Alle Artikel zum Schlagwort Aussicht

Maurerwirt

Im Herrgottswinkel klammert sich ein heiliger Trinker an seine bauchige Weinflasche, daneben hängen blumengeschmückte Kuhglocken und bäuerliche Hinterglasmalereien: Der Maurerwirt ist ein „richtiges Dorfgasthaus mit allem, was man sich erwartet“, schildert Günter Maurer. Und weil für den zwirbelbärtigen Chef nicht nur das „g’sunde Miteinander am Stammtisch“ dazu gehört, sondern auch eine bodenständige, regional verwurzelte Hausmannskost, verwendet er ganz gezielt saisonale (Bio-)Lebensmittel aus der unmittelbaren Umgebung. „Die Industrie rennt mit ihren Fertigprodukten in die falsche Richtung. Ich kaufe lieber frische Zutaten beim Fleischhacker meines Vertrauens und den Apfelsaft beim Nachbarn„, erklärt Maurer sein Ziel, die Herkunft der einzelnen Speisen und Getränke für die Gäste nachvollziehbar zu machen. Eigenkreationen wie der Haselgrabenknödel mit Kalbfleisch- und Kürbisfülle oder die Erdäpfeltascherl mit Steinpilzen gesellen sich auf der Karte zu den herzhaften Klassikern der heimischen Küche. Dazu passt ein Glas Bio-Maurerbier, das der Wirt eigens in der Privatbrauerei Hofstetten brauen lässt.

Köglerhof

Am Ast eines Apfelbaums hängt die Schaukel mit dem vermutlich besten Ausblick auf das Eferdinger Becken: Umgeben von blühenden Streuobstwiesen ist der Köglerhof in Gramastetten ein beliebte Anlaufstelle für hungrige Wandersleute, die nach einer Tour auf den 690 Meter hohen Koglerauer Spitz bei einer zünftigen Jause auf der sonnenverwöhnten Terrasse frische Kräfte tanken. Brot, Speck und Topfenaufstriche stammen allesamt aus dem Mühlviertel, der Großteil sogar aus der hauseigenen Bio-Landwirtschaft, wo neugierige Fleckviehrinder, seltene Brillenschafe und schreckhafte Wildhühner unter freiem Himmel grasen. Aus Milch, Eiern und Fleisch produziert die Familie Bauernfeind „Lebensmittel, wie man sie von früher kennt“. Dazu gibt es preisgekrönten Most und naturtrüben Apfelsaft aus dem Obstgarten sowie eine breite Auswahl an Mühlviertler Bio-Bieren. Jeden Freitagnachmittag öffnet der Hofladen seine Pforten, wo man sich mit den naturbelassenen Köstlichkeiten als Wegzehrung für die nächste Wanderung eindecken kann.

Taschenlampenführung im Neuen Dom

Gespenstisch irrlichtern die Taschenlampen durch den gewaltigen Innenraum, der ansonsten nur von vereinzelten Kerzen und dem diffusen Leuchten der Straßenlaternen erhellt wird: Bei Nacht ist der Neue Dom ein geheimnisvoller Ort, den man bei einer abendlichen, knapp einstündigen Führung im Schein der LED-Lampen erkunden kann. Die Erläuterungen über die Baugeschichte und die architektonischen Besonderheiten verblassen angesichts der mystischen Atmosphäre in der größten Kirche Österreichs. Von der unterirdischen Krypta mit dem Superman-Krippenengel führt der Weg an Steinfratzen vorbei und über schmale Wendeltreppen hinauf bis zum Dachstuhl, wo sich zum Abschluss des Rundgangs ein atemberaubender Ausblick von der Außengalerie bietet: Luftige 30 Meter über dem Domplatz liegt den Nachtaktiven die ganze Innenstadt mit ihren hell leuchtenden Straßenzügen und Schaufenstern zu Füßen.

Swingolf

Leicht in die Knie gehen, den Ball nicht aus den Augen lassen, schwungvoll durchziehen, und im besten Fall segelt die knallorange Kugel in Richtung der roten Fahne. Der Abschlag funktioniert beim Swingolf genau wie bei regulärem Golf, nur dass der Schläger drei Kanten hat, der Ball etwas größer und der Einstieg wesentlich einfacher ist: Nach ein paar Probeschlägen am Übungsplatz können Kinder wie Erwachsene auf der Anlage in Linz-Urfahr gleich loslegen – ganz ohne Platzreife, Clubmitgliedschaft und Handicap. Auf dem Weg vom ersten zum 18. Loch spazieren die Spielerinnen und Spieler fünf Kilometer über bunte Blumenwiesen und weiden sich an der herrlichen Aussicht auf Pöstlingberg und Sankt-Magdalena-Kirche. Nach der Partie können sie auf Slacklines durch den Obstgarten balancieren oder im ehemaligen Heustadl mit einem Glas österreichischen Weins auf den Sieg anstoßen.

