Alle Artikel zum Schlagwort Nichtraucher

P’aa

Bunte Blubberblasen schweben als Deko an der Wand – die einzigen Farbtupfen im ansonsten schlicht gehaltenen Interieur. „Wir haben reduziert bis zum Geht-nicht-mehr, damit nichts ablenkt vom Essen“, beschreibt Inhaber Hannes Braun den kürzlich abgeschlossenen Umbau im P’aa. „Genauso wird auch bei den Gerichten nix dekoriert, beschönt oder versteckt.“ Grund dafür gibt es ohnedies keinen: „Wir schauen darauf, was gut ist für den Körper“, erklärt Braun, warum es in seinem Lokal keine Mikrowelle, Tiefkühlkost oder Geschmacksverstärker gibt. Stattdessen kocht er aus frischen Biolebensmitteln vegetarische und vegane Gerichte, die zu einer kulinarischen Reise um die Welt einladen. Die Zutaten dafür können die Gäste auch direkt im Restaurant kaufen: In der Vitrine stehen von Sojaobers über Seitanwürstel bis zu pflanzlichem Chilihühnchen dieselben Produkte, wie sie für die Gerichte verwendet werden. „Wer neugierig ist, wie wir kochen“, ergänzt Braun, „der kann jederzeit in unsere Küche kommen und uns dabei zusehen“.

Frontfood

Ein Brotweckerl, frisches Gemüse, hausgemachte Saucen – sieht aus wie ein gewöhnlicher Burger, nur das gegrillte Laibchen in der Mitte wirkt bei genauer Betrachtung eine Spur heller. „Das ist kein Faschiertes, sondern Sojagranulat“, erklärt Bernhard Falkner, der in seinem frisch eröffneten Frontfood „zu hundert Prozent vegane Küche“ anbietet. Dass die rein pflanzlichen Gerichte ausgerechnet in Form von amerikanischem Fastfood daherkommen, ist für den Burger-Liebhaber nur logisch: „Vegane Lokale kommen oft mit einem alternativen Touch oder erhobenem Zeigefinger daher. Ich wollte was bieten, was die Leute kennen und annehmen.“ Tatsächlich wirken Schnitzlinger (ein Semmerl mit paniertem Laibchen), Chiiesy (mit pflanzlichem Käse) und Pirateburger (mit Fishifilet) so vertraut, dass auch viele Nicht-Veganer herzhaft zubeißen. Auch bei Öko-Strom und kompostierbarer Verpackung legt Falkner großen Wert auf Nachhaltigkeit. Zudem sind alle Zutaten „soweit als möglich“ Bio, regional und fair gehandelt, betont er nicht ohne Stolz. „Das ist schon eine ziemlich einzigartige Geschichte.“

Nai Baan

Die große Herausforderung, sagt Pamela Praphai-Schmied, ist die Kunst der Kontraste: Damit meint sie nicht die Einrichtung in den Komplementärfarben Gelb und Violett oder das Aufeinanderprallen von Tradition und Moderne in der offenen Küche des Nai Baan, sondern das harmonische Zusammenspiel von Süß und Scharf, das den Thai-Gerichten ihr charakteristisches Aroma verleiht. Um diesen authentischen Geschmack für Currys, Wok-Speisen oder Hühnerspießchen zu kreieren, kombiniert sie original thailändische Gewürze mit Innviertler Maishendl, Eferdinger Biogemüse und anderen Zutaten aus der Umgebung. Auch bei den Getränken achtet Praphai-Schmied auf regionale Herkunft: Bier und Biokaffee kommen aus Freistadt, Schnäpse und Fruchtsäfte entstehen aus Mühlviertler Obst, und Weine aus den wichtigsten Anbaugebieten Österreichs begleiten die fernöstlichen Spezialitäten im Welser Medienkulturhaus.

