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Die offene Kantine

Noch bevor der Hintern die Sitzbank berührt, steht schon der Kellner am Tisch, um hochmotiviert die Bestellung aufzunehmen. Auf seinem schwarzen Polohemd prangt das Logo des Vereins zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung (FAB): In der offenen Kantine im Neuen Rathaus bekommen Langzeitarbeitslose eine Chance für den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Unterstützt von Projektleiter Georg Reyer und einem ausgebildeten Koch, sammeln sie sechs Monate lang Erfahrung in Küche und Service. Sozial sind bei diesem Projekt auch die Preise: Zwischen 6 und 7 Euro kosten die zwei Mittagsgerichte, die täglich aus meist regionalen Zutaten frisch zubereitet werden. Traditionelle Rezepte der heimischen und mediterranen Küche dominieren die Wochenkarte – „eben alles, was mir selber schmeckt“, erklärt Georg Reyer lachend. Trotz ihres Namens ist die offene Kantine das genaue Gegenteil von seelenloser Massenabfertigung: In dem hellen, freundlichen Bistro bleibt man nach dem Essen gern noch auf ein Stück hausgemachten Kuchen und einen Espresso sitzen.

Biohof Achleitner

Eine äußerst raffinierte Taktik, die der Biohof Achleitner da verfolgt: Direkt hinter der Obstabteilung mit frischen Äpfeln, Lauch und Melanzani verströmt eine offene Schauküche ihren betörenden Duft. Genieß ich die Köstlichkeiten gleich hier im Kulinarium des Bio-Supermarkts oder koch ich sie daheim nach, grübelt der Kopf. Am besten beides, jubelt der Bauch: Jeden Tag lockt ein anderes Mittagsgericht sowie ein vegetarisches, oft sogar veganes Buffet mit Ratatouille, Süßkartoffeleintopf, Kürbisrisotto und anderen Spezialitäten der heimischen, mediterranen und fernöstlichen Küche. Wer rechtzeitig aus den Federn kommt, kann bis 11 Uhr bei einem orientalen, Fitness- oder Proseccofrühstück verträumt in die Sonne blinzeln, die zwischen den vielen Grünpflanzen durchblitzt. Naschkatzen erwartet ein süßes Kuchenbuffet, dessen Vielfalt erklärt, warum der Biohof die bezaubernde Adresse „Unterm Regenbogen 1“ hat.

Niu

Der Überraschungseffekt ist Stammgast im Niu: Auf der täglich wechselnden Speisekarte finden sich zum Beispiel flaumige Spinatknödel mit Zitronengras oder zarter Schweinsbraten Korea. Oliver Horn, der Küchenchef der abenteuerlichen Mischung aus Restaurant, Café und Bar, liebt eben unkonventionelle Experimente und verwandelt traditionelle Rezepte in leichte, gesunde Gerichte mit exotischen, meist asiatischen Elementen. Als Heimat für diese kulinarische Weltoffenheit kann es eigentlich nur eine Adresse geben – den Wissensturm, wo täglich Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ein- und ausgehen, um voneinander zu lernen und Neues zu entdecken. Mit einem Buch aus der Stadtbibliothek und einer heißen Tasse Ingwergetränk kann man in den gemütlichen Ledersesseln entspannt jedem Wetter trotzen.

Bio-Holzofenbäckerei Gragger

„Licht“ prangt in geschwungenen, schmiedeeisernen Lettern an der Wand – als ob dieser Hinweis auf die helle, freundliche Atmosphäre der Bio-Holzofenbäckerei Gragger noch nötig wäre! Die schlichte Einrichtung aus naturbelassenem Holz, die harmonische Beleuchtung mit Glitzerluster und Teelichtern und die angenehme Abwesenheit von dudeliger Hintergrundmusik schaffen das perfekte Ambiente für einen entspannten Start in den Tag. Bis 11 Uhr kann man hier ofenwarme Weckerl zum Beispiel mit Bio-Honig und Marmelade von regionalen Herstellern frühstücken. Mittags köcheln Suppen und Eintöpfe auf dem Herd, die in Kombination mit einer Scheibe Brot aus dem breiten Sortiment der Bäckerei eine sättigende Mahlzeit bilden. Alle Brote werden in Handarbeit aus Natursauerteig anstelle von industriellen Hefekulturen hergestellt. Das macht sie nicht nur leichter verdaulich, sondern auch unvergleichlich aromatisch.

Cook

Die kühle, nordisch-minimalistische Einrichtung des Restaurants Cook steht in krassem Gegensatz zu seiner warmen Gastlichkeit und der heißen Schauküche: Grelle Gasflammen züngeln um den Wok, in dem Hannes Eidenberger nur einen Meter von den Gästen entfernt das knackige Gemüse herumschupft. Aus regionalen Zutaten der Jahreszeit bereitet der Chefkoch eine abenteuerliche, delikate Kombination aus skandinavischer und asiatischer Küche zu. Da trifft das auf einem Eichenbrett gratinierte Plankstek auf angenehm scharfes Cørry, und schwedische Fisksoppa (Fischsuppe) steht neben dem spektakulären Wok the Line. Ein Gläschen Akvavit rundet ein Mahl kulinarischer Gegensätze harmonisch ab. Skål!

Mein MüLi

Vor 200 Jahren haben in diesem Gewölbe im hinteren Bereich des Alten Rathauses noch die Pferde des Bürgermeisters residiert, heute werden hier regionale Bio-Lebensmittel feilgeboten: Das 1981 gegründete Naturkostfachgeschäft Mein MüLi will, wie der Name verrät, MÜhlviertler Bauern und LInzer Konsumenten zusammenbringen. Das Brot kommt von der Sarleinsbacher Hofbäckerei Mauracher, Gemüse vom Eferdinger Biohof Achleitner, und am Verkaufstresen hängt ein Zettel mit dem Hinweis, dass die Putzleinsdorfer Biofleischerei Höglinger am Freitag ein Kalb schlachtet und man bitte rechtzeitig sein Fleisch reservieren solle. Abgesehen von der Wursttheke ist das Sortiment großteils vegetarisch, und auch die montags bis donnerstags für 6,90 Euro angebotenen Mittagsgerichte sind meist fleischlos.

Die Donauwirtinnen

Weniger ist manchmal mehr: Die Speisekarte der beiden Donauwirtinnen Tanja Obernberger und Julia Oswald ist so dünn wie der knusprige Boden ihrer Flammkuchen, und doch bietet sie eine facettenreiche Auswahl an leichter, einheimischer Küche mit frischen Zutaten und saisonalem Gemüse von regionalen Produzenten und Bio-Bauern. Im Sommer 2012 eröffnet, hat sich das Lokal mit der warmen Holzeinrichtung und dem entspannten Gastgarten innerhalb kürzester Zeit als Aushängeschild kulinarischer Nachhaltigkeit etabliert. Dass die Mittagsmenüs (12 bis 14 Uhr; 7 bis 10 Euro) und die Gerichte der Abendkarte (18 bis 23 Uhr; bis 20 Euro) auch noch unverschämt gut schmecken, macht die Donauwirtinnen zu einem absoluten Highlight der Linzer Lokalszene.