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Gorfer Natur Gourmet

Als Reinhard Gorfer mit 21 den Bauernhof der Großmutter erbt, ist er „davor kein einziges Mal auf einem Traktor gesessen“. Das hindert ihn aber nicht daran, den 400 Jahre alten Betrieb völlig umzukrempeln und dabei das Kunststück zu meistern, nachhaltige Landwirtschaft mit haubengekrönter Gourmetküche zu verbinden. „Bei uns sehen die Leute die Qualität, die in die Pfanne kommt“, deutet Gorfer auf die steilen Weiden, wo wuschelige Hausschafe und die drei Rinderrassen Angus, Galloway und Simmentaler Fleckvieh genussvoll grasen. Im Laufe der Jahre hat er die Erfahrung gemacht, dass „das Fleisch umso besser und zarter schmeckt, je biologischer und artgerechter die Haltung ist“. Genau das wissen auch die Gäste zu schätzen, und so ist die rustikale Gaststube jedes Wochenende bis auf die letzte Kachelofenbank gefüllt. Zum Glück gibt es Bio-Fleisch, preisgekrönten Most, Schnaps und Fruchtsäfte des Hauses auch im Hofladen, damit die Gourmets unter der Woche nicht auf die bodenständigen Köstlichkeiten der Gorfers verzichten müssen.

Schurm’s Hofladen

Die allererste Ernte waren die skeptischen Blicke der Nachbarn: „Wir sind die einzigen weit und breit, die auf 780 Metern Höhe Obst anbauen“, sagt Martin Schurm nicht ohne Stolz. Anfangs wollte niemand glauben, dass das auch tatsächlich funktionieren kann, doch mittlerweile heimst der Familienbetrieb am Hang des Lichtenbergs eine Auszeichnung nach der anderen ein. Die preisgekrönten Fruchtsäfte, Moste, Schnäpse und Cider entstehen allesamt im Presshaus, wo Äpfel und Birnen schonend gepresst, mit natürlichen Methoden haltbar gemacht und in Pfandflaschen abgefüllt werden. Zu kaufen gibt es die süßen und herben Tropfen unter anderem direkt vor Ort: Im ehemaligen Kuhstall warten neben den hofeigenen Produkten noch einige „ausgefallene Sachen, die du so im Geschäft nicht kriegst“, verweist Silvia Schurm auf die vollen Holzregale. Von befreundeten Betrieben aus der Umgebung bezieht sie Käse von Kuh oder Ziege, kerniges Bauernbrot, Eiernudeln und Bio-Pestos, damit die Kundinnen und Kunden „nicht alle einzeln abklappern müssen“ und dennoch die Geschmacksvielfalt der Region auskosten können.

Maurerwirt

Im Herrgottswinkel klammert sich ein heiliger Trinker an seine bauchige Weinflasche, daneben hängen blumengeschmückte Kuhglocken und bäuerliche Hinterglasmalereien: Der Maurerwirt ist ein „richtiges Dorfgasthaus mit allem, was man sich erwartet“, schildert Günter Maurer. Und weil für den zwirbelbärtigen Chef nicht nur das „g’sunde Miteinander am Stammtisch“ dazu gehört, sondern auch eine bodenständige, regional verwurzelte Hausmannskost, verwendet er ganz gezielt saisonale (Bio-)Lebensmittel aus der unmittelbaren Umgebung. „Die Industrie rennt mit ihren Fertigprodukten in die falsche Richtung. Ich kaufe lieber frische Zutaten beim Fleischhacker meines Vertrauens und den Apfelsaft beim Nachbarn„, erklärt Maurer sein Ziel, die Herkunft der einzelnen Speisen und Getränke für die Gäste nachvollziehbar zu machen. Eigenkreationen wie der Haselgrabenknödel mit Kalbfleisch- und Kürbisfülle oder die Erdäpfeltascherl mit Steinpilzen gesellen sich auf der Karte zu den herzhaften Klassikern der heimischen Küche. Dazu passt ein Glas Bio-Maurerbier, das der Wirt eigens in der Privatbrauerei Hofstetten brauen lässt.

