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Rex

Wie in Mamas Speis drängen sich die Rexglasln in der gläsernen Vitrine, nur dass sie hier statt Marillenmarmelade und Senfgurkerln fertige Gerichte wie Chili con Carne, Mohnschupfnudeln und Perl-Graupen-Suppe enthalten: In der Egger-Passage neben der Linzer Arkade versteckt, bietet das Rex – wie der Name schon vermuten lässt – warme und kalte Speisen im Pfandglas zum Mitnehmen oder zum gleich Genießen. „Eine wiederverwendbare Verpackung erspart viel Müll“, erläutert Lukas Brandstätter die Idee für sein Lokal. Außerdem wollte er eine Alternative zum Wurstsemmerl in der Mittagspause anbieten: Vier unterschiedliche Hauptspeisen finden sich auf der täglich wechselnden Speisekarte, eine mit Fleisch oder Fisch, die andere vegetarisch, die dritte eine Süßspeise und die letzte eine Suppe mit Gebäck von der Linzer Bäckerei Brandl. Aus österreichischen, teils biologischen Zutaten zubereitet, stehen vor allem heimische Klassiker auf dem Menü, sagt Brandstätter. „Und auch ein paar internationale Einsprengsel, damit es nie fad wird.“

Schuhwerkstätte Hain

Federkielbestickte Hochzeitsschuhe und hochschaftige Bilgeri-Stiefel aus der k.u.k.-Monarchie stehen auf alten Schuhputzkastln, „aber die verkaufen wir nicht“, betont Dorit Hain lachend. Stattdessen fertigt ihr Mann Siegfried in der Kellerwerkstätte maßgeschneiderte Lederschuhe an, die mit der richtigen Pflege eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie das historische Schuhwerk haben. Bei einem Urlaub in Italien ist der gelernte Werkzeugmacher der Liebe zur Schusterei verfallen und hat sich das traditionelle Handwerk selbst beigebracht. Sein jahrzehntelang angeeignetes Fachwissen und seine Leidenschaft steckt er auch in die Reparatur von Schuhen aller Art. Absätze, Innenfutter, Fersenleder – „viele Leute wissen gar nicht, was man alles wieder richten kann“, sagt Hain. Statt Plastik kommt natürlich gegerbtes Leder oder hochwertiger Gummi zum Einsatz: „Das ist besser für die Umwelt. Außerdem erzählen viele Kunden, dass sie länger mit den aufgewerteten Schuhen gehen können.“ Dabei hilft auch die umfangreiche Auswahl an Schuhzubehör im Geschäft, das sich in den Regalen harmonisch zu fair gehandelten Geschenksartikeln und Modeaccessoires gesellt. „Wir halten es mit dem alten Indianersprichwort“, meint Dorit Hain: „Man soll bei all seinen Handlungen an die nächsten sieben Generationen denken.“

Greenfeel

Die „Einstiegsdroge“ war die Biobanane, dann folgten Naturkosmetik und Öko-Waschmittel, und irgendwann war auch das Thema Mode „eine Gewissensgeschichte, aus der ich nicht mehr rauskomm“: Ihre drei Kinder waren die Motivation für Gabriele Mitterlehner, sich intensiv mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. „Bio allein ist dabei zu wenig“, erklärt sie, warum man in ihrem ökofairen Modegeschäft Greenfeel nur GOTS-zertifiziertes Gewand findet: Vom umweltgerechten Anbau über die faire Verarbeitung bis zum nachhaltigen Vertrieb garantiert dieses Gütesiegel „eine Kette, wo jedes Glied passt“. Und schick sind die Teile noch dazu: In einem ruhigen Innenhof zwischen Arkade und Herrenstraße gelegen, bietet die Boutique bunte Babystrampler und bürotaugliche Businesshemden, affige Kletterhosen und märchenhafte Kleider, warme Unterwäsche und noch wärmere Winterjacken. Fehlt eine Größe oder ein Modell aus der Kollektion der „vertrauenswürdigen Labels“, bestellt Mitterlehner die Stücke kostenlos ins Geschäft, wo man sie unverbindlich anprobieren kann. Zudem achtet sie auf leistbare Preise, denn „oft fehlt’s genau den Leuten, die das nötige Bewusstsein haben, an den finanziellen Möglichkeiten“.

