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Zimmer Kuchl Kabinett

Ein geschichtsträchtiges Haus mit Produkten, die eine Geschichte erzählen: So charakterisiert Geschäftsführerin Petra Winkler das Zimmer Kuchl Kabinett, den neuen Feinkostladen in einem 700 Jahre alten Bürgerhaus am Linzer Hauptplatz. Gemeinsam mit ihrem Mann Peter ist sie vor der Eröffnung am 1. April 2014 kreuz und quer durch Österreich getingelt, um kleinbäuerliche Betriebe aufzuspüren und ihre regionalen Schmankerl kennenzulernen. Vor allem junge Leute „haben den Überfluss satt“ und setzen auf Leidenschaft statt auf Massenware, freut sich Petra Winkler über das Ergebnis ihrer Erkundungstour. Diese Vielfalt gibt es nun in ihrem Laden zu entdecken und gustieren: Von Natursalz und Bio-Gewürzen über Honig-Grappa und Mühlviertler Whisky bis hin zu Löwenzahn-Chutney und Mohnsenf reicht das Sortiment, bei dem alle zwei Wochen ein neuer Themenschwerpunkt für erfrischende Abwechslung sorgt.

Genuss-Steira

Dunkelgrün sind alle drei, aber wo das eine Kürbiskernöl nussig schmeckt, ist das andere mild, das dritte röstig. „Mit dem Öl ist es wie mit dem Wein“, erklärt der „Genuss-Steira“ Manfred Reisinger bei der Verkostung: „Der Boden, das Klima und die sorgfältige Verarbeitung entlocken derselben Kürbissorte unterschiedliche Aromen.“ Deshalb achtet der gebürtige Steirer in seinem Geschäft am Welser Stadtplatz so genau auf die Herkunft der Ware: Für die Schmankerl reist er regelmäßig in seine Heimat, um die Herstellerinnen und Hersteller persönlich kennenzulernen und ihre Produkte zu probieren. Bei den Edelbränden von Tinnauer, den kreativen Senf-Variationen von Fischerauer, den Chutneys und Essigen von Weinstock oder dem Bio-Wein von Hagen schmeckt man noch richtig die Liebe und die Leidenschaft, ist Reisinger überzeugt. „Mir geht es nicht um große Namen“, erklärt der Steirer, „sondern um die Qualität, um handwerkliches Können und darum, dass die Betriebe so naturnah wie möglich arbeiten.“

Weltladen und Fairytale Fashion

Im Stadtzentrum von Eferding ist wohl der einzige Weltladen mit einem eigenen Modelabel: Sonnenfrau, Lichttanz und Schmetterlingsauge heißen die zauberhaften Kleider, Röcke und Shirts von Fairytale Fashion. So fantasievoll wie ihre Namen sind auch die verspielten Stickereien, die sie zieren. Alle Stücke werden in Nepal unter fairen und umweltschonenden Bedingungen aus Bio-Baumwolle von Hand gefertigt. Die Designs stammen von der Oberösterreicherin Ingrid Gumpelmaier-Grandl, die gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Mann vor zehn Jahren den Weltladen ins Leben gerufen hat. Fairtrade-Kaffee und die Fairytale-Kleider, Räucherstäbchen und steirischer Wein, handgeschnitzte Holzelefanten und Cider aus dem Nachbarort Schleißheim füllen den Laden bis in den letzten Winkel. Die Unterteilung in Erste, Zweite und Dritte Welt spielt dabei keine Rolle, erklärt Inhaber Heinz Grandl scherzend: „Wir sind eben ein Eine-Welt-Laden!“

