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Sonis Extrazimmer

Von den Bildern an der Wand über die Sessel unter den Hintern der Gäste bis zu Bio-Fahrradleiberln und fair produziertem Schmuck: „Alles, was du hier siehst, kannst du auch kaufen“, erklärt Flo Ettl gleich zur Begrüßung das Konzept von Sonis Extrazimmer. Von ihm stammt der Vorschlag, das leer stehende „Extrazimmer“ im Welser Medien Kultur Haus als Café zu nutzen. Christian „Soni“ Sonnleitner hat aus dieser Idee eine kreative Kombination aus Designladen und nachhaltiger Bar gebastelt. Alle Imbisse und Getränke, die in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre serviert werden, stammen von handverlesenen Betrieben aus der Region: Brot und Aufstriche für die klassische, vegetarische oder vegane Brettljause bereitet der Welser Szenekoch Christoph Hofinger zu, der Kaffee ist eine eigene Mischung der Freistädter Rösterei Suchan, der Bio-Most kommt vom preisgekrönten Steiner-Hof im Mühlviertel, und Naschkatzen knabbern die Mueslibrikett-Riegel der Welserin Lucia Sittenthaler. „Uns geht es ums Vertrauen“, beschreibt Ettl das zentrale Auswahlkriterium der Speisen und Getränke. „Wichtig ist uns, dass der Erzeuger wertschätzend mit seinen Lebensmitteln umgeht.“

Biergartl

Gemächlich ziehen Wolken, Fahrräder und Schiffe vorbei, dahinter werfen sich Nibelungenbrücke und Schlossberg fotogen in Pose: Einquartiert in einem uralten Fischerhaus, ist das Biergartl in Alturfahr ein beliebter Treffpunkt, um nach der Arbeit mit der Kollegenschaft unter den Hollerstauden auszuspannen. Obwohl nur wenige Schritte vom Stadtzentrum entfernt, liest sich die Speisekarte wie ein Rundreise durchs Umland: Aus Eferdinger Gemüse, Mühlviertler Fleisch und Innviertler Käse entstehen herzhafte Grillplatten, vegetarische Jausenteller und hausgemachte Mehlspeisen. Auch bei Most und Bier achtet Geschäftsführer Ludwig Wedam auf regionale Herkunft und Bio-Qualität. Wer sich partout nicht zwischen Bio-Zwickl, Weizen- oder Trappistenbier entscheiden kann, dem bietet der ausgebildete Biersommelier gerne eine spontane Verkostung an. „Bei unseren 25 Biersorten muss man allerdings wohl zwei- oder dreimal kommen, um alle durchzuprobieren“, meint er lachend.

Casa Vecchia

Das Geheimnis, flüstert Dietmar „Edi“ Rabeder mit dem mehligen Nudelwalker in der Hand, ist die Zeit: Zwei Tage muss der fertige Pizzateig rasten, „so wird er luftiger und bekömmlicher“. Als gelernter Koch und Bäcker kennt er die Feinheiten von handgemachter Pizza und Pasta, zugleich achtet er in seinem Restaurant Casa Vecchia „kompromisslos“ auf nachhaltige Zutaten: „Was geht, beziehen wir aus der Umgebung, der Rest ist Bio“, beschreibt Rabeder die Lebensmittel. Die sind mitunter gar nicht so einfach zu bekommen. „Nach dem italienischen Bio-Prosciutto haben wir ganz schön lang suchen müssen“, erzählt Ehefrau Roswitha, die sich in dem stilvoll eingerichteten Lokal am Ottensheimer Marktplatz um die Gäste kümmert. Die knapp 25 Sitzplätze sind besonders am Abend heiß begehrt, aber ans Expandieren denken die beiden nicht. „Wir wollen das mit Herz und Seele machen“, sagt Edi Rabeder. „Das geht einfacher, wenn wir ein kleiner Geheimtipp bleiben.“

