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Bio-Bäckerei Stöcher

Der frische Herbstwind fegt die bunten Kastanienblätter über den gepflasterten Marktplatz und die fröstelnden Wandersleute und Kurgäste direkt in die warme Stube, wo schon seit dem Mittelalter Brot gebacken wird: Im Herzen des Kurortes Bad Zell in einem historischen Gebäude gelegen, kann die Bio-Bäckerei der Familie Stöcher gar nicht anders als der Tradition verpflichtet zu sein. „Das Wichtigste beim Backen ist die Zeit, damit der Teig rasten und seinen vollen Geschmack entwickeln kann“, meint Karl Stöcher, der nach altem Rezept und aus regionalen Biozutaten sein „Mühlviertler Urbrot“ im Holzofen bäckt. Auch für die verführerischen Mehlspeisen wie Himbeertorte, Butterkipferl und Briochegebäck verwendet er Mehl, Milch und Eier von Biobetrieben aus der unmittelbaren Umgebung. „Bio heißt für uns, dass wir mit naturbelassenen Zutaten arbeiten“, sagt Karl Stöcher. „Nur ein Zusatzstoff ist zu finden: viel Kreativität.“

Inges Bio-Café

Den Spitznamen Bio-Lois hat er sich redlich verdient: Alois Stingeder war bereits ein Vorreiter der Bio-Branche, als Nachhaltigkeit nur ein Thema für „ein paar Spinnerte“ war. Nach einem kleinen Geschäft in Leonding hat er im Jahr 2000 in der Urfahraner Hauptstraße seine charmante Mischung aus Kaffeehaus und Greißlerei eröffnet und nach seiner verstorbenen Frau benannt. „Inge hat sich immer ein Künstlercafé mit Lesungen, Debatten und einer Galerie gewünscht“, erzählt der 65-Jährige und deutet auf die zeitgenössischen Bilder an der Wand. Die Gäste freilich kommen vor allem wegen dem herzhaften Frühstück, den frisch gepressten Fruchtsäften oder den Mittagsgerichten, alle aus regionalen, biologischen und biodynamischen Lebensmitteln frisch zubereitet. Die Zutaten zum selber Kochen bekommen sie im angrenzenden Geschäft: „Von Erdäpfeln bis Champagner ist hier alles Bio“, beschreibt Stingeder das Vollsortiment auf engstem Raum. „Gute Ware und ein gscheiter Service“ sind ihm dabei besonders wichtig: Mit seinen acht Mitarbeiterinnen betreibt er „ein klassisches Bedienungsgeschäft, wo wir für die Kunden jede Scheibe Käse oder Wurst einzeln aufschneiden“.

Biogreißlerei Zur Dorfschmiede

Zwischen Bio-Gemüse und Vollkornnudeln sitzen die Kundinnen und Kunden am großen Holztisch beisammen, um während des Einkaufs bei einer Tasse Kaffee gemütlich zu plaudern: Im ehemaligen Wirtshaus zur Dorfschmiede gelegen, erfüllt die Biogreißlerei von Ulli Thoma nun die Rolle als Treffpunkt und Stammtisch der Einheimischen und Zuagroasten. „Hier erzählen sogar die Lebensmittel Geschichten“, schildert die ehemalige Sozialarbeiterin: zum Beispiel von den neugierigen Zicklein am Sesahof, von den freilaufenden Puten am Bio-Landgut Zauner oder vom preisgekrönten Speck, für den Biobauer Rudlstorfer seine Schweine selbst schlachtet. Der persönliche Kontakt zu den Betrieben genauso wie zur Kundschaft erzeugt Transparenz und Wertschätzung, ist Thoma überzeugt: „Dann haben die Leute auch Verständnis, wenn es mal keinen Topfen gibt, weil die Bäuerin krank ist.“ Zweimal die Woche serviert die leidenschaftliche Köchin vegetarische Mittagsgerichte. Zudem bietet sie das „Buffet mit der Blume“ an, ein Catering aus regionalen und saisonalen Bio-Produkten.

