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Gasthof Rahofer

Vollgepumpt mit warmen Sonnenstrahlen präsentieren sich schon die ersten Früchte am Feigenstrauch direkt neben den Tischen im Innenhof. „Aus denen machen wir bald Marmelade“, freut sich Rudolf Rahofer. Seit mehr als 500 Jahren verbindet der historische Vierkanthof im Ortskern von Kronstorf gehobene Gast- mit traditioneller Landwirtschaft – ein Erfolgsrezept, das Haubenkoch Rahofer seit über 35 Jahren fortführt. Ob Kartoffeln für den Grammelknödelteig, Dinkel für das selbstgebackene Brot oder Früchte für Säfte und Marmeladen, sie alle stammen vom eigenen Hof. Die restlichen Zutaten kommen „zu etwa drei Viertel“ aus der unmittelbaren Umgebung, der Fisch etwa aus Schiedlberg, das Kalb aus dem Kremstal und der frische Spargel von einem Bauern aus dem Ort. Daraus kocht Rahofer klassische oberösterreichische Gerichte „ohne Firlefanz“, die im noblen Restaurant-Salon, in der urigen Gaststube oder im lauschigen Gastgarten serviert werden. Harmonisch passt sich die handgeschriebene Speisekarte dem wechselnden Angebot der Jahreszeiten an und bringt damit stets die Leckerbissen der Saison auf den Tisch, betont Rahofer: „Alles andere ist für mich uninteressant.“

Bigoli

Leise simmert der Gemüsefond im offenen Topf vor sich hin, während Gerhard Hinterleitner den Teig aus frischen Bio-Zutaten durch die Pastamaschine presst. „Die Eiernudeln Bigoli sind typisch für die Gegend rund um Treviso“, schwärmt der Koch, der bei einer Reise nach Norditalien die dortige Küche kennen und lieben gelernt hat. Von der Krautsuppe Jota über das Bohnengericht Pasta e Fagioli bis zu Gnocchi in Steinpilzsauce reicht die „ein bissl deftigere Hausmannskost“, mit der Hinterleitner gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Ursula Scherp seit dem Sommer 2007 südliches Flair auf den Linzer OK-Platz zaubert. Damit die Gerichte so authentisch wie möglich schmecken, reist er mehrmals pro Jahr zu befreundeten Betrieben im Veneto, in Istrien und im Friaul. Dort deckt er sich mit handwerklich erzeugten Lebensmitteln wie Prosciutto, Käse und Olivenöl ein oder pflückt wild wachsenden Salbei. Aus diesen Zutaten bereitet er jeden Abend köstliche Antipasti und venezianische Brötchen namens „Cicchetti“, die hervorragend zu einem Gläschen Wein passen, meint Hinterleitner: „Bei uns gibt es keine großen Etiketten und klingende Namen, sondern genau die Weine, wie du sie auch in einer Osteria in Treviso finden würdest.“

Atrium

Warmes Sonnenlicht flutet durchs Glasdach in den arkadengesäumten Innenhof, doch sobald die nahe Michaelerkirche zwölf Uhr schlägt, ist es mit der idyllischen Ruhe vorbei: Aus den umliegenden Büros und vom Campus Steyr strömen die Menschen zum Mittagstisch ins Café Atrium, wo saisonale Bio-Lebensmittel der Region in „bodenständige Gerichte mit internationalen Einsprengseln“ verwandelt werden. „Wir fahren seit jeher eine hochwertige Schiene“, erklärt Mitarbeiter Andreas Straßer das Vertrauen der Gäste in die Küche: Vor zehn Jahren hat sich das Lokal als erstes Restaurant in Oberösterreich bio-zertifizieren lassen. Stolz verweist Straßer auf die große Auswahl an heimischen Bio-Weinen, bei denen „die Qualität einfach passt“. Nicht nur bei den Speisen und Getränken achtet das Atrium auf Nachhaltigkeit: In der Küche und im Service finden etwa 20 Personen mit psychischen und sozialen Problemen eine sinnstiftende Arbeit, die ihnen eine Rückkehr in die Gesellschaft ermöglicht.