Klosterladen

In regelmäßgen Abständen huscht ein Mönch oder eine Nonne in dunkelbrauner Kutte durchs Geschäft – kein Wunder, ist doch der Klosterladen in der geräumigen Pforte des Karmelitenklosters auf der Linzer Landstraße untergebracht. Wie an diesem Ort nicht anders zu erwarten, füllen religiöse Bücher und DVDs, Papstbilder, Rosenkränze und Engelsfiguren etwa die Hälfte der Regale. Der übrige Platz aber ist für regionale, meist biologische Lebensmittel aus „klosternaher Produktion“ reserviert, erklärt Mitinhaber Franz Lehner: Die handgeschöpfte Wachauer Marillen-Schokolade zum Beispiel wird in der Kremser Konditorei Hagmann mit Schnaps aus einem nahe gelegenen Stift hergestellt. Ähnliche Geschichten kann Lehner vom Bio-Bier aus der bayerischen Karmeliten-Brauerei und dem hochprozentigen Karmeliten-Geist, vom Bio-Apostelfrizzante und der Schutzengel-Schokolade von Sonnentor erzählen: Sie alle haben einen Bezug zum Klosterleben, werden aus hochwertigen Zutaten hergestellt und verheißen himmlischen Genuss.

Mueslibrikett

Knusprig krachen die gerösteten Nüsse zwischen den Zähnen, und süßsaure Beeren kitzeln die Geschmacksknospen: Das knackige Energiepaket “Hanf & Cranberries” ist eines von sieben Mueslibriketts aus der Backstube von Lucia Sittenthaler. Während handelsübliche Müsliriegel als massengefertigte Zuckerbomben wenig zur gesunden Ernährung beitragen, setzt die Welserin ganz auf Natürlichkeit und liebevolle Handarbeit: Haferflocken, Honig, getrocknete Früchte und Nüsse bezieht sie von regionalen Bio-Höfen, befreundeten Imkereien und aus dem Garten ihres Großvaters. Diese ausgewählten Zutaten verarbeitet sie zu kreativen Kraftriegeln, die sie in kompostierbares Backpapier wickelt und mit handgeschriebenen Etiketten versieht. Die Mueslibriketts kann man pur oder auch mit Milch als Instant-Müsli vernaschen. Erhältlich sind sie im Online-Shop und bei Vertriebspartnern in Linz, Wels oder Wien.

Biohof Achleitner

Eine äußerst raffinierte Taktik, die der Biohof Achleitner da verfolgt: Direkt hinter der Obstabteilung mit frischen Äpfeln, Lauch und Melanzani verströmt eine offene Schauküche ihren betörenden Duft. Genieß ich die Köstlichkeiten gleich hier im Kulinarium des Bio-Supermarkts oder koch ich sie daheim nach, grübelt der Kopf. Am besten beides, jubelt der Bauch: Jeden Tag lockt ein anderes Mittagsgericht sowie ein vegetarisches, oft sogar veganes Buffet mit Ratatouille, Süßkartoffeleintopf, Kürbisrisotto und anderen Spezialitäten der heimischen, mediterranen und fernöstlichen Küche. Wer rechtzeitig aus den Federn kommt, kann bis 11 Uhr bei einem orientalen, Fitness- oder Proseccofrühstück verträumt in die Sonne blinzeln, die zwischen den vielen Grünpflanzen durchblitzt. Naschkatzen erwartet ein süßes Kuchenbuffet, dessen Vielfalt erklärt, warum der Biohof die bezaubernde Adresse „Unterm Regenbogen 1“ hat.

Nets.werk

Mühlviertler Kräuter von Aufreiter, Fruchtsäfte vom Köglerhof und Bio-Eiernudeln vom Sulzerstetterhof locken in den Holzregalen: Das Nets.werk neben der Leonfeldner Straße ist so etwas wie ein Hofladen für 27 regionale Bio-Landgüter. Einmal pro Woche bringen Bäuerinnen und Bauern aus Eidenberg, Eferding oder Alberndorf die gesammelten Online-Bestellungen ins Linzer Geschäft, wo man jeden Freitag seine individuell zusammengestellte Kiste mit frischer Milch, Brot oder Gemüse abholen kann. Das spart Kilometer, weil nicht jeder oder jede für einen Sack Kartoffeln ins Mühlviertel brettern muss. Außerdem bleibt am Ende des Verkaufstages keine abgelaufene Frischware übrig, die man – wie in Supermärkten sonst üblich – in die Mülltonne treten müsste. Die Idee für ihr Geschäft hat Inhaberin Renate Liedl von Gerhard Zwingler, der vor acht Jahren den ersten Nets.werk-Laden in Steyr eröffnet hat. Mittlerweile gibt es zahlreiche Regionalstellen, zum Beispiel in Wels, Enns und Haag. Die Läden bieten einen direkten Draht zu regionalen, biologischen, sozial gerechten und tierfreundlichen Betrieben, sodass Kundinnen und Kunden ohne Zwischenhändler ihre Lebensmittel beziehen können.

