Alle Artikel zum Schlagwort Linz

Burgerei

Herzhaft bohrt die glubschäugige Graffti-Kuh in der Nase, dahinter thront ein mächtiger Vierkanter auf grünen Hügeln. „Das ist der Silberbauernhof in Gutau, auf dessen Weiden die Bio-Angusrinder für unsere Fleischlaberl ihren freien Auslauf genießen“, erklärt Andreas Katzensteiner, der gemeinsam mit Peter Schaller am Linzer Südbahnhofmarkt soeben die zweite Filiale der Burgerei eröffnet hat. Beflügelt vom Ideal der Regionalität, verwandelt das Gastronomenduo traditionelle Lebensmittel aus Mühl- und Hausruckviertel in feines Fastfood, das in der Marktkoje stilvoll auf Porzellantellern und mit knusprigen Erdäpfelscheitln (Potato Wedges) serviert wird. Wer will, kann den deftigen Petersburger (mit Speck und Spiegelei), den mediterranen Hagenburger (mit Mozzarella und Pesto) oder den vegetarischen Notburger (mit Spinatlaibchen und Bio-Feta) auch mit nach Hause nehmen. Zusätzlich zur schnellen Küche lockt die Bio-Vitrine mit zartem Bauchspeck, feinen Filetsteaks und Beuschel im Rexglas von Angusrindern und fleckigen Turocschweinen – „unser Beitrag zum vielseitigen Marktleben rundum“, lacht Katzensteiner.

Kletterhalle Linz

Damit das Tohuwabohu im Hirn endlich mal zur Ruhe kommt, muss man sich nicht unbedingt im Lotussitz auf die Yogamatte werfen: Klettern ist für Susanne Ohlenschläger pure Meditation, „weil du voll konzentriert sein musst und nur an den nächsten Griff denkst“. Als kleiner Bonus wird zudem „von den Zehen bis zu den Fingerspitzen jeder Muskel beansprucht“, fügt die Übungsleiterin und Geschäftsführerin der Naturfreunde-Kletterhalle in Linz-Auwiesen lachend hinzu. In Schnupperstunden und Grundkursen lernt man die nötige Technik, ehe man sich allein oder zu zweit an die mehr als 500 unterschiedlich schwierigen Routen wagt. Obwohl am Wochenende manchmal bis zu 300 Leute durch die größte Kletterhalle Österreichs kraxeln, genießen sie immer noch volle Bewegungsfreiheit, scherzt Ohlenschläger: „Bei uns muss man nicht ständig ängstlich nach oben schauen, ob drüber grad wer runterfliegt.“

Volkshilfe ReVital Shop Linz

Ein falsches Samurai-Schwert und zwei echte Steiff-Teddybären aus dem Jahr 1905 sind Bereichsleiter Martin Zwicker besonders in Erinnerung geblieben, aber eigentlich „gibt’s hier jeden Tag was Neues zu entdecken“: Wer kuriose Kleidungsstücke, außergewöhnliche Retro-Möbel oder schickes 50er-Jahre-Geschirr sucht, dem bietet der Volkshilfe ReVital Shop am Spallerhof ein buntes Sammelsurium an günstiger Second-Hand-Ware. Abfallvermeidung lautet dabei das Zauberwort, stammen die Artikel doch zum Großteil aus Altstoffsammelzentren und 500 Altkleidercontainern in ganz Oberösterreich. Wer sperrige Möbel oder alte Elektrogeräte direkt an die Volkshilfe spenden will, ruft einfach im Shop an: Der Betrieb beschäftigt knapp 50 Langzeitarbeitslose, die brauchbare Ware kostenlos abholen, streng auf Sauberkeit, Sicherheit und Funktionstüchtigkeit prüfen und gegebenenfalls reparieren. Auch deshalb herrscht an frischem Nachschub für den 600 Quadratmeter großen Laden keinerlei Mangel, meint Zwicker: „Wenn ich doppelt so viel Fläche hätte, könnte ich die auch locker bespielen.“

