Alle Artikel zum Schlagwort Kochbuch

Ab Hof

Neugierig beäugen die Labonca-Schweine, Angus-Rinder und Waldziegen die ungewohnten Besucher, die mit viel Neugierde und großem Appetit über ihre Weide stapfen: Der Fotograf Manuel Zauner und der Koch Alexander Rieder sind quer durch Österreich gereist, um zwölf Bio-Bauernhöfe aufzuspüren, die mit Leidenschaft und handwerklichem Können außergewöhnliche Lebensmittel erzeugen. Während der eine mit poetischen Bildern und stimmungsvollen Texten die besondere Atmosphäre der Betriebe einfängt, bereitet der andere aus den frischen Spezialitäten des Hauses direkt vor Ort jeweils fünf köstliche Gerichte zu: Aus frischen Freilandeiern entsteht zum Beispiel süßer Tröpferlschmarrn, aus saftigen Tomatenraritäten eine leichte Pasta Rossa und aus knusprigem Holzofenbrot herzhafte Bruschette. Das ästhetisch gestaltete Buch macht Lust auf eine kulinarische Entdeckungstour zu den ambitionierten Kleinversorgern Österreichs und gibt praktische Tipps, bei welchen Einkaufsgemeinschaften oder Food Coops man die vielfältigen Schätze der heimischen Landwirtschaft findet.

Winter-Smoothies

Der Duft von Zimt, Anis und Muskat liegt in der Luft, aber damit endet auch schon die Ähnlichkeit mit zuckerlastigen Weihnachtskeksen: Die winterlichen Smoothies von Barbara Rias-Bucher sind mit ihrer Megaportion Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen eine gesunde Zwischenmahlzeit in der kalten Jahreszeit. Für ihre Rezepte greift die Autorin tief in die Trickkiste: Wärmende Zutaten wie Ingwer, Chili oder Gewürznelken bringen den müden Kreislauf in Schwung, knackige Nüsse und Dörrzwetschken verleihen den Drinks den nötigen Biss, und kleine Stückchen Lebkuchen, Schokolade oder Mandelmakronen machen den üblichen Mix aus Äpfel, Birnen und Bananen zu einem festlichen Dessert. Experimentierfreudige wagen sich an schlürfbare Imbisse mit Linsen, Frischkäse oder Feta, die dem Körper nicht nur die bei trockener Heizluft dringend benötigte Flüssigkeit zuführen, sondern mit ihrem basischen pH-Wert einen gesunden Ausgleich zur jährlichen Festtagsschlemmerei schaffen.

Das internationale Arcobaleno-Kama Kochbuch

Afghanische Koofteh-Fleischbällchen prasseln in der Pfanne von Mustafa, Lamoussa von der Elfenbeinküste stampft Kochbananen zu Foufou-Brei und die Indonesierin Deisy bäckt ihre grünen Kokospalatschinken Dadar Gulung: Die Kama-Kochkurse in Linz sind eine wunderbare Gelegenheit, unbekannte Länder kulinarisch zu erkunden und dabei gleich auch die Menschen hinter den Gerichten kennenzulernen. Etwa alle zwei Wochen nehmen Migrantinnen und Asylwerber gegen freiwillige Spenden mit auf eine schmackhafte Entdeckungsreise in ihre Heimat – eine der wenigen Möglichkeiten, wie sie legal Geld verdienen können. Nun hat der Anfang 2014 gegründete Verein Kama die besten Rezepte gesammelt und gemeinsam mit dem Begegnungszentrum Arcobaleno ein internationales Kochbuch herausgebracht, das zu einem Blick über den Tellerrand einlädt.

