Alle Artikel zum Schlagwort Urfahr

Masters of Escape

Die kryptischen Kritzeleien an der Zellenwand können einen ganz schön in die Irre leiten, während man mit Geschick, detektivischem Spürsinn und vor allem viel Hirnschmalz versucht, aus dem berüchtigten Gefängnis Clara County zu flüchten. „Der Reiz liegt darin, dass man nicht weiß, wonach man genau sucht“, lacht Rainer Rapp, der gemeinsam mit seiner Frau und zwei Freunden im Sommer 2015 den Rätselspaß Masters of Escape ins Leben gerufen hat. Dabei wird eine Gruppe in einen Raum gesperrt, der als Höhle oder Knast gestaltet ist, und muss sich innerhalb einer Stunde daraus befreien. Über Kameras verfolgt Rapp den Fortschritt des Teams und gibt auf Wunsch hilfreiche Hinweise, wenn es nicht mehr weiterkommt. „Wir sind im Vergleich zu anderen Anbietern eher schwierig, damit keiner schon nach 20 Minuten draußen ist“, sagt Rapp verschmitzt. Alle paar Monate werden die Rätselräume gänzlich umgestaltet, um auch wiederkehrenden Gästen ordentliche Kopfnüsse aufzugeben, erklärt er: „Wir haben alle vier Technik studiert, daher können wir immer wieder neue Tricks einbauen!“

Spielzeugstube

Das helle Klingeln der Türglocke markiert fast auf die Sekunde genau den Moment, in dem die Augen der Eintretenden zu leuchten beginnen: Vom Boden bis unter die Decke füllen Brettspiele, Puppen und Schaukelpferde mit ihren fröhlichen Farben die überbordenden Regale der Spielzeugstube. „Schön bunt muss es sein, weil die Kinder das lieben“, meint Anita Eiblhuber, die vor zwei Jahren das Traditionsgeschäft in der Urfahraner Hauptstraße übernommen hat. Zusätzlich zu herkömmlichem Plastikspielzeug bietet sie eine breite Auswahl an Produkten aus naturbelassenen Materialien, die von „bewährten Unternehmen“ in Europa hergestellt werden: Wärmende Teddybären aus Biobaumwolle stehen neben fair produzierten Stoffsternen, natürlich gefärbte Babygreiflinge gesellen sich zu Holztierfiguren, die von Menschen mit Behinderung gefertigt werden, und nebenan lassen klassische Kugelbahnen und Holzeisenbahnen das Herz vor Nostalgie höher schlagen. „Die Konkurrenz durch Supermärkte und Internet ist hart“, gesteht Eiblhuber. „Aber mein Vorteil ist die Beratung, welches Spielzeug in welchem Alter grad voll im Trend ist!“

Salonschiff Fräulein Florentine

Ein Krebs gehört ins Wasser, und so ist es nur logisch, dass das Café zum Rothen Krebs nun an die Donau übersiedelt ist: Im Juni 2014 hat die Crew des Linzer Szenelokals das ehemalige li+do-Schiff beim Urfahraner Jahrmarktgelände geentert und die Kombüse ordentlich umgekrempelt. Aus großteils regionalen Bio-Zutaten kocht der Smutje kleine Imbisse, vegetarische und vegane Mittagsgerichte. Bio-fairer Kaffee aus der Rösterei des Linzer Weltladens weckt die Lebensgeister, und Naschkatzen dürfen sich auf hausgemachte Mehlspeisen als Dessert freuen. Dazu bietet sich tagsüber sowohl auf als auch unter Deck eine Postkartenaussicht deluxe auf Lentos, Altstadt und Schlossberg, bevor das Schiff am Abend zur leise schwankenden Bühne für Lesungen, Konzerte und Feste wird.

