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Kinderkram

Die kulleräugigen Kätzchen auf dem gagerlgelben Leiberl sehen so aus, als wären sie dem farbenfrohen Traum eines Kindes entsprungen, das eine ganze Nacht in der Zuckerlfabrik verbracht hat. „Wir freuen uns immer, wenn wir solche Retro-Sachen entdecken“, lacht Lilly Koslowsky, Verkäuferin im Kinderkram am Linzer Volksgarten. Besonders die ökofairen Kindermodelabels aus Skandinavien baden in den grellbunten Farben der frühen Siebziger, und auch viele Spielsachen wirken wie den Kindheitstagen der Elterngeneration entsprungen. Einfach und farbenfroh sollen Kleidung und Spielzeug sein, darüberhinaus umweltfreundlich, in Europa hergestellt und plastikfrei, erklärt Besitzerin Eva Höller. Egal ob wollige Häkelpuppen, Fläschchen aus Edelstahl und giraffenförmige Beißhilfen aus Naturkautschuk, „jedes Stück haben wir mit viel Sorgfalt ausgesucht und mit unseren Kindern getestet“. Ein eigener Tisch ist für die Produkte von Linzer Designerinnen reserviert, die in Handarbeit Bären auf Leiberl häkeln oder tierische Schnullerketten basteln. „Diese individuellen Nischenprodukte sind beliebte Geschenke“, erzählt Koslowsky. „Besonders wenn man selber nicht gern näht.“

Naturfaser Fölser Jeans

„Wir Mühlviertler sind halt einfallsreiche Tüftler“, schmunzelt Stefan Fölser in seiner Bauernstube und breitet auf dem massiven Holztisch acht verschiedene Stofffleckerl in Marineblau, Anthrazit und Hellgrau aus. Vor 15 Jahren hat der gelernte Landwirt die Idee für seine regional produzierten Bio-Jeans geboren, die zu je 50 Prozent aus Mühlviertler Bio-Leinen und griechischer Baumwolle bestehen. Vom Anbau des Faserflachses über die Garnspinnerei bis zur Weberei im Nachbarort kontrolliert der 70-Jährige jeden Schritt in der Produktionskette, bevor drei Schneiderinnen aus der unmittelbaren Umgebung die Hosen in Heimarbeit nähen. Damit jedes Stück auch garantiert sitzt, schickt man bei der Bestellung die Lieblingsjeans als Vorbild mit. „Die meisten erledigen das per Post, aber manche besuchen uns hier in Helfenberg, um direkt vor Ort den Stoff, den Verschluss oder die Nahtfarbe individuell auszusuchen“, schildert Fölser. Nach etwa drei Monaten Wartezeit ist die maßgeschneiderte Hose dann fertig und kommt als Packerl zur eigenen Haustür.

Pure and Green

„Das schmeckt so grauslich“, hat sich Sohn Moritz über den Geschmack des Wassers aus der Plastikflasche beschwert: Mit der schwierigen Suche nach einer „ordentlichen Trinkflasche“ hat für Tina Pramhas ein Abenteuer begonnen, das vor zwei Jahren mit der Gründung des Online-Versands Pure and Green seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Bei ihrer jahrelangen Recherche hat sie nachhaltige, schicke und vor allem schadstofffreie Alltagsgegenstände von unterschiedlichsten Herstellern entdeckt und das breit gestreute Angebot nun auf ihrer Plattform gebündelt: Vorratsdosen aus Edelstahl, Babyschnuller aus Naturkautschuk, kompostierbare Salatschüsseln oder Kinderrucksäcke aus Bio-Baumwolle lagern im Keller ihres Einfamilienhauses am Stadtrand von Linz. Dort können die Kundinnen und Kunden ihre Bestellungen auch direkt abholen und sparen so die Versandkosten und unnötiges Verpackungsmaterial.

Kurtl Kartonmöbel

Die Partygäste stehen sich die Füße in den Bauch, weil zu wenig Sessel da sind – gut, dass in der Abstellkammer noch ein paar platzsparend gefaltete Hocker auf ihren Einsatz warten: Die Kurtl Kartonmöbel sind in Nullkommanix zusammengesteckt, erstaunlich stabil und mit ihrem funktionalen Design ein echter Hingucker. Entworfen werden die vielseitig einsetzbaren Regale, Sitzgelegenheiten und Couchtische in der Ottensheimer Kreativwerkstatt Papplab: Gemeinsam mit ihrem Team entwickeln Wodo Gratt und Christoph Außerwöger stets neue Ideen, die das Sortiment im frisch eröffneten Online-Shop nach und nach bereichern. Großen Wert legen die beiden auf die Nachhaltigkeit ihrer Möbel, die in Oberösterreich aus Recyclingmaterial hergestellt werden und selbst zu 100 Prozent recyclebar sind. Die einzelnen Stücke lassen sich mit Malstiften oder Geschenkspapier beliebig individualisieren und sind durch watscheneinfache Stecksysteme frei kombinierbar. So passen sie sich nach jedem Umzug der neuen Wohnung perfekt an.

Zu gut für die Tonne

Die Eier laufen in zwei Tagen ab, und die Karotten sehen auch schon ziemlich verschrumpelt aus: Anstatt solche Überbleibsel dem gierigen Mistkübel in den Rachen zu schmeißen, verrät das Handy, wie man daraus leckere Speisen zaubert. Je nach Kühlschrankinhalt sucht die kostenlose App „Zu gut für die Tonne“ ein passendes Rezept aus der Datenbank, in der Küchenstars wie Sarah Wiener, Johann Lafer oder Tim Mälzer ihre Lieblingsgerichte der Resteküche präsentieren. Zugleich schreibt die Handy-Anwendung fehlende Zutaten auf den virtuellen Einkaufszettel und gibt Tipps zur Lagerung, damit Vorräte möglichst lange frisch bleiben. Vereinzelte Germanismen wie Aubergine, Brötchen oder Armer Ritter offenbaren die Herkunft der App: Herausgegeben wird sie vom deutschen Ministerium für Ernährung, weil dort – genauso wie in Österreich – derzeit ein Achtel aller Einkäufe im Müll landet. Das praktische Werkzeug schafft Bewusstsein und hilft dabei, jedes Nahrungsmittel voll auszukosten.

Sack & Co.

Das blau-grün-karierte Dirndl hat sich seine zweite Chance redlich verdient: Statt im Kasten den Motten als Fraß zu dienen, bringt es als heimatverbundene Geschenksverpackung die Augen noch einmal zum Leuchten. Die Näherinnen von Sack & Co. verwenden für ihre entzückenden Sackerl abgetragene (Trachten)-Mode, Stoffreste und traditionelle Mühlviertler Webstoffe. Die Stoffbeutel, Bschoadbinkerl (ein quadratisches Tuch, das früher zum Transportieren von Proviant diente) und kleinen Gutscheinverstecke lassen sich immer wieder befüllen und weiterverschenken – so spart man Berge an Geschenkpapier und Plastik! Christa Oberfichtner hat die Initiative anlässlich der Woche der Nachhaltigkeit im Herbst 2013 ins Leben gerufen. Mit dem kreativen, abwechslungsreichen Design der Beutel will sie zum selber Nähen inspirieren. Wer zwei linke Hände hat, kann die Sackerl auch einfach online bestellen. Pro verkauftem Exemplar gehen zwei Euro an ein Asylheim im Mühlviertel.