Natürlich Baby

Im Sekundentakt möchte man „Mei liab!“ quietschen, wenn man die regenbogenbunten Leiberl mit Baggern, Zwergen und Marienkäfern durchstöbert: Farbenfroh, bequem und lustig ist die Kindermode im Natürlich Baby, und zudem Bio-, Fairtrade– und/oder GOTS-zertifiziert. „Mir war ziemlich ungut beim Gedanken, welche Schadstoffe in gewöhnlichen Babytextilien sind“, erinnert sich Monika Stadler an ihre Beweggründe, das Geschäft bei der Goethekreuzung zu eröffnen. Für ihr eigenes Kind hat sie sich „so richtig reingestrebert“ in das Thema und weiß nun ganz genau, welche Stoffe für zarte Babyhaut besonders gut verträglich sind und wie man mit Stoffwindeln Abfall vermeidet. Darüber hinaus findet man im Laden Schnuller aus Naturkautschuk, naturbelassene Holzspielsachen, Biobaumwoll-Tragetücher oder einen schadstofffreien Kinderwagen aus dem Mühlviertel – kurzum „Sachen, die gut fürs Baby und für die Umwelt sind und dabei das Leben der Eltern erleichtern“.

Hirsch trifft Blume

Der Strauß in zarten Rosatönen sieht nicht nur zum Anbeißen aus: „Die ungespritzten Bio-Edelrosen aus Freistadt kann man tatsächlich essen“, lacht Andrea Hirsch. Seit bald fünf Jahren ist ihr Geschäft Hirsch trifft Blume ein heißer Geheimtipp für blütenprächtige Dekorationen. Besonders bei Trauungen nimmt sie sich Zeit, um mit viel Liebe zum Detail auf individuelle Wünsche einzugehen: So gestaltet sie für eine Meereshochzeit einen Brautstrauß aus Muscheln und Wasserblumen oder für eine Feier im Stil der 20er Jahre ein Bouquet aus traditionellen Wicken, Freesien und Frauenmantel. Die Blumen, Moospolster und Wurzelstöcke für ihre Kreationen bekommt sie großteils von kleinen Gärtnereien und Bauernhöfen aus der Umgebung, und auch bei den charmanten Mitbringseln wie Kugelfröschen, Weinflaschen oder Grünkohl-Pesto achtet sie auf regionale Herkunft. Zudem bastelt die Floristin herzige Grußkarten aus handgeschöpftem Papier, die eine blühende Überraschung bergen: Vergräbt man die Billets in der Erde, sprießen blumige Liebesboten aus den im Karton versteckten Samen.

Buchplus

Nur 200 Meter trennen das Buchplus vom hektischen Lärm der Goethekreuzung, und doch herrscht in der kleinen Buchhandlung angenehme Ruhe: Entspannt schlürfen die Kundinnen und Kunden in der gemütlichen Leseecke eine Tasse Kaffee und blättern verträumt in einem der zahlreichen Bücher. Neben einer beachtlichen Kinderabteilung mit Ferienromanen, Bastelanleitungen und Holzspielsachen gibt es auch die neuesten Romane und eine überraschend große Auswahl an psychologischer Literatur – ein kleiner Hinweis auf die Besonderheit dieses Geschäfts: Etwa 20 Menschen mit psychischen Erkrankungen werden in dem pro mente-Buchkompetenzzentrum von Fachkräften bei ihrem Wiedereinstieg ins Berufsleben unterstützt und begleitet. Zu ihren Aufgaben gehört nicht nur der Verkauf, sondern auch die Arbeit in der hauseigenen Buchbinderei: Hier werden die Blätter noch wie früher von Hand in Leinen oder Leder gebunden und mit Fäden zusammengeheftet – genau das Richtige für akademische Abschlussarbeiten oder um ein liebgewonnenes, aber zerfleddertes Taschenbuch vor dem Altpapier-Container zu retten.

