Alle Artikel zum Schlagwort Kaffee

Bio-Bäckerei Stöcher

Der frische Herbstwind fegt die bunten Kastanienblätter über den gepflasterten Marktplatz und die fröstelnden Wandersleute und Kurgäste direkt in die warme Stube, wo schon seit dem Mittelalter Brot gebacken wird: Im Herzen des Kurortes Bad Zell in einem historischen Gebäude gelegen, kann die Bio-Bäckerei der Familie Stöcher gar nicht anders als der Tradition verpflichtet zu sein. „Das Wichtigste beim Backen ist die Zeit, damit der Teig rasten und seinen vollen Geschmack entwickeln kann“, meint Karl Stöcher, der nach altem Rezept und aus regionalen Biozutaten sein „Mühlviertler Urbrot“ im Holzofen bäckt. Auch für die verführerischen Mehlspeisen wie Himbeertorte, Butterkipferl und Briochegebäck verwendet er Mehl, Milch und Eier von Biobetrieben aus der unmittelbaren Umgebung. „Bio heißt für uns, dass wir mit naturbelassenen Zutaten arbeiten“, sagt Karl Stöcher. „Nur ein Zusatzstoff ist zu finden: viel Kreativität.“

Café Bar Stern

Wie die Protonen-Strahlen der Ghostbusters zickzacken die weißen Lichtbänder durchs Lokal, und auf den Kletterpflanzen über den Tischen könnte sich Tarzan locker durch die Lüfte hangeln: „Das Lichtkonzept und die Bepflanzung sind sicher die auffälligsten Änderungen seit dem Umbau“, meint Rainer Landerl, der Geschäftsführer der Café Bar Stern beim Linzer City Kino. Nicht nur die Einrichtung wurde im Sommer 2014 cinefantastisch umgebastelt, sondern auch die Karte noch regionaler und biologischer gestaltet: Kaffee und Fruchtsäfte kommen aus dem Mühlviertel, Limonaden aus dem Hausruckviertel, Craft-Biere aus Salzburg und der Cider direkt vom burgenländischen Erzeuger. „Wenn wir bei uns so tolle Produzenten haben, dann wär’s doch idiotisch, wenn ich’s anderswo kauf“, lacht Landerl. Begleitet werden die Getränke von hausgemachten Mehlspeisen, Tagesgerichten und kleinen Imbissen aus der bio-regionalen Küche des Restaurants Gelbes Krokodil, zu dem das Stern gehört. An lauen Sommerabenden öffnet sich die bewegliche Glasfront zum kleinen Gastgarten am Linzer Graben, wo man bei einem gepflegten Hollerkracherl über Sternzeichen, Sternbilder und Filmsternchen philosophieren kann.

Gerberei

Beglühbirnte Suppentöpfe aus Omas Küchenkastl leuchten auf das fröhlich zusammengewürfelte Sesselsurium, das altersmäßig schon fast mit dem historischen Gewölbe mithalten kann. „Für die Einrichtung haben wir über ein Jahr lang Flohmärkte, den Arge Trödlerladen und die Dachböden von Freunden geplündert“, scherzt Heidrun Resch. Mitte März hat sie schließlich zusammen mit ihrer Schwester Gunda im ehemaligen Gerberhaus am Linzer Pfarrplatz das Café Gerberei eröffnet, wo Kinder durch die Spielecke wuseln und Erwachsene über einem Roman aus dem Bücherregal oder einer Partie Schach brüten. „So ein gemütliches Lokal mit ein bissl Individualität haben wir uns immer gewünscht“, erklärt Heidrun die gemeinsame Idee. Nicht nur beim Kaffee aus der kleinen Salzburger Rösterei 220 Grad achten die beiden auf regionale, handwerkliche Herstellung, sondern auch bei den Getränken und den Bio-Zutaten für die hausgemachten Mehlspeisen und Aufstrichbrote. Besonders das Mühlviertel ist mit Bieren, Fruchtsäften und dem Mehl für Apfelschlangerl, Brioche und Schoko-Cookies gut vertreten, weil die beiden dort viele Bäuerinnen und Landwirte persönlich kennen, erklärt Heidrun: „Wir wollen hinter allem stehen, was wir anbieten.“