Genussgarten Urfahr

„Der Mangold ist grad richtig gut“, schwärmt Michael Stumpner der Kundin vor und geht zum drei Schritte entfernten Beet, um eine Handvoll der grünroten Stängel zu ernten: Kürzer als im Genussgarten Urfahr kann der Transportweg kaum sein, denn „nur das Frische ist gut“, ist Stumpner überzeugt. Seit Anfang 2014 bestellt der Selbstversorger gemeinsam mit „Einkoch“ Florian Ortner das ungenutzte Grundstück an der Linzer Stadtgrenze nach den Grundsätzen der Bio-Permakultur. Neugierigen erklärt er geduldig die Idee dieser nachhaltigen Wirtschaftsweise und verrät Tricks, die auch im eigenen Garten funktionieren. Einen Teil der Ernte verkocht Ortner direkt vor Ort zu extravaganten Chutneys und eingelegten Spezialitäten, die neben Wollschweinspeck, Schafkäse, Vollkornbrot und Apfelsaft von regionalen Biobetrieben in zwei schlichten Baucontainern zum Verkauf angeboten werden. „Die Lieferanten haben alle eine ähnliche Idealvorstellung wie wir“, sagt Stumpner: „Wertvolle Lebensmittel und die Schönheit der Natur anderen zugänglich zu machen.“

Biergartl

Gemächlich ziehen Wolken, Fahrräder und Schiffe vorbei, dahinter werfen sich Nibelungenbrücke und Schlossberg fotogen in Pose: Einquartiert in einem uralten Fischerhaus, ist das Biergartl in Alturfahr ein beliebter Treffpunkt, um nach der Arbeit mit der Kollegenschaft unter den Hollerstauden auszuspannen. Obwohl nur wenige Schritte vom Stadtzentrum entfernt, liest sich die Speisekarte wie ein Rundreise durchs Umland: Aus Eferdinger Gemüse, Mühlviertler Fleisch und Innviertler Käse entstehen herzhafte Grillplatten, vegetarische Jausenteller und hausgemachte Mehlspeisen. Auch bei Most und Bier achtet Geschäftsführer Ludwig Wedam auf regionale Herkunft und Bio-Qualität. Wer sich partout nicht zwischen Bio-Zwickl, Weizen- oder Trappistenbier entscheiden kann, dem bietet der ausgebildete Biersommelier gerne eine spontane Verkostung an. „Bei unseren 25 Biersorten muss man allerdings wohl zwei- oder dreimal kommen, um alle durchzuprobieren“, meint er lachend.

Pure and Green

„Das schmeckt so grauslich“, hat sich Sohn Moritz über den Geschmack des Wassers aus der Plastikflasche beschwert: Mit der schwierigen Suche nach einer „ordentlichen Trinkflasche“ hat für Tina Pramhas ein Abenteuer begonnen, das vor zwei Jahren mit der Gründung des Online-Versands Pure and Green seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Bei ihrer jahrelangen Recherche hat sie nachhaltige, schicke und vor allem schadstofffreie Alltagsgegenstände von unterschiedlichsten Herstellern entdeckt und das breit gestreute Angebot nun auf ihrer Plattform gebündelt: Vorratsdosen aus Edelstahl, Babyschnuller aus Naturkautschuk, kompostierbare Salatschüsseln oder Kinderrucksäcke aus Bio-Baumwolle lagern im Keller ihres Einfamilienhauses am Stadtrand von Linz. Dort können die Kundinnen und Kunden ihre Bestellungen auch direkt abholen und sparen so die Versandkosten und unnötiges Verpackungsmaterial.

Inges Bio-Café

Den Spitznamen Bio-Lois hat er sich redlich verdient: Alois Stingeder war bereits ein Vorreiter der Bio-Branche, als Nachhaltigkeit nur ein Thema für „ein paar Spinnerte“ war. Nach einem kleinen Geschäft in Leonding hat er im Jahr 2000 in der Urfahraner Hauptstraße seine charmante Mischung aus Kaffeehaus und Greißlerei eröffnet und nach seiner verstorbenen Frau benannt. „Inge hat sich immer ein Künstlercafé mit Lesungen, Debatten und einer Galerie gewünscht“, erzählt der 65-Jährige und deutet auf die zeitgenössischen Bilder an der Wand. Die Gäste freilich kommen vor allem wegen dem herzhaften Frühstück, den frisch gepressten Fruchtsäften oder den Mittagsgerichten, alle aus regionalen, biologischen und biodynamischen Lebensmitteln frisch zubereitet. Die Zutaten zum selber Kochen bekommen sie im angrenzenden Geschäft: „Von Erdäpfeln bis Champagner ist hier alles Bio“, beschreibt Stingeder das Vollsortiment auf engstem Raum. „Gute Ware und ein gscheiter Service“ sind ihm dabei besonders wichtig: Mit seinen acht Mitarbeiterinnen betreibt er „ein klassisches Bedienungsgeschäft, wo wir für die Kunden jede Scheibe Käse oder Wurst einzeln aufschneiden“.