Schlossrestaurant Hagenberg

Ein Hauch der adeligen Vergangenheit schwebt über den Tischen im ziegelgewölbten Speisesaal. „Dabei ist dieser Gebäudeteil gar nicht so alt, nur 400 bis 450 Jahre“, erzählt Hannes Katzenschläger beiläufig, so als wollte er sagen: Was ist das schon im Vergleich zur mehr als tausendjährigen Geschichte des gesamten Schloss Hagenberg? Vor bald zehn Jahren hat er gemeinsam mit seiner Schwester Sibylle das Restaurant in dem historischen Gemäuer übernommen und ganz auf traditionelle österreichische Küche aus regionalen Biozutaten umprogrammiert. „Die Leute wollen wissen, wo ihr Essen herkommt. Und der Bauer hat eine Freude, wenn er ordentliches Geld für eine ordentliche Arbeit bekommt“, erklärt Katzenschläger, warum er Ziegenkäse, Rindfleisch oder Erdäpfel direkt bei den umliegenden Biohöfen kauft. Je nachdem, „was gerade bei uns wächst“, passt sich die Speisekarte des biozertifizierten Lokals der aktuellen Jahreszeit an: Die saisonalen Spezialitätenwochen von Wild über Spargel bis Lamm begleiten die Gäste durchs Jahr, denn „jedes Monat hat seine spannenden Mitbringsel“.

Burgerei

Herzhaft bohrt die glubschäugige Graffti-Kuh in der Nase, dahinter thront ein mächtiger Vierkanter auf grünen Hügeln. „Das ist der Silberbauernhof in Gutau, auf dessen Weiden die Bio-Angusrinder für unsere Fleischlaberl ihren freien Auslauf genießen“, erklärt Andreas Katzensteiner, der gemeinsam mit Peter Schaller am Linzer Südbahnhofmarkt soeben die zweite Filiale der Burgerei eröffnet hat. Beflügelt vom Ideal der Regionalität, verwandelt das Gastronomenduo traditionelle Lebensmittel aus Mühl- und Hausruckviertel in feines Fastfood, das in der Marktkoje stilvoll auf Porzellantellern und mit knusprigen Erdäpfelscheitln (Potato Wedges) serviert wird. Wer will, kann den deftigen Petersburger (mit Speck und Spiegelei), den mediterranen Hagenburger (mit Mozzarella und Pesto) oder den vegetarischen Notburger (mit Spinatlaibchen und Bio-Feta) auch mit nach Hause nehmen. Zusätzlich zur schnellen Küche lockt die Bio-Vitrine mit zartem Bauchspeck, feinen Filetsteaks und Beuschel im Rexglas von Angusrindern und fleckigen Turocschweinen – „unser Beitrag zum vielseitigen Marktleben rundum“, lacht Katzensteiner.

Atrium

Warmes Sonnenlicht flutet durchs Glasdach in den arkadengesäumten Innenhof, doch sobald die nahe Michaelerkirche zwölf Uhr schlägt, ist es mit der idyllischen Ruhe vorbei: Aus den umliegenden Büros und vom Campus Steyr strömen die Menschen zum Mittagstisch ins Café Atrium, wo saisonale Bio-Lebensmittel der Region in „bodenständige Gerichte mit internationalen Einsprengseln“ verwandelt werden. „Wir fahren seit jeher eine hochwertige Schiene“, erklärt Mitarbeiter Andreas Straßer das Vertrauen der Gäste in die Küche: Vor zehn Jahren hat sich das Lokal als erstes Restaurant in Oberösterreich bio-zertifizieren lassen. Stolz verweist Straßer auf die große Auswahl an heimischen Bio-Weinen, bei denen „die Qualität einfach passt“. Nicht nur bei den Speisen und Getränken achtet das Atrium auf Nachhaltigkeit: In der Küche und im Service finden etwa 20 Personen mit psychischen und sozialen Problemen eine sinnstiftende Arbeit, die ihnen eine Rückkehr in die Gesellschaft ermöglicht.

Kräuterspiele

Schläfrig blinzeln die Leute auf dem Weg zur Arbeit in die kleine Küchennische, wo Sarah Stumptner schon ab den frühen Morgenstunden Kekserl und Kuchen bäckt: „Ich bin eben ein aktiver Mensch“, scherzt die Inhaberin der Kräuterspiele über ihren unbändigen Tatendrang. Deshalb bietet ihre Koje am Südbahnhofmarkt nicht nur Regale voller Bio-Spezialitäten aus dem Genussland Oberösterreich, sondern auch vegane und vegetarische Mehlspeisen, Aufstriche sowie ein täglich wechselndes Mittagsgericht. Ihr Mahl genießen die Gäste gemeinsam an einer großen Naturholztafel, die auf massiven Baumstämmen ruht – der „Stammtisch“, wie Stumptner lachend kommentiert. Die regionalen Zutaten für die frisch gekochten Speisen kauft sie direkt am Südbahnhofmarkt: „Die Vielfalt auf engem Raum finde ich einfach klass“, schwärmt die Vegetarierin, die diese bunte Mischung um selbstgemachte Säfte, Kompotte und Kräuterspezialitäten aus dem eigenen Garten bereichert. Zudem serviert sie grüne Smoothies, gemixt aus rohem Gemüse und süßen Bananen, Datteln und Cashewnüssen, „damit es ja nicht zu gesund schmeckt“.