Paul’s

Inspiriert haben ihn all die „Orte, wo’s gemütlich ist“. Und weil Paul Gürtler in seinen Leben schon ziemlich viel in der Weltgeschichte herumgekurvt ist, herrscht auf der Speisekarte ein „wildes Durcheinander“ von heimischen Klassikern, internationalen Spezialitäten und „tollen Verrücktheiten“. Spaß beim Essen ist für den Küchenchef die oberste Maxime, und so hören die Gerichte auf witzige Kauderwelsch-Namen wie „Chili con Krake“, „Tscheinataun“ und „Der Gerät“. Die regionale Herkunft der Lebensmittel liegt Gürtler besonders bei seinen Steaks am Herzen: Die Gäste können zum Beispiel Cuts vom Mostviertler Wagye-Rind und Porterhouse-Steak aus der Mühlviertler Fleischmanufaktur Riepl bestellen oder zum selber Grillen in der Greißlerei des Paul’s kaufen. Dort warten darüber hinaus kuriose Würzsaucen, eigene Teemischungen, handgerösteter Kaffee und natürlich das Paul’s Bier, ein bernsteinfarbenes, malziges Vollbier aus der Braucommune Freistadt.

Natürlich Baby

Im Sekundentakt möchte man „Mei liab!“ quietschen, wenn man die regenbogenbunten Leiberl mit Baggern, Zwergen und Marienkäfern durchstöbert: Farbenfroh, bequem und lustig ist die Kindermode im Natürlich Baby, und zudem Bio-, Fairtrade– und/oder GOTS-zertifiziert. „Mir war ziemlich ungut beim Gedanken, welche Schadstoffe in gewöhnlichen Babytextilien sind“, erinnert sich Monika Stadler an ihre Beweggründe, das Geschäft bei der Goethekreuzung zu eröffnen. Für ihr eigenes Kind hat sie sich „so richtig reingestrebert“ in das Thema und weiß nun ganz genau, welche Stoffe für zarte Babyhaut besonders gut verträglich sind und wie man mit Stoffwindeln Abfall vermeidet. Darüber hinaus findet man im Laden Schnuller aus Naturkautschuk, naturbelassene Holzspielsachen, Biobaumwoll-Tragetücher oder einen schadstofffreien Kinderwagen aus dem Mühlviertel – kurzum „Sachen, die gut fürs Baby und für die Umwelt sind und dabei das Leben der Eltern erleichtern“.

Salonschiff Fräulein Florentine

Ein Krebs gehört ins Wasser, und so ist es nur logisch, dass das Café zum Rothen Krebs nun an die Donau übersiedelt ist: Im Juni 2014 hat die Crew des Linzer Szenelokals das ehemalige li+do-Schiff beim Urfahraner Jahrmarktgelände geentert und die Kombüse ordentlich umgekrempelt. Aus großteils regionalen Bio-Zutaten kocht der Smutje kleine Imbisse, vegetarische und vegane Mittagsgerichte. Bio-fairer Kaffee aus der Rösterei des Linzer Weltladens weckt die Lebensgeister, und Naschkatzen dürfen sich auf hausgemachte Mehlspeisen als Dessert freuen. Dazu bietet sich tagsüber sowohl auf als auch unter Deck eine Postkartenaussicht deluxe auf Lentos, Altstadt und Schlossberg, bevor das Schiff am Abend zur leise schwankenden Bühne für Lesungen, Konzerte und Feste wird.

Genussgarten Urfahr

„Der Mangold ist grad richtig gut“, schwärmt Michael Stumpner der Kundin vor und geht zum drei Schritte entfernten Beet, um eine Handvoll der grünroten Stängel zu ernten: Kürzer als im Genussgarten Urfahr kann der Transportweg kaum sein, denn „nur das Frische ist gut“, ist Stumpner überzeugt. Seit Anfang 2014 bestellt der Selbstversorger gemeinsam mit „Einkoch“ Florian Ortner das ungenutzte Grundstück an der Linzer Stadtgrenze nach den Grundsätzen der Bio-Permakultur. Neugierigen erklärt er geduldig die Idee dieser nachhaltigen Wirtschaftsweise und verrät Tricks, die auch im eigenen Garten funktionieren. Einen Teil der Ernte verkocht Ortner direkt vor Ort zu extravaganten Chutneys und eingelegten Spezialitäten, die neben Wollschweinspeck, Schafkäse, Vollkornbrot und Apfelsaft von regionalen Biobetrieben in zwei schlichten Baucontainern zum Verkauf angeboten werden. „Die Lieferanten haben alle eine ähnliche Idealvorstellung wie wir“, sagt Stumpner: „Wertvolle Lebensmittel und die Schönheit der Natur anderen zugänglich zu machen.“