Klosterladen

In regelmäßgen Abständen huscht ein Mönch oder eine Nonne in dunkelbrauner Kutte durchs Geschäft – kein Wunder, ist doch der Klosterladen in der geräumigen Pforte des Karmelitenklosters auf der Linzer Landstraße untergebracht. Wie an diesem Ort nicht anders zu erwarten, füllen religiöse Bücher und DVDs, Papstbilder, Rosenkränze und Engelsfiguren etwa die Hälfte der Regale. Der übrige Platz aber ist für regionale, meist biologische Lebensmittel aus „klosternaher Produktion“ reserviert, erklärt Mitinhaber Franz Lehner: Die handgeschöpfte Wachauer Marillen-Schokolade zum Beispiel wird in der Kremser Konditorei Hagmann mit Schnaps aus einem nahe gelegenen Stift hergestellt. Ähnliche Geschichten kann Lehner vom Bio-Bier aus der bayerischen Karmeliten-Brauerei und dem hochprozentigen Karmeliten-Geist, vom Bio-Apostelfrizzante und der Schutzengel-Schokolade von Sonnentor erzählen: Sie alle haben einen Bezug zum Klosterleben, werden aus hochwertigen Zutaten hergestellt und verheißen himmlischen Genuss.

Artothek

Die Kreidezeichnung mit dem dynamischen Skifahrer würde sich gut über der Couch machen, und die Ampelkühe bringen mit ihren kräftigen Lack- und Acrylfarben knallige Energie ins Büro: Die Artothek bietet rund 400 Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, um die eigenen vier Wänden und den Arbeitsplatz in eine mondäne Kunstgalerie zu verwandeln. Dicht gedrängt hängen die groß- und kleinformatigen Bilder in der Kunstsammlung im zweiten Stock des Ursulinenhofs. Etwa ein Drittel des Bestandes ist hier kostenlos zu sehen, der Rest ist entweder ausgeliehen oder im Depot, aber online vorbestellbar. Wie in einer Bibliothek kann man gegen Vorlage eines Lichtbildausweises bis zu vier Stücke ausleihen: Grafiken kosten 14 Euro für sechs Monate, Gemälde 56 Euro. Zudem gibt es Gutscheine in beliebiger Höhe als Geschenkidee für alle, die ihren Alltag mit moderner Kunst bereichern wollen.

ECO

Wer behauptet denn, dass man Öko-Mode immer gleich 100 Meter gegen den Wind erkennen muss? Im ECO kommen die gemütlichen Kapuzenpullover, lässigen T-Shirts und schicken Jeans in unverschämt coolem Design und den aktuellen Trendfarben daher, so als wären ihre Fairtrade-zertifizierten Bio-Stoffe das Normalste der Welt. Die stylishen Teile von Labels wie Bleed, Armed Angels oder Re-Bello sind sportlich geschnitten und garantiert straßentauglich. Falls mal ein Stück in einer bestimmten Größe vergriffen ist, steht der junge Besitzer Florian Neumüller allzeit bereit: Mit Hornbrille und Laptop ausgestattet, erfüllt der selbsterklärte Weltretter per Mausklick alle Kundenwünsche.

Grüne Erde

Der heimelige Duft von Lavendel und frisch geschnittenem Holz wirbelt beim Öffnen der Eingangstür um die Nase, und nach nur zwei Schritten fragt eine Verkäuferin freundlich, wie sie behilflich sein könne. Mit einer Führung durch die breit gefächerte Kollektion, möchte man beim ersten Besuch von Grüne Erde sagen: Auf zwei Etagen siedeln kuschelige Fairtrade-Flauschedecken und milde Naturkosmetik, Himmelbetten aus unbehandeltem Zirbenholz und schmucke Bio-Baumwollpullover in satten Erdtönen. Bei der Herstellung der Produkte achtet Grüne Erde auf Umweltschutz und menschengerechte Arbeitsbedingungen. Dazu gehören auch flexible Arbeitszeitmodelle für die Angestellten, denen das Unternehmen die Auszeichung als frauenfreundlichster Betrieb Oberösterreichs verdankt.