Café Meier

Zeitlos ist hier nicht nur die Einrichtung mit ihren Marmortischen, Thonetsesseln und dem schwarzen Piano: Im Café Meier lässt man bei einer Melange oder dem legendären Ingwer-Zitrone-Getränk die Hektik des Alltags hinter sich. Während andere Lokale ihre Kundschaft mit kostenlosem WLAN bespaßen, erklärt sich das Kaffeehaus mit dem Altwiener Flair kurzerhand zur handyfreien Zone. Vertieft ins Gespräch, eine knifflige Schachpartie oder ein spannendes Buch aus der kostenlosen Bookcrossing-Ecke, genießen die Gäste den fair gehandelten Bio-Kaffee aus der hauseigenen Rösterei. Dazu gibt’s hausgemachte Mehlspeisen, saisonale Imbisse und Frühstück bis in die Nachmittagsstunden, die man am besten im sonnigen Gastgarten am Pfarrplatz genießt.

Linzer Naschmarkt

Überdimensionale Fotos vom Wiener Naschmarkt schmücken die Wände, und in den Vitrinen locken Mühlviertler Speck, exotische Chutneys aus dem Hausruckviertel, feine Bio-Gewürze und edle Weine. Dennoch ist der Linzer Naschmarkt der beiden Gastro-Größen Maria Stefani und Gerhard Zölss nur in zweiter Linie ein Feinkostladen. Das Lokal am OK-Platz präsentiert sich vielmehr als schicke Weinbar mit gehobener Hausmannskost, wobei das Angebot je nach Tageszeit variiert: Morgens gibt’s „kesselhasse“ Würstel, zu Mittag ein veganes Menü und eines mit Fleisch, und abends raffinierte Imbisse wie zum Beispiel Ochsenbackerlgulasch mit Erdäpfel-Rahmstampf oder Rote Rüben-Carpaccio mit Räuchertofu. Den größten Teil der Karte nimmt allerdings die üppige Auswahl an österreichischen Weinen ein, die gemeinsam mit den Zigarren des Hauses und der Musik von Elvis bis Jimi Hendrix einen stilvollen Abend in gemütlicher Atmosphäre versprechen.

Hotel Guglwald

Dort wo früher Zollbeamte auf und ab marschiert sind, spazieren heute Urlauberinnen und Urlauber durch die winterliche Natur: Das Vier-Sterne-Hotel Guglwald liegt so nah an Tschechien, dass vor einigen Jahren eine falsch montierte Dachrinne für einen absurden Grenzstreit gesorgt hat. Inmitten der bewaldeten Hügel des oberen Mühlviertels bietet das stolze Schlössl mit seinen Türmchen, Erkern und Torbögen in sattem Schönbrunner Gelb viel Gelegenheit zur Bewegung an der frischen Luft und zum Entspannen in der Mühlradsauna oder im Kräuterdampfbad der Wellnessanlage. Gut für die Gesundheit sind nicht nur die Sportmöglichkeiten sowie die Massage- und Beauty-Behandlungen mit Naturkosmetik, sondern auch die Verpflegung in der Nobelherberge: Das Hotel Guglwald war das erste in Österreich mit Bio-Zertifizierung. Egal ob beim üppigen Frühstücksbuffet, ob nachmittags für die hausgemachten Mehlspeisen oder abends beim sechsgängigen Dinner, der Großteil der Speisen und Getränke kommt aus der Bio-Region Mühlviertel. Küchenchef Erwin Schiffbänker interpretiert Klassiker der österreichischen Küche neu und schafft leichte, bekömmliche Gerichte, die Kraft und Energie geben für eine (Schneeschuh-)Wanderung zum nahen Sternstein oder eine Radtour zum Moldaustausee.

Filmbrunch

In der Warteschlange vorm Eingang herrscht noch nervöse Unruhe, doch sobald sich die Tür öffnet, dirigiert der Kellner die Gäste geschickt zu ihren Tischen, und sogleich stellt sich gelassene Gemütlichkeit ein: Der Filmbrunch im Gelben Krokodil ist besonders in den unwirtlichen Wintermonaten die perfekte Gelegenheit, um mit Schmankerln aus regionaler Produktion genussvoll in den Sonntag zu starten. Kräuterschafkäse auf Rucola, selbst gemachter Paprika-Nuss-Aufstrich oder Baked Beans mit Selchfleisch locken von den Buffettellern, die das Personal stets frisch befüllt. Dazu gibt’s Kaffee, Tee und Orangensaft in unbegrenzter Menge, verbunden nur mit der Bitte, aus ökologischen Gründen nicht mehr zu nehmen, als man tatsächlich essen und trinken kann. Nach dem abwechslungsreichen Mahl kommen die vorbestellten Karten für einen der vier Filme direkt an den Tisch, und einem gemütlichen Kino-Nachmittag im Moviemento steht nichts mehr im Wege.

