Alle Artikel zum Schlagwort Blumen

Landgärtnerei Ehmeier

Zusammengerollt schlummert die rotgetigerte Katze auf dem Vogelkäfig, in dem drei blitzblaue Wellensittiche ein fröhliches Ständchen pfeifen: Selbst wenn draußen der letzte kalte Winterhauch um die vier Glashäuser weht, fühlen sich Tiere und Pflanzen in der warmen „Kinderstube“ der Landgärtnerei Ehmeier sichtlich wohl. „Mehr als 35 verschiedene Bio-Chilis und 45 Bio-Kräuter wachsen hier“, deutet Karin Kempl auf die dicht gedrängten Töpfe, die dank der Kraft der Sonne und der Abwärme einer nahen Biogasanlage schon zu Beginn der Gartensaison üppiges Grün hervorbringen. Vor drei Jahren hat sie den Familienbetrieb mit ihrem Mann Peter übernommen und sich in Zusammenarbeit mit dem Verein Arche Noah auf Gemüse- und Kräuterraritäten „abseits der Standardsorten“ spezialisiert: Das winterfeste Olivenkraut zum Beispiel duftet herrlich nach der mediterranen Steinfrucht, nussige Asia-Pflücksalate wachsen immer wieder nach, und ein tägliches Blättchen der Jiaogulan-Pflanze verspricht ein langes Leben. Besonders stolz ist Kempl auf die breite Vielfalt an Bio-Chilis, die sie als junge Setzlinge verkauft oder mit Marillen, Zwetschken oder Sellerie zu pikanten Saucen und würzigen Chutneys verarbeitet. „Wir haben alles von gemütlich bis extra-hot, aber die Kunden wollen immer nur die schärfsten Chilis“, lacht Kempl.

Hirsch trifft Blume

Der Strauß in zarten Rosatönen sieht nicht nur zum Anbeißen aus: „Die ungespritzten Bio-Edelrosen aus Freistadt kann man tatsächlich essen“, lacht Andrea Hirsch. Seit bald fünf Jahren ist ihr Geschäft Hirsch trifft Blume ein heißer Geheimtipp für blütenprächtige Dekorationen. Besonders bei Trauungen nimmt sie sich Zeit, um mit viel Liebe zum Detail auf individuelle Wünsche einzugehen: So gestaltet sie für eine Meereshochzeit einen Brautstrauß aus Muscheln und Wasserblumen oder für eine Feier im Stil der 20er Jahre ein Bouquet aus traditionellen Wicken, Freesien und Frauenmantel. Die Blumen, Moospolster und Wurzelstöcke für ihre Kreationen bekommt sie großteils von kleinen Gärtnereien und Bauernhöfen aus der Umgebung, und auch bei den charmanten Mitbringseln wie Kugelfröschen, Weinflaschen oder Grünkohl-Pesto achtet sie auf regionale Herkunft. Zudem bastelt die Floristin herzige Grußkarten aus handgeschöpftem Papier, die eine blühende Überraschung bergen: Vergräbt man die Billets in der Erde, sprießen blumige Liebesboten aus den im Karton versteckten Samen.

Bio-Gärtnerei Friedenshort

Gleich hinter dem Gemüseregal öffnet sich die Tür zum Gewächshaus, wo erste Salatpflanzen und saftige Kräuter sprießen: Kürzer kann der Weg zwischen Produktion und Handel nicht sein als in der Bio-Gärtnerei Friedenshort. Die „ordentliche Qualität“ der Jungpflanzen „von A wie Aubergine bis Z wie Zuckermais“ ist Leiterin Edith Schürhagl besonders wichtig: „Wir geben ihnen Zeit zum Wachsen und Wurzeln, dann halten sie auch mehr aus.“ Vor gut einem Jahrzehnt hat der Betrieb des Diakoniewerks Gallneukirchen auf biologischen Anbau umgesattelt, nur die Schnitt- und Topfblumen werden weiterhin konventionell gezüchtet. Gemeinsam mit Fachkräften säen, pflegen und ernten 14 Menschen mit Behinderung in den Glashäusern und auf dem angrenzenden Feld Porree, Paprika oder Tomaten. Aus dem Laden für das hauseigene Gemüse und die Bio-Jungpflanzerl ist mittlerweile ein kleiner Supermarkt mit biologischem Vollsortiment geworden. Dabei entwickelt sich die Auswahl laufend weiter: Auf Kundenwunsch bereichern inzwischen zum Beispiel Bio-Babykleidung oder eine beachtliche vegane Produktpalette das Angebot der Gärtnerei.

Leisenhofgärtnerei

Johanna hegt ihr Heiliges Basilikum, Sebastian experimentiert mit Stützmauern aus Lehm für die Rankbohnen, und Chefgärtner Klaus vermehrt Saatgut für seltene Kürbissorten. So vielseitig wie die Interessen der fünf Mitarbeiter sind die Obst- und Gemüsepflanzen in der Leisenhofgärtnerei am Pöstlingberg: Auf einem knappen Dreiviertel Hektar gedeihen Ochsenherz- und Ribiseltomaten, Filderkraut und Kuri-Kürbisse, russische Gurken und italienischer Salat und machen damit gerade für  Kinder die Vielfalt abseits der Supermarktregale erlebbar. Früher hat der kleine Anger das nahe Petrinum versorgt, heute verkauft die biodynamische, Demeter-zertifizierte Gärtnerei an zwei Tagen pro Woche Brot, Käse, Honig, Wiesenblumen und natürliches, geschmacksintensives Obst und Gemüse. Wer Lust am selber Garteln verspürt, der kann als freiwilliger Erntehelfer im Leisenhofgut mit anpacken – als Lohn winken die frisch geernteten Früchte.