Saftladen

Hochmotiviert heult die Zentrifuge auf, sobald sie mit Karotten, Äpfeln und Orangen gefüttert wird: Nach stundenlanger Arbeit am Computer ist der Saftladen am Linzer Südbahnhofmarkt in der Mittagspause eine gesunde Alternative zum Wurstsemmerl und eine wahre Tankstelle für Vitamine und frische Energien. In großen Schüsseln stehen geschältes Obst und Gemüse bereit, um vor den Augen der Kundschaft gehäckselt und entsaftet zu werden. Je nach Lust und Laune kann man bei jedem Besuch einen anderen Saftmix kreieren, oder aber man wählt aus dem Angebot an saisonalen Spezialitäten. Doch der Mensch lebt nicht vom Saft allein: Deshalb gibt es für die Hungrigen frisch zubereitete Vollkornbrötchen und als besonderen Leckerbissen französische Crepes, wahlweise gefüllt mit pikantem Gemüse oder einem süßen Obstsalat.

Knapp am Eck

„Ruah di a bisserl aus“, raunt ein kreuzbestickter Polster den Gästen verführerisch zu: Mit den knarzigen Holzbänken, den grünkarierten Tischtüchern und den Bierbrezn strahlt das Wirtshaus Knapp am Eck in Steyr urige Gemütlichkeit aus. Zugleich überrascht das Lokal mit großformatigen Kunstwerken und einer kreativ gestalteten Speisekarte, die mit Köstlichkeiten der oberösterreichischen Küche auftrumpft: Sowohl die Rezepte als auch die Zutaten für Saftiges Brüstl vom Maisgickerl, Vollkorn-Kaasschpatzen und Gulasch vom Wadl vom Ox’n stammen aus der unmittelbaren Umgebung. Gerne erklären die Kellnerinnen und Kellner, bei welchem Bauern das Strohschwein aufgewachsen ist, aus welcher Fischzucht der Saibling stammt und welches Landgut den Most herstellt. Im Sommer lockt der idyllische Gastgarten, wo man im Schatten einer efeuumrankten Pergola dem Rauschen des nahen Steyr-Flusses lauscht.

Izakaya

Ein roter Lampion leuchtet den Weg zum Lokal, dessen Name übersetzt so viel wie Beisl bedeutet. Doch ein Blick auf die Speisekarte genügt, um zu zeigen, dass das Izakaya weit mehr zu bieten hat: Das älteste japanische Restaurant in Oberösterreich bringt seit knapp 30 Jahren ausgewählte Spezialitäten aus dem Land der aufgehenden Sonne nach Linz. Mit seinem gedeckten Licht, dem dunklen Holz und japanischen Nippes strahlt das Lokal eine angenehme Authentizität ohne fernöstlichen Kitsch aus. Das Sushi wird fachgerecht mit handwarmem Reis und frischem Fisch zubereitet, der zum Teil sogar aus heimischen Süßwasserteichen stammt: Bio-Forelle, -Waller und -Lachsforelle für das Austria Sushi kommen von der Fischzucht Maier in Schiedlberg, erzählt Inhaberin Sabine Shirakura. Im Sommer genießen die Gäste die japanischen Köstlichkeiten im ruhigen Gastgarten, wo sich der Bambus sanft im Wind wiegt und Wirtshund Dino verspielt um ein paar Streicheleinheiten heischt.

Chay

Am Ende des tunnelartigen Durchgangs verstummt der Rummel des Hauptplatzes, und der intensive Duft von Grüntee mischt sich mit fernöstlichen Sphärenklängen: Das Teehaus Chay ist eine verborgene Ruheoase im Herzen von Linz, wo der Genuss von Tee in all seinen Varianten stilvoll zelebriert wird. Neben hausgemachtem Kuchen und Bio-Trinkschokolade finden sich 150 Teesorten auf der Karte, von indischem Gewürz-Chai über japanischen Matcha und marokkanischen Minztee bis zu südamerikanischem Mate-Aufguss und erfrischendem Eistee im Sommer. Viele stammen aus biologischem Anbau und fairem Handel, wie Inhaberin Christine Weisskirchner bereitwillig erklärt: Nachhaltigkeit und soziales Engagement sind Teil der Unternehmensphilosophie in ihrem Salon, der optisch von sattem Rot und tiefem Schwarz dominiert ist – farblich perfekt abgestimmt auf die rothaarige und schwarz gekleidete Besitzerin. Bei einer Tasse Ceylon-Tee und einem getauschten Buch aus dem Bookcrossing-Regal verlangsamt sich die Zeit – ein herrliches Gefühl, das man mit den Tees aus dem angrenzenden Teeladen auch zu Hause genießen kann.

