Alle Artikel zum Schlagwort Altstadt

Raritätenflohmarkt

Der samstägliche Schlenderer über den Flohmarkt am Linzer Hauptplatz ist wie eine Reise in die eigene Familiengeschichte: Genau das gleiche Häferl hat der Opa gehabt, denkt man, bevor man am Nebentisch die Matchbox-Autos des Cousins, die peinlichen Vinyl-Platten der großen Schwester oder den bergkristallenen Aschenbecher der Großtante entdeckt. Anstatt die Altwaren aus Abstellkammerl, Kellerabteil oder Dachboden auf der Deponie zu entsorgen, bekommen sie beim wöchentlichen Second-Hand-Markt eine Chance auf ein neues Zuhause. Wie am Basar von Marrakesch wird um jeden Preis beinhart gefeilscht, bis am Ende die Nostalgikerinnen und Schnäppchenjäger zufrieden ein neues Stück Krimskrams, Kunst und Krempel in den eigenen Familienfundus aufnehmen.

In’s Hof.Zeit

In diesem Renaissancebau hat Mozart seine Linzer Sinfonie komponiert, heute lächelt er milde von den Schoko-Marzipan-Kugeln der Confiserie Wenschitz: Das Café In’s Hof.Zeit im Mozarthof verwöhnt seine Gäste mit traditionellen Imbissen, hausgemachten Mehlspeisen nach Mamas Rezept und ausgewählten heimischen Delikatessen. Im Jänner 2014 haben sich Heidi Fischer und Brigitte Nachbargauer ihren Traum vom eigenen Lokal verwirklicht und die Räumlichkeiten des ehemaligen „s Kistl“ in der Linzer Altstadt übernommen. Besonders wichtig ist den beiden Freundinnen die regionale Herkunft ihrer Produkte: Sowohl im gemütlichen Innenraum als auch im Gastgarten unter den historischen Arkadenbögen dürfen sich die Gäste auf Hofstettner Bio-Bier, Mühlviertler Most von Mairinger und österreichische Weine freuen.

Izakaya

Ein roter Lampion leuchtet den Weg zum Lokal, dessen Name übersetzt so viel wie Beisl bedeutet. Doch ein Blick auf die Speisekarte genügt, um zu zeigen, dass das Izakaya weit mehr zu bieten hat: Das älteste japanische Restaurant in Oberösterreich bringt seit knapp 30 Jahren ausgewählte Spezialitäten aus dem Land der aufgehenden Sonne nach Linz. Mit seinem gedeckten Licht, dem dunklen Holz und japanischen Nippes strahlt das Lokal eine angenehme Authentizität ohne fernöstlichen Kitsch aus. Das Sushi wird fachgerecht mit handwarmem Reis und frischem Fisch zubereitet, der zum Teil sogar aus heimischen Süßwasserteichen stammt: Bio-Forelle, -Waller und -Lachsforelle für das Austria Sushi kommen von der Fischzucht Maier in Schiedlberg, erzählt Inhaberin Sabine Shirakura. Im Sommer genießen die Gäste die japanischen Köstlichkeiten im ruhigen Gastgarten, wo sich der Bambus sanft im Wind wiegt und Wirtshund Dino verspielt um ein paar Streicheleinheiten heischt.

Chay

Am Ende des tunnelartigen Durchgangs verstummt der Rummel des Hauptplatzes, und der intensive Duft von Grüntee mischt sich mit fernöstlichen Sphärenklängen: Das Teehaus Chay ist eine verborgene Ruheoase im Herzen von Linz, wo der Genuss von Tee in all seinen Varianten stilvoll zelebriert wird. Neben hausgemachtem Kuchen und Bio-Trinkschokolade finden sich 150 Teesorten auf der Karte, von indischem Gewürz-Chai über japanischen Matcha und marokkanischen Minztee bis zu südamerikanischem Mate-Aufguss und erfrischendem Eistee im Sommer. Viele stammen aus biologischem Anbau und fairem Handel, wie Inhaberin Christine Weisskirchner bereitwillig erklärt: Nachhaltigkeit und soziales Engagement sind Teil der Unternehmensphilosophie in ihrem Salon, der optisch von sattem Rot und tiefem Schwarz dominiert ist – farblich perfekt abgestimmt auf die rothaarige und schwarz gekleidete Besitzerin. Bei einer Tasse Ceylon-Tee und einem getauschten Buch aus dem Bookcrossing-Regal verlangsamt sich die Zeit – ein herrliches Gefühl, das man mit den Tees aus dem angrenzenden Teeladen auch zu Hause genießen kann.

Imkerhof

Im bernsteinfarbenen Licht schweben die Verkäuferinnen emsig zwischen Waben und Wachsfiguren herum, während goldener Honig seinen betörenden Duft verströmt. So ähnlich muss es wohl auch in einem Bienenstock zugehen. Doch im Imkerhof muss man sich nicht vor Stechattacken fürchten, während man die üppige Auswahl an naturbelassenen und verfeinerten Honigen studiert: “Klatschtante”, “Besserwisser” oder “Naturbursche” heißen zum Beispiel die witzig verpackten und mit Mohn, Nüssen oder Hanf veredelten Bio-Cremehonige der Bienothek aus Luftenberg. Gleich daneben findet man schonende Naturkosmetik, die aus dem Futtersaft der Bienenkönigin und dem natürlichen Antibiotikum Propolis zubereitet wird. Das Gros der Regale ist aber für handgeknetete, gezogene oder gedrehte Kerzen in allen Farben, Formen und Größen reserviert. Wen angesichts dieses Reichtums die Muse küsst, bekommt im Imkerhof alle Materialien, um selber kreative Kerzen herzustellen und zu verzieren.