Friedlieb und Töchter

Wie eine wildes Tier faucht die silberglänzende Espressomaschine und verspricht eine geballte Dosis von jenem heiß begehrten Stoff, dem das schicke Café Friedlieb und Töchter seine Benamsung verdankt: Vor bald 200 Jahren hat Friedlieb Ferdinand Runge die belebende Wirkung des Koffeins entdeckt, und als seine „ideologischen Töchter“ zelebrieren Elke Schmedler und Kristina Bleil mitten in der Linzer Altstadt die urbane Kaffeehauskultur, „die wir von Wien, Amsterdam oder London gekannt und in Linz bisher vermisst haben“. Damit sind sie offenbar nicht allein, denn seit der Eröffnung im Dezember knotzen die Gäste mit einer Tasse ökofairen Kaffees in den gemütlichen Polstermöbeln, die die beiden eigenhändig designt und zusammengezimmert haben. Nicht nur bei der stylishen Einrichtung im historischen Bäckerhaus haben die zwei Inhaberinnen selbst Hand angelegt: Auch in der Küche machen sie „alles zu 100 Prozent selber“ und backen aus überwiegend regionalen Biozutaten saftige Orangen-Marzipan-Torten, verführerischen Apfelstrudel und vegane Guglkugln.

Atrium

Warmes Sonnenlicht flutet durchs Glasdach in den arkadengesäumten Innenhof, doch sobald die nahe Michaelerkirche zwölf Uhr schlägt, ist es mit der idyllischen Ruhe vorbei: Aus den umliegenden Büros und vom Campus Steyr strömen die Menschen zum Mittagstisch ins Café Atrium, wo saisonale Bio-Lebensmittel der Region in „bodenständige Gerichte mit internationalen Einsprengseln“ verwandelt werden. „Wir fahren seit jeher eine hochwertige Schiene“, erklärt Mitarbeiter Andreas Straßer das Vertrauen der Gäste in die Küche: Vor zehn Jahren hat sich das Lokal als erstes Restaurant in Oberösterreich bio-zertifizieren lassen. Stolz verweist Straßer auf die große Auswahl an heimischen Bio-Weinen, bei denen „die Qualität einfach passt“. Nicht nur bei den Speisen und Getränken achtet das Atrium auf Nachhaltigkeit: In der Küche und im Service finden etwa 20 Personen mit psychischen und sozialen Problemen eine sinnstiftende Arbeit, die ihnen eine Rückkehr in die Gesellschaft ermöglicht.

Kräuterspiele

Schläfrig blinzeln die Leute auf dem Weg zur Arbeit in die kleine Küchennische, wo Sarah Stumptner schon ab den frühen Morgenstunden Kekserl und Kuchen bäckt: „Ich bin eben ein aktiver Mensch“, scherzt die Inhaberin der Kräuterspiele über ihren unbändigen Tatendrang. Deshalb bietet ihre Koje am Südbahnhofmarkt nicht nur Regale voller Bio-Spezialitäten aus dem Genussland Oberösterreich, sondern auch vegane und vegetarische Mehlspeisen, Aufstriche sowie ein täglich wechselndes Mittagsgericht. Ihr Mahl genießen die Gäste gemeinsam an einer großen Naturholztafel, die auf massiven Baumstämmen ruht – der „Stammtisch“, wie Stumptner lachend kommentiert. Die regionalen Zutaten für die frisch gekochten Speisen kauft sie direkt am Südbahnhofmarkt: „Die Vielfalt auf engem Raum finde ich einfach klass“, schwärmt die Vegetarierin, die diese bunte Mischung um selbstgemachte Säfte, Kompotte und Kräuterspezialitäten aus dem eigenen Garten bereichert. Zudem serviert sie grüne Smoothies, gemixt aus rohem Gemüse und süßen Bananen, Datteln und Cashewnüssen, „damit es ja nicht zu gesund schmeckt“.