Swingolf

Leicht in die Knie gehen, den Ball nicht aus den Augen lassen, schwungvoll durchziehen, und im besten Fall segelt die knallorange Kugel in Richtung der roten Fahne. Der Abschlag funktioniert beim Swingolf genau wie bei regulärem Golf, nur dass der Schläger drei Kanten hat, der Ball etwas größer und der Einstieg wesentlich einfacher ist: Nach ein paar Probeschlägen am Übungsplatz können Kinder wie Erwachsene auf der Anlage in Linz-Urfahr gleich loslegen – ganz ohne Platzreife, Clubmitgliedschaft und Handicap. Auf dem Weg vom ersten zum 18. Loch spazieren die Spielerinnen und Spieler fünf Kilometer über bunte Blumenwiesen und weiden sich an der herrlichen Aussicht auf Pöstlingberg und Sankt-Magdalena-Kirche. Nach der Partie können sie auf Slacklines durch den Obstgarten balancieren oder im ehemaligen Heustadl mit einem Glas österreichischen Weins auf den Sieg anstoßen.

Genuss-Steira

Dunkelgrün sind alle drei, aber wo das eine Kürbiskernöl nussig schmeckt, ist das andere mild, das dritte röstig. „Mit dem Öl ist es wie mit dem Wein“, erklärt der „Genuss-Steira“ Manfred Reisinger bei der Verkostung: „Der Boden, das Klima und die sorgfältige Verarbeitung entlocken derselben Kürbissorte unterschiedliche Aromen.“ Deshalb achtet der gebürtige Steirer in seinem Geschäft am Welser Stadtplatz so genau auf die Herkunft der Ware: Für die Schmankerl reist er regelmäßig in seine Heimat, um die Herstellerinnen und Hersteller persönlich kennenzulernen und ihre Produkte zu probieren. Bei den Edelbränden von Tinnauer, den kreativen Senf-Variationen von Fischerauer, den Chutneys und Essigen von Weinstock oder dem Bio-Wein von Hagen schmeckt man noch richtig die Liebe und die Leidenschaft, ist Reisinger überzeugt. „Mir geht es nicht um große Namen“, erklärt der Steirer, „sondern um die Qualität, um handwerkliches Können und darum, dass die Betriebe so naturnah wie möglich arbeiten.“

Osteria La Norma

Ein Bild der Fußballmannschaft Calcio Catania empfängt die Gäste gleich beim Eingang, weiter hinten im Lokal zieren Urlaubsfotos vom Ätna und alte Ansichten sizilianischer Städte die Wände: Italiens größte Insel ist in der Osteria La Norma allein schon optisch allgegenwärtig. Nach sieben Jahren als Sprachlehrer und Kellner hat der Sizilianer Fabio Gallina im November 2013 seinen Traum verwirklicht: Am Fuße des Pöstlingbergs serviert er auf zwei Etagen Köstlichkeiten seiner Heimat, zum Beispiel die namensgebende Pasta alla Norma mit gebackenen Melanzani oder die herrlich bissfesten Penne mit hausgemachtem Pesto siciliano aus getrockneten Tomaten, Basilikum und Ricotta. Als Dolce della Casa bezaubert das Schichtdessert Mattonella, welches nach einem Rezept der “Mamma” aus Marsala-Wein, Keksen, Ricotta und Mandeln zubereitet wird. Die Zutaten genauso wie die Weine der Kellerei Cantine Pepi bezieht Fabio zum Großteil direkt aus Sizilien, von wo auch seine unerschütterliche Gelassenheit und Lebensfreude stammen. Jeden zweiten Donnerstag kredenzt er beim nachmittäglichen Italienisch-Sprachcafé perfekten Espresso, garniert mit lustigen Anekdoten von seiner Mittelmeerinsel.