Biergartl

Gemächlich ziehen Wolken, Fahrräder und Schiffe vorbei, dahinter werfen sich Nibelungenbrücke und Schlossberg fotogen in Pose: Einquartiert in einem uralten Fischerhaus, ist das Biergartl in Alturfahr ein beliebter Treffpunkt, um nach der Arbeit mit der Kollegenschaft unter den Hollerstauden auszuspannen. Obwohl nur wenige Schritte vom Stadtzentrum entfernt, liest sich die Speisekarte wie ein Rundreise durchs Umland: Aus Eferdinger Gemüse, Mühlviertler Fleisch und Innviertler Käse entstehen herzhafte Grillplatten, vegetarische Jausenteller und hausgemachte Mehlspeisen. Auch bei Most und Bier achtet Geschäftsführer Ludwig Wedam auf regionale Herkunft und Bio-Qualität. Wer sich partout nicht zwischen Bio-Zwickl, Weizen- oder Trappistenbier entscheiden kann, dem bietet der ausgebildete Biersommelier gerne eine spontane Verkostung an. „Bei unseren 25 Biersorten muss man allerdings wohl zwei- oder dreimal kommen, um alle durchzuprobieren“, meint er lachend.

Pure and Green

„Das schmeckt so grauslich“, hat sich Sohn Moritz über den Geschmack des Wassers aus der Plastikflasche beschwert: Mit der schwierigen Suche nach einer „ordentlichen Trinkflasche“ hat für Tina Pramhas ein Abenteuer begonnen, das vor zwei Jahren mit der Gründung des Online-Versands Pure and Green seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Bei ihrer jahrelangen Recherche hat sie nachhaltige, schicke und vor allem schadstofffreie Alltagsgegenstände von unterschiedlichsten Herstellern entdeckt und das breit gestreute Angebot nun auf ihrer Plattform gebündelt: Vorratsdosen aus Edelstahl, Babyschnuller aus Naturkautschuk, kompostierbare Salatschüsseln oder Kinderrucksäcke aus Bio-Baumwolle lagern im Keller ihres Einfamilienhauses am Stadtrand von Linz. Dort können die Kundinnen und Kunden ihre Bestellungen auch direkt abholen und sparen so die Versandkosten und unnötiges Verpackungsmaterial.

Käseglocke

Von Cremeweiß über Knallorange bis Dunkelblau reicht die Farbpalette in der Vitrine: „Käse abseits vom Einheitsbrei“ ist das Markenzeichen der Käseglocke am Linzer Südbahnhofmarkt, wo italienischer Taleggio, deutscher Limburger und spanischer Queso Azul neben wagenradgroßen Laiben Emmentaler und Gouda reifen. Mehr als 200 aromatische Spezialitäten hat Manfred Auer bei seinen Reisen quer durch Europa aufgespürt: „Ich bin immer auf der Suche nach besonderen Produkten und fahre dafür direkt zu kleinen Dorf- und Bergsennereien“, erzählt der diplomierte Käsesommelier. Stolz ist er auf sein regionales Bio-Sortiment, das er künftig noch weiter ausbauen möchte. „Wir wollen jeden ansprechen, der sich von der Industrie verabschieden will und ursprüngliche Natürlichkeit wertschätzt.“ Das gilt nicht nur für den Käse: Neben Brot, Milch und Eiern in Bio-Qualität bietet Auer in seinem Marktstandl frisch marinierte Antipasti und Pasta aus einer italienischen Manufaktur feil – kurzum Lebensmittel, „wo echte handwerkliche Kunst dahinter steht“.