Franz-Josefs-Warte

Die 127 Holzstufen sind von den Jahren und zahllosen Füßen sichtlich gezeichnet, und doch machen sie den großen Unterschied: Mit einer Höhe von knapp 20 Metern liegt die Aussichtsplattform der Franz-Josefs-Warte bequem über den Baumkronen und ermöglicht somit einen kaiserlichen Rundblick auf die Donau, den Pöstlingberg, das Eferdinger Becken und die Stadt. Der denkmalgeschützte Backsteinturm auf dem Freinberg ist nur einen gemütlichen Spaziergang (oder einen zackigen Berglauf) vom Linzer Hauptplatz entfernt: Durch die Hofgasse und die Schlossanlage führt der Weg vorbei an der Martinskirche, der ältesten erhaltenen Kirche der Stadt mit römischen Grabsteinen und mittelalterlichen Fresken. Weiter die Römerstraße bergauf zweigt der Pfad beim Jägermayerhof rechts in den Wald ab. Nach knapp 200 Metern erreicht man die historische Warte, deren Pforte das ganze Jahr über für Menschen mit Weitblick geöffnet ist.

Giselawarte

Mit seiner Höhe von 155 Meter ragt der rotweiß gestreifte Mast immer wieder zwischen Bäumen und Hügelkuppen hervor: Ausflügler, Mountainbikerinnen und Wandersleute orientieren sich beim Aufstieg am Sender Lichtenberg, doch ihr Ziel ist die Giselawarte gleich nebenan. Vom 82 Stufen hohen Turm schweift der Blick Richtung Norden übers gesamte Mühlviertel. In die entgegengesetzte Richtung erstrahlen bei klarer Sicht die Alpengipfel vom Ötscher über den Großen Priel bis zum Traunstein in sattem Blau. Nur Linz ist durch eine Gruppe stolzer Fichten verdeckt. Aus allen Himmelsrichtungen führen die Wege zur 1857 eröffneten Warte, die ihren Namen einer Tochter von Kaiser Franz Joseph und Erzherzogin Elisabeth verdankt. Von Linz aus gelangt man entweder über den Bachlberg (Wanderweg Nummer 109), den Gründberg (140) oder die Dießenleiten (144) in jeweils etwa zweieinhalb Stunden zur „Gis“. Wer die Aussicht ohne die Anstrengung sucht, parkt sein Auto beim Gasthaus zur Gis: Von dort erreicht man die historische Warte in knapp zehn Minuten und kann anschließend im Wirtshaus Schmankerl von heimischen Produzenten genießen.

Aussichtsterrasse auf dem Wissensturm

„Då muass i jetzt den Direktor frågn“, erwidert die hilfsbereite Dame am Informationsschalter verduzt auf die Frage, ob und wie man die Aussichtsplattform auf dem Wissensturm betreten könne. Zwei kurze Telefonate später steht ein überraschter, aber auskunftsfreudiger Mitarbeiter der Hausverwaltung bereit, um den Weg zur Terrasse in der obersten Etage des 16-stöckigen Gebäudes zu weisen – vorbei an Warnschildern und durch zwei Brandschutztüren, die er mit seiner Chipkarte öffnet. Von solchen bürokratischen Hürden darf man sich nicht abschrecken lassen, um in den Genuss eines wahrlich erhabenen Panoramas zu kommen: Scharf pfeift der Wind um die Ohren, während der Blick Richtung Süden über das industrielle Linz mit Postturm, Bahnhof, Power Tower und der Voest im Hintergrund schweift. Beruhigender fürs Auge ist die Aussicht gen Norden, wo sich das historische Stadtzentrum mit seinen Kirchtürmen und dem Schloss erstreckt, umrahmt vom satten Grün von Bauernberg, Freinberg und Pöstlingberg. Die einzige Absicherung in knapp 60 Meter Höhe ist eine brusthohe Brüstung, daher ist ein Besuch nur in Begleitung von Angestellten möglich. Nach etwa zehn Minuten drängt der Hauswart wieder zum Abstieg: Er genieße zwar auch den Ausblick, aber nun müsse er den Papierstau in einem Kopierer beseitigen.

Obstbaumgarten auf dem Freinberg

Kronprinz Rudolf, Kaiser Wilhelm und Herzogin Elsa geben sich hier ein adeliges Stelldichein: Alte, vom Aussterben bedrohte Apfel-, Birnen- und Kirschsorten haben im Obstbaumgarten auf dem Freinberg ein neues Zuhause gefunden. Die Anlage ist nicht nur wegen der herrlichen Aussicht über das Donautal und das Eferdinger Becken einen Besuch wert: Hier und in den vier weiteren Linzer Obstbaumgärten darf man kostenlos die Früchte der seltenen Obstbäume ernten. Beim Stern&Kringel-Lokalaugenschein waren zwar nur mehr vereinzelte Äpfel auf den 15 Jahre alten Bäumchen zu sehen, dafür gibt es Haselnuss, Sanddorn und Kornelkirsche in Hülle und Fülle.