues Zuhause. Wie am Basar von Marrakesch wird um jeden Preis beinhart gefeilscht, bis am Ende die Nostalgikerinnen und Schnäppchenjäger zufrieden ein neues Stück Krimskrams, Kunst und Krempel in den eigenen Familienfundus aufnehmen.

Izakaya - Kleines Sushi (c) Stern&Kringel

Izakaya

Ein roter Lampion leuchtet den Weg zum Lokal, dessen Name übersetzt so viel wie Beisl bedeutet. Doch ein Blick auf die Speisekarte genügt, um zu zeigen, dass das Izakaya weit mehr zu bieten hat: Das älteste japanische Restaurant in Oberösterreich bringt seit knapp 30 Jahren ausgewählte Spezialitäten aus dem Land der aufgehenden Sonne nach Linz. Mit seinem gedeckten Licht, dem dunklen Holz und japanischen Nippes strahlt das Lokal eine angenehme Authentizität ohne fernöstlichen Kitsch aus. Das Sushi wird fachgerecht mit handwarmem Reis und frischem Fisch zubereitet, der zum Teil sogar aus heimischen Süßwasserteichen stammt: Bio-Forelle, -Waller und -Lachsforelle für das Austria Sushi kommen von der Fischzucht Maier in Schiedlberg, erzählt Inhaberin Sabine Shirakura. Im Sommer genießen die Gäste die japanischen Köstlichkeiten im ruhigen Gastgarten, wo sich der Bambus sanft im Wind wiegt und Wirtshund Dino verspielt um ein paar Streicheleinheiten heischt.

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