Alle Artikel zum Schlagwort Italienisch

Bigoli

Leise simmert der Gemüsefond im offenen Topf vor sich hin, während Gerhard Hinterleitner den Teig aus frischen Bio-Zutaten durch die Pastamaschine presst. „Die Eiernudeln Bigoli sind typisch für die Gegend rund um Treviso“, schwärmt der Koch, der bei einer Reise nach Norditalien die dortige Küche kennen und lieben gelernt hat. Von der Krautsuppe Jota über das Bohnengericht Pasta e Fagioli bis zu Gnocchi in Steinpilzsauce reicht die „ein bissl deftigere Hausmannskost“, mit der Hinterleitner gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Ursula Scherp seit dem Sommer 2007 südliches Flair auf den Linzer OK-Platz zaubert. Damit die Gerichte so authentisch wie möglich schmecken, reist er mehrmals pro Jahr zu befreundeten Betrieben im Veneto, in Istrien und im Friaul. Dort deckt er sich mit handwerklich erzeugten Lebensmitteln wie Prosciutto, Käse und Olivenöl ein oder pflückt wild wachsenden Salbei. Aus diesen Zutaten bereitet er jeden Abend köstliche Antipasti und venezianische Brötchen namens „Cicchetti“, die hervorragend zu einem Gläschen Wein passen, meint Hinterleitner: „Bei uns gibt es keine großen Etiketten und klingende Namen, sondern genau die Weine, wie du sie auch in einer Osteria in Treviso finden würdest.“

Casa Vecchia

Das Geheimnis, flüstert Dietmar „Edi“ Rabeder mit dem mehligen Nudelwalker in der Hand, ist die Zeit: Zwei Tage muss der fertige Pizzateig rasten, „so wird er luftiger und bekömmlicher“. Als gelernter Koch und Bäcker kennt er die Feinheiten von handgemachter Pizza und Pasta, zugleich achtet er in seinem Restaurant Casa Vecchia „kompromisslos“ auf nachhaltige Zutaten: „Was geht, beziehen wir aus der Umgebung, der Rest ist Bio“, beschreibt Rabeder die Lebensmittel. Die sind mitunter gar nicht so einfach zu bekommen. „Nach dem italienischen Bio-Prosciutto haben wir ganz schön lang suchen müssen“, erzählt Ehefrau Roswitha, die sich in dem stilvoll eingerichteten Lokal am Ottensheimer Marktplatz um die Gäste kümmert. Die knapp 25 Sitzplätze sind besonders am Abend heiß begehrt, aber ans Expandieren denken die beiden nicht. „Wir wollen das mit Herz und Seele machen“, sagt Edi Rabeder. „Das geht einfacher, wenn wir ein kleiner Geheimtipp bleiben.“

Sprachencafé im Valdés

Feurige Latino-Musik und der aromatische Duft kubanischer Zigarren schweben über den Tischen, und dunkler Rum lockert die Zunge: In der karibischen Atmosphäre des Café Valdés sprudeln die spanischen Worte wie von selbst. Zweimal im Monat bietet das abendliche Sprachencafé die Gelegenheit, gemeinsam mit Gleichgesinnten die Vokabeln aus dem Uni-Kurs einem Praxistest zu unterziehen oder die Fremdsprachenkenntnisse für den Urlaub aufzupolieren – nicht nur für Spanien, sondern auch Italien, Frankreich und England. Abseits des klassischen Unterrichts kritisiert hier niemand die grammatikalischen Fehler oder den deutlich hörbaren Akzent. Stattdessen plaudern die Sprachlehrlinge völlig unbefangen übers Wetter, über spannende Kursangebote und über die schönsten Urlaubsziele.

Osteria La Norma

Ein Bild der Fußballmannschaft Calcio Catania empfängt die Gäste gleich beim Eingang, weiter hinten im Lokal zieren Urlaubsfotos vom Ätna und alte Ansichten sizilianischer Städte die Wände: Italiens größte Insel ist in der Osteria La Norma allein schon optisch allgegenwärtig. Nach sieben Jahren als Sprachlehrer und Kellner hat der Sizilianer Fabio Gallina im November 2013 seinen Traum verwirklicht: Am Fuße des Pöstlingbergs serviert er auf zwei Etagen Köstlichkeiten seiner Heimat, zum Beispiel die namensgebende Pasta alla Norma mit gebackenen Melanzani oder die herrlich bissfesten Penne mit hausgemachtem Pesto siciliano aus getrockneten Tomaten, Basilikum und Ricotta. Als Dolce della Casa bezaubert das Schichtdessert Mattonella, welches nach einem Rezept der “Mamma” aus Marsala-Wein, Keksen, Ricotta und Mandeln zubereitet wird. Die Zutaten genauso wie die Weine der Kellerei Cantine Pepi bezieht Fabio zum Großteil direkt aus Sizilien, von wo auch seine unerschütterliche Gelassenheit und Lebensfreude stammen. Jeden zweiten Donnerstag kredenzt er beim nachmittäglichen Italienisch-Sprachcafé perfekten Espresso, garniert mit lustigen Anekdoten von seiner Mittelmeerinsel.

Gramaphon

Gramastettner Krapferl begrüßen die Gäste schon an der Ortseinfahrt, und auch in der Dessertvitrine des Restaurants Gramaphon darf das mit Staubzucker bestreute oder halb in Schokolade getunkte Wahrzeichen der Gemeinde nicht fehlen. Nicht nur bei der Wahl der Mehlspeisen erweist Gastronom Johannes Roither der heimischen Küche seinen Respekt: Mühlviertler Saltimbocca, Mostrisotto mit Blunzenradeln und Kartoffel-Gemüselasagne zeugen vom experimentierfreudigen Umgang mit österreichischen und mediterranen Rezepten. Auch bei den Lebensmitteln achtet Roither auf regionale Herkunft: Zu seinen Lieferanten gehören etwa die Speckwerkstatt Haudum aus Helfenberg, die Kaffeerösterei Suchan aus Freistadt sowie Most- und Käsebauern aus der unmittelbaren Umgebung. Das Lokal selbst ist lichtdurchflutet, zugleich sorgen Ziegelmauern, Holztische und dunkelrote Filz- und Ledersessel für eine erdige Note. Entspannt beobachtet man nach dem Essen bei einer Tasse Sonnentor-Tee und einem süßen Mürbteigkrapferl das gemächliche Treiben auf dem Marktplatz vor dem Fenster.