Fischerhäusl

Die massiven Gemäuer mit ihren gotischen Fenstern und eleganten Renaissance-Elementen atmen Geschichten von Wassernixen und versunkenen Schätzen am Grunde der Donau: Durch das Fischerhäusl neben dem Neuen Rathaus strömt ein Hauch der Zeit, als Urfahr noch ein beschauliches Dorf der Fischer und Fährmänner war. In diesem urigen Ambiente verpasst Chefkoch Dominic Grünwald der traditionellen österreichischen Küche ein zeitgemäßes Update: Für seine herzhafte und zugleich raffinierte Hausmannskost verwendet er ausschließlich regionale und saisonale Zutaten wie Eferdinger Gemüse, oberösterreichisches Schweinefleisch oder Traunviertler Fische. In krachledernen Hosen servieren die Kellnerinnen und Kellner heimische Weine, Most und Mühlviertler Obstsäfte zu Schweinsbratl, Kaspressknödel oder Saibling, ehe das Menü bei Espresso und hausgemachte Mehlspeisen harmonisch ausklingt. Ein besonderes Schmankerl ist der schattige Gastgarten, wo der Blick über den Schlossberg und die sagenhafte Donau schweift.

Swingolf

Leicht in die Knie gehen, den Ball nicht aus den Augen lassen, schwungvoll durchziehen, und im besten Fall segelt die knallorange Kugel in Richtung der roten Fahne. Der Abschlag funktioniert beim Swingolf genau wie bei regulärem Golf, nur dass der Schläger drei Kanten hat, der Ball etwas größer und der Einstieg wesentlich einfacher ist: Nach ein paar Probeschlägen am Übungsplatz können Kinder wie Erwachsene auf der Anlage in Linz-Urfahr gleich loslegen – ganz ohne Platzreife, Clubmitgliedschaft und Handicap. Auf dem Weg vom ersten zum 18. Loch spazieren die Spielerinnen und Spieler fünf Kilometer über bunte Blumenwiesen und weiden sich an der herrlichen Aussicht auf Pöstlingberg und Sankt-Magdalena-Kirche. Nach der Partie können sie auf Slacklines durch den Obstgarten balancieren oder im ehemaligen Heustadl mit einem Glas österreichischen Weins auf den Sieg anstoßen.

Osteria La Norma

Ein Bild der Fußballmannschaft Calcio Catania empfängt die Gäste gleich beim Eingang, weiter hinten im Lokal zieren Urlaubsfotos vom Ätna und alte Ansichten sizilianischer Städte die Wände: Italiens größte Insel ist in der Osteria La Norma allein schon optisch allgegenwärtig. Nach sieben Jahren als Sprachlehrer und Kellner hat der Sizilianer Fabio Gallina im November 2013 seinen Traum verwirklicht: Am Fuße des Pöstlingbergs serviert er auf zwei Etagen Köstlichkeiten seiner Heimat, zum Beispiel die namensgebende Pasta alla Norma mit gebackenen Melanzani oder die herrlich bissfesten Penne mit hausgemachtem Pesto siciliano aus getrockneten Tomaten, Basilikum und Ricotta. Als Dolce della Casa bezaubert das Schichtdessert Mattonella, welches nach einem Rezept der “Mamma” aus Marsala-Wein, Keksen, Ricotta und Mandeln zubereitet wird. Die Zutaten genauso wie die Weine der Kellerei Cantine Pepi bezieht Fabio zum Großteil direkt aus Sizilien, von wo auch seine unerschütterliche Gelassenheit und Lebensfreude stammen. Jeden zweiten Donnerstag kredenzt er beim nachmittäglichen Italienisch-Sprachcafé perfekten Espresso, garniert mit lustigen Anekdoten von seiner Mittelmeerinsel.