Alle Artikel zum Schlagwort Geschenk

Kinderkram

Die kulleräugigen Kätzchen auf dem gagerlgelben Leiberl sehen so aus, als wären sie dem farbenfrohen Traum eines Kindes entsprungen, das eine ganze Nacht in der Zuckerlfabrik verbracht hat. „Wir freuen uns immer, wenn wir solche Retro-Sachen entdecken“, lacht Lilly Koslowsky, Verkäuferin im Kinderkram am Linzer Volksgarten. Besonders die ökofairen Kindermodelabels aus Skandinavien baden in den grellbunten Farben der frühen Siebziger, und auch viele Spielsachen wirken wie den Kindheitstagen der Elterngeneration entsprungen. Einfach und farbenfroh sollen Kleidung und Spielzeug sein, darüberhinaus umweltfreundlich, in Europa hergestellt und plastikfrei, erklärt Besitzerin Eva Höller. Egal ob wollige Häkelpuppen, Fläschchen aus Edelstahl und giraffenförmige Beißhilfen aus Naturkautschuk, „jedes Stück haben wir mit viel Sorgfalt ausgesucht und mit unseren Kindern getestet“. Ein eigener Tisch ist für die Produkte von Linzer Designerinnen reserviert, die in Handarbeit Bären auf Leiberl häkeln oder tierische Schnullerketten basteln. „Diese individuellen Nischenprodukte sind beliebte Geschenke“, erzählt Koslowsky. „Besonders wenn man selber nicht gern näht.“

Lucia’s Naturladen

Kaum tritt man durch die offene Glastür, empfängt einen der aromatische Duft von jungen Kräuterkistln und das herzhafte Lachen von Lucia Lössl, die einer Kundin vom saftigen Gemüse der nahen Felder vorschwärmt. „Wenn du gut essen willst, musst du wissen, was grad bei uns reif ist“, meint die Namensgeberin von Lucias Naturladen im Ennser Vorort Lorch. Regelmäßig fährt sie zu den umliegenden Höfen und holt knackiges Gemüse, frisch geerntetes Obst oder selbstgemachte Nudeln. „Meine Überzeugung ist, dass besser einer für alle fährt, bevor jeder einzeln umanandkurvt“, erklärt Lössl. Vor sechs Jahren hat sie ihren Kindheitstraum vom eigenen „Kaufmannsladen“ erfüllt, „wo es gute und schöne Dinge gibt“. Dazu zählen für Lössl nicht nur regionale Bio-Lebensmittel, sondern auch fair gehandelte ModeSchafmilchseifen aus Sierning, Klangschalen und eine Unzahl von kreativen Geschenksideen. „Besonders beliebt sind unsere Geschenkskörbe mit Schmankerln aus der Umgebung“, sagt Lössl. „Da wissen die Beschenkten genau, wo’s herkommt.“

Schuhwerkstätte Hain

Federkielbestickte Hochzeitsschuhe und hochschaftige Bilgeri-Stiefel aus der k.u.k.-Monarchie stehen auf alten Schuhputzkastln, „aber die verkaufen wir nicht“, betont Dorit Hain lachend. Stattdessen fertigt ihr Mann Siegfried in der Kellerwerkstätte maßgeschneiderte Lederschuhe an, die mit der richtigen Pflege eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie das historische Schuhwerk haben. Bei einem Urlaub in Italien ist der gelernte Werkzeugmacher der Liebe zur Schusterei verfallen und hat sich das traditionelle Handwerk selbst beigebracht. Sein jahrzehntelang angeeignetes Fachwissen und seine Leidenschaft steckt er auch in die Reparatur von Schuhen aller Art. Absätze, Innenfutter, Fersenleder – „viele Leute wissen gar nicht, was man alles wieder richten kann“, sagt Hain. Statt Plastik kommt natürlich gegerbtes Leder oder hochwertiger Gummi zum Einsatz: „Das ist besser für die Umwelt. Außerdem erzählen viele Kunden, dass sie länger mit den aufgewerteten Schuhen gehen können.“ Dabei hilft auch die umfangreiche Auswahl an Schuhzubehör im Geschäft, das sich in den Regalen harmonisch zu fair gehandelten Geschenksartikeln und Modeaccessoires gesellt. „Wir halten es mit dem alten Indianersprichwort“, meint Dorit Hain: „Man soll bei all seinen Handlungen an die nächsten sieben Generationen denken.“