Die Brüher

Chromblitzend steht sie neben der Bar, seine allererste Espressomaschine, von Michael Holaschke liebevoll „das Biest“ genannt: Mit der handgesteuerten Pavoni Baujahr 83 hat er so lange herumexperimentiert, bis er das sensible Zusammenspiel von Wassertemperatur, Druck und Mahlgrad aus dem Effeff beherrscht und seinen ersten richtigen Caffè gebrüht hat. Dieses handwerkliche Können schmeckt man mit jeder Tasse im frisch eröffneten Café Die Brüher: Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Anela Hrnic serviert Holaschke direkt neben dem AEC italienische Kaffeespezialitäten und sortenreinen Filterkaffee auch zum Mitnehmen. Die Bohnen dafür bekommt er von der Salzburger Familienrösterei 220 Grad und der Berliner Bio-Rösterei Coffee Circle, die beide den Rohkaffee direkt von den Bauern kaufen und regelmäßig zu den Plantagen reisen. Zudem spendet Coffee Circle einen Teil der Einnahmen für Entwicklungsprojekte, genauso wie die Hersteller von Lemonaid und Poma-Fruchtsäften, erzählt Anela Hrnic über die Bio-Getränke im Café. „Die begeistern nicht nur in puncto Geschmack und Design, sondern man tut mit ihnen auch was Gutes.“

Gorfer Natur Gourmet

Als Reinhard Gorfer mit 21 den Bauernhof der Großmutter erbt, ist er „davor kein einziges Mal auf einem Traktor gesessen“. Das hindert ihn aber nicht daran, den 400 Jahre alten Betrieb völlig umzukrempeln und dabei das Kunststück zu meistern, nachhaltige Landwirtschaft mit haubengekrönter Gourmetküche zu verbinden. „Bei uns sehen die Leute die Qualität, die in die Pfanne kommt“, deutet Gorfer auf die steilen Weiden, wo wuschelige Hausschafe und die drei Rinderrassen Angus, Galloway und Simmentaler Fleckvieh genussvoll grasen. Im Laufe der Jahre hat er die Erfahrung gemacht, dass „das Fleisch umso besser und zarter schmeckt, je biologischer und artgerechter die Haltung ist“. Genau das wissen auch die Gäste zu schätzen, und so ist die rustikale Gaststube jedes Wochenende bis auf die letzte Kachelofenbank gefüllt. Zum Glück gibt es Bio-Fleisch, preisgekrönten Most, Schnaps und Fruchtsäfte des Hauses auch im Hofladen, damit die Gourmets unter der Woche nicht auf die bodenständigen Köstlichkeiten der Gorfers verzichten müssen.

Paul’s

Inspiriert haben ihn all die „Orte, wo’s gemütlich ist“. Und weil Paul Gürtler in seinen Leben schon ziemlich viel in der Weltgeschichte herumgekurvt ist, herrscht auf der Speisekarte ein „wildes Durcheinander“ von heimischen Klassikern, internationalen Spezialitäten und „tollen Verrücktheiten“. Spaß beim Essen ist für den Küchenchef die oberste Maxime, und so hören die Gerichte auf witzige Kauderwelsch-Namen wie „Chili con Krake“, „Tscheinataun“ und „Der Gerät“. Die regionale Herkunft der Lebensmittel liegt Gürtler besonders bei seinen Steaks am Herzen: Die Gäste können zum Beispiel Cuts vom Mostviertler Wagye-Rind und Porterhouse-Steak aus der Mühlviertler Fleischmanufaktur Riepl bestellen oder zum selber Grillen in der Greißlerei des Paul’s kaufen. Dort warten darüber hinaus kuriose Würzsaucen, eigene Teemischungen, handgerösteter Kaffee und natürlich das Paul’s Bier, ein bernsteinfarbenes, malziges Vollbier aus der Braucommune Freistadt.