Alle Artikel zum Schlagwort Kaffee

In’s Hof.Zeit

In diesem Renaissancebau hat Mozart seine Linzer Sinfonie komponiert, heute lächelt er milde von den Schoko-Marzipan-Kugeln der Confiserie Wenschitz: Das Café In’s Hof.Zeit im Mozarthof verwöhnt seine Gäste mit traditionellen Imbissen, hausgemachten Mehlspeisen nach Mamas Rezept und ausgewählten heimischen Delikatessen. Im Jänner 2014 haben sich Heidi Fischer und Brigitte Nachbargauer ihren Traum vom eigenen Lokal verwirklicht und die Räumlichkeiten des ehemaligen „s Kistl“ in der Linzer Altstadt übernommen. Besonders wichtig ist den beiden Freundinnen die regionale Herkunft ihrer Produkte: Sowohl im gemütlichen Innenraum als auch im Gastgarten unter den historischen Arkadenbögen dürfen sich die Gäste auf Hofstettner Bio-Bier, Mühlviertler Most von Mairinger und österreichische Weine freuen.

Sprachencafé im Valdés

Feurige Latino-Musik und der aromatische Duft kubanischer Zigarren schweben über den Tischen, und dunkler Rum lockert die Zunge: In der karibischen Atmosphäre des Café Valdés sprudeln die spanischen Worte wie von selbst. Zweimal im Monat bietet das abendliche Sprachencafé die Gelegenheit, gemeinsam mit Gleichgesinnten die Vokabeln aus dem Uni-Kurs einem Praxistest zu unterziehen oder die Fremdsprachenkenntnisse für den Urlaub aufzupolieren – nicht nur für Spanien, sondern auch Italien, Frankreich und England. Abseits des klassischen Unterrichts kritisiert hier niemand die grammatikalischen Fehler oder den deutlich hörbaren Akzent. Stattdessen plaudern die Sprachlehrlinge völlig unbefangen übers Wetter, über spannende Kursangebote und über die schönsten Urlaubsziele.

Linzer Naschmarkt

Überdimensionale Fotos vom Wiener Naschmarkt schmücken die Wände, und in den Vitrinen locken Mühlviertler Speck, exotische Chutneys aus dem Hausruckviertel, feine Bio-Gewürze und edle Weine. Dennoch ist der Linzer Naschmarkt der beiden Gastro-Größen Maria Stefani und Gerhard Zölss nur in zweiter Linie ein Feinkostladen. Das Lokal am OK-Platz präsentiert sich vielmehr als schicke Weinbar mit gehobener Hausmannskost, wobei das Angebot je nach Tageszeit variiert: Morgens gibt’s „kesselhasse“ Würstel, zu Mittag ein veganes Menü und eines mit Fleisch, und abends raffinierte Imbisse wie zum Beispiel Ochsenbackerlgulasch mit Erdäpfel-Rahmstampf oder Rote Rüben-Carpaccio mit Räuchertofu. Den größten Teil der Karte nimmt allerdings die üppige Auswahl an österreichischen Weinen ein, die gemeinsam mit den Zigarren des Hauses und der Musik von Elvis bis Jimi Hendrix einen stilvollen Abend in gemütlicher Atmosphäre versprechen.

Buchplus

Nur 200 Meter trennen das Buchplus vom hektischen Lärm der Goethekreuzung, und doch herrscht in der kleinen Buchhandlung angenehme Ruhe: Entspannt schlürfen die Kundinnen und Kunden in der gemütlichen Leseecke eine Tasse Kaffee und blättern verträumt in einem der zahlreichen Bücher. Neben einer beachtlichen Kinderabteilung mit Ferienromanen, Bastelanleitungen und Holzspielsachen gibt es auch die neuesten Romane und eine überraschend große Auswahl an psychologischer Literatur – ein kleiner Hinweis auf die Besonderheit dieses Geschäfts: Etwa 20 Menschen mit psychischen Erkrankungen werden in dem pro mente-Buchkompetenzzentrum von Fachkräften bei ihrem Wiedereinstieg ins Berufsleben unterstützt und begleitet. Zu ihren Aufgaben gehört nicht nur der Verkauf, sondern auch die Arbeit in der hauseigenen Buchbinderei: Hier werden die Blätter noch wie früher von Hand in Leinen oder Leder gebunden und mit Fäden zusammengeheftet – genau das Richtige für akademische Abschlussarbeiten oder um ein liebgewonnenes, aber zerfleddertes Taschenbuch vor dem Altpapier-Container zu retten.