Theresiengut

Gedankenverloren schweift der Blick über die Stadt unten im Donautal, und die frische Landluft füllt die Lungen bis tief in die feinsten Bronchien. Das Theresiengut könnte mit seiner entspannenden Lage am Pöstlingberg als Meditationszentrum dienen. Tatsächlich leben und arbeiten hier aber Menschen mit geistiger Beeinträchtigung, die auf der 23 Hektar großen Landwirtschaft biologische Lebensmittel für den Eigenbedarf und für den freitäglichen Ab-Hof-Verkauf produzieren. Gleich neben dem Eingang warten frisches Obst und Gemüse, daneben steht eine Vitrine mit Milch, Joghurt und Ziegenkäse. In den Regalen locken Dinkelvollkornnudeln, Marmelade oder eingelegte Köstlichkeiten, außerdem lebensfrohe Filzfiguren und bunt schillernde Kerzen. Durch die Arbeit in der Gärtnerei und der Kreativgruppe entwickeln die Betreuten Verantwortungsgefühl und soziale Kompetenzen – zentrale Fertigkeiten für ein Leben in größtmöglicher Selbstbestimmung.

Leisenhofgärtnerei

Johanna hegt ihr Heiliges Basilikum, Sebastian experimentiert mit Stützmauern aus Lehm für die Rankbohnen, und Chefgärtner Klaus vermehrt Saatgut für seltene Kürbissorten. So vielseitig wie die Interessen der fünf Mitarbeiter sind die Obst- und Gemüsepflanzen in der Leisenhofgärtnerei am Pöstlingberg: Auf einem knappen Dreiviertel Hektar gedeihen Ochsenherz- und Ribiseltomaten, Filderkraut und Kuri-Kürbisse, russische Gurken und italienischer Salat und machen damit gerade für  Kinder die Vielfalt abseits der Supermarktregale erlebbar. Früher hat der kleine Anger das nahe Petrinum versorgt, heute verkauft die biodynamische, Demeter-zertifizierte Gärtnerei an zwei Tagen pro Woche Brot, Käse, Honig, Wiesenblumen und natürliches, geschmacksintensives Obst und Gemüse. Wer Lust am selber Garteln verspürt, der kann als freiwilliger Erntehelfer im Leisenhofgut mit anpacken – als Lohn winken die frisch geernteten Früchte.

Mein MüLi

Vor 200 Jahren haben in diesem Gewölbe im hinteren Bereich des Alten Rathauses noch die Pferde des Bürgermeisters residiert, heute werden hier regionale Bio-Lebensmittel feilgeboten: Das 1981 gegründete Naturkostfachgeschäft Mein MüLi will, wie der Name verrät, MÜhlviertler Bauern und LInzer Konsumenten zusammenbringen. Das Brot kommt von der Sarleinsbacher Hofbäckerei Mauracher, Gemüse vom Eferdinger Biohof Achleitner, und am Verkaufstresen hängt ein Zettel mit dem Hinweis, dass die Putzleinsdorfer Biofleischerei Höglinger am Freitag ein Kalb schlachtet und man bitte rechtzeitig sein Fleisch reservieren solle. Abgesehen von der Wursttheke ist das Sortiment großteils vegetarisch, und auch die montags bis donnerstags für 6,90 Euro angebotenen Mittagsgerichte sind meist fleischlos.