Quand

Auf kuschelig gepolsterten Holzpaletten sitzend schlürft Adelheid Neumeier-Binder mit einer Kundin gemütlich eine Tasse Kaffee. „Die Leute kommen gerne zum Quatschen, das Einkaufen geht da ganz einfach nebenbei“, lacht die Inhaberin der Boutique Quand, in der sie seit Sommer 2014 ihre Leidenschaft für nachhaltige Mode mit ihren langjährigen Erfahrungen im Sozialbereich verknüpft. Nicht nur bei der selbst gestalteten Einrichtung prägen recycelte Autoreifen, Holzbretter und Hanfseile das Erscheinungsbild, auch bei den Kleidern und Accessoires bekommen alte Feuerwehrschläuche, Kaffeesäcke oder Fahrradpneus eine zweite Chance. „Ich nähe T-Shirts zu Loopschals, Hosen zu Röcken, Ärmel zu Hauben“, schildert Neumeier-Binder ihren „Quandkreislauf“. Den größten Teil ihres Sortiments bildet aber alltagstaugliche Ökomode für Damen und Herren: „Das wichtigste Kriterium sind die GOTS-, FairWear– und IVN-Gütesiegel, und gefallen muss es mir natürlich auch.“ Das ist heutzutage zum Glück kein Problem mehr, findet Neumeier-Binder: „Öko ist schon lange keine Jutesackmode mehr, sondern so richtig im Trend.“

Geko

Regenwaldbunte Gekos kraxeln über die Gewölbedecke, „genau wie damals in Indonesien“, lacht Claudia Johnson. Aus Liebe zum Fernen Osten, seinem Sprachenmix und seinen Menschen reist sie immer wieder nach Südostasien und hat dort in den vergangenen Jahrzehnten ein dichtes Netzwerk von kleinen Betrieben aufgebaut, die ihr Geschäft in der Nähe des Linzer Hauptplatzes mit schrägen, eleganten oder verträumten Geschenksartikeln, Schmuck- und Kleidungsstücken beliefern. „Das Hauptkriterium ist, dass sie sozial und fair wirtschaften“, erklärt Johnson die Auswahl in ihrem Laden. Viele Stücke hat sie selbst entworfen und direkt an der Rohstoffquelle fertigen lassen, „damit den Leuten vor Ort mehr Geld bleibt und sie ihre Werkstätten entwickeln können“: Die farbenfrohen Kleider und Bambus-Blusen zum Beispiel näht eine kleine Schneiderei in Indonesien, und der symbolreiche Schmuck mit leuchtenden Halbedelsteinen entsteht in einer Manufaktur in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. „Fairer Handel ist für alle gut“, beschreibt Johnson ihr Credo. „Für mich, für meine Lieferanten und für meine Kunden.“

Spielzeugstube

Das helle Klingeln der Türglocke markiert fast auf die Sekunde genau den Moment, in dem die Augen der Eintretenden zu leuchten beginnen: Vom Boden bis unter die Decke füllen Brettspiele, Puppen und Schaukelpferde mit ihren fröhlichen Farben die überbordenden Regale der Spielzeugstube. „Schön bunt muss es sein, weil die Kinder das lieben“, meint Anita Eiblhuber, die vor zwei Jahren das Traditionsgeschäft in der Urfahraner Hauptstraße übernommen hat. Zusätzlich zu herkömmlichem Plastikspielzeug bietet sie eine breite Auswahl an Produkten aus naturbelassenen Materialien, die von „bewährten Unternehmen“ in Europa hergestellt werden: Wärmende Teddybären aus Biobaumwolle stehen neben fair produzierten Stoffsternen, natürlich gefärbte Babygreiflinge gesellen sich zu Holztierfiguren, die von Menschen mit Behinderung gefertigt werden, und nebenan lassen klassische Kugelbahnen und Holzeisenbahnen das Herz vor Nostalgie höher schlagen. „Die Konkurrenz durch Supermärkte und Internet ist hart“, gesteht Eiblhuber. „Aber mein Vorteil ist die Beratung, welches Spielzeug in welchem Alter grad voll im Trend ist!“

Sanfte Pflege

In der Kürze liegt die Würze – vor allem beim Transportweg: Die goldenen Honigbärchen, schwarzen Lavendellämmer und schokoladigen Bio-Badebomben in den Holzregalen des Naturkosmetikgeschäfts Sanfte Pflege haben eine derart kurze Anreise hinter sich, dass sie wie frisch aus der Seifenmanufaktur duften. „Wir kaufen soweit wie möglich bei kleinen Produzenten aus der Region“, erklärt Inhaber Robert Buchegger, „und bei Firmen, die vom Drumherum her zu uns passen“. Dazu zählt für ihn neben dem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und dem Verzicht auf Tierversuche vor allem die Verwendung von natürlichen, teils essbaren Rohstoffen. „Die gibt’s schon seit hunderten Jahren, da weiß man, dass sie gut verträglich sind.“ Besonders Menschen mit empfindlicher Haut, Allergien oder Neurodermitis bietet er individuelle Beratung, welche Hautcremen, Duschgels oder Duftwässerchen am besten passen. „Dass sich die Kunden wohl fühlen, hat hier einen extrem hohen Stellenwert“, lächelt Buchegger. „Deshalb gibt’s uns ja auch schon seit 26 Jahren.“