Filmbrunch

In der Warteschlange vorm Eingang herrscht noch nervöse Unruhe, doch sobald sich die Tür öffnet, dirigiert der Kellner die Gäste geschickt zu ihren Tischen, und sogleich stellt sich gelassene Gemütlichkeit ein: Der Filmbrunch im Gelben Krokodil ist besonders in den unwirtlichen Wintermonaten die perfekte Gelegenheit, um mit Schmankerln aus regionaler Produktion genussvoll in den Sonntag zu starten. Kräuterschafkäse auf Rucola, selbst gemachter Paprika-Nuss-Aufstrich oder Baked Beans mit Selchfleisch locken von den Buffettellern, die das Personal stets frisch befüllt. Dazu gibt’s Kaffee, Tee und Orangensaft in unbegrenzter Menge, verbunden nur mit der Bitte, aus ökologischen Gründen nicht mehr zu nehmen, als man tatsächlich essen und trinken kann. Nach dem abwechslungsreichen Mahl kommen die vorbestellten Karten für einen der vier Filme direkt an den Tisch, und einem gemütlichen Kino-Nachmittag im Moviemento steht nichts mehr im Wege.

Gramaphon

Gramastettner Krapferl begrüßen die Gäste schon an der Ortseinfahrt, und auch in der Dessertvitrine des Restaurants Gramaphon darf das mit Staubzucker bestreute oder halb in Schokolade getunkte Wahrzeichen der Gemeinde nicht fehlen. Nicht nur bei der Wahl der Mehlspeisen erweist Gastronom Johannes Roither der heimischen Küche seinen Respekt: Mühlviertler Saltimbocca, Mostrisotto mit Blunzenradeln und Kartoffel-Gemüselasagne zeugen vom experimentierfreudigen Umgang mit österreichischen und mediterranen Rezepten. Auch bei den Lebensmitteln achtet Roither auf regionale Herkunft: Zu seinen Lieferanten gehören etwa die Speckwerkstatt Haudum aus Helfenberg, die Kaffeerösterei Suchan aus Freistadt sowie Most- und Käsebauern aus der unmittelbaren Umgebung. Das Lokal selbst ist lichtdurchflutet, zugleich sorgen Ziegelmauern, Holztische und dunkelrote Filz- und Ledersessel für eine erdige Note. Entspannt beobachtet man nach dem Essen bei einer Tasse Sonnentor-Tee und einem süßen Mürbteigkrapferl das gemächliche Treiben auf dem Marktplatz vor dem Fenster.

Die offene Kantine

Noch bevor der Hintern die Sitzbank berührt, steht schon der Kellner am Tisch, um hochmotiviert die Bestellung aufzunehmen. Auf seinem schwarzen Polohemd prangt das Logo des Vereins zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung (FAB): In der offenen Kantine im Neuen Rathaus bekommen Langzeitarbeitslose eine Chance für den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Unterstützt von Projektleiter Georg Reyer und einem ausgebildeten Koch, sammeln sie sechs Monate lang Erfahrung in Küche und Service. Sozial sind bei diesem Projekt auch die Preise: Zwischen 6 und 7 Euro kosten die zwei Mittagsgerichte, die täglich aus meist regionalen Zutaten frisch zubereitet werden. Traditionelle Rezepte der heimischen und mediterranen Küche dominieren die Wochenkarte – „eben alles, was mir selber schmeckt“, erklärt Georg Reyer lachend. Trotz ihres Namens ist die offene Kantine das genaue Gegenteil von seelenloser Massenabfertigung: In dem hellen, freundlichen Bistro bleibt man nach dem Essen gern noch auf ein Stück hausgemachten Kuchen und einen Espresso sitzen.

