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Mystisches Oberösterreich

Irgendwo zwischen Himmel und Hölle liegt ein Landstrich, wo sich allerhand Hexen, Heilige und Höhlenwichtel herumtreiben: So abwechslungsreich die Landschaft, so vielseitig ist auch die Sagenwelt in Oberösterreich, weiß Peter Pfarl. Gemeinsam mit dem Fotografen Toni Anzenberger hat es sich der 75-jährige Jurist zur Aufgabe gemacht, sowohl die Orte dämonischer Dunkelheit als auch wundersamen Wirkens in seinem Buch Mystisches Oberösterreich zu dokumentieren. Der erzählerische Streifzug führt von den granitenen Opferschalen des Mühlviertler Hügellands über löchrige Teufelsschlösser im Donautal bis zu den tollkühnen Wilderern des Salzkammerguts und zeichnet dabei mit Geschichten und Geschichte ein sagenreiches Bild vom Land ob der Enns.

Kinderkram

Die kulleräugigen Kätzchen auf dem gagerlgelben Leiberl sehen so aus, als wären sie dem farbenfrohen Traum eines Kindes entsprungen, das eine ganze Nacht in der Zuckerlfabrik verbracht hat. „Wir freuen uns immer, wenn wir solche Retro-Sachen entdecken“, lacht Lilly Koslowsky, Verkäuferin im Kinderkram am Linzer Volksgarten. Besonders die ökofairen Kindermodelabels aus Skandinavien baden in den grellbunten Farben der frühen Siebziger, und auch viele Spielsachen wirken wie den Kindheitstagen der Elterngeneration entsprungen. Einfach und farbenfroh sollen Kleidung und Spielzeug sein, darüberhinaus umweltfreundlich, in Europa hergestellt und plastikfrei, erklärt Besitzerin Eva Höller. Egal ob wollige Häkelpuppen, Fläschchen aus Edelstahl und giraffenförmige Beißhilfen aus Naturkautschuk, „jedes Stück haben wir mit viel Sorgfalt ausgesucht und mit unseren Kindern getestet“. Ein eigener Tisch ist für die Produkte von Linzer Designerinnen reserviert, die in Handarbeit Bären auf Leiberl häkeln oder tierische Schnullerketten basteln. „Diese individuellen Nischenprodukte sind beliebte Geschenke“, erzählt Koslowsky. „Besonders wenn man selber nicht gern näht.“

Ab Hof

Neugierig beäugen die Labonca-Schweine, Angus-Rinder und Waldziegen die ungewohnten Besucher, die mit viel Neugierde und großem Appetit über ihre Weide stapfen: Der Fotograf Manuel Zauner und der Koch Alexander Rieder sind quer durch Österreich gereist, um zwölf Bio-Bauernhöfe aufzuspüren, die mit Leidenschaft und handwerklichem Können außergewöhnliche Lebensmittel erzeugen. Während der eine mit poetischen Bildern und stimmungsvollen Texten die besondere Atmosphäre der Betriebe einfängt, bereitet der andere aus den frischen Spezialitäten des Hauses direkt vor Ort jeweils fünf köstliche Gerichte zu: Aus frischen Freilandeiern entsteht zum Beispiel süßer Tröpferlschmarrn, aus saftigen Tomatenraritäten eine leichte Pasta Rossa und aus knusprigem Holzofenbrot herzhafte Bruschette. Das ästhetisch gestaltete Buch macht Lust auf eine kulinarische Entdeckungstour zu den ambitionierten Kleinversorgern Österreichs und gibt praktische Tipps, bei welchen Einkaufsgemeinschaften oder Food Coops man die vielfältigen Schätze der heimischen Landwirtschaft findet.

Winter-Smoothies

Der Duft von Zimt, Anis und Muskat liegt in der Luft, aber damit endet auch schon die Ähnlichkeit mit zuckerlastigen Weihnachtskeksen: Die winterlichen Smoothies von Barbara Rias-Bucher sind mit ihrer Megaportion Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen eine gesunde Zwischenmahlzeit in der kalten Jahreszeit. Für ihre Rezepte greift die Autorin tief in die Trickkiste: Wärmende Zutaten wie Ingwer, Chili oder Gewürznelken bringen den müden Kreislauf in Schwung, knackige Nüsse und Dörrzwetschken verleihen den Drinks den nötigen Biss, und kleine Stückchen Lebkuchen, Schokolade oder Mandelmakronen machen den üblichen Mix aus Äpfel, Birnen und Bananen zu einem festlichen Dessert. Experimentierfreudige wagen sich an schlürfbare Imbisse mit Linsen, Frischkäse oder Feta, die dem Körper nicht nur die bei trockener Heizluft dringend benötigte Flüssigkeit zuführen, sondern mit ihrem basischen pH-Wert einen gesunden Ausgleich zur jährlichen Festtagsschlemmerei schaffen.

Das internationale Arcobaleno-Kama Kochbuch

Afghanische Koofteh-Fleischbällchen prasseln in der Pfanne von Mustafa, Lamoussa von der Elfenbeinküste stampft Kochbananen zu Foufou-Brei und die Indonesierin Deisy bäckt ihre grünen Kokospalatschinken Dadar Gulung: Die Kama-Kochkurse in Linz sind eine wunderbare Gelegenheit, unbekannte Länder kulinarisch zu erkunden und dabei gleich auch die Menschen hinter den Gerichten kennenzulernen. Etwa alle zwei Wochen nehmen Migrantinnen und Asylwerber gegen freiwillige Spenden mit auf eine schmackhafte Entdeckungsreise in ihre Heimat – eine der wenigen Möglichkeiten, wie sie legal Geld verdienen können. Nun hat der Anfang 2014 gegründete Verein Kama die besten Rezepte gesammelt und gemeinsam mit dem Begegnungszentrum Arcobaleno ein internationales Kochbuch herausgebracht, das zu einem Blick über den Tellerrand einlädt.

50 Dinge, die ein Oberösterreicher getan haben muss

Im Morgengrauen tuckert sie mit dem letzten Linzer Donaufischer hinaus auf den Strom und lässt ihn von seiner faszinierenden Arbeit erzählen, während er die Netze mit Hecht, Barbe und Zander an Bord zieht: Melanie Wagenhofer liefert mit ihrem Buch „50 Dinge, die ein Oberösterreicher getan haben muss“ weniger ein striktes Pflichtprogramm für Einheimische und Zuagroaste als vielmehr eine stimmungsvolle Geschichtensammlung aus dem Land ob der Enns. Die Autorin streichelt Gamshaare beim Bartbinder Bertl in Ebensee, klackert am Leinenwebstuhl in Haslach und verkostet Mühlviertler Wein aus dem Haselgraben. Dazwischen schildert sie klassische Ausflugsziele wie die Bucklwehluckn in Sankt Thomas, das Traunseeschloss Ort und die obligatorische Grottenbahn am Pöstlingberg mit derart gefühlvollen Bildern, dass man sogleich Lust bekommt, das Heimatland neu zu erkunden.

Besser essen

Billig soll es sein, schnell zubereitet und möglichst keine Arbeit machen: Die globale Lebensmittelindustrie fördert mit Tiefkühlpizza, Packerlsuppe und Co. ganz gezielt unsere Bequemlichkeit, löscht aber mit ihrem ungesunden Einheitsbrei jegliche Geschmacksvielfalt aus. Deswegen ist „selber Kochen der erste Schritt zum besser Essen“, sagt Rudi Anschober: Der oberösterreichische Umweltlandesrat wirbt in seiner Mischung aus Kochbuch, Ratgeber und politischem Plädoyer für eine Wende in unseren Ernährungsgewohnheiten, damit wir wieder „spüren, was uns guttut“. Mehr als 100 einfache, oft vegetarische Rezepte machen Lust, mit regionalen Bioprodukten der jeweiligen Jahreszeit zu experimentieren und ihren Reichtum an Aromen zu erkunden. Zudem verraten Profis wie Köchin Sarah Wiener, Biobauer Günter Achleitner oder Journalistin Barbara von Melle, was „Besser Essen“ in ihrem Alltag bedeutet und welche Erwartungen sie diesbezüglich an die Politik haben. Tipps für einen achtsamen Konsum, den Anbau und die Lagerung von Lebensmitteln runden das praktische Handbuch ab und zeigen, wie jeder und jede „mit Genuss die Welt verändern“ kann.

Von der Schale bis zum Kern

Püriertes Karottengrün wird zu einem würzigen Pesto, aus dem Apfelputz entsteht süßer Sirup, und in die Maisblätter werden kleine Reispäckchen gewickelt: Bernadette Wörndl hat in ihrem vegetarischen Kochbuch mehr als 100 Ideen gesammelt, wie vermeintlich unbrauchbare Obst- und Gemüsereste auf fantasievolle Weise den Gaumen umschmeicheln. Alphabetisch nach der Hauptzutat sortiert, erzählt die Salzburgerin ihre persönliche Geschichte zu jedem Lebensmittel. Geprägt von ihrer Kindheit am Bauernhof und den Erfahrungen im eigenen Garten, ist für sie jedes Stück Obst und Gemüse etwas Besonderes, das sie so umfassend wie möglich verwertet. Zwar gelingt das auch mit den Vorschlägen des Kochbuchs nicht vollständig, aber die Rezepte helfen beim Vermeiden von Lebensmittelabfällen, inspirieren zu geschmacklichen Experimenten und öffnen die Augen für den kulinarischen Wert von Putz und Stingel.

Sagenreiseführer Oberösterreich

Der Teufel war früher ein ganz schön umtriebiger Geselle: In Rohrbach tanzt er mit blutjungen Mädchen, in Braunau packt er gottlose Knechte beim Krawattl und am Abersee baut er eine Kirche, nur um vom heiligen Wolfgang um seinen Lohn geprellt zu werden. Oberösterreich ist reich an fesselnden Sagen, die reale Orte mit fantastischen Figuren wie Drachen, Nixen und dem Schwarzen Mönch verknüpfen. Autor Erich Weidinger und Fotograf Michael Maritsch haben sich auf Spurensuche begeben und in allen vier Vierteln mythisch-mystische Schauplätze aufgespürt. Entstanden ist daraus ein Reiseführer, der Geschichte und Geschichten auf kurzweilige Art miteinander verbindet. Die 43 Ausflüge, Rundgänge und Wandertouren führen zu historischen Ruinen, geheimnisvollen Felsformationen und bezaubernden Naturjuwelen, wo sich mit dem Buch in der Hand die Pforten zur heimischen Sagenwelt öffnen.

Raritätenflohmarkt

Der samstägliche Schlenderer über den Flohmarkt am Linzer Hauptplatz ist wie eine Reise in die eigene Familiengeschichte: Genau das gleiche Häferl hat der Opa gehabt, denkt man, bevor man am Nebentisch die Matchbox-Autos des Cousins, die peinlichen Vinyl-Platten der großen Schwester oder den bergkristallenen Aschenbecher der Großtante entdeckt. Anstatt die Altwaren aus Abstellkammerl, Kellerabteil oder Dachboden auf der Deponie zu entsorgen, bekommen sie beim wöchentlichen Second-Hand-Markt eine Chance auf ein neues Zuhause. Wie am Basar von Marrakesch wird um jeden Preis beinhart gefeilscht, bis am Ende die Nostalgikerinnen und Schnäppchenjäger zufrieden ein neues Stück Krimskrams, Kunst und Krempel in den eigenen Familienfundus aufnehmen.