Linzer Naschmarkt

Überdimensionale Fotos vom Wiener Naschmarkt schmücken die Wände, und in den Vitrinen locken Mühlviertler Speck, exotische Chutneys aus dem Hausruckviertel, feine Bio-Gewürze und edle Weine. Dennoch ist der Linzer Naschmarkt der beiden Gastro-Größen Maria Stefani und Gerhard Zölss nur in zweiter Linie ein Feinkostladen. Das Lokal am OK-Platz präsentiert sich vielmehr als schicke Weinbar mit gehobener Hausmannskost, wobei das Angebot je nach Tageszeit variiert: Morgens gibt’s „kesselhasse“ Würstel, zu Mittag ein veganes Menü und eines mit Fleisch, und abends raffinierte Imbisse wie zum Beispiel Ochsenbackerlgulasch mit Erdäpfel-Rahmstampf oder Rote Rüben-Carpaccio mit Räuchertofu. Den größten Teil der Karte nimmt allerdings die üppige Auswahl an österreichischen Weinen ein, die gemeinsam mit den Zigarren des Hauses und der Musik von Elvis bis Jimi Hendrix einen stilvollen Abend in gemütlicher Atmosphäre versprechen.

Die offene Kantine

Noch bevor der Hintern die Sitzbank berührt, steht schon der Kellner am Tisch, um hochmotiviert die Bestellung aufzunehmen. Auf seinem schwarzen Polohemd prangt das Logo des Vereins zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung (FAB): In der offenen Kantine im Neuen Rathaus bekommen Langzeitarbeitslose eine Chance für den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Unterstützt von Projektleiter Georg Reyer und einem ausgebildeten Koch, sammeln sie sechs Monate lang Erfahrung in Küche und Service. Sozial sind bei diesem Projekt auch die Preise: Zwischen 6 und 7 Euro kosten die zwei Mittagsgerichte, die täglich aus meist regionalen Zutaten frisch zubereitet werden. Traditionelle Rezepte der heimischen und mediterranen Küche dominieren die Wochenkarte – „eben alles, was mir selber schmeckt“, erklärt Georg Reyer lachend. Trotz ihres Namens ist die offene Kantine das genaue Gegenteil von seelenloser Massenabfertigung: In dem hellen, freundlichen Bistro bleibt man nach dem Essen gern noch auf ein Stück hausgemachten Kuchen und einen Espresso sitzen.

Cinematograph

Mit schwarzer Fliege, Nickelbrille und gepflegtem Schnurrbart begrüßt Herr Georg höflich sein Publikum, als wäre er gerade einem seiner Filme entsprungen. „Heute sehen Sie einen meiner absoluten Lieblingsstreifen“, schwärmt der leidenschaftliche Cineast, bevor der geschichtsträchtige Projektor losrattert. Das Cinematograph ist eine magische Zeitmaschine in die goldene Ära des Kinos: Historische Spielfilme und Dokumentationen in Schwarzweiß stehen am Programm des Liebhaberkinos. In dem 400 Jahre alten Gebäude an der Donaulände finden 35 Personen auf schmalen, rot gepolsterten Sesseln Platz. Neben der Leinwand steht ein rabenschwarzes Piano zur musikalischen Begleitung von Stummfilmen bereit, daneben ein Schild mit der Bitte, nicht auf den Boden zu spucken. Vor und nach den Vorstellungen serviert Frau Traude im angrenzenden Café kaiserliche Rumford-Suppe mit Graupen oder Altwiener Kaffeespezialitäten in Gmundner Keramikhäferln. Jeden Sonntag gibt es zwischen Kachelofen, Spieluhr und vergilbten Fotos ein ausgiebiges Kinofrühstück: Gestärkt mit Melange und Marmeladensemmerl, startet man mit wahren Filmklassikern gemütlich in den Tag.