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Café Bar Stern

Wie die Protonen-Strahlen der Ghostbusters zickzacken die weißen Lichtbänder durchs Lokal, und auf den Kletterpflanzen über den Tischen könnte sich Tarzan locker durch die Lüfte hangeln: „Das Lichtkonzept und die Bepflanzung sind sicher die auffälligsten Änderungen seit dem Umbau“, meint Rainer Landerl, der Geschäftsführer der Café Bar Stern beim Linzer City Kino. Nicht nur die Einrichtung wurde im Sommer 2014 cinefantastisch umgebastelt, sondern auch die Karte noch regionaler und biologischer gestaltet: Kaffee und Fruchtsäfte kommen aus dem Mühlviertel, Limonaden aus dem Hausruckviertel, Craft-Biere aus Salzburg und der Cider direkt vom burgenländischen Erzeuger. „Wenn wir bei uns so tolle Produzenten haben, dann wär’s doch idiotisch, wenn ich’s anderswo kauf“, lacht Landerl. Begleitet werden die Getränke von hausgemachten Mehlspeisen, Tagesgerichten und kleinen Imbissen aus der bio-regionalen Küche des Restaurants Gelbes Krokodil, zu dem das Stern gehört. An lauen Sommerabenden öffnet sich die bewegliche Glasfront zum kleinen Gastgarten am Linzer Graben, wo man bei einem gepflegten Hollerkracherl über Sternzeichen, Sternbilder und Filmsternchen philosophieren kann.

Bigoli

Leise simmert der Gemüsefond im offenen Topf vor sich hin, während Gerhard Hinterleitner den Teig aus frischen Bio-Zutaten durch die Pastamaschine presst. „Die Eiernudeln Bigoli sind typisch für die Gegend rund um Treviso“, schwärmt der Koch, der bei einer Reise nach Norditalien die dortige Küche kennen und lieben gelernt hat. Von der Krautsuppe Jota über das Bohnengericht Pasta e Fagioli bis zu Gnocchi in Steinpilzsauce reicht die „ein bissl deftigere Hausmannskost“, mit der Hinterleitner gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Ursula Scherp seit dem Sommer 2007 südliches Flair auf den Linzer OK-Platz zaubert. Damit die Gerichte so authentisch wie möglich schmecken, reist er mehrmals pro Jahr zu befreundeten Betrieben im Veneto, in Istrien und im Friaul. Dort deckt er sich mit handwerklich erzeugten Lebensmitteln wie Prosciutto, Käse und Olivenöl ein oder pflückt wild wachsenden Salbei. Aus diesen Zutaten bereitet er jeden Abend köstliche Antipasti und venezianische Brötchen namens „Cicchetti“, die hervorragend zu einem Gläschen Wein passen, meint Hinterleitner: „Bei uns gibt es keine großen Etiketten und klingende Namen, sondern genau die Weine, wie du sie auch in einer Osteria in Treviso finden würdest.“

Thorbräu

Chromblitzend strahlen die auf Hochglanz polierten Edelstahlkessel durch die Glaswand, „nur wenn Brautag ist, sieht man fast nichts, weil die Scheibe anrennt“, scherzt Claudia Laska. Zweimal die Woche stellt ihr Bruder Ingo in der gläsernen Schaubrauerei des Thorbräu aus oberösterreichischem Hopfen und Malz helles, halbdunkles, Bio- oder Weizenbier her. Zudem überrascht er die Gäste regelmäßig mit kreativen Spezialitäten wie Chili-Bier, dunklem Bock oder India Pale Ale, die dem nordischen Braugott Thor alle Ehre machen würden. Der Namenspatron der Bar steht übrigens auch für die vier Werte, die den Braumeister bei seiner Arbeit leiten, nämlich Tradition, Handwerk, Originalität und Reinheit. „Hier steht das Bier im Mittelpunkt“, erklärt Claudia Laska, die das Getränkeangebot des Nichtraucherlokals um hochprozentigen Hopfengeist, Bierlikör und -brand bereichert. Und weil viele Gäste beim feuchtfröhlichen Umtrunk der Heißhunger packt, dürfen sie sich auf kleine Imbisse von der Brezn über Flammkuchen bis zum „berühmten Gulasch der Mama“ freuen.

Karaokenacht im Rox

Wo der Himmel voller E-Gitarren hängt und Britney, die Beatles und der Baywatch-Titelsong schon seit Stunden die Stimmung anheizen, da hat Katharina Ghaly leichtes Spiel: Kaum erklärt sie die improvisierte Showbühne für eröffnet, greifen auch schon die ersten Freiwilligen nach dem Mikrofon. Jeden Dienstag verwandelt sich das Rox zu später Stunde in eine Karaokebar mit mehr als 10.000 Liedern, erklärt Betriebsleiterin Ghaly, die an diesem Abend in die Doppelrolle als DJane und Moderatorin schlüpft. „Da singen Stammkunden mit jahrelanger Karaoke-Erfahrung genauso wie Leute, die das einfach mal ausprobieren und Spaß haben wollen.“ Unter allen, die sich auf die Bühne trauen, wird ein Gutschein verlost, den man zum Beispiel gegen Steaks und Burger vom Lavasteingrill einlösen kann. Die sind seit dem Sommer neu auf der schallplattenförmigen Speisekarte des Rox, erklärt Geschäftsführer Jürgen Koitz, und versprechen dank österreichischer Zutaten und hausgemachter Saucen ein „würziges Erlebnis“.