Biohof Achleitner

Eine äußerst raffinierte Taktik, die der Biohof Achleitner da verfolgt: Direkt hinter der Obstabteilung mit frischen Äpfeln, Lauch und Melanzani verströmt eine offene Schauküche ihren betörenden Duft. Genieß ich die Köstlichkeiten gleich hier im Kulinarium des Bio-Supermarkts oder koch ich sie daheim nach, grübelt der Kopf. Am besten beides, jubelt der Bauch: Jeden Tag lockt ein anderes Mittagsgericht sowie ein vegetarisches, oft sogar veganes Buffet mit Ratatouille, Süßkartoffeleintopf, Kürbisrisotto und anderen Spezialitäten der heimischen, mediterranen und fernöstlichen Küche. Wer rechtzeitig aus den Federn kommt, kann bis 11 Uhr bei einem orientalen, Fitness- oder Proseccofrühstück verträumt in die Sonne blinzeln, die zwischen den vielen Grünpflanzen durchblitzt. Naschkatzen erwartet ein süßes Kuchenbuffet, dessen Vielfalt erklärt, warum der Biohof die bezaubernde Adresse „Unterm Regenbogen 1“ hat.

Cinematograph

Mit schwarzer Fliege, Nickelbrille und gepflegtem Schnurrbart begrüßt Herr Georg höflich sein Publikum, als wäre er gerade einem seiner Filme entsprungen. „Heute sehen Sie einen meiner absoluten Lieblingsstreifen“, schwärmt der leidenschaftliche Cineast, bevor der geschichtsträchtige Projektor losrattert. Das Cinematograph ist eine magische Zeitmaschine in die goldene Ära des Kinos: Historische Spielfilme und Dokumentationen in Schwarzweiß stehen am Programm des Liebhaberkinos. In dem 400 Jahre alten Gebäude an der Donaulände finden 35 Personen auf schmalen, rot gepolsterten Sesseln Platz. Neben der Leinwand steht ein rabenschwarzes Piano zur musikalischen Begleitung von Stummfilmen bereit, daneben ein Schild mit der Bitte, nicht auf den Boden zu spucken. Vor und nach den Vorstellungen serviert Frau Traude im angrenzenden Café kaiserliche Rumford-Suppe mit Graupen oder Altwiener Kaffeespezialitäten in Gmundner Keramikhäferln. Jeden Sonntag gibt es zwischen Kachelofen, Spieluhr und vergilbten Fotos ein ausgiebiges Kinofrühstück: Gestärkt mit Melange und Marmeladensemmerl, startet man mit wahren Filmklassikern gemütlich in den Tag.

Niu

Der Überraschungseffekt ist Stammgast im Niu: Auf der täglich wechselnden Speisekarte finden sich zum Beispiel flaumige Spinatknödel mit Zitronengras oder zarter Schweinsbraten Korea. Oliver Horn, der Küchenchef der abenteuerlichen Mischung aus Restaurant, Café und Bar, liebt eben unkonventionelle Experimente und verwandelt traditionelle Rezepte in leichte, gesunde Gerichte mit exotischen, meist asiatischen Elementen. Als Heimat für diese kulinarische Weltoffenheit kann es eigentlich nur eine Adresse geben – den Wissensturm, wo täglich Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ein- und ausgehen, um voneinander zu lernen und Neues zu entdecken. Mit einem Buch aus der Stadtbibliothek und einer heißen Tasse Ingwergetränk kann man in den gemütlichen Ledersesseln entspannt jedem Wetter trotzen.