Besser essen

Billig soll es sein, schnell zubereitet und möglichst keine Arbeit machen: Die globale Lebensmittelindustrie fördert mit Tiefkühlpizza, Packerlsuppe und Co. ganz gezielt unsere Bequemlichkeit, löscht aber mit ihrem ungesunden Einheitsbrei jegliche Geschmacksvielfalt aus. Deswegen ist „selber Kochen der erste Schritt zum besser Essen“, sagt Rudi Anschober: Der oberösterreichische Umweltlandesrat wirbt in seiner Mischung aus Kochbuch, Ratgeber und politischem Plädoyer für eine Wende in unseren Ernährungsgewohnheiten, damit wir wieder „spüren, was uns guttut“. Mehr als 100 einfache, oft vegetarische Rezepte machen Lust, mit regionalen Bioprodukten der jeweiligen Jahreszeit zu experimentieren und ihren Reichtum an Aromen zu erkunden. Zudem verraten Profis wie Köchin Sarah Wiener, Biobauer Günter Achleitner oder Journalistin Barbara von Melle, was „Besser Essen“ in ihrem Alltag bedeutet und welche Erwartungen sie diesbezüglich an die Politik haben. Tipps für einen achtsamen Konsum, den Anbau und die Lagerung von Lebensmitteln runden das praktische Handbuch ab und zeigen, wie jeder und jede „mit Genuss die Welt verändern“ kann.

Von der Schale bis zum Kern

Püriertes Karottengrün wird zu einem würzigen Pesto, aus dem Apfelputz entsteht süßer Sirup, und in die Maisblätter werden kleine Reispäckchen gewickelt: Bernadette Wörndl hat in ihrem vegetarischen Kochbuch mehr als 100 Ideen gesammelt, wie vermeintlich unbrauchbare Obst- und Gemüsereste auf fantasievolle Weise den Gaumen umschmeicheln. Alphabetisch nach der Hauptzutat sortiert, erzählt die Salzburgerin ihre persönliche Geschichte zu jedem Lebensmittel. Geprägt von ihrer Kindheit am Bauernhof und den Erfahrungen im eigenen Garten, ist für sie jedes Stück Obst und Gemüse etwas Besonderes, das sie so umfassend wie möglich verwertet. Zwar gelingt das auch mit den Vorschlägen des Kochbuchs nicht vollständig, aber die Rezepte helfen beim Vermeiden von Lebensmittelabfällen, inspirieren zu geschmacklichen Experimenten und öffnen die Augen für den kulinarischen Wert von Putz und Stingel.

Zu gut für die Tonne

Die Eier laufen in zwei Tagen ab, und die Karotten sehen auch schon ziemlich verschrumpelt aus: Anstatt solche Überbleibsel dem gierigen Mistkübel in den Rachen zu schmeißen, verrät das Handy, wie man daraus leckere Speisen zaubert. Je nach Kühlschrankinhalt sucht die kostenlose App „Zu gut für die Tonne“ ein passendes Rezept aus der Datenbank, in der Küchenstars wie Sarah Wiener, Johann Lafer oder Tim Mälzer ihre Lieblingsgerichte der Resteküche präsentieren. Zugleich schreibt die Handy-Anwendung fehlende Zutaten auf den virtuellen Einkaufszettel und gibt Tipps zur Lagerung, damit Vorräte möglichst lange frisch bleiben. Vereinzelte Germanismen wie Aubergine, Brötchen oder Armer Ritter offenbaren die Herkunft der App: Herausgegeben wird sie vom deutschen Ministerium für Ernährung, weil dort – genauso wie in Österreich – derzeit ein Achtel aller Einkäufe im Müll landet. Das praktische Werkzeug schafft Bewusstsein und hilft dabei, jedes Nahrungsmittel voll auszukosten.

Nachhaltig genießen

Erdbeeren im Winter, Schokolade zu Schleuderpreisen, Tiefkühlpizza: Für einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil kann man auf so manche Bequemlichkeit verzichten – aber auf Genuss? Niemals! Das Buch „Nachhaltig genießen“ ist ein praktischer Ratgeber, wie man mit bewusstem Konsum der Gesellschaft, der Umwelt und der eigenen Gesundheit etwas Gutes tut. Im leicht verständlichen Theorieteil skizziert Ernährungsexperte Karl von Koerber die Hintergründe für eine gesunde, faire und ökologische Lebensweise. Anschließend tritt Chefkoch Hubert Hohler im Rezeptteil den Beweis an, dass Nachhaltigkeit und Genuss kein Widerspruch sind: Aus regionalen und saisonalen Produkten kreiert er über 100 wohlschmeckende Gerichte, die weder exotische Zutaten noch jahrelange Küchenexpertise verlangen.