Biobelli

Wie bei einem Sandbild türmen sich die bunten Schichten zu tollkühnen Mondlandschaften, nur dass es sich bei den einzelnen Lagen nicht um eingefärbte Sandkörner, sondern um Mehl, Zucker und Kakao handelt: Fast ist es einem leid um die kleinen Kunstwerke im Einmachglas, aber die fertigen Kuchen von Biobelli schmecken so lecker, dass man schnell über den Verlust hinwegkommt. Aus großteils regionalen Bio-Zutaten zaubert Isabella Gaiszbauer ihre veganen Backmischungen, „die herkömmlichen Mehlspeisen geschmacklich um nichts nachstehen“. Die Rezepte dafür hat sie selbst kreiert, als sie für ein halbes Jahr probeweise ganz ohne tierische Produkte gelebt hat: „Im Endeffekt ist vegan Backen einfacher, weil man zum Beispiel kein Eiweiß zu Schnee schlagen muss“, lacht die 27-Jährige. Das gilt natürlich insbesonders für ihre Teige, die – mit Wasser, Essig und Öl vermengt – eine fertige Masse für Muffins, Brownies oder Guglhupf ergeben. Wer bereits alle vier Sorten im Online-Shop ausprobiert hat, ist damit aber noch lange nicht am Ende der Geschmacksvielfalt angelangt: „Ich gebe gerne frische Äpfel in meine Zimtmischung oder Kirschen zum Mohnteig, das schmeckt dann noch viel saftiger!“

Bergkräutergenossenschaft

Minzige Frische kitzelt die Nase, zwei Schritte weiter duftet es nach süßen Hollerblüten, dann wieder nach kräftigem Kümmel: „Bei uns riecht’s in jeder Ecke anders“, scherzt Karl Dirnberger beim Rundgang zwischen den vollgeschlichteten Hochregalen. Bekleidet mit weißem Mantel und Schutzhaube, führt er durch den Betrieb, wo pro Jahr 180 Tonnen Kräuter von 38 Mühlviertler Biobauernhöfen zu Tee und Gewürzmischungen verarbeitet werden. Entstanden ist die Bergkräutergenossenschaft vor bald 30 Jahren beim sonntäglichen Stammtisch, erzählt der Geschäftsführer gleich zu Beginn der Besichtigung. Im Lauf der Jahre wurde für jede Höhenlage das passende Kraut gefunden: Während Zitronenmelisse die wärmeren Täler bevorzugt, entwickelt Pfefferminze auf 900 Höhenmetern ein besonders intensives Aroma.Wie die ätherischen Öle der Pflanzen erhalten bleiben und was das mit dem Butterkessel aus der ehemaligen Molkerei Freistadt zu tun hat, erfährt man beim Rundgang durch die Hallen. Danach geht es bei Schönwetter weiter auf eines der Kräuterfelder, und zu guter Letzt locken im Werksverkauf die wohlduftenden Schätze aus dem Mühlviertel.

Natürlich Baby

Im Sekundentakt möchte man „Mei liab!“ quietschen, wenn man die regenbogenbunten Leiberl mit Baggern, Zwergen und Marienkäfern durchstöbert: Farbenfroh, bequem und lustig ist die Kindermode im Natürlich Baby, und zudem Bio-, Fairtrade– und/oder GOTS-zertifiziert. „Mir war ziemlich ungut beim Gedanken, welche Schadstoffe in gewöhnlichen Babytextilien sind“, erinnert sich Monika Stadler an ihre Beweggründe, das Geschäft bei der Goethekreuzung zu eröffnen. Für ihr eigenes Kind hat sie sich „so richtig reingestrebert“ in das Thema und weiß nun ganz genau, welche Stoffe für zarte Babyhaut besonders gut verträglich sind und wie man mit Stoffwindeln Abfall vermeidet. Darüber hinaus findet man im Laden Schnuller aus Naturkautschuk, naturbelassene Holzspielsachen, Biobaumwoll-Tragetücher oder einen schadstofffreien Kinderwagen aus dem Mühlviertel – kurzum „Sachen, die gut fürs Baby und für die Umwelt sind und dabei das Leben der Eltern erleichtern“.