Paul’s

Inspiriert haben ihn all die „Orte, wo’s gemütlich ist“. Und weil Paul Gürtler in seinen Leben schon ziemlich viel in der Weltgeschichte herumgekurvt ist, herrscht auf der Speisekarte ein „wildes Durcheinander“ von heimischen Klassikern, internationalen Spezialitäten und „tollen Verrücktheiten“. Spaß beim Essen ist für den Küchenchef die oberste Maxime, und so hören die Gerichte auf witzige Kauderwelsch-Namen wie „Chili con Krake“, „Tscheinataun“ und „Der Gerät“. Die regionale Herkunft der Lebensmittel liegt Gürtler besonders bei seinen Steaks am Herzen: Die Gäste können zum Beispiel Cuts vom Mostviertler Wagye-Rind und Porterhouse-Steak aus der Mühlviertler Fleischmanufaktur Riepl bestellen oder zum selber Grillen in der Greißlerei des Paul’s kaufen. Dort warten darüber hinaus kuriose Würzsaucen, eigene Teemischungen, handgerösteter Kaffee und natürlich das Paul’s Bier, ein bernsteinfarbenes, malziges Vollbier aus der Braucommune Freistadt.

Salonschiff Fräulein Florentine

Ein Krebs gehört ins Wasser, und so ist es nur logisch, dass das Café zum Rothen Krebs nun an die Donau übersiedelt ist: Im Juni 2014 hat die Crew des Linzer Szenelokals das ehemalige li+do-Schiff beim Urfahraner Jahrmarktgelände geentert und die Kombüse ordentlich umgekrempelt. Aus großteils regionalen Bio-Zutaten kocht der Smutje kleine Imbisse, vegetarische und vegane Mittagsgerichte. Bio-fairer Kaffee aus der Rösterei des Linzer Weltladens weckt die Lebensgeister, und Naschkatzen dürfen sich auf hausgemachte Mehlspeisen als Dessert freuen. Dazu bietet sich tagsüber sowohl auf als auch unter Deck eine Postkartenaussicht deluxe auf Lentos, Altstadt und Schlossberg, bevor das Schiff am Abend zur leise schwankenden Bühne für Lesungen, Konzerte und Feste wird.

Sonis Extrazimmer

Von den Bildern an der Wand über die Sessel unter den Hintern der Gäste bis zu Bio-Fahrradleiberln und fair produziertem Schmuck: „Alles, was du hier siehst, kannst du auch kaufen“, erklärt Flo Ettl gleich zur Begrüßung das Konzept von Sonis Extrazimmer. Von ihm stammt der Vorschlag, das leer stehende „Extrazimmer“ im Welser Medien Kultur Haus als Café zu nutzen. Christian „Soni“ Sonnleitner hat aus dieser Idee eine kreative Kombination aus Designladen und nachhaltiger Bar gebastelt. Alle Imbisse und Getränke, die in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre serviert werden, stammen von handverlesenen Betrieben aus der Region: Brot und Aufstriche für die klassische, vegetarische oder vegane Brettljause bereitet der Welser Szenekoch Christoph Hofinger zu, der Kaffee ist eine eigene Mischung der Freistädter Rösterei Suchan, der Bio-Most kommt vom preisgekrönten Steiner-Hof im Mühlviertel, und Naschkatzen knabbern die Mueslibrikett-Riegel der Welserin Lucia Sittenthaler. „Uns geht es ums Vertrauen“, beschreibt Ettl das zentrale Auswahlkriterium der Speisen und Getränke. „Wichtig ist uns, dass der Erzeuger wertschätzend mit seinen Lebensmitteln umgeht.“

Pubquiz im Chelsea

„Which country is the largest in the world with a four letter name?“ Kaum ist die Frage des Moderators Kieran Bates verklungen, stecken die Teams geheimnistuerisch ihre Köpfe zusammen und diskutieren aufgeregt. Iraq? Iran? Oder doch vielleicht der Chad? Nach Jahren der Demütigung durch besserwisserische Smartphones erlebt die Allgemeinbildung beim Pubquiz im Chelsea ein glanzvolles Comeback – kein Wunder also, dass das zwischen Taubenmarkt und Hauptplatz gelegene Irish Pub jedes Mal gesteckt voll ist. Bis zu sechs Personen pro Team können in zehn Runden ihr Wissen in Bereichen wie Sport, Geschichte, Musik oder Wissenschaft unter Beweis stellen – und das auf Englisch. Als besonders knifflig erweist sich die Fotorunde, bei der es Prominente auf alten Schwarzweißbildern zu erkennen gilt. Die drei gescheitesten Teams und die Letztplatzierten dürfen sich über prall gefüllte Goodiebags freuen. Für alle anderen gibt es den Genuss typisch irischer Biere (Guinness, Kilkenny, …) und das gute Gefühl, dass das eigene Hirn doch noch mit den schlauen Handys mithalten kann.

Café Strom

Dem Kellner geht das „Griaßeich“ so problemlos über die Lippen, als würde er die Gäste schon seit dem Kindergarten kennen: Das ansatzlose Duzen gehört zum Selbstverständnis des Café Strom als Treffpunkt der alternativen Szene in Linz. Im sonnigen Gastgarten zwischen Nibelungenbrücke, Ars Electronica Center und Stadtpfarrkirche Urfahr versammeln sich Skater, IT-Nerds und Künstler der Stadtwerkstatt. Das 2012 renovierte Interieur überrascht mit üppig aus Regenrinnen wucherndem Grün, und auf der Speisekarte finden sich preiswerte regionale Schmankerl (zum Beispiel Fruchtsäfte von Mühlviertler Produzenten Mairinger) und grandiose Schwarzbrottoasts.