Sonis Extrazimmer

Von den Bildern an der Wand über die Sessel unter den Hintern der Gäste bis zu Bio-Fahrradleiberln und fair produziertem Schmuck: „Alles, was du hier siehst, kannst du auch kaufen“, erklärt Flo Ettl gleich zur Begrüßung das Konzept von Sonis Extrazimmer. Von ihm stammt der Vorschlag, das leer stehende „Extrazimmer“ im Welser Medien Kultur Haus als Café zu nutzen. Christian „Soni“ Sonnleitner hat aus dieser Idee eine kreative Kombination aus Designladen und nachhaltiger Bar gebastelt. Alle Imbisse und Getränke, die in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre serviert werden, stammen von handverlesenen Betrieben aus der Region: Brot und Aufstriche für die klassische, vegetarische oder vegane Brettljause bereitet der Welser Szenekoch Christoph Hofinger zu, der Kaffee ist eine eigene Mischung der Freistädter Rösterei Suchan, der Bio-Most kommt vom preisgekrönten Steiner-Hof im Mühlviertel, und Naschkatzen knabbern die Mueslibrikett-Riegel der Welserin Lucia Sittenthaler. „Uns geht es ums Vertrauen“, beschreibt Ettl das zentrale Auswahlkriterium der Speisen und Getränke. „Wichtig ist uns, dass der Erzeuger wertschätzend mit seinen Lebensmitteln umgeht.“

Biergartl

Gemächlich ziehen Wolken, Fahrräder und Schiffe vorbei, dahinter werfen sich Nibelungenbrücke und Schlossberg fotogen in Pose: Einquartiert in einem uralten Fischerhaus, ist das Biergartl in Alturfahr ein beliebter Treffpunkt, um nach der Arbeit mit der Kollegenschaft unter den Hollerstauden auszuspannen. Obwohl nur wenige Schritte vom Stadtzentrum entfernt, liest sich die Speisekarte wie ein Rundreise durchs Umland: Aus Eferdinger Gemüse, Mühlviertler Fleisch und Innviertler Käse entstehen herzhafte Grillplatten, vegetarische Jausenteller und hausgemachte Mehlspeisen. Auch bei Most und Bier achtet Geschäftsführer Ludwig Wedam auf regionale Herkunft und Bio-Qualität. Wer sich partout nicht zwischen Bio-Zwickl, Weizen- oder Trappistenbier entscheiden kann, dem bietet der ausgebildete Biersommelier gerne eine spontane Verkostung an. „Bei unseren 25 Biersorten muss man allerdings wohl zwei- oder dreimal kommen, um alle durchzuprobieren“, meint er lachend.

Köglerhof

Am Ast eines Apfelbaums hängt die Schaukel mit dem vermutlich besten Ausblick auf das Eferdinger Becken: Umgeben von blühenden Streuobstwiesen ist der Köglerhof in Gramastetten ein beliebte Anlaufstelle für hungrige Wandersleute, die nach einer Tour auf den 690 Meter hohen Koglerauer Spitz bei einer zünftigen Jause auf der sonnenverwöhnten Terrasse frische Kräfte tanken. Brot, Speck und Topfenaufstriche stammen allesamt aus dem Mühlviertel, der Großteil sogar aus der hauseigenen Bio-Landwirtschaft, wo neugierige Fleckviehrinder, seltene Brillenschafe und schreckhafte Wildhühner unter freiem Himmel grasen. Aus Milch, Eiern und Fleisch produziert die Familie Bauernfeind „Lebensmittel, wie man sie von früher kennt“. Dazu gibt es preisgekrönten Most und naturtrüben Apfelsaft aus dem Obstgarten sowie eine breite Auswahl an Mühlviertler Bio-Bieren. Jeden Freitagnachmittag öffnet der Hofladen seine Pforten, wo man sich mit den naturbelassenen Köstlichkeiten als Wegzehrung für die nächste Wanderung eindecken kann.

Knapp am Eck

„Ruah di a bisserl aus“, raunt ein kreuzbestickter Polster den Gästen verführerisch zu: Mit den knarzigen Holzbänken, den grünkarierten Tischtüchern und den Bierbrezn strahlt das Wirtshaus Knapp am Eck in Steyr urige Gemütlichkeit aus. Zugleich überrascht das Lokal mit großformatigen Kunstwerken und einer kreativ gestalteten Speisekarte, die mit Köstlichkeiten der oberösterreichischen Küche auftrumpft: Sowohl die Rezepte als auch die Zutaten für Saftiges Brüstl vom Maisgickerl, Vollkorn-Kaasschpatzen und Gulasch vom Wadl vom Ox’n stammen aus der unmittelbaren Umgebung. Gerne erklären die Kellnerinnen und Kellner, bei welchem Bauern das Strohschwein aufgewachsen ist, aus welcher Fischzucht der Saibling stammt und welches Landgut den Most herstellt. Im Sommer lockt der idyllische Gastgarten, wo man im Schatten einer efeuumrankten Pergola dem Rauschen des nahen Steyr-Flusses lauscht.