Gramaphon

Gramastettner Krapferl begrüßen die Gäste schon an der Ortseinfahrt, und auch in der Dessertvitrine des Restaurants Gramaphon darf das mit Staubzucker bestreute oder halb in Schokolade getunkte Wahrzeichen der Gemeinde nicht fehlen. Nicht nur bei der Wahl der Mehlspeisen erweist Gastronom Johannes Roither der heimischen Küche seinen Respekt: Mühlviertler Saltimbocca, Mostrisotto mit Blunzenradeln und Kartoffel-Gemüselasagne zeugen vom experimentierfreudigen Umgang mit österreichischen und mediterranen Rezepten. Auch bei den Lebensmitteln achtet Roither auf regionale Herkunft: Zu seinen Lieferanten gehören etwa die Speckwerkstatt Haudum aus Helfenberg, die Kaffeerösterei Suchan aus Freistadt sowie Most- und Käsebauern aus der unmittelbaren Umgebung. Das Lokal selbst ist lichtdurchflutet, zugleich sorgen Ziegelmauern, Holztische und dunkelrote Filz- und Ledersessel für eine erdige Note. Entspannt beobachtet man nach dem Essen bei einer Tasse Sonnentor-Tee und einem süßen Mürbteigkrapferl das gemächliche Treiben auf dem Marktplatz vor dem Fenster.

Die offene Kantine

Noch bevor der Hintern die Sitzbank berührt, steht schon der Kellner am Tisch, um hochmotiviert die Bestellung aufzunehmen. Auf seinem schwarzen Polohemd prangt das Logo des Vereins zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung (FAB): In der offenen Kantine im Neuen Rathaus bekommen Langzeitarbeitslose eine Chance für den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Unterstützt von Projektleiter Georg Reyer und einem ausgebildeten Koch, sammeln sie sechs Monate lang Erfahrung in Küche und Service. Sozial sind bei diesem Projekt auch die Preise: Zwischen 6 und 7 Euro kosten die zwei Mittagsgerichte, die täglich aus meist regionalen Zutaten frisch zubereitet werden. Traditionelle Rezepte der heimischen und mediterranen Küche dominieren die Wochenkarte – „eben alles, was mir selber schmeckt“, erklärt Georg Reyer lachend. Trotz ihres Namens ist die offene Kantine das genaue Gegenteil von seelenloser Massenabfertigung: In dem hellen, freundlichen Bistro bleibt man nach dem Essen gern noch auf ein Stück hausgemachten Kuchen und einen Espresso sitzen.

Biohof Achleitner

Eine äußerst raffinierte Taktik, die der Biohof Achleitner da verfolgt: Direkt hinter der Obstabteilung mit frischen Äpfeln, Lauch und Melanzani verströmt eine offene Schauküche ihren betörenden Duft. Genieß ich die Köstlichkeiten gleich hier im Kulinarium des Bio-Supermarkts oder koch ich sie daheim nach, grübelt der Kopf. Am besten beides, jubelt der Bauch: Jeden Tag lockt ein anderes Mittagsgericht sowie ein vegetarisches, oft sogar veganes Buffet mit Ratatouille, Süßkartoffeleintopf, Kürbisrisotto und anderen Spezialitäten der heimischen, mediterranen und fernöstlichen Küche. Wer rechtzeitig aus den Federn kommt, kann bis 11 Uhr bei einem orientalen, Fitness- oder Proseccofrühstück verträumt in die Sonne blinzeln, die zwischen den vielen Grünpflanzen durchblitzt. Naschkatzen erwartet ein süßes Kuchenbuffet, dessen Vielfalt erklärt, warum der Biohof die bezaubernde Adresse „Unterm Regenbogen 1“ hat.