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Gerberei

Beglühbirnte Suppentöpfe aus Omas Küchenkastl leuchten auf das fröhlich zusammengewürfelte Sesselsurium, das altersmäßig schon fast mit dem historischen Gewölbe mithalten kann. „Für die Einrichtung haben wir über ein Jahr lang Flohmärkte, den Arge Trödlerladen und die Dachböden von Freunden geplündert“, scherzt Heidrun Resch. Mitte März hat sie schließlich zusammen mit ihrer Schwester Gunda im ehemaligen Gerberhaus am Linzer Pfarrplatz das Café Gerberei eröffnet, wo Kinder durch die Spielecke wuseln und Erwachsene über einem Roman aus dem Bücherregal oder einer Partie Schach brüten. „So ein gemütliches Lokal mit ein bissl Individualität haben wir uns immer gewünscht“, erklärt Heidrun die gemeinsame Idee. Nicht nur beim Kaffee aus der kleinen Salzburger Rösterei 220 Grad achten die beiden auf regionale, handwerkliche Herstellung, sondern auch bei den Getränken und den Bio-Zutaten für die hausgemachten Mehlspeisen und Aufstrichbrote. Besonders das Mühlviertel ist mit Bieren, Fruchtsäften und dem Mehl für Apfelschlangerl, Brioche und Schoko-Cookies gut vertreten, weil die beiden dort viele Bäuerinnen und Landwirte persönlich kennen, erklärt Heidrun: „Wir wollen hinter allem stehen, was wir anbieten.“

Mein MüLi

Vor 200 Jahren haben in diesem Gewölbe im hinteren Bereich des Alten Rathauses noch die Pferde des Bürgermeisters residiert, heute werden hier regionale Bio-Lebensmittel feilgeboten: Das 1981 gegründete Naturkostfachgeschäft Mein MüLi will, wie der Name verrät, MÜhlviertler Bauern und LInzer Konsumenten zusammenbringen. Das Brot kommt von der Sarleinsbacher Hofbäckerei Mauracher, Gemüse vom Eferdinger Biohof Achleitner, und am Verkaufstresen hängt ein Zettel mit dem Hinweis, dass die Putzleinsdorfer Biofleischerei Höglinger am Freitag ein Kalb schlachtet und man bitte rechtzeitig sein Fleisch reservieren solle. Abgesehen von der Wursttheke ist das Sortiment großteils vegetarisch, und auch die montags bis donnerstags für 6,90 Euro angebotenen Mittagsgerichte sind meist fleischlos.