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Pubquiz im Chelsea

„Which country is the largest in the world with a four letter name?“ Kaum ist die Frage des Moderators Kieran Bates verklungen, stecken die Teams geheimnistuerisch ihre Köpfe zusammen und diskutieren aufgeregt. Iraq? Iran? Oder doch vielleicht der Chad? Nach Jahren der Demütigung durch besserwisserische Smartphones erlebt die Allgemeinbildung beim Pubquiz im Chelsea ein glanzvolles Comeback – kein Wunder also, dass das zwischen Taubenmarkt und Hauptplatz gelegene Irish Pub jedes Mal gesteckt voll ist. Bis zu sechs Personen pro Team können in zehn Runden ihr Wissen in Bereichen wie Sport, Geschichte, Musik oder Wissenschaft unter Beweis stellen – und das auf Englisch. Als besonders knifflig erweist sich die Fotorunde, bei der es Prominente auf alten Schwarzweißbildern zu erkennen gilt. Die drei gescheitesten Teams und die Letztplatzierten dürfen sich über prall gefüllte Goodiebags freuen. Für alle anderen gibt es den Genuss typisch irischer Biere (Guinness, Kilkenny, …) und das gute Gefühl, dass das eigene Hirn doch noch mit den schlauen Handys mithalten kann.

Niu

Der Überraschungseffekt ist Stammgast im Niu: Auf der täglich wechselnden Speisekarte finden sich zum Beispiel flaumige Spinatknödel mit Zitronengras oder zarter Schweinsbraten Korea. Oliver Horn, der Küchenchef der abenteuerlichen Mischung aus Restaurant, Café und Bar, liebt eben unkonventionelle Experimente und verwandelt traditionelle Rezepte in leichte, gesunde Gerichte mit exotischen, meist asiatischen Elementen. Als Heimat für diese kulinarische Weltoffenheit kann es eigentlich nur eine Adresse geben – den Wissensturm, wo täglich Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ein- und ausgehen, um voneinander zu lernen und Neues zu entdecken. Mit einem Buch aus der Stadtbibliothek und einer heißen Tasse Ingwergetränk kann man in den gemütlichen Ledersesseln entspannt jedem Wetter trotzen.

Bio-Holzofenbäckerei Gragger

„Licht“ prangt in geschwungenen, schmiedeeisernen Lettern an der Wand – als ob dieser Hinweis auf die helle, freundliche Atmosphäre der Bio-Holzofenbäckerei Gragger noch nötig wäre! Die schlichte Einrichtung aus naturbelassenem Holz, die harmonische Beleuchtung mit Glitzerluster und Teelichtern und die angenehme Abwesenheit von dudeliger Hintergrundmusik schaffen das perfekte Ambiente für einen entspannten Start in den Tag. Bis 11 Uhr kann man hier ofenwarme Weckerl zum Beispiel mit Bio-Honig und Marmelade von regionalen Herstellern frühstücken. Mittags köcheln Suppen und Eintöpfe auf dem Herd, die in Kombination mit einer Scheibe Brot aus dem breiten Sortiment der Bäckerei eine sättigende Mahlzeit bilden. Alle Brote werden in Handarbeit aus Natursauerteig anstelle von industriellen Hefekulturen hergestellt. Das macht sie nicht nur leichter verdaulich, sondern auch unvergleichlich aromatisch.

Cook

Die kühle, nordisch-minimalistische Einrichtung des Restaurants Cook steht in krassem Gegensatz zu seiner warmen Gastlichkeit und der heißen Schauküche: Grelle Gasflammen züngeln um den Wok, in dem Hannes Eidenberger nur einen Meter von den Gästen entfernt das knackige Gemüse herumschupft. Aus regionalen Zutaten der Jahreszeit bereitet der Chefkoch eine abenteuerliche, delikate Kombination aus skandinavischer und asiatischer Küche zu. Da trifft das auf einem Eichenbrett gratinierte Plankstek auf angenehm scharfes Cørry, und schwedische Fisksoppa (Fischsuppe) steht neben dem spektakulären Wok the Line. Ein Gläschen Akvavit rundet ein Mahl kulinarischer Gegensätze harmonisch ab. Skål!

Die Donauwirtinnen

Weniger ist manchmal mehr: Die Speisekarte der beiden Donauwirtinnen Tanja Obernberger und Julia Oswald ist so dünn wie der knusprige Boden ihrer Flammkuchen, und doch bietet sie eine facettenreiche Auswahl an leichter, einheimischer Küche mit frischen Zutaten und saisonalem Gemüse von regionalen Produzenten und Bio-Bauern. Im Sommer 2012 eröffnet, hat sich das Lokal mit der warmen Holzeinrichtung und dem entspannten Gastgarten innerhalb kürzester Zeit als Aushängeschild kulinarischer Nachhaltigkeit etabliert. Dass die Mittagsmenüs (12 bis 14 Uhr; 7 bis 10 Euro) und die Gerichte der Abendkarte (18 bis 23 Uhr; bis 20 Euro) auch noch unverschämt gut schmecken, macht die Donauwirtinnen zu einem absoluten Highlight der Linzer Lokalszene.

Café Strom

Dem Kellner geht das „Griaßeich“ so problemlos über die Lippen, als würde er die Gäste schon seit dem Kindergarten kennen: Das ansatzlose Duzen gehört zum Selbstverständnis des Café Strom als Treffpunkt der alternativen Szene in Linz. Im sonnigen Gastgarten zwischen Nibelungenbrücke, Ars Electronica Center und Stadtpfarrkirche Urfahr versammeln sich Skater, IT-Nerds und Künstler der Stadtwerkstatt. Das 2012 renovierte Interieur überrascht mit üppig aus Regenrinnen wucherndem Grün, und auf der Speisekarte finden sich preiswerte regionale Schmankerl (zum Beispiel Fruchtsäfte von Mühlviertler Produzenten Mairinger) und grandiose Schwarzbrottoasts.