Die Brüher

Chromblitzend steht sie neben der Bar, seine allererste Espressomaschine, von Michael Holaschke liebevoll „das Biest“ genannt: Mit der handgesteuerten Pavoni Baujahr 83 hat er so lange herumexperimentiert, bis er das sensible Zusammenspiel von Wassertemperatur, Druck und Mahlgrad aus dem Effeff beherrscht und seinen ersten richtigen Caffè gebrüht hat. Dieses handwerkliche Können schmeckt man mit jeder Tasse im frisch eröffneten Café Die Brüher: Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Anela Hrnic serviert Holaschke direkt neben dem AEC italienische Kaffeespezialitäten und sortenreinen Filterkaffee auch zum Mitnehmen. Die Bohnen dafür bekommt er von der Salzburger Familienrösterei 220 Grad und der Berliner Bio-Rösterei Coffee Circle, die beide den Rohkaffee direkt von den Bauern kaufen und regelmäßig zu den Plantagen reisen. Zudem spendet Coffee Circle einen Teil der Einnahmen für Entwicklungsprojekte, genauso wie die Hersteller von Lemonaid und Poma-Fruchtsäften, erzählt Anela Hrnic über die Bio-Getränke im Café. „Die begeistern nicht nur in puncto Geschmack und Design, sondern man tut mit ihnen auch was Gutes.“

Salonschiff Fräulein Florentine

Ein Krebs gehört ins Wasser, und so ist es nur logisch, dass das Café zum Rothen Krebs nun an die Donau übersiedelt ist: Im Juni hat die Crew des Linzer Szenelokals das ehemalige li+do-Schiff beim Urfahraner Jahrmarktgelände geentert und die Kombüse ordentlich umgekrempelt. Aus großteils regionalen Bio-Zutaten kocht der Smutje kleine Imbisse, vegetarische und vegane Mittagsgerichte sowie herzhaftes Frühstück, das auf so kreative Namen wie „Skorbutprophylaxe“ (mit viel Obst), „Takelage“ (mit orientalischen Delikatessen) oder „Tanz der Wattwürmer“ (mit geräucherter Forelle) hört. Bio-fairer Kaffee aus der Rösterei des Linzer Weltladens weckt die Lebensgeister, und Naschkatzen dürfen sich auf hausgemachte Mehlspeisen als Dessert freuen. Dazu bietet sich tagsüber sowohl auf als auch unter Deck eine Postkartenaussicht deluxe auf Lentos, Altstadt und Schlossberg, bevor das Schiff am Abend zur leise schwankenden Bühne für Lesungen, Konzerte und Feste wird.

Inges Bio-Café

Den Spitznamen Bio-Lois hat er sich redlich verdient: Alois Stingeder war bereits ein Vorreiter der Bio-Branche, als Nachhaltigkeit nur ein Thema für „ein paar Spinnerte“ war. Nach einem kleinen Geschäft in Leonding hat er im Jahr 2000 in der Urfahraner Hauptstraße seine charmante Mischung aus Kaffeehaus und Greißlerei eröffnet und nach seiner verstorbenen Frau benannt. „Inge hat sich immer ein Künstlercafé mit Lesungen, Debatten und einer Galerie gewünscht“, erzählt der 65-Jährige und deutet auf die zeitgenössischen Bilder an der Wand. Die Gäste freilich kommen vor allem wegen dem herzhaften Frühstück, den frisch gepressten Fruchtsäften oder den Mittagsgerichten, alle aus regionalen, biologischen und biodynamischen Lebensmitteln frisch zubereitet. Die Zutaten zum selber Kochen bekommen sie im angrenzenden Geschäft: „Von Erdäpfeln bis Champagner ist hier alles Bio“, beschreibt Stingeder das Vollsortiment auf engstem Raum. „Gute Ware und ein gscheiter Service“ sind ihm dabei besonders wichtig: Mit seinen acht Mitarbeiterinnen betreibt er „ein klassisches Bedienungsgeschäft, wo wir für die Kunden jede Scheibe Käse oder Wurst einzeln aufschneiden“.

Café Meier

Zeitlos ist hier nicht nur die Einrichtung mit ihren Marmortischen, Thonetsesseln und dem schwarzen Piano: Im Café Meier lässt man bei einer Melange oder dem legendären Ingwer-Zitrone-Getränk die Hektik des Alltags hinter sich. Während andere Lokale ihre Kundschaft mit kostenlosem WLAN bespaßen, erklärt sich das Kaffeehaus mit dem Altwiener Flair kurzerhand zur handyfreien Zone. Vertieft ins Gespräch, eine knifflige Schachpartie oder ein spannendes Buch aus der kostenlosen Bookcrossing-Ecke, genießen die Gäste den fair gehandelten Bio-Kaffee aus der hauseigenen Rösterei. Dazu gibt’s hausgemachte Mehlspeisen, saisonale Imbisse und Frühstück bis in die Nachmittagsstunden, die man am besten im sonnigen Gastgarten am Pfarrplatz genießt.