Bio-Holzofenbäckerei Gragger

„Licht“ prangt in geschwungenen, schmiedeeisernen Lettern an der Wand – als ob dieser Hinweis auf die helle, freundliche Atmosphäre der Bio-Holzofenbäckerei Gragger noch nötig wäre! Die schlichte Einrichtung aus naturbelassenem Holz, die harmonische Beleuchtung mit Glitzerluster und Teelichtern und die angenehme Abwesenheit von dudeliger Hintergrundmusik schaffen das perfekte Ambiente für einen entspannten Start in den Tag. Bis 11 Uhr kann man hier ofenwarme Weckerl zum Beispiel mit Bio-Honig und Marmelade von regionalen Herstellern frühstücken. Mittags köcheln Suppen und Eintöpfe auf dem Herd, die in Kombination mit einer Scheibe Brot aus dem breiten Sortiment der Bäckerei eine sättigende Mahlzeit bilden. Alle Brote werden in Handarbeit aus Natursauerteig anstelle von industriellen Hefekulturen hergestellt. Das macht sie nicht nur leichter verdaulich, sondern auch unvergleichlich aromatisch.

Cook

Die kühle, nordisch-minimalistische Einrichtung des Restaurants Cook steht in krassem Gegensatz zu seiner warmen Gastlichkeit und der heißen Schauküche: Grelle Gasflammen züngeln um den Wok, in dem Hannes Eidenberger nur einen Meter von den Gästen entfernt das knackige Gemüse herumschupft. Aus regionalen Zutaten der Jahreszeit bereitet der Chefkoch eine abenteuerliche, delikate Kombination aus skandinavischer und asiatischer Küche zu. Da trifft das auf einem Eichenbrett gratinierte Plankstek auf angenehm scharfes Cørry, und schwedische Fisksoppa (Fischsuppe) steht neben dem spektakulären Wok the Line. Ein Gläschen Akvavit rundet ein Mahl kulinarischer Gegensätze harmonisch ab. Skål!

Mein MüLi

Vor 200 Jahren haben in diesem Gewölbe im hinteren Bereich des Alten Rathauses noch die Pferde des Bürgermeisters residiert, heute werden hier regionale Bio-Lebensmittel feilgeboten: Das 1981 gegründete Naturkostfachgeschäft Mein MüLi will, wie der Name verrät, MÜhlviertler Bauern und LInzer Konsumenten zusammenbringen. Das Brot kommt von der Sarleinsbacher Hofbäckerei Mauracher, Gemüse vom Eferdinger Biohof Achleitner, und am Verkaufstresen hängt ein Zettel mit dem Hinweis, dass die Putzleinsdorfer Biofleischerei Höglinger am Freitag ein Kalb schlachtet und man bitte rechtzeitig sein Fleisch reservieren solle. Abgesehen von der Wursttheke ist das Sortiment großteils vegetarisch, und auch die montags bis donnerstags für 6,90 Euro angebotenen Mittagsgerichte sind meist fleischlos.

Nachtwächter zu Lintze

„Kropferte Liesl“ war der uncharmante Beiname der Habsburgerin Maria Elisabeth, die aufgrund ihrer Leibesfülle ihre Gemächer in der Linzer Altstadt nur noch per Lift erreichen konnte. Mit solchen Anekdoten, einem langen, schwarzen Mantel, Hellebarde und Laterne ausgestattet, führt Wolfgang Liegl alias der Nachtwächter zu Lintze durch die Vergangenheit der Stadt. „Gott zum Gruße!“, schmettert er zu Beginn in die Runde, und schon sprudeln Geschichte und Gschichtln aus ihm heraus: vom Galgen am Hauptplatz, vom Froschtor am Pfarrplatz (das seinen Namen den Fröschen verdankt, die allmorgendlich beim Öffnen der Stadttore von der Donau in die Stadt hüpften), von hinterlistigen Schlitzohren und betrunkenen Bürgern. Zum Abschluss gibt’s ein Nachtwächtermahl mit Bier und Beuschel oder einer vegetarischen Alternative.

Donau Stein Design

Manch Schatz liegt am Grund der Donaufluten, und mit ihren glitzernden Edelsteinen verführen Wassernixen arglose Kinder, heißt es in der Sagenwelt. Nun gibt es zwar keine Diamanten in der Donau, aber die Schmuckdesignerin Sieglinde Almesberger findet auf ihren Spaziergängen entlang des Ufers reichlich Rohstoff für ihre Amulette, Ringe und Ketten: Sie verwandelt rötliche und grüne, geäderte und gepunktete Donaukiesel in ihrem Atelier in der Altstadt in modischen Naturschmuck. Zudem ist Almesberger die Erfinderin der Linzer Metallkugeln, die in der Weihnachtszeit viele Geschäftsauslagen zieren. Die goldenen und silbernen Drahtbälle werden bei Pro Mente in verschiedenen Größen handgefertigt und zu Schmuck oder Christbaumbehang verarbeitet.