Alle Artikel zum Schlagwort Sport

Minigolf Freinberg

Die Erinnerung an das angeknackste Nasenbein vom letzten Besuch geistert mir noch durch den Hinterkopf, während ich den Ball auf den weißen Abschlagpunkt der Bahn 1 lege. Diesmal, so der Vorsatz, werde ich einen gehörigen Respektsabstand zu den anderen Spielerinnen und Spielern einhalten. Abgesehen von der – zugegebenermaßen geringen – Verletzungsgefahr ist Minigolf der perfekte Sommersport, ist er doch ähnlich anstrengend und schweißtreibend wie eine gute Partie Schach. Kein Wunder also, dass nicht nur in den Touristenburgen rund um den Globus, sondern auch am Linzer Freinberg mehr oder weniger konzentriert und koordiniert auf den Gummiball eingedroschen wird. Die 18-teilige Hindernisbahn bietet dabei nicht nur eine gehörige Portion Nostalgie, sondern wirkt auch wie eine Zen-mäßige Übung in Impulskontrolle, wenn der Ball auch beim sechsten Versuch wieder haarscharf am Loch vorbeischrammt. Hat man die widerspenstige Kugel schließlich im 18er-Loch versenkt, kann man mit einem Ottensheimer Thorbräu auf den Sieg anstoßen oder mit einem Eis der geschundenen Seele Trost spenden.

Granitweg

Felsenfest ist die Überzeugung eines jeden waschechten Mühlviertlers, dass die Welt keine granittechnischen Überraschungen mehr zu bieten hat. Zumindest, bis man die Erlebniswelt Granit in Plöcking sieht: Block um Block reihen sich 50 verschiedene Granitsorten und mehr als 100 andere Gesteine aus aller Welt aneinander, die das Herz einer jeden Geographie-Professorin höher schlagen lassen. Aber selbst für steinkundlich Unbedarfte ist der Mühlviertler Ort ein lohnendes Ausflugsziel, beginnt hier doch eine steinreiche Rundwanderung durch das einstige Mühlviertler Steinmetz-Dorado. Von der Erlebniswelt folgt der Weg der Trasse der ehemaligen Feldbahn, die dem Transport der Felsblöcke diente, zum mittelalterlichen Schloss Neuhaus und von dort über den schmalen Jagasteig hinab zum Ort Untermühl, wo die Große Mühl in die Donau mündet. Von hier geht man auf zunächst gemütlichen, aber stets steiler werdenden Wegen zum Speicherkraftwerk Partenstein und weiter hinauf in den Ort Kleinzell. Vorbei an aufgelassenen und aktiven Steinbrüchen mit ihren schwindelerregenden Felswänden gelangt man schließlich wieder zurück zur Erlebniswelt, wo man zum Abschluss bei einem Picknick auf gemeißelten Steintafeln tafelt.

CrossFit

Komm kuscheln, raunt der Boden nach zig Liegestützen verführerisch, während irgendein Sadist die Schwerkraft auf die dreifache Stärke raufschraubt: Das Hochintensitätstraining am Ende des einstündigen Workouts macht seinem Namen alle Ehre, und mehr als einmal schrammt man haarscharf am Aufgeben vorbei. „Aber in der Gruppe geht dann doch immer noch ein Aitzerl mehr“, schnauft Lena, die im CrossFit 4020 regelmäßig „ans Limit geht“. Anfang 2014 hat Patrick Cumberworth „die Box“ gegründet und den Sporttrend aus den USA in den graffitiverzierten Keller nahe des Linzer Infracenters geholt. Im Gegensatz zum klassischen Gerätetraining im Fitnessstudio geht es bei CrossFit nicht ums Aufpumpen isolierter Muskelpartien, sondern um natürliche Bewegungsabläufe und Ganzkörperübungen, die auch im Alltag etwas bringen: „Die Kniebeuge beansprucht dieselben Muskeln wie das Aufstehen vom Sessel“, schildert Trainer Stefan Kirchsteiger das Prinzip. Kein Workout gleicht dabei dem anderen, kommen doch auch ungewöhnliche Trainingsgeräte wie Traktorreifen oder Holzkisten zum Einsatz. Dadurch können sich die Muskeln gar nicht an eine bestimmte Übung gewöhnen und sind stets aufs Neue gefordert, erklärt Kirchsteiger: „Wir sind abwechslungsreich mal tausend!“

Veganpower

Kämpferisch reckt der bissige Ex-Boxweltmeister auf der Autogrammkarte seine Fäuste in die Luft. „Da denkt sich auch der härteste Typ: Wenn sich der Mike Tyson vegan ernährt, dann kann das gar nicht so schlimm sein“, lacht Daniel Zellan. Er selbst hat als Kampfsportler jahrelang Putenfleisch, Topfen und tierisches Eiweiß verschlungen, bis er nach einem Allergieschock „körperlich völlig kaputt“ im Spital gelandet ist. Unverträglichkeit gegen Fleisch und Milcheiweiß lautete die Diagnose, die der Startschuss für seine Umstellung auf rein pflanzliche Ernährung war. Und weil für ihn dazu auch Proteinpulver für den Muskelaufbau gehört, eröffnete er zunächst den Online-Shop und im September das Geschäftslokal Veganpower, wo er neben Nahrungsergänzungsmitteln auch Tipps für ein Leben ohne tierische Produkte anbietet: „Ob Ausdauer oder Pumpen, ich sag den Leuten, welche Sportnahrung, Superfoods und Energieriegel am besten passen.“ Die mehr als 600 veganen Produkte sind frei von Farbstoffen, Chemie und Aspartam, teils biozertifiziert und durch ihren basischen pH-Wert verträglicher für die Nieren, erklärt Zellan: „Von denen kannst du bedenkenlos so viel essen, wie du willst und wie dir schmeckt.“

50 Dinge, die ein Oberösterreicher getan haben muss

Im Morgengrauen tuckert sie mit dem letzten Linzer Donaufischer hinaus auf den Strom und lässt ihn von seiner faszinierenden Arbeit erzählen, während er die Netze mit Hecht, Barbe und Zander an Bord zieht: Melanie Wagenhofer liefert mit ihrem Buch „50 Dinge, die ein Oberösterreicher getan haben muss“ weniger ein striktes Pflichtprogramm für Einheimische und Zuagroaste als vielmehr eine stimmungsvolle Geschichtensammlung aus dem Land ob der Enns. Die Autorin streichelt Gamshaare beim Bartbinder Bertl in Ebensee, klackert am Leinenwebstuhl in Haslach und verkostet Mühlviertler Wein aus dem Haselgraben. Dazwischen schildert sie klassische Ausflugsziele wie die Bucklwehluckn in Sankt Thomas, das Traunseeschloss Ort und die obligatorische Grottenbahn am Pöstlingberg mit derart gefühlvollen Bildern, dass man sogleich Lust bekommt, das Heimatland neu zu erkunden.

Kletterhalle Linz

Damit das Tohuwabohu im Hirn endlich mal zur Ruhe kommt, muss man sich nicht unbedingt im Lotussitz auf die Yogamatte werfen: Klettern ist für Susanne Ohlenschläger pure Meditation, „weil du voll konzentriert sein musst und nur an den nächsten Griff denkst“. Als kleiner Bonus wird zudem „von den Zehen bis zu den Fingerspitzen jeder Muskel beansprucht“, fügt die Übungsleiterin und Geschäftsführerin der Naturfreunde-Kletterhalle in Linz-Auwiesen lachend hinzu. In Schnupperstunden und Grundkursen lernt man die nötige Technik, ehe man sich allein oder zu zweit an die mehr als 500 unterschiedlich schwierigen Routen wagt. Obwohl am Wochenende manchmal bis zu 300 Leute durch die größte Kletterhalle Österreichs kraxeln, genießen sie immer noch volle Bewegungsfreiheit, scherzt Ohlenschläger: „Bei uns muss man nicht ständig ängstlich nach oben schauen, ob drüber grad wer runterfliegt.“

Barfußweg

Was unsere Füße im Alltag so alles erdulden müssen, grenzt schon fast an Folter: Enge Schuhe, hohe Absätze und harter Asphalt malträtieren die Latscher – höchste Zeit, sie mit einer natürlichen Massage zu verwöhnen! Zwischen Wiese, Wald und Hopfenfeld ist der Barfußweg in Sankt Ulrich mit seinen mehr als 20 Stationen wahrer Balsam für Körper und Seele: Weicher Torf, spitzer Neuhauser Granitbruch, hölzerne Balancierbalken und ein Marsch durch ein erfrischendes Bachbett stimulieren die Fußreflexzonen. Zwischendurch genießt man auf Riesenschaukeln und in Hängematten den Ausblick auf die Mühlviertler Hügellandschaft, wo Hummeln geschäftig um den blühenden Klee brummen und Schmetterlinge verträumt zu den Wolken emporsegeln. Am Ende des etwa einstündigen Spaziergangs heißt das Gasthaus Lang die Bloßfüßigen mit herzhaften Gerichte und einem riesigen Spielplatz willkommen.

Vogelgesang-Klamm

Vielleicht singen hier irgendwo die Vögel, allein man hört sie nicht bei dem gewaltigen Getöse, mit dem der Trattenbach über die Felsen donnert. Ihren Namen hat die längste Schlucht Oberösterreichs ohnedies nicht dem zwitschernden Federvieh zu verdanken, sondern dem Gemeindearzt Moritz Vogelgesang, der die wildromantische Klamm vor mehr als hundert Jahren für die Sommerfrischegäste erschlossen hat. Über eineinhalb Kilometer Länge, 240 Höhenmeter und 500 zum Teil in den Felsen gemeiselte Stufen folgt der kinderfreundliche Holzsteg dem rauschenden Flusslauf. Mit welcher Wucht sich der Bach im Lauf der Jahrtausende in den Dolomitstein gefräst hat, erahnt man beim Anblick der tosenden Wasserfälle, die vom Beginn der Schlucht bis zu ihrem Ausgang zum staunenden Verweilen einladen. Oben angelangt stärken sich die Wandersleute in der Bosruckhütte mit einer deftigen Jause, bevor sie auf demselben Weg zurück ins Tal marschieren. Wer hingegen noch mehr Bewegungsdrang verspürt, wandert auf sanft ansteigenden und gut beschilderten Wegen weiter zum Rohrauerhaus und von dort über die Hofalm wieder hinunter nach Spital am Pyhrn.

PeakFinder Alps

Keinen süßeren Duft kennt das Wandererherz als die klare Luft, die das soeben erreichte Gipfelkreuz umweht. Die fulminante Fernsicht auf die in allen Blautönen leuchtenden Berge verdrängt für kurze Zeit jeglichen Gedanken, bis sich eine nagende Frage im Oberstübchen festsetzt: Wie heißen denn gefälligst all die Gipfel ringsum? Wer jetzt keine Karte oder einen ortskundigen Bergfex zur Hand hat, dem helfen zahlreiche Handy-Apps bei der Benamsung der Anhöhen. Im Praxistest hat uns vor allem eine Anwendung überzeugt: Der PeakFinder arbeitet im gesamten Alpenraum dank GPS und Nasa-Höhenmodell punktgenau und erlaubt mit seinem schicken 360-Grad-Panorama in Schwarz-Weiß eine intuitive Orientierung. Zudem braucht die App im Gegensatz zur Konkurrenz keine Internetverbindung, um die Alpengipfel zu erkennen – ein klarer Pluspunkt in der unberührten Bergwelt fernab störender Sendemasten.

Sagenreiseführer Oberösterreich

Der Teufel war früher ein ganz schön umtriebiger Geselle: In Rohrbach tanzt er mit blutjungen Mädchen, in Braunau packt er gottlose Knechte beim Krawattl und am Abersee baut er eine Kirche, nur um vom heiligen Wolfgang um seinen Lohn geprellt zu werden. Oberösterreich ist reich an fesselnden Sagen, die reale Orte mit fantastischen Figuren wie Drachen, Nixen und dem Schwarzen Mönch verknüpfen. Autor Erich Weidinger und Fotograf Michael Maritsch haben sich auf Spurensuche begeben und in allen vier Vierteln mythisch-mystische Schauplätze aufgespürt. Entstanden ist daraus ein Reiseführer, der Geschichte und Geschichten auf kurzweilige Art miteinander verbindet. Die 43 Ausflüge, Rundgänge und Wandertouren führen zu historischen Ruinen, geheimnisvollen Felsformationen und bezaubernden Naturjuwelen, wo sich mit dem Buch in der Hand die Pforten zur heimischen Sagenwelt öffnen.