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Natürlich Baby

Im Sekundentakt möchte man „Mei liab!“ quietschen, wenn man die regenbogenbunten Leiberl mit Baggern, Zwergen und Marienkäfern durchstöbert: Farbenfroh, bequem und lustig ist die Kindermode im Natürlich Baby, und zudem Bio-, Fairtrade– und/oder GOTS-zertifiziert. „Mir war ziemlich ungut beim Gedanken, welche Schadstoffe in gewöhnlichen Babytextilien sind“, erinnert sich Monika Stadler an ihre Beweggründe, das Geschäft bei der Goethekreuzung zu eröffnen. Für ihr eigenes Kind hat sie sich „so richtig reingestrebert“ in das Thema und weiß nun ganz genau, welche Stoffe für zarte Babyhaut besonders gut verträglich sind und wie man mit Stoffwindeln Abfall vermeidet. Darüber hinaus findet man im Laden Schnuller aus Naturkautschuk, naturbelassene Holzspielsachen, Biobaumwoll-Tragetücher oder einen schadstofffreien Kinderwagen aus dem Mühlviertel – kurzum „Sachen, die gut fürs Baby und für die Umwelt sind und dabei das Leben der Eltern erleichtern“.

Pure and Green

„Das schmeckt so grauslich“, hat sich Sohn Moritz über den Geschmack des Wassers aus der Plastikflasche beschwert: Mit der schwierigen Suche nach einer „ordentlichen Trinkflasche“ hat für Tina Pramhas ein Abenteuer begonnen, das vor zwei Jahren mit der Gründung des Online-Versands Pure and Green seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Bei ihrer jahrelangen Recherche hat sie nachhaltige, schicke und vor allem schadstofffreie Alltagsgegenstände von unterschiedlichsten Herstellern entdeckt und das breit gestreute Angebot nun auf ihrer Plattform gebündelt: Vorratsdosen aus Edelstahl, Babyschnuller aus Naturkautschuk, kompostierbare Salatschüsseln oder Kinderrucksäcke aus Bio-Baumwolle lagern im Keller ihres Einfamilienhauses am Stadtrand von Linz. Dort können die Kundinnen und Kunden ihre Bestellungen auch direkt abholen und sparen so die Versandkosten und unnötiges Verpackungsmaterial.

Hermanns Art of Shoes

Eine stolze Sammlung alter Schuhcreme-Blechdosen schmückt die Theke, auf der ein Paar Waldviertler mit durchgelatschter Sohle steht. „Die hat ein Kunden vor 15 Jahren gekauft, und jetzt lässt er sie herrichten, damit er sie noch mal 15 Jahre tragen kann“, erklärt Hermann Stuchlik. Anstatt Schuhe wie Wegwerfartikel zu behandeln, die nach einem Jahr aus der Mode und in die Tonne kommen, setzt Stuchlik in seinem Geschäft beim Welser Kaiser-Josef-Platz auf „gscheite heimische Produkte, wo sich eine Reparatur auszahlt“. Das gilt nicht nur für die Fußbekleidung: Auf Kundenwunsch hat er im Laufe der Jahre naturnahe Möbel, herzige Handpuppen und artistischen Jonglierbedarf in sein kunterbuntes Sortiment aufgenommen. „Die Kinder stehen derzeit total auf die Diabolos“, schmunzelt Stuchlik. Er selbst buddelt in seiner Freizeit lieber nach römischen Überresten oder verarbeitet die Früchte seines Gartens zu köstlichen Marmeladen, Fruchtessigen und Likören, mit denen er seine Kundschaft verwöhnt.

Käseglocke

Von Cremeweiß über Knallorange bis Dunkelblau reicht die Farbpalette in der Vitrine: „Käse abseits vom Einheitsbrei“ ist das Markenzeichen der Käseglocke am Linzer Südbahnhofmarkt, wo italienischer Taleggio, deutscher Limburger und spanischer Queso Azul neben wagenradgroßen Laiben Emmentaler und Gouda reifen. Mehr als 200 aromatische Spezialitäten hat Manfred Auer bei seinen Reisen quer durch Europa aufgespürt: „Ich bin immer auf der Suche nach besonderen Produkten und fahre dafür direkt zu kleinen Dorf- und Bergsennereien“, erzählt der diplomierte Käsesommelier. Stolz ist er auf sein regionales Bio-Sortiment, das er künftig noch weiter ausbauen möchte. „Wir wollen jeden ansprechen, der sich von der Industrie verabschieden will und ursprüngliche Natürlichkeit wertschätzt.“ Das gilt nicht nur für den Käse: Neben Brot, Milch und Eiern in Bio-Qualität bietet Auer in seinem Marktstandl frisch marinierte Antipasti und Pasta aus einer italienischen Manufaktur feil – kurzum Lebensmittel, „wo echte handwerkliche Kunst dahinter steht“.

Mawasi

Manchmal ist eine Idee so gut, dass zwei Menschen sie zur selben Zeit haben: Unabhängig voneinander wollten Anna Luger-Stoica und Silke Hager im Herbst 2012 in Ottensheim ein Geschäft für ökologische und fair produzierte Mode eröffnen. Bei der Suche nach dem richtigen Standort sind sie sich quasi über den Weg gelaufen. Das Ergebnis dieser glücklichen Fügung ist das Mawasi, was auf Suaheli „Kleidung“ bedeutet: Zwischen Dorfkirche und Thorbräu gelegen, bietet die Boutique robuste Umhängetaschen aus recycelten Feuerwehrschläuchen, leichte T-Shirts aus natürlichem Hanf oder die verspielten Spiralkleider des Eferdinger Designlabels Fairytale Fashion. Transparenz ist den beiden „Mawasis“ dabei ein Herzensanliegen: Geduldig erklären sie den Kundinnen und Kunden die Bedeutung der Gütesiegel wie Fairtrade oder GOTS und informieren über die Philosophie und die Produktionsmethoden der einzelnen Labels, damit öko-faire Mode vom Trend zur Selbstverständlichkeit wird.

Inges Bio-Café

Den Spitznamen Bio-Lois hat er sich redlich verdient: Alois Stingeder war bereits ein Vorreiter der Bio-Branche, als Nachhaltigkeit nur ein Thema für „ein paar Spinnerte“ war. Nach einem kleinen Geschäft in Leonding hat er im Jahr 2000 in der Urfahraner Hauptstraße seine charmante Mischung aus Kaffeehaus und Greißlerei eröffnet und nach seiner verstorbenen Frau benannt. „Inge hat sich immer ein Künstlercafé mit Lesungen, Debatten und einer Galerie gewünscht“, erzählt der 65-Jährige und deutet auf die zeitgenössischen Bilder an der Wand. Die Gäste freilich kommen vor allem wegen dem herzhaften Frühstück, den frisch gepressten Fruchtsäften oder den Mittagsgerichten, alle aus regionalen, biologischen und biodynamischen Lebensmitteln frisch zubereitet. Die Zutaten zum selber Kochen bekommen sie im angrenzenden Geschäft: „Von Erdäpfeln bis Champagner ist hier alles Bio“, beschreibt Stingeder das Vollsortiment auf engstem Raum. „Gute Ware und ein gscheiter Service“ sind ihm dabei besonders wichtig: Mit seinen acht Mitarbeiterinnen betreibt er „ein klassisches Bedienungsgeschäft, wo wir für die Kunden jede Scheibe Käse oder Wurst einzeln aufschneiden“.

Kreativladen

Offener Bio-Kräutertee, einzelne Eier und lose Getreidekörner, die vor den Augen der Kundschaft geschrotet werden: Der Kreativladen im EuroCenter Linz-Oed bietet ein buntes Gegenprogramm zum klassischen Supermarkt. Anstatt abgepackte Ware zu erstehen, kann man hier Tupperdosen, Einmachgläser und Einkaufskörbe mit (Bio-)Lebensmitteln anfüllen lassen oder an der Bar einen frisch gepressten Fruchtsaft schlürfen. Zugleich steht eine breite Palette an Geschenkartikeln zur Auswahl, von duftenden Schafmilchseifen über handgefertigte Filztaschen bis zu Topfblumen der Zweigstelle Schwaigau von pro mente. Die Hauptaufgabe des Geschäfts, erklärt Trainingsleiter Gerald Langreiter, ist aber eine andere: „Seit 1985 begleiten wir hier bis zu sechs Menschen nach psychischen Krisen auf dem Weg zurück zum freien Arbeitsmarkt.“ Davon profitieren auch die Kundinnen und Kunden, findet Langreiter, denn das zusätzliche Personal ermöglicht eine ganz individuelle Beratung.

Genussplatzl Wasserwald

Zwischen Hollerstrauch und Lattenzaun tun sich immer wieder kleine Gucklöcher auf, durch die Neugierige in den verwunschenen Garten lugen: Das Genussplatzl Wasserwald beim gleichnamigen Naherholungsgebiet ist ein Hort der Artenvielfalt, wo Sulmtaler Hühner neben selbstgezimmerten Hochbeeten im Sand scharren. Mehr als 100 Tomatensorten und ebenso viele Chilis wachsen in den Permakulturbeeten, hinzu kommen violette Kartoffeln, aromatische Rauken und heilsame Kräuter. Jeden Freitag verkaufen die beiden Arche-Noah-Aktivisten Sonja Tobin und Gerhard Wiener ihre frische Ernte sowie seltene Jungpflanzen – „was es eben grad im Garten gibt“, sagt Sonja Tobin. Hinzu kommen die Schätze von befreundeten Bio-Betrieben wie Einkornmehl, Apfel-Hollunder-Saft und preisgekrönter Speck vom Turopolje-Schwein. „Wir haben hier nur Sachen, die uns selbst schmecken, damit wir nichts wegschmeißen müssen, wenn mal was übrig bleibt“, lacht Sonja Tobin.

Hirsch trifft Blume

Der Strauß in zarten Rosatönen sieht nicht nur zum Anbeißen aus: „Die ungespritzten Bio-Edelrosen aus Freistadt kann man tatsächlich essen“, lacht Andrea Hirsch. Seit bald fünf Jahren ist ihr Geschäft Hirsch trifft Blume ein heißer Geheimtipp für blütenprächtige Dekorationen. Besonders bei Trauungen nimmt sie sich Zeit, um mit viel Liebe zum Detail auf individuelle Wünsche einzugehen: So gestaltet sie für eine Meereshochzeit einen Brautstrauß aus Muscheln und Wasserblumen oder für eine Feier im Stil der 20er Jahre ein Bouquet aus traditionellen Wicken, Freesien und Frauenmantel. Die Blumen, Moospolster und Wurzelstöcke für ihre Kreationen bekommt sie großteils von kleinen Gärtnereien und Bauernhöfen aus der Umgebung, und auch bei den charmanten Mitbringseln wie Kugelfröschen, Weinflaschen oder Grünkohl-Pesto achtet sie auf regionale Herkunft. Zudem bastelt die Floristin herzige Grußkarten aus handgeschöpftem Papier, die eine blühende Überraschung bergen: Vergräbt man die Billets in der Erde, sprießen blumige Liebesboten aus den im Karton versteckten Samen.

Records & More

Die Nadel setzt auf, ein leises Knistern erfüllt den Raum und weckt Erinnerungen aus fernen Kindheitstagen, als man im Wohnzimmer der Großeltern gebannt den Märchenplatten gelauscht hat: Im frisch eröffneten Records & More in der Linzer Altstadt zelebrieren Markus Meyr und Willi Buchmayr den Retro-Charme der Vinylplatte und ihre Liebe zur Musik. Knapp 20.000 Alben und Singles stehen auf zwei Etagen zur Auswahl, von Madonna bis B. B. King, von Elvis bis zu den Rolling Stones – „einfach alles außer Volksmusik“, erklärt Willi Buchmayr. Die beiden leidenschaftlichen Plattensammler kennen sich seit Kindheitstagen und haben einen Teil ihrer riesigen Kollektionen ins Geschäft eingebracht. Der Rest sind wiederveröffentlichte Klassiker und vor allem Second-Hand-Exemplare. „Wir kaufen Einzelstücke und ganze Sammlungen an“, beschreibt Buchmayr die wichtigste Bezugsquelle des Ladens. So können Musikbegeisterte beim Schmökern in den Plattenkisten stets aufs